L’etable Bad Hersfeld

Ein Stern im Michelin und 16 Punkte im GM, gewisse Erwartungen  werden durch diese Bewertungen aufgebaut. Nach GM 08 ist  L’etable „eine der interessantesten und kreativsten Gourmetadressen der Republik“. Auch Bernd Matthies lobte das Haus in Essen und Trinken. Nach meinen Besuch kann ich allerdings diese Lobeshymnen nicht ganz nachvollziehen. Sieht man allerdings allein die Regionen Nordhessen, Südniedersachsen, Ostwestfalen  steht L’etable mit an der Spitze. Auf die gesamte Republik bezogen sind die Bewertungen nach meiner Meinung zu hoch ausgefallen. Ein Fazit vorweg, die einzelnen Gerichte liegen zwischen 14 und 15 Punkten, der Stern kam vielleicht zu früh. Küchenchef Benedikt Faust, der u.a. bei Juan Amador und im Hotel Burg Greifenstein gearbeitet hat, sollte mehr Mut zum Würzen haben.

Das Restaurant ist im Erdgeschoss des Hotel und Restaurantkomplexes „Zum Stern“   untergebracht. Der ehemalige „Stall“ ist in seinem Grundkonzept mit seinen drei kleinen, in einander übergehenden, Räumen beibehalten worden. Bedingt durch diese Beibehaltung sind die Räume allerdings fensterlos.

Freundlicher Empfang  durch eine junge Dame, die uns, kaum dass wir Platz genommen hatten,  nach einen Aperitif fragte. Wir entschieden uns für einen Ruinart Brut 0,1 l für 10,5 €. Danach kamen 5-6 verschiedene Sorten Brot mit Butter,  so konnte  der erste Hunger gestillt werden. Brot und Butter wurden im laufe des Abends großzügig nachgelegt.

Die Speisekarte bietet drei Menüs an, die mit unterschiedlichen Gängen  bestellt werden können.  Das L’ etable Menü mit 5 Gängen  für 78 €, mit einem Weinmenü + 30 €. Als 6 Gang Menü für 89 € plus Weinmenü für 36 € wird ein Romantik Menü angeboten. Ein Kennlern-Menü mit 3 Gängen für 39 €, dieses wird ohne Amuse Bouche und Petit Fours angeboten. Wir entschieden uns für das L’etable Menü  mir 4 Gängen für 71 €, dabei wurde das Dessert aus dem Romantik Menü gewählt.

 Die Amuse Bouche scheinen der Versuch zu sein, seinen „Lehrmeister“ Juan Amador nachzueifern. Da wird mit Reagenzgläser und Molekularküche gearbeitet, ohne aber auch nur im Geringsten den Lehrmeister zu erreichen. Gelungen waren ein Kalbschwanzcroustillant und der Shrimscocktail en Pipette.

Amuse Bouche
Amuse Bouche

1.Gang

Hummer mit Schwarzwurzel, Trüffel & Aioli

Hummer
Hummer

Der Salat lauwarm angemacht, leider völlig ungewürzt. Sowohl Trüffel als auch Aioli nicht schmeckbar.

Die Hummerschaumsuppe dagegen gut abgeschmeckt, das Beste an diesem Gang.

2.   Gang

Seeteufel& Schweinebauch mit Graupen und Zuckerschoten.

Seeteufel& Schweinebauch
Seeteufel& Schweinebauch

Auch hier vermissten wir die Gewürze, saftig der Schweinbauch, die Zuckerschoten als Süppchen serviert, außerdem verloren sich noch ein oder zwei? klein geschnittene Schoten auf dem Teller.

3. Gang

Filet vom Jungbullen mit Sauce Bérnaise, Kartoffelgratin & Champignons.

Filet vom Jungbullen
Filet vom Jungbullen

Unsere Diskussion mit dem Maitre wegen den Gewürzen zeigte Wirkung. Diesmal gut abgestimmt, lediglich das Kartoffelgratin schmeckte recht fad. Auch die  Champignons wurden als Süppchen serviert. Benedikt Faust scheint ein Faible für Suppen zu haben.

4. Gang

Mango & Buttermilch

Ein erfrischender Abschluss mit einem Mangosorbet, einer Tarte von Mango& Buttermilch sowie Buttermilchfrappe mit Mango.

Mango & Buttermilch

 Zum Abschluss Espresso und dazu kleine Aufmerksamkeiten aus der Küche, z.B. Dampfnudel mit  Vanillesoße, Karamelleiskonfekt und Mohnküchlein. Dazu eine After Eight Lolli, auch hier ließ Amador grüßen.

 

Ich selbst blieb Alkoholfrei, nur den Probeschluck habe ich mir genehmigt, der ausgesucht Rotwein von M. Schneider begeisterte alle.

Eigentlich ein gelungener Abend, vielleicht waren meine Erwartungen durch verschiedene Berichterstattungen zu hoch angesetzt.

Meine Kritikpunkte habe ich im übrigem mit dem Maitre ausgiebig diskutiert.

Restaurant „Le Pave d’ Auge“.

Pave d'Auge - Eingang
Pave d'Auge - Eingang

Zweite Station meiner kulinarischen Reise im Nov. 07 in die Normandie war das Dorf Beuvron-en-Auge.  Beuvron-en-Auge, gelegen im malerischen Pays de Auge, gehört zu den schönsten Dörfern Frankreich und steht unter Denkmalschutz. Mitten in diesen kleinen Ort steht die ehemalige Markthalle im normannischen Fachwerk und beheimatet das * Restaurant „Le Pave d’ Auge“.

Normannisches Fachwerk nicht nur außen, sondern auch im Innenbereich mit seinen bis unter dem Dachfirst reichenden Gebälk.

Die ca. 35 Plätze waren an diesen Freitagmittag bis auf einen Tisch für 6 Personen besetzt.  Obwohl nicht angemeldet konnten  wir einen interessanten Gourmetnachmittag erleben.

Als Aperitif wurde ein „Kir Normandie“ gewählt, als Amuse bouche wurde ein Süppchen von Krustentieren in Espressotassen serviert. Dazu normannisches Landbrot und Butter. Obwohl die Normandie ja das Butterland schlecht hin ist, wurde nur ein kleines Stück serviert. Dies ist allerdings in der Normandie leider kein Einzelfall.

Nun zu der Speisekarte

3 Menüs mit verschiedenen Varianten werden angeboten.

Menü 1 mit einer Vorspeise, Hauptgericht, Käse und Dessert für 38,00 €

Menü 2 mit 4 Gängen plus Käse und Dessert für 58.00 €

Menü 3 mit einer Vorspeise, Hauptgericht, Käse und Dessert für 52,00 €

 

Ich entschied mich für Menü 1 das wie folgt serviert wurde

1. Gang           Frittierte Streifen vom Fischfilet mit einer Tomaten-Orangen Sauce.

                        Eine Art verfeinerte Fischstäbchen mit einer gut gewürzten Sauce.

2. Gang           Brust und Keule vom Fasan mit Rosenkohl und  Apfel

Die Brust auf den Punkt gebraten, die Keule ausgelöst und mit den Innereien des Vogels gefüllt. Die Beilagen konnten nicht überzeugen. Der Rosenkohl  leider mehr als bissfest serviert, der Apfel fast als Apfelmus.

Pave d'Auge - Fasan
Pave d'Auge - Fasan

3. Gang           Käse vom Wagen

                        Die Entscheidung viel auf die drei großen der Normandie.

                        Alle drei Käse auf den Punkt gereift.

4. Gang           Tarte Tatin mit Vanillecreme und Apfelsorbet.

                        Ein Dessert wie es oft in der Normandie serviert wird, hier aber in völlig neuer Form.

In einem hohen Glas wurden die einzelnen Komponenten von unten nach oben wie

folgt geschichtet. Eine geschmacklich hervorragende Vanillecreme, warme Apfelspalten, Sahne und das Apfelsorbet, dazu eine knusprige Blätterteigstange.

Kaffee, kleine Süßigkeiten und ein Calvados beendeten ein gelungenes Mittagsmahl.

Pave d'Auge
Pave d'Auge

„La Terrasse et Assiette“ – Honfleur

„La Terrasse et Assiette“

Das Restaurant liegt im Herzen der Altstadt von Honfleur. Außen unverputztes Mauerwerk, innen normannisches Fachwerk.

Herzlicher Empfang durch die Eigentümerin, als Aperitif ein normannischer Pommeau. Dazu kleine Blätterteighäppchen gefüllt mit allerlei Meeresgetier.

Als Amuse bouche wurde in einem hohen Glas eine Mouse von der Jakobsmuschel mit einem Krustentierfond serviert. Geschmacklich in Ordnung, jedoch sehr schlecht aus dem hohen Glas zu bekommen.

Ich entschied mich für das 4 Gang – Menü für 29 €, für das dann gelieferte ein sehr günstiger Preis.

  1. Scheibe von der Entenstopfleber mit einer Zwiebelkonfitüre.

Die Leber leicht mit Vanille gewürzt, die Zwiebelkonfitüre brachte eine gewisse Süße mit, passte sehr gut zur Leber. Der beste Gang.

  1. Jacobsmuscheln gebraten mit Chicorée und einer Granatapfel Sauce.

Die Muscheln kurz gebraten, der etwas herbe Chicoree übertönte dabei leider den feinen Muschelgeschmack. Die Sauce schmeckte nach nichts, dafür aber eine leuchtend rote Farbe auf dem Teller.

  1. Camembert eingepackt in Speck und gebraten mit Pfefferkaramell und Salat.

Mit gebratenem Camembert habe ich so meine Probleme

  1. Brochette von frischen Früchten mit Sauce Chocolat und einem Litchegranite.

Sehr einfaches Dessert.

Aufmerksamer Service

Das Restaurant „La Terrasse et Assiette“ wurde geschlossen und wird als „Restaurant Cote Resto“ mit neuen Besitzern  weitergeführt. http://www.cote-resto-honfleur.com/

L’Ecailler – Port-en-Bessin

L'Ecailler
L'Ecailler

L’Ecailler

2 Rue Bayeux, 14520 Port-en-Bessin-Huppain, Frankreich

0231229216

Hier hat Stephane Carbone, ein Schüler von George Blanc, 2006 ein Michelinstern erkocht. Sein Restaurant direkt am Hafen gelegen zeigt maritimes Flair. Bei unserem Besuch war das Lokal bis auf den letzten Platz belegt. Die Franzosen wissen halt zu Leben.

Auf der Karte ein Hummermenü für 86 €, ein Überraschungsmenü, hier war kein Preis angeben sowie in Tagesmenü zu 34 €. Wir suchten  al a Carte aus. Hier liegen die Preise zwischen 15 € und 50 €. (Steinbutt).

Fazit: Auch für französische Verhältnisse ein Stern der gehörig wackelt. Ich muss  immer wieder feststellen, dass  in Deutschland in den meisten * Sterne Restaurants aufwendiger und besser gekocht wird.

Besucht am 26.06.2007 (Mittags)

Der Stern ging 2008 verloren. Beim Besuch im August 2008 noch immer sehr gut, aber nicht mehr so aufwendig und preisgünstiger.

L'Ecailler - Sardine
L'Ecailler - Sardine

Etretat und Hotel-Restaurant „Les Hêtres“

Einen Urlaub in der Normandie sollte man auch nutzen,  der Bucht von Etretat einen Besuch abzustatten. Steile Felsklippen mit ihren spektakulären Felsformationen umrahmen den Ort auf beiden Seiten

Der Strand der so genannten Alabasterküste ist mit grobem Kies bedeckt, und der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist beträchtlich.

Etretat-Strand
Etretat-Strand

Von der Seepromenade hat man einen herrlichen Blick auf die Falaise d’Aval (Steilküste unterhalb des Ortes) mit der Porte d’Aval, einem großen natürlichen Felstor, das an einen Elefantenrüssel erinnert. Vor der Porte d’Aval steht eine mächtige Felsnadel im Meer, L’Aiguille.

Porte d'Aval
Porte d'Aval

Die Restaurants an der Seepromenade sind allerdings nicht zu empfehlen.

 Als Alternative bietet sich das Hotel-Restaurant „Les Hêtres“ in der Nähe von Saint Valery en Caux, zwischen Fecamp und Dieppe gelegen an.

 Restaurant les Hêtres
24, rue des Fleurs – 76460 Ingouville /mer
(à 3 km de St Valéry en Caux)
Tél. : 02 35 57 09 30 – Fax : 02 35 57 09 31
Mail : contact@leshetres.com

http://www.leshetres.com/

 Ein Hotel-Restaurant in einem lang gestreckten Gebäude aus dem 17. Jahrhundert mit typischem normannischem Fachwerk. Umrahmt wird das Ensemble von einem 2 ha großen parkähnlichen  Grundstück. Bei schönem Wetter, so wie bei unserem Besuch, kann man den Aperitif oder den Nachmittagskaffee  im Park einnehmen.

Hotel-Restaurant mit Park
Hotel-Restaurant mit Park

Vier Zimmer bieten Komfort und Romantik zugleich.

Anmerkung: Bertrand Warin, der in den 90ern Jahren ein Sternerestaurant in Rouen betrieb, hat das Haus 2009 verlassen und Alexander PARIS, ein Schüler von Joël Robuchon hat das Kommando in der Küche übernommen. (2010)

Restaurant mit Kamin
Restaurant mit Kamin

Das Restaurant bietet eine verfeinerte Regionalküche basierend auf den Früchten des nahen Meeres und den Produkten der Jahreszeiten.

Bresse Poularde mit Morchelrahm
Bresse Poularde mit Morchelrahm

Das Restaurant, ebenfalls mit sichtbaren Fachwerk und Mauerwerk, wird geschickt durch einen mächtigen Kamin geteilt. Die Qualität des Hauses ergibt sich aus der sehr ruhigen Lage und der kleinen Kapazität. Auch das sehr diskrete und sehr freundliche Personal muss genannt werden.

Der Aperitif  wartet
Der Aperitif wartet

 Besucht am 25.05.2007

Anmerkung am 01.03.2011: Mit der Ausgabe  Michelin 2011 erhält Les Hêtres  einen Stern.

Auberge du Val au Cesne

Besucht am 24. Mai 2007

In einem grünen Tal, ca. 150km von Paris entfernt, liegt diese Auberge. Die Auberge du Val Cesne bietet seinen Besuchern das Bild einer noch unberührte normannischen Kulturlandschaft.

Umgeben von Obstgärten, Felder und Wälder liegt die Herberge in einem klassifizieren Landschaftsparks (seit 11.02.1997). Im Garten laufen Hühner, Enten und Katzen frei herum.

Auberge du Val au Cesne
Auberge du Val au Cesne

Das alles macht diese drei Jahrhunderte alte Herberge zu einen  Haus auf dem Land, wo es sich gut leben lässt.

Das Hotel, im traditionellen normannischen  Fachwerk erbaut, beherbergt fünf individuell gestaltete Zimmer. Jedes verfügt über Komfort und ausgestattet für  Wohlbefinden und Entspannung: TV, Telefon, Bad und WC stehen zur Verfügung.  Jedes Zimmer hat eine Terrasse und einen Zugang zum Garten.

Auberge du Val au Cesne
Auberge du Val au Cesne

Zimmer 90 € + Frühstück 7 € pro Person.

Das Restaurant in einem separaten Gebäude, ebenfalls normannisches Fachwerk, bietet eine abwechslungs-reiche normannische Regionalküche.

Es besteht aus fünf kleinen Räumen, alle ausgestattet mit viel Charme, ein  Gasthaus das  unter dem Zeichen des guten Geschmacks steht. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Räume, der erste mit einem großen Kamin, der zweite, kleinere ermöglicht ein wenig mehr Intimität. Im Obergeschoss sind Nummer drei und vier untergebracht, beide gleichen denen im Erdgeschoss. Schließlich gibt es einen Saal mit Galerie, hervorragen geeignet für Familienfeste.

Durch die Fenster, ist die Landschaft der Normandie mit seiner Authentizität zu bewundern, mit Apfelbäumen, unter denen die Kühe weiden. In der Küche wird bei der Zubereitung auf Produkten der Region zurückgegriffen.

rte Duclair F – 76190 Yvetot

Telefon: 0033 2 35 56 63 06 Fax: 0033 2 35 56 92 78

E-mail  valaucesne@hotmail.com

Website: http://www.valaucesne.fr

Öffnungszeiten  geschl. 24. Aug. – 6. Sept. und 11. – 31. Jan. – geschl. Mo und Di

 Speisekarte siehe http://speisekarten.wordpress.com/2007/05/25/auberge-val-au-cesne-normandie/