Tag 7 – Sylt im August 2026

Sylt Tag 7

Kaum zu glauben, aber unser Sylt-Urlaub 2026 ist tatsächlich vorbei! Diesmal waren es leider nur acht Tage auf dieser traumhaften Insel – und doch war fast alles dabei.  Wir haben die Sonne genossen, an den herrlichen Stränden entspannt und natürlich war auch ein Regentag dabei. Das wechselhafte Wetter gehört zu Sylt und macht den besonderen Reiz der Insel aus.

Kulinarisch blieben ein paar Wünsche offen. Kein Besuch im eleganten Söl’ring Hof in Rantum, auch Sansibar und Samoa standen diesmal nicht auf dem Programm. Trotzdem: Jede Mahlzeit in den anderen Restaurants war ein Genuss. Nach langer Zeit kehrten wir auch wieder in die Kupferkanne ein.

Den letzten Abend verbrachten wir wie fast immer im Hause JM. Irmtraud stieß mit einem Glas Champagner an, ich wählte den Hauscocktail. Es folgte Beef Tatar mit Reibekuchen und Crème fraîche – fein gewürzt, die Crème herrlich frisch. Danach „Dreierlei von der Gänseleber“ mit hausgebackenem Brioche und Apfelsalat.

Natürlich durften die hausgemachte Maultasche und die Lammbratwurst mit Kartoffelsalat nicht fehlen. Zum Abschluss genossen wir ein Weinbergpfirsich-Sorbet, aufgegossen mit Champagner.  Ben empfahl uns dazu einen Riesling von der Mosel und einen Rotwein von der Rhone.  Den Abend ließen wir in der Bar bei „Mo“ mit einem Zibärtle ausklingen. Der Service war wie immer erstklassig: Ben, sein Schwager Jan-Sören und natürlich die Chefin Jane Müller, die im Hintergrund leise und souverän alles lenkte.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück unter bedecktem Himmel zurück in Richtung Heimat.

Fazit: Sylt hat unsere Erwartungen wieder übertroffen. Wir nehmen wunderbare Erinnerungen mit. Nach Sylt ist vor Sylt. Bis bald, Sylt!

Tag 6 – Sylt im August 2026

Sylt Tag 6

Nach dem Frühstück startete ich erneut zu einer Walking-Tour. Bei angenehmen Temperaturen führt uns der Weg auch heute zum Strand. Als der Hunger kam, machten wir einen Abstecher ins provisorische „Zeltlager“, das für den Surf Cup am Wochenende errichtet wurde. Im Zelt des Gogärtchens gab es Pinza, belegt mit Ziegenkäse, Walnüssen und Feigen, dazu einen Grauburgunder vom Weingut Fritz Waßmer.

Am Abend wartete ein reservierter Tisch im Boddendorf in Tinnum.

Bodendorf in Tinnum – ein Abend mit gemischten Eindrücken

Mein Fazit vom Juni-Besuch lautete: „Insgesamt ein gelungener Abend. Mal sehen, ob ich im August einen Termin finde. “ Tatsächlich ließ sich ein Abend einrichten – allerdings auf Kosten eines Besuchs im Söl’ring Hof.

Unser Besuch Ende August im Bodendorf in Tinnum hinterließ gemischte Gefühle. Der Restaurantbereich, stilvoll gestaltet, wirkte dennoch kühl – nicht zuletzt, weil von etwa 20 Plätzen nur sieben besetzt waren.

Restaurantleiter Benjamin Paul empfing uns freundlich, der Service blieb den ganzen Abend über aufmerksam. Mit einem Glas Perrier-Jouët Rosé starteten wir. Diesmal wählten wir ein 6-Gänge-Menü, und auch bei der Weinauswahl beriet uns Paul hervorragend.

Wachtel

Beim ersten Gang hatten wir die Wahl: Irmtraud entschied sich für Hummer, ich für Miral-Wachtel. Die Wachtel kam in zwei Varianten: als gefüllte Roulade und als Ragout mit Erbsen und Pfifferlingen, abgerundet von einem Hauch Schaum. Besonders die Sauce zur Roulade überzeugte.

Ravioli

Es folgte eine offene Ravioli mit glacierten Jakobsmuscheln, mariniertem Spitzkraut, Mispel und Verjus. Die Nudelplatten waren hauchdünn, die Jakobsmuscheln leicht glasig. Der Verjus verlieh der Sauce eine feine Säure. Dazu gab es einen Wein von Salwey vom Kaiserstuhl.

Rotbarsch und Seezunge

Der nächste Gang: geflämmter Rotbarsch in Bouillabaisse mit Bohnencreme und jodigem Meeresfenchel. Die mineralische Note des Fenchels verband die Komponenten harmonisch.

Weniger überzeugend war die bretonische Seezunge. Zwar gefielen der luftige Kartoffelschaum und die Rotweinbutter, doch der Fisch, diesmal als senkrecht gestellte Roulade mit Rettichfüllung, verlor durch die Anrichteweise seinen typischen feinen Geschmack.

Wagyu-Beef

Der Hauptgang wurde zum Höhepunkt: japanisches A5-Strip-Loin, begleitet von Shiitake-Pilzen, verbranntem Lauch und Pflaumen-Confit. Das Fleisch, die höchste Qualitätsstufe von Rind, schmeckte nussig-süßlich, fein marmoriert – purer Luxus auf dem Teller.

Dessert

Das Pre-Dessert, Ziegenkäseeis mit Aprikose, überzeugte wie schon im Juni. Das Dessert – Weinbergpfirsich mit Himbeersorbet, Mandeln und Cheesecake – bot einen fruchtig-kühlen Abschluss. Danach folgten Espresso und kleine Süßigkeiten.

Der Preis für das 6-Gänge-Menü liegt bei 264 Euro pro Person. Damit bewegt sich das Restaurant am oberen Ende der Preisskala für 1-Sterne-Häuser – wohl der exklusiven Insellage und den hochwertigen Produkten geschuldet.

Fazit: Ein Abend mit positiven Ansätzen, der atmosphärisch und in der Detailpräsentation noch Luft nach oben lässt.

Die Weine:

Tag 5 – Sylt im August 2026

Tag 5

Der Patron ist tot, es lebe die Familie

Der Patron ist tot: Jörg Müller, über Jahrzehnte der Inbegriff des klassischen Gastgebers, prägte mit seinem Hotel & Restaurant in Westerland Sylts Ruf als Gourmet-Insel wie kaum ein anderer. Als Mitbegründer der neuen deutschen Küche, neben Größen wie Eckart Witzigmann, setzte er Maßstäbe.

Es lebe die Familie: Sein Lebenswerk bleibt in festen Händen. Seine Frau Barbara starb 2023, doch die Familie führt das Erbe weiter. Tochter Jane und ihr Mann Benjamin Birkholz-Müller sowie Sohn Jan-Sören übernehmen die Verantwortung und sichern die Zukunft des Hauses.

Auch in der Küche bleibt alles im Fluss. Jörg Müller sorgte zu Lebzeiten für einen reibungslosen Übergang. André Kuhlmeyer, seit über 20 Jahren im Haus, verkörpert Müllers Philosophie der klassischen, produktfokussierten Spitzenküche wie kein Zweiter. Er führt die Tradition unverändert fort. Während Kuhlmeyer am Herd das kulinarische Erbe bewahrt, leitet Schwiegersohn Benjamin Birkholz-Müller den Service und den legendären Weinkeller – einen der besten der Welt.

In Küche und Service bleibt alles stabil: Die Familie steht.

So erlebten wir den fünften Tag unseres Aufenthalts: Beide Restauranträume waren voll, im Wintergarten saß eine größere Gruppe, und auch die Bar war bis auf den letzten Platz besetzt.

Für den Aperitif gehen wir in die Bar. Irmtraud bestellt wie immer einen Champagner Rosé, ich nehme meinen Hausaperitif.

An diesem Abend fiel uns auf, dass zusätzliche junge Frauen im Service arbeiteten. Neugierig fragte ich nach. Die jungen Damen absolvieren im Rahmen ihrer österreichischen Tourismus- oder Hotelfachausbildung – etwa an der HLW, HLT oder Berufsschule – ein Pflichtpraktikum auf Sylt. Sie machten ihre Arbeit hervorragend.

Nun aber zum Essen.

Amuse Bouche

Der Abend begann mit einem Amuse-Bouche: Eine Scheibe Schinken und frische Gemüsestangen wie Karotte und Stangensellerie, einfach, frisch und dennoch bemerkenswert.

Tataki vom Färöer Lachs mit Gurken

Dazu passt ein trockener, mineralischer Riesling Feinherb, wie Ben vorschlug. Eigentlich mag ich Riesling nicht, doch dieser harmonierte ausgezeichnet mit dem Gericht. Entscheidend sind die Qualität des Lachses, die Frische der Gurke und die feine Säure des Suds – sie sollen im Mittelpunkt stehen. Ein Gurkensorbet brachte mit seiner Kühle den letzten Schliff.

Gänseleber, Kirsch, Kartoffelpüree

Gönne es mit immer wieder, wenn ich auf der Karte dieses Gericht entdecke!!!

Wachtelcrépinette auf Périgord-Trüffel-Risotto

Wachtelcrépinette auf Périgord-Trüffel-Risotto

Auf diesen Gang hatte ich mich lange gefreut. Schon im Juni fragte ich, ob man ihn mir im August servieren könne. Küche und Service machten es möglich – eine besondere Freude. Erinnerungen wurden wach: Um die Jahrhundertwende bereitete ich dieses Gericht, damals als Wachtelkotelett bekannt, selbst in meinen Kochkursen zu. Die heutige Version ähnelt der damaligen, nur das Schweinenetz fehlt. Die Unterschenkel der Keulen verarbeitete die Küche zu einer Farce, ein großes Spinatblatt dient nun als Hülle.

Ben stellte dazu einen 2023er Verduno Pelaverga Burlotto auf den Tisch. Am Ende des Abends war die Flasche leer.

Jürgen Dollase dokumentierte dieses Gericht im Mai 2025 in Westerland zusammen mit Jörg Müller. Die Aufnahme findet sich im „Deutschen Archiv der Kulinarik“.

Gebackene Zwetschgen auf Armagnacschaum mit Walnuss – Krokant Eis

Ein schlichtes, elegantes Tellerbild, kaum Dekor. Die Produkte standen im Fokus. Klare, saubere Kontraste: die warme, fruchtige Zwetschge und das kalte Eis.

Fazit: Die neuen Inhaber sind auf dem richtigen Weg. Wir (Stamm) Gäste sollten sie dabei unterstützen.

Troisgros – Ouches 2026-04-23

Die Gourmet-Tour ging am nächsten Mittag weiter. Ziel war das Drei-Sterne-Haus Troisgros in Ouches, in der Nähe von Roanne. Über Autobahnen und Département-Straßen erreichten wir das Haus. Es liegt irgendwo im Nirgendwo.

Vom sonnenbeschienenen Eingangshof mit duftenden Blumen und Kräutern führt der Weg zunächst durch einen recht dunklen, schmalen Flur. Rechts und links lagern Weinflaschen. Dann geht es weiter zum Empfangsraum und in die Küche.

Die Küche ist sehr groß und bietet einen Blick in die Natur. Ob die vielen fleißigen Hände das genauso sehen?

Hier empfing uns Küchenchef César Troisgros, Jahrgang 1986, sehr herzlich. Seine Mannschaft arbeitete bereits an den verschiedenen Vorspeisen. Bei einem Teller sah ich genau hin: Der Koch zählte die vorhandenen Gemüse Teile sehr sorgfältig ab.

Weiter ging es in den Speisesaal. Der gläserne, U-förmige Raum lässt die Gäste fühlen, als säßen sie mitten in der Natur. In der Mitte des U ragt ein beeindruckender, 150 Jahre alter Baum empor. Er gibt dem Raum seine unverwechselbare Atmosphäre.

Das Design nimmt den Bezug zur Natur auf. Metallsäulen erinnern an Baumstämme und verbinden die Architektur mit der Umgebung. Der Holzboden verstärkt das Naturerlebnis und lässt die Gäste die Nähe zur Umwelt spüren.

Die Gestaltung erinnerte mich an das Restaurant La Grenouillère in La Madelaine-sous-Montreuil. Auch dort verschmelzen Innenraum und Natur nahtlos. Dieses Restaurant haben wir 2015 besucht und in den „Hütten“ auch übernachtet. Eine genauere Recherche zeigt: Beide Bauwerke stammen vom Architekten Patrick Bouchain. Er ist bekannt für seine Fähigkeit, Räume zu schaffen, die Natur und Architektur harmonisch verweben.

Mit einem Glas Champagner „Billecart-Salmon starteten wir ins Menü.

Dazu reichte man uns verschiedene Amuse-Bouches, die hier liebevoll „Premières choses“ hießen. Besonders beeindruckten die hauchdünnen, gefüllten Tartelettes – eine wahre Gaumenfreude. Eines der Häppchen, wohl als Hommage an den berühmten Lachs, war Sauerampfer. Das Highlight bildete ein frittiertes Element, gekrönt von einem kleinen, frischen Blatt, das optisch wie geschmacklich glänzte. Dazu noch Brioche und Brot. Ein perfekter Auftakt zu einem kulinarischen Erlebnis.

Der erste Gang des Menüs hat mich begeistert – ein kleines Meisterwerk auf dem Teller! Die tiefrote Sauce, deren intensive Farbe sofort ins Auge springt, verbindet sich großartig mit den hauchdünn geschnittenen Jakobsmuscheln. Besonders beeindruckt hat mich der zarte Schleier aus Jakobsmuschelfond: Er wirkt nicht nur filigran, sondern rundet das Gericht geschmacklich perfekt ab. Seine intensive Jakobsmuschel-Note harmoniert wunderbar mit der Sauce und hebt den reinen Geschmack der Meeresfrucht hervor. Ein Auftakt, der Appetit auf mehr macht!

Beim nächsten Gang stehen die Blüten klar im Mittelpunkt – ein farbenfroher Akzent, der dem Gericht Leichtigkeit verleiht. Doch der grüne Spargel, die eigentliche Hauptzutat, fehlt auf der Karte. Dabei kommt er bereits vorgeschnitten und perfekt al dente auf den Teller. Darauf türmen sich Blüten, bedeckt von einer hauchdünnen Scheibe weißen Specks, vermutlich Lardo. Eine geschmacklich reizvolle Kombination, doch die Karte sollte das Gericht vollständig beschreiben – Spargel und Speck gehören nicht nur auf den Teller, sondern auch ins Menü. So wüsste man bei der Bestellung genau, was einen erwartet.

Das nächste Gericht polarisiert. Manche verabscheuen Kutteln, andere – wie ich – lieben sie. Sofort denke ich an Kuttelgerichte aus der Normandie oder an die Küche von Vincent Klink. „Textures, l’une avec l’autre“ präsentiert Kutteln aber in einer modernen, eleganten Form, die sie kaum wiedererkennen lässt. Die Kombination aus Kutteln, Morcheln und hellem Gemüse ist ein Meisterwerk der Kontraste – puristisch und raffiniert zugleich.

Hier versteht man, warum dieses Haus seit 50 Jahren drei Sterne trägt – und das über drei Generationen hinweg. Für mich ein Gericht, das ich mit 10 von 10 Punkten bewerte.

Ein vegetarisches Gericht, das mit Worten spielt: Muscade, roule en Bouche. Hier rollt nicht riskant viel Muskat, sondern verschiedene Komponenten buchstäblich „im Mund“. Das Gericht lebt vom Gleichgewicht aus Textur und Präzision.

Weiter geht’s mit Zander. Sein zartes, helles Fleisch passt perfekt zu Gerichten, die Zurückhaltung mit Raffinesse vereinen. Besonders saftig wird er, wenn man ihn, wie hier, schonend gart. So entfaltet er seinen milden, leicht süßlichen Geschmack.

Das i-Tüpfelchen: die aromatisch-pikante Tomatenbutter. Sie bringt Frische und eine angenehme Würze, ergänzt den zarten Zander und lässt ihm dennoch den Vortritt.

Ein Gericht von schlichter Eleganz – ideal für alle, die feine Aromen lieben.

Wieder eine Innerei, die begeistert und polarisiert: Kalbsbries mit Strohkartoffeln. Diese Kombination verwöhnt den Gaumen. Das zarte, buttrige Bries entfaltet seinen einzigartigen Geschmack und harmoniert perfekt mit den knusprig-goldbraunen Kartoffeln. Ein delikates Kräuteröl verleiht Frische und Aroma, während ein Hauch Orange das Gericht elegant abrundet und ihm Raffinesse schenkt. Dieses Meisterwerk zeigt, wie vielseitig und köstlich Innereien sein können – ein Genuss, der überzeugt und jeden Feinschmecker begeistert! 10 von 10

Ein unvergesslicher Nachmittag, der kulinarisch und atmosphärisch begeistert. Der Käsewagen bot eine beeindruckend breite Auswahl regionaler Sorten, die in Qualität und Stil das hohe Niveau des Menüs hielten. Desserts und Petit Fours rundeten das Erlebnis harmonisch ab, bevor der Genuss im wunderschönen Garten seinen perfekten Abschluss fand.

Weinbegleitung: Die Weine harmonierten hervorragend mit den Gerichten und unterstrichen die Aromen jeder Speise. Ob kräftige Weißweine oder leichte, aromatische Tropfen im Hintergrund – die Auswahl prägte die Gesamtstimmung entscheidend.

Gesamteindruck: Ein durchweg gelungenes Essen, das den Anspruch eines Drei-Sterne-Plus-Erlebnisses mit entspannter Gartenatmosphäre vereint. Eine klare Empfehlung für Feinschmecker, die die perfekte Balance von Speisen, Wein und Ambiente schätzen.

Bewertung: 9/10

Schwarzer Adler, Oberbergen – 2026-04-21

 Franz Keller

Ein Aufenthalt der besonderen Art. Eine Gasstätte Mitten im Ort gelegen wie so viele in Deutschland. Die meisten dieser Gaststätten bieten aber meistens nur Speis und Trank aus der Gefriertruhe oder servieren für viel Geld Convenience -Produkten an.

Dieses Haus ist aus der Art geschlagen. Weine, Restaurant und Hotel unter einem Dach. Diese Reihenfolge ist vom Haus  Keller wahrscheinlich auch bewusst gewählt. In erster Linie ein Weingut mit nationaler und internationaler Bedeutung. Dann eine örtliche Gaststätte, aus der im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein anerkanntes Restaurant wurde und da man nach dem Weingenuss nicht mehr aus dem Haus muss, gibt es auch entsprechende Zimmer. Seit 1969 leuchten die Sterne des Guide Michelin über dem Haus.  Mit einer Ausnahme.

1969: Erster Michelin-Stern unter Irma Keller.

1974–1976: Das Restaurant hielt unter Franz Keller jun. zwei Sterne

2020: Der Stern wurde nicht mehr vergeben.

2021: Ein Jahr später bekam man wieder den Stern

Hat man sich zu einem Besuch im Schwarzen Adler durchgerungen, sollte man folgendes beachten:

Natürlich einen Tisch bestellen und gleichzeitig auch ein Zimmer reservieren. Die Weinkarte im Internet herunterladen und aufmerksam studieren. Es ist fast unmöglich diesen dicken Wälzer am Tisch in Ruhe durchzulesen. Auch sollte man die Speisekarte im Internet lesen. Man wird, so wie wir, einen unvergesslichen Abend erleben. Besser wäre es  vielleicht, dieses Vergnügen auf den Mittag legen und dann im Sommer auf dem Freisitz zu speisen.

Zuerst wird aber die berühmte WM-Ecke angesehen. Der Patenonkel von Fritz Keller ist ja Fritz Walter. Er feierte mit der Nationalmannschaft 1954 den WM-Sieg im Restaurant Schwarzer Adler in Oberbergen

Das Menü umfasst fünf bis sieben Gänge. Zu jedem Gang gibt es einen passenden Wein. À la carte stehen drei Vorspeisen oder Zwischengänge, zwei Hauptgerichte, ein Käsegang und Desserts zur Wahl. Für zwei Personen gibt es Spezialitäten wie Bresse-Huhn von Odefey & Töchter oder Huhn in der Blase.

Wir wählen sechs Gänge von der Karte, lassen den Käsegang aus und teilen uns die ersten beiden. Schließlich wissen wir, was die nächsten drei Tage bringen.

Zum Start trinken wir ein Glas Grande Cuvée aus dem Hause Keller, 0,1 Liter. Dazu kommt eine Scheibe Ententerrine. Brot und Butter folgen rasch. Vorab knabbern wir an Blätterteigstangen.

Der Frühling meldet sich auf dem Teller. Gebeizter Wolfsbarsch, hauchdünn geschnitten und kunstvoll angerichtet, trifft auf knackige Mairübchen und die sanft pfeffrige Frische der Brunnenkresse. Die Sauce verbindet alles. Chorizo-Öl bringt würzige Tiefe. Ein Frühlingsgruß, der die Sinne weckt und das Menü eröffnet.

Der zweite Gang vereint die feinen Aromen der blauen Garnele mit der Würze einer Café-de-Paris-Butter. Gewürfelter Kalbskopf bringt eine herzhafte Note ein, Hechtklößchen eine leichte fischige Nuance. Frische grüne Erbsen setzen farbliche Akzente und sorgen für angenehm süße Frische. Zusammen ergibt das eine stimmige Komposition. Dazu kommt ein Weißburgunder „Scherben“ 2022 vom Weingut am Klotz im Markgräflerland. Der Wein überzeugt mit feiner Säure und einer dezent zitronigen Frucht.

Der Seeteufel ist fest im Biss und zugleich wunderbar zart. Grüne Oliven, Dal-Linsen und Joghurt begleiten ihn. Seine besondere Textur bringt den Geschmack des Meeres klar zur Geltung, ohne an Saftigkeit zu verlieren. Die Oliven und Linsen setzen einen angenehmen Kontrast. Ihre weiche Konsistenz harmoniert mit der Bissfestigkeit des Fisches. Der Joghurt fügt eine frische, cremige Note hinzu. Das Gericht verbindet unterschiedliche Elemente zu einem ausgewogenen Geschmackserlebnis. Dazu passt ein Château Carbonnieux blanc 2013, ein würziger, leuchtender Weißwein mit intensiven Pfirsichnoten und mineralischem Charakter. Vollmundig und lebendig durch seine frische Säure.

Das Kalbsbries ist für mich der Höhepunkt des Menüs. Zart und fein fängt es die Frische des Frühlings perfekt ein. Frische Morcheln und knackiger grüner Spargel ergänzen das Gericht mit erdigen und grünen Aromen. Eine mit Vin Jaune verfeinerte Sauce gibt dem Ganzen nussige Tiefe und rundet die Aromen harmonisch ab. Dazu wird ein Grauburgunder Selection „A“ 2002 vom eigenen Weingut serviert. Der Wein zeigt sich komplex und tiefgründig, mit kaum noch spürbarer Säure. Sein Charakter erinnert an Sherry und macht die Kombination mit dem Kalbsbries und der delikaten Sauce zu einem unvergesslichen Genuss. Ein Frühlingsgruß auf dem Teller und im Glas.

Der nächste Gang, Wachtel aus Challans im Blätterteig, wirkt dagegen etwas schwer. Das Fleisch ist zwar perfekt gegart, doch der Teig überdeckt die feine Zartheit. Bärlauch, Kohlrabi und Shiitake begleiten das Gericht. Ein Château Nenin 1992 rundet es ab. Er hat eine brillante Farbe und entfaltet ein fruchtig-frisches, blumiges Bouquet.

Auf den Käsegang verzichten wir. Wir wissen ja, was in den nächsten Tagen auf uns zukommen soll.

Statt der Gariguette-Erdbeere wählen wir aus dem À-la-carte-Programm Tarte Tatin flambée mit Vanilleeis und Calvados. Ich bekenne: Normandie-Fan; deshalb die Tarte Tatin – flambiert, mit Calvados.

Ein Gläschen Calvados und ein Espresso runden den süßen Abschluss eines Menüs ab, das nach meiner Auffassung knapp unterhalb des zweiten Sternes steht. 7.6 von 10

Speisekarte https://speisekarten.wordpress.com/2026/04/27/schwarzer-adler-oberbergen/

Bevir – Lopesan Costa Meloneras 2026-04-01

„Alles Garten, alles Meer“

Die Lopesan-Gruppe erweitert ihr kulinarisches Angebot im Süden Gran Canarias – besonders im Lopesan Costa Meloneras Resort, Spa & Casino. An der Promenade liegt das Restaurant Kabuki, das japanisch-mediterrane Küche serviert. Neu hinzugekommen ist das Restaurante Bevir. Ursprünglich in Las Palmas mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, zog es 2025 nach Maspalomas und wird nun gemeinsam mit der Lopesan-Gruppe geführt.

Wir hatten über das Schwesterhotel Faro reserviert und betraten um 19 Uhr als erste Gäste das Restaurant. Es beeindruckt mit minimalistischer Ästhetik, während große Fenster den Blick auf einen Innenhof freigeben.

„Alles Garten, alles Meer“ lautet das Motto des Küchenchefs – Fleisch steht nicht auf der Karte. Stattdessen gibt es zwei Degustationsmenüs mit modernem Ansatz: „Fortunata“ (11 Gänge) und „Jacinta“ (14 Gänge). Wir wählten „Jacinta“. Die Gerichte basieren überwiegend auf lokalen Zutaten der Kanaren, die modern interpretiert werden. Die Küche zeigt Ehrgeiz und Kreativität, es sind aber auch Schwächen vorhanden.

Zwei Beispiele: Der erste Gang verdeutlicht das Problem.

Wolfsbarsch mit grünem Tomatenwasser – bis hierhin stimmig. Doch wo war der angekündigte Wasabi? Nicht zu schmecken.

Der nächste Gang hingegen ein Höhepunkt: Rote Bete mit Beurre blanc und Dillöl. Aromen und Texturen harmonieren perfekt. Die Erdigkeit der roten Bete bleibt präsent, ohne zu dominieren.

Auch der Gang mit Ei und Pilzen überzeugt: Das Eigelb leicht gestockt, das Eiweiß als luftige Wolke serviert. Die Waldpilzbrühe – pure Umami.

Ambitioniert, mit einigen  Gängen auf Sternniveau, insgesamt noch Unebenheiten – Potenzial aber groß.

Für wen eignet sich das Bevir? Für alle, die auf Gran Canaria kulinarisch Neues entdecken und solche Küchenstile schätzen. Urteil? Ein zweiter Besuch wäre nötig, um das Potenzial des Hauses abschließend zu bewerten. Vielleicht beim nächsten Besuch auf Gran Canaria. Dieser wird kommen.

Amuse Bouche

Artischocke

Wrackbarsch- Kräuter

Steinbutt – Senf – Wildkräuter

Honigeis mit Kaviar

2026/02 Land Gasthaus Kraft – Schauenburg Breitenbach

Bereits der erste Gang war ein Meisterwerk der Küche. Zwei Königsberger Klopse aus feinstem Hirschfleisch, kunstvoll zubereitet, verwöhnten Auge und Gaumen gleichermaßen. Die zarte Konsistenz der Klopse verschmolz mit der cremigen Rahmschwarzwurzel, die dem Gericht eine feine, erdige Note verlieh. Die Schwarzwurzel behielt einen leichten Biss, der das Geschmackserlebnis perfekt abrundete.

Eine samtige Velouté vollendete das Ensemble und verband die Aromen zu einem harmonischen Ganzen. Jeder Bissen zeugte von der Sorgfalt und dem Können des Küchenchefs. Dieses Gericht war mehr als eine Mahlzeit – eine kulinarische Reise mit geschmacklichen Höhen. Eine exzellente Neuinterpretation eines deutschen Klassikers, der traditionell aus Kalbfleisch besteht, hier jedoch in einer edlen Variation glänzte.

Auch der nächste Gang hielt das hohe Niveau. Ein geschmorter Rinderbraten aus der Schulter, zart und saftig, harmonierte mit cremigem Rahmwirsing. Ein fluffige Kartoffelknödel rundeten das Gericht ab. Dazu reichte man einen intensiven Jus, der mit seiner Umami-Tiefe jedem Bissen zusätzliche Raffinesse verlieh.

Den krönenden Abschluss bildete ein weißes Schokoladenmousse, begleitet von einer fruchtigen Pflaumensauce und einem dunklen Schokosorbet. Diese Kombination, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau der vorherigen Gänge, bot dennoch ein genussvolles Finale. Das Dessert war nicht nur eine Gaumenfreude, sondern auch ein optisches Vergnügen. Die cremige Textur des Mousse verband sich mit der Frische der Pflaume und der Bitterkeit des Sorbets. Hier zeigte sich erneut die Kreativität des Küchenchefs, der traditionelle Elemente mit außergewöhnlichen Zutaten verfeinerte.

Ein kräftiger Espresso und fünf handgemachte Pralinen rundeten den Abend ab. Diese kleinen Meisterwerke der Patisserie, jede ein Ausdruck von Handwerkskunst und Liebe zum Detail, erreichten erneut das hohe Niveau der vorangegangenen Gänge.

Der Abend verkörperte die Philosophie des Küchenchefs: Tradition achten und zugleich kreativ hinterfragen. Der Service war makellos. Ein Erlebnis, das geschmacklich und ästhetisch lange nachwirkte.

Lief alles perfekt? Gab es Kritikpunkte? Vielleicht einen – und daran trage ich eine Mitschuld. Beide Gemüse, Schwarzwurzel und Wirsing, waren mit Rahm zubereitet. Das hätte mir und auch Meik auffallen müssen.

Und nun fragen Sie sich sicher: Wo liegt dieser Gasthof, und wer führt ihn? Im Herzen von Breitenbach, einem Ortsteil der Gemeinde Schauenburg, etwa 20 Kilometer südwestlich von Kassel, steht der Landgasthof Kraft. Das historische Fachwerkhaus ist seit sieben Generationen in Familienbesitz. Seit 2019 führt Tim Kraft die Tradition fort und steht für Gastfreundschaft sowie hochwertige, saisonale und regionale Küche.

Seit Anfang 2020 leitet sein Bruder Meik Kraft die Küche. Er lernte bei Spitzenköchen wie Achim Hack und Michael Fell im Michelin-prämierten Egerner Hof in Rottach-Egern. Weitere Stationen führten ihn in renommierte Häuser wie die „Ente“ in Wiesbaden (ebenfalls Michelin-Stern) und das Frankfurter Restaurant „King Kamehameha“. Nach Erfahrungen im Elternhaus und dem Restaurant Voit in Kassel kehrte er zurück in den Familienbetrieb.

Die behutsame Modernisierung mit frischen, regionalen Produkten ist gelungen. Besonders Gerichte mit saisonalen Zutaten prägen die Karte. Klassiker wie Steaks und Schnitzel in verschiedenen Variationen bleiben erhalten, ebenso wie der knusprige Gänsebraten oder die Schlachteplatte aus eigener Schlachtung – je nach Jahreszeit.

Der Landgasthof Kraft verbindet gelebte Familientradition mit anspruchsvoller Kochkunst. Ein kulinarisches Erlebnis inmitten idyllischer Fachwerkromantik.

Die Weinkarte ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und bietet vor allem deutsche Weine. Darunter finden sich Juwel Weine von Juliane Eller aus Rheinhessen sowie Grauburgunder und ein Rotweincuvée vom Weingut Manz, exklusiv abgefüllt unter dem Namen 7Kraft. Apfelsaft und Apfelschaumwein stammen von der Kellerei Döhne, die direkt gegenüber dem Landgasthof liegt. Aus dem Zapfhahn fließen Pülleken und Grevensteiner von Veltins. Ergänzt wird das Angebot durch eine bemerkenswerte Gin-Sammlung aus ganz Europa.

Frieda Kassel: Frische Ideen in der Friedrich-Ebert-Straße 2026-01-29

Moderne Küche im ehemaligen Voit – gut, aber nicht barrierefrei

In der lebhaften Friedrich-Ebert-Straße im vorderen Westen Kassels lockt ein neues Restaurant Feinschmecker und Genießer: Frieda Kassel. Es tritt in die Fußstapfen des früheren Spitzenrestaurants Voit und verbindet Tradition mit frischem Elan.

Schon beim Betreten spürt man den Charme der Vergangenheit. Der Eingang erinnert an das Voit: großzügig, mit markantem Tresen;  funktional und zugleich Treffpunkt:

Ein besonderes Highlight ist die offene Küche. Sie gewährt Einblicke in die Arbeit der Köche und schafft Nähe. Hier wird nicht nur gekocht, sondern inszeniert: Gäste erleben, wie kreative Gerichte entstehen.

Doch Frieda bleibt nicht nostalgisch. Das Restaurant überrascht mit modernen Akzenten und frischen Ideen. Die Speisekarte kombiniert Tradition mit zeitgemäßen Interpretationen und setzt auf saisonale, regionale Zutaten.

Bei unserem Besuch waren wir zu acht, darunter ein Freund im Rollstuhl. Leider zeigte sich, dass das Restaurant nicht barrierefrei ist. Stufen im Eingangsbereich und im Inneren erschweren den Zugang, auch zu den Toiletten. Diese Einschränkungen sollte man bei einer Reservierung bedenken.

Trotzdem war der Empfang herzlich. Das Personal begrüßte uns freundlich und kümmerte sich aufmerksam um unsere Wünsche. Die Bestellungen wurden zügig per Netbook aufgenommen – ein moderner Touch, der die Wartezeit verkürzte.

Die übersichtliche Speisekarte bietet acht Vorspeisen und Salate, eine Auswahl an Pasta, fünf Hauptgerichte und vier Desserts. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten.

Als Vorspeise wählte ich das Auberginen-Tatar mit Fetakäse und Oliven-Espuma. Die Gewürze waren hervorragend abgestimmt, doch das Gericht wurde etwas zu kalt serviert, was den Genuss leicht trübte. Geschmacklich überzeugte es dennoch.

Mein Hauptgericht, ein Medium rare gebratenes Rumpsteak, traf genau meinen Wunsch: zart und saftig. Dazu gab es Smash Potatoes und geschorten Feldsalat. Während das Steak ein Genuss war, hätten die Kartoffeln etwas mehr Würze vertragen können.

Zum Abschluss wählte ich zwei Petit Fours – süße kleine Kunstwerke, die den Abend perfekt abrundeten.

Zum Getränkeangebot kann ich nichts sagen, da ich im Januar auf Alkohol verzichtete. Das minderte mein Erlebnis jedoch nicht. Ich freue mich schon darauf, bei meinem nächsten Besuch die Weinkarte zu erkunden.

Insgesamt bot der Abend kulinarischen Genuss, trotz kleinerer Schwächen. Die kreativen Gerichte und die durchdachte Speisekarte machen Frieda Kassel zu einem Ort, den ich gerne weiterempfehle.

Sylt – Söl’ring Hof- 09/2025-5

Der kulinarische Höhepunkt unseres Sylt-Aufenthalts im September 2025 war, wie schon in den Jahren zuvor, der „Söl’ring Hof“ in Rantum. Dieses herausragende 2-Sterne-Restaurant mit angeschlossenem Luxushotel liegt abgeschieden in den Dünen, umgeben von einer Landschaft, die mit endlosen Sandstränden auf beiden Seiten kaum zu übertreffen ist.

Jan-Philipp Berner, sein Küchenchef Jan Fehling  und sein Team verwandeln ihre Leidenschaft für beste Zutaten in wahre Meisterwerke. Die Speisekarten folgen dem Rhythmus der Natur und setzen auf saisonale und regionale Produkte. Mit jeder Jahreszeit erfindet sich die Küche des „Söl’ring Hofs“ neu und überrascht mit aufregenden Kreationen. Berner und Fehling legen großen Wert auf authentische Sylter Zutaten: Frisches Gemüse stammt aus den hauseigenen Gärten, würzige Kräuter von den Salzwiesen und heimische Fischer liefern fangfrische Meeresfrüchte. All das mündet in sechs-, sieben- oder achtgängigen Degustationsmenüs – ein Fest für die Sinne.

Nach einem herzlichen Empfang durch Restaurantleiterin Bärbel Ring wurden wir liebevoll ins Restaurant begleitet. Sie kennt ihre Gäste gut und erinnerte sich, dass wir vor zwei Jahren das Sofa nicht mochten. Kurz darauf brachte eine junge Dame den Aperitifwagen und stellte uns die köstlichen Optionen vor. Wir entschieden uns erneut für Champagner, diesmal in der Rosé-Variante. Auch Hausherr Jan-Philipp Berner ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich zu begrüßen und einen wundervollen Abend zu wünschen.

Nach kurzer Überlegung wählten wir das empfohlene 6-Gang Menü. Zuvor verwöhnten uns fünf Amuse-Bouches, und zum Abschluss des Menüs servierte man uns fünf kleine Petit Fours.

Amuse Bouche: Sylter Rose/Rosenöl/rote Bete/Melisse – Tatar/Pommes Soufle/Kieler Sprotte – Kapuziner/Makrele/Radieschen – Rosenfrucht/gelbe Bete/Buchweizen – Siebkrabbe/Heilbutt/Dill

Kartoffelbrot und Sauerrahmbutter

Blumenkohl/Saiblingsrogen/Schnittlauch/Malz

Kaisergranat/Kürbisgewächs/Verbene/Hühnerhaut

Fjordforelle/Kopfsalat/Tomate/Liebstöckel Kabeljau & Hummer/ Mais/Bohnenkraut

Taube, Brust und Keule/Junger Kohl/Kürbiskern/Brombeere

Pflaume/Sauerampfer/Walnuss/Lavendel

Petit four: Sylter Rose/Buttermilch – Rantumer Kranz/Buchecker – Sanddorn/Nougat – Kiefer/weiße Schokolade – Pfirsich/Minze

Fazit: Ein wunderbarer Abend, der seinen Preis hatte – doch jeder Cent war es wert. Die beeindruckende Küche von Berner und seinem talentierten Team durften wir schon in den vergangenen Jahren genießen, und ich freue mich, dass die Qualität stetig steigt. Vom Geschmack bis zur Präsentation: einfach großartig!

Sylt 09/2025-3 Strand und Müller

Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir zu einem entspannten Strandtag auf. Die Vorfreude ist groß! In der Nähe der neuen „Badezeit“ mieten wir zwei Strandkörbe – obwohl wir ehrlich gesagt keine großen Fans davon sind. Sie sind zu eng, mir persönlich zu schwer, und jedes Mal, wenn die Sonne wandert, muss man diese sperrigen Kästen verrücken, um im Licht zu bleiben.

Doch kein Grund zur Klage! Wir gönnen uns eine Abwechslung und spazieren am Strand entlang. Das Rauschen der Wellen und der salzige Duft heben sofort die Laune. Plötzlich sehe ich, wie unser Enkel Sky mutig in die Nordsee springt. Respekt – mir ist das Wasser viel zu kalt! Ich bleibe lieber am Ufer und genieße den Anblick der Wellen.

Gegen 16 Uhr kehren wir zum Hotel zurück. Ein wenig wehmütig, aber auch voller Vorfreude, denn am Abend steht das Abschiedsessen mit Hanna und Herbert an. Ein schöner Abschluss für unseren Tag am Strand!

Hanna und Herbert können kaum glauben, dass ihr zweiwöchiger Urlaub schon am Sonntag endet. Auch Leah und Sky müssen ihren Kurztrip leider beenden. Am vorletzten Urlaubstag auf Sylt gehört es für uns zur Tradition, bei Jörg Müller vorbeizuschauen und uns gebührend von der Insel zu verabschieden.

Der Abschied gelingt natürlich mit Lammbratwurst, herzhaften Maultaschen und einem guten Glas Wein – das darf nicht fehlen! Zuvor treffen wir uns in der Bar bei „MO“ für einen Aperitif. Die Damen genießen meist spritzigen Champagner, während die Herren lieber zum Haucocktail greifen. Nach dem Essen folgt der Absacker: Ein kleines Gläschen Zibärtle ist seit Jahren unser Favorit.

Diese kleinen Rituale machen unseren Urlaub besonders – das gute Essen, die geselligen Runden und die Vorfreude auf das nächste Mal.