Le Moissonnier Bistro – Köln

Pariser Flair in Köln

Besucht am 09. September 2026, Mittags

Ich unterbrach meine Heimreise mit der Bahn von Brüssel nach Baunatal, um in einer kulinarischen Institution ein gepflegtes Mittagsmenü zu genießen. Bereits 2013 hatte ich das Haus besucht und war begeistert.

Seitdem hat sich einiges geändert. Wo früher das renommierte Zwei-Sterne-Restaurant war, haben die Inhaber Vincent und Liliane Moissonnier mit Küchenchef Eric Menchon im September 2023 das Konzept grundlegend erneuert. Die neue Ausrichtung macht das Mittagessen zum Muss – präzise zubereitete Speisen, charmante Dekoration. Man sitzt im Bistro an eng stehenden Tischen in lebhafter Atmosphäre und kann leicht Kontakt zu seinen Nachbarn aufnehmen. Bei mir ergaben sich interessante Gespräche über die Gastronomie in Deutschland und darüber hinaus. Die beiden Herren kannten sich gut aus. Das Ambiente erinnert an ein authentisches Pariser Lokal: Hübsche Jugendstilelemente, eine gewisse Betriebsamkeit und der herzliche, unkomplizierte Service sorgen dafür, dass man sich schnell wohlfühlt. Hier geht es nicht um steife Förmlichkeit, sondern um gutes Essen, lebendige Gespräche und französisches Lebensgefühl. Auch der Michelin hat nachgezogen und wieder einen Stern verliehen.

Das Le Moissonnier Bistro konzentriert sich vor allem auf das Mittagsgeschäft. Diese klare Ausrichtung passt gut zum neuen Konzept: Das Bistro wirkt zugänglich, entspannt und trotzdem anspruchsvoll – mit der kulinarischen Erfahrung, für die das Haus seit Jahren bekannt ist.

Zum Auftakt gab es einen Champagne MG BB Spirit Grand Cru von Michel Genet, begleitet von zweierlei Brot und Butter. Der Champagner kam gut gekühlt, das Baguette war leider etwas trocken. Als Vorspeise wurden sechs Austern Fine de Claire Juizette N° 3 aus der Normandie serviert. Ihr frischer, angenehm salziger Geschmack überzeugte – genau so liebe ich Austern. Ich genoss sie pur, ohne Essig oder Zitrone.

Als Zwischengang empfahl Vincent Moissonnier das Filet vom wilden isländischen Kabeljau auf Kräutercremesauce. Der Fisch war auf der Haut perfekt gebraten: saftig, kross und auf den Punkt. Die samtige Kräutercremesauce, abgeschmeckt mit Majoran, harmonierte wunderbar. Der Kabeljau ruhte auf einem leuchtend grünen Spinatsockel, der Frische auf den Teller brachte. Dazu wurde ein Parmesan-Risotto gereicht, cremig und mit einer herzhaften Umami-Note.

Der Hauptgang: lackiertes, karamellisiertes Milchkalbsbries, verfeinert mit Kardamom. Es lag auf einer feinen Thunfischsauce, garniert mit frittierten Kapern. Außen kross, innen zart – das Bries war ein Meisterwerk. Dieses Gericht, eines der Signature-Dishes von Eric Menchon, hatte ich schon 2013 in ähnlicher Form genossen.

Zum Abschluss eine klassische Tarte mit Bergeron-Aprikose: schlicht, einfach, köstlich.

Die Weine ausgesucht von Vincent Miossioner passten perfekt zu den Gerichten: Picpoul de Pinet „Syndical, Le Juliénas „Bessay“ aus dem Beaujolais, Court Vit, ein leicht gekühlter Rotwein und ein Calvados gespendet von meinen netten Nachbarn

Fazit: Ein Besuch lohnt sich besonders für alle, die französische Küche in ungezwungener Umgebung genießen möchten. Man sitzt mitten im Geschehen, bekommt erstklassige Gerichte serviert und erlebt dabei ein Stück Paris mitten in Köln. Unter der Leitung von Vincent und Liliane Moissonnier und Eric Menchon als Küchenchef ist das Konzept auf das Tagesgeschäft ausgerichtet. Aber auch Wochenendabende, vor allem Freitagabends, finden statt. Hier sollte man sich online informieren.

Melone, Kabeljau, Lamm

Eine ca. 1 cm dicken Scheiben von der Wassermelone in Olivenöl von beiden Seiten sanft anbraten. Auf einem flachen Teller anrichten.  Eine Scheibe Picandou Ziegentaler halbieren, auf die Melone legen, mit Rohrzucker bestreuen und mit einem Bunsenbrenner karamellisieren. Halbierte Oliven und Tomatenviertel darauf verteilen. Mit Basilikum, Gierschblätter (aus dem eigenem Garten) garnieren. Mit Pfeffer und Limonen-Olivenöl verfeinern.

Spargel paniert

Spargel schälen, putzen, ca. 5 Minuten im 100° heißem Dampfgarer ca. 5 Min. garen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Bio- Eier verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Als Paniermehl nehme ich selbst hergestelltes  aus Dinkelbrot(brötchen). Spargelstangen in Mehl, Ei und Paniermehl wälzen. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und Stangenspargel von allen Seiten goldgelb braten. Dazu einen aus dem eigenen Garten gepflückten Salat und Blüten. 

Kabeljau gebraten auf einer Tomatensauce, dazu ein Gemüsetürmchen a la Ratatouille.

Lammrücken mit 53° Innentemperatur, Spagetti, Pfifferlinge, Thymiansauce

Spargel paniert

Spargel paniert
Spargel schälen, putzen, ca. 5 Minuten im 100° heißem Dampfgarer ca. 5 Min. garen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Bio- Eier verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Als Paniermehl nehme ich selbst hergestelltes  aus Dinkelbrot(brötchen). Spargelstangen in Mehl, Ei und Paniermehl wälzen.
Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und Stangenspargel von allen Seiten goldgelb braten.
Dazu einen aus dem eigenen Garten gepflückten Giersch Salat sowie Blüten vom Bärlauch.  Dazu ein Weißwein vom Kaiserstuhl.

Sonntagsmenü 26.09.2021

Weckewerk mit Salzkartoffel und Gurke. Die Portion wurde geteilt und als Amuse Bouche serviert
Panierter Kabeljau mit Schmorgurke und Bratkartoffel.
Rinderbacken in Rotweinsauce mit Selleriepüree , Bohnen und Pfifferlingen.
Melone mit Portwein

Sonntagsmenü 16.05.2021

Wildkräuter quer durch den Garten, verlorenes Ei
Spargel, Butterorangensauce, Kabeljau, Estragon, Piment d’Espelette
Wiener Schnitzel, Mangold, Schupfnudeln

Sonntagsmenü 09.08.2020

Salat (Kopfsalat, Eisberg, Eichblatt, Seegras) Salsiccia
Kabeljau, Fenchelcreme, Queller.
Wildschweinrücken gratiniert, Pfifferlinge, Karotte, Butterkartoffel
Obstsalat, Melone, Erbeeren, Minze

Sonntagsmenü 17.05.2020

Giersch, Radieschen, geröstete Brotwürfel , Parmesanspäne
Cappuccino von der Garnele
Garnelen, Rosmarin, Weisswein, Noilly Prat, Pastis.
Kabeljau gebbraten, Sauce von Stangensellerie, Spitzpaprika, Pasta di Semola
4 x Käse

Sonntagsmenü am 03.05.2020

AntiPasti, eingekauft bei Da Cocca, Kassel
Tomatenpizza nach Jan Hartwig***. Gesehen während der Corona Krise auf Instergram. Mit einigen Änderungen, so wurde kein Honigsenf genommen, sondern Löwenzahnsirup(honig). Auch Blüten und Kräuter sind eigene Kreation. Hat hervoragend geschmeckt, wurde in den letzten drei Wochen, zweimal wiederholt.
Wie ein klassisches Risotto hergestellt  wird, brauch ich hier nicht noch einmal wiederholen, es gibt  ja genügend Rezepte.
Die Materialien: Schalotte, Knoblauchzehe, Weißwein, warme!!! Gemüsebrühe, geriebener Parmesan, Olivenöl, Salz, Pfeffer und natürlich Risottoreis.
Nach ca. 20 Min sollte das Risotto fertig sein, der Reis noch einen leichten Biss haben. Statt Butter hebe ich nun zwei Löffel meines Wildkräuterpestos unter und lasse den Reis noch ca. 5 Min. ziehen.
Den Kabeljau waschen, trocken tupfen, salzen sowie pfeffern. Leicht in Mehl wälzen und in Butterschmalz anbraten. Im 100° vorgeheizten Ofen nachziehen lassen. 
Dessert: Schlicht und einfach Erdbeeren

Freitagsmenü

Es sind fast 20 verschiedene Gemüsesorten bzw. Gartenkräuter die hier auf dem Teller angerichtet wurden.
Ein wenig soll dieses Gericht an unsere Reise zu Sébastien und Michel Bras erinnern. Gargouillou [sprich: garguju]. nennen die beiden diesen Gang, den wir im Oktober 2015 serviert bekamen. Dutzende von Kräutern, Blüten und jungen Gemüsen wurden hierfür behutsam und präzise, Stück für Stück, auf dem Teller angerichtet.

Was wurde angerichtet: Bohnen, Zuckerschoten, Blätter vom Rosenkohl, hauchdünn gehobelter Fenchel, Tomate, Champignon, Löwenzahnblätter und – blüten, Bärlauch, Rauke, Knoblauchrauke, Minze, Vogelmiere, Schnittlauch mit Blüte, Giersch und und und.
Die jungen Kräuter und Blüten kamen aus dem eigenen Garten.
Dazu ein wenig gekochten Schinken aus Italien und Blauschimmelkäse. Dazu nur etwas Olivenöl.
Nordhessische Landgarnele (https://www.die-landgarnele.de/)
Die Garnelen im Rückgrat aufschneiden und den Darm entfernen. In einer sehr heißen Pfanne mit Olivenöl anbraten, nach dem wenden mit Noilly Prat und Pastis ablöschen. Pur servieren.
Kabeljau im Dampfgarer bei 60° für 25 Min. gegart. Gewürzt mit Salz und Pfeffer.  Dazu Brokkoli, ebenfalls im Dampfgarer gegart und in Butter fertiggestellt. Dazu eine Orangen Tomatensauce.
Blick von der Terrasse auf die blühende Felsenbirne.

Le Manoir de la Pommeraie – Vire – 2018

Etwa 2 km außerhalb der Stadt Vire in der Normandie steht dieses kleine Herrenhaus aus dem 18. Jh. Im Jahre 2016 wurde noch ein Wintergarten angebaut.

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Seit fast zehn Jahren hat Julien Guérard zusammen mit seiner Ehefrau Masako die Leitung des Restaurants „Le Manoir de la Pommeraie“ in Roullours in der Gemeinde Vire-Normandie übernommen. Ich habe seit 2008 die Entwicklung seiner Arbeit bei meinen Besuchen in Vire mitverfolgen können. Julien und Masako bieten eine frische Küche mit einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Restaurant ist im Michelin France mit einem BIB Gourmand sowie mit 12.5 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Dieser Restaurantführer hat nun noch nachgelegt. Als einziger normannischer Koch ist er Ende Oktober in die Riege  der « Jeunes talents » 2019 aufgenommen worden.

Kommt 2019 der verdiente Stern?

Wir konnten am Samstagmittag den 03.11.2018 seine exzellenten Gerichte genießen.

Hier das Mittagsmenü:

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Amuse Bouche: Der Einstieg recht rustikal . Landterrine mit Entenstopfleber.

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Jacobsmuscheln | Navette | Kartoffelpüree | Brunnenkresse

Die Muscheln auf den Punkt gegart, dazu die erdigen Rübchen und die Brunnenkresse mit ihrer leichten Schärfe. Ein sehr gelungener Gang.

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Kabeljau | Steinpilze | Kartoffel | Spinat.

Der Kabeljau mit einer hauchdünnen Speckscheibe bedeckt war perfekt gegart und kaum gewürzt. Der Speck brachte etwas Salzgeschmack und Rauch an den Fisch. Der Spinat kleingeschnitten und nur kurz gegart. Mit Steinpilz und Kartoffeln wurden die erdigen Komponenten angesprochen.

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Käse | Salat

Der Ziegenkäse mit Asche und in der Mitte mit etwas Waldbeeren abgeschmeckt. In der Normandie darf ein Salat zum Käse nie fehlen, hier ein Feldsalat.

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Dessert:

Die beiden Dessertteller wurden geteilt. Einmal Schokolade und einmal Obst. Masako Guérard, die aus Japan stammt und für die Nachspeisen zuständig ist, ist eine wahre Künstlerin auf ihrem Gebiet.

Zum Abschluss noch Espresso, dazu kleine Naschereien und ein Calvados Jahrgang 1969.