Willkommen im Herzen von Sent – Ein Ort für Genießer und Entdecker
Im malerischen Dorf Sent im Unterengadin wird das Hotel zum Erlebnisort für alle Sinne. Hier verschmelzen Tradition und Purismus zu einem Ambiente, das Entspannung und kulturelle Entdeckungen vereint.
Das Restaurant setzt auf hochwertige, regionale Küche. Die Gäste genießen die Aromen des Engadins in entspannter Atmosphäre. Statt ein „Gourmet-Tempel“ mit Sternen zu sein, bleibt man bewusst eine „Bergbeiz“. Frische und Qualität stehen im Mittelpunkt, traditionelle Rezepte der Region werden mit modernen Akzenten verfeinert.
Doch das Haus bietet mehr als kulinarische Freuden: Es inspiriert auch den Geist. In der kleinen Bibliothek stöbert man in Büchern oder vertieft sich in die Geschichte des Engadins. Ein kleines Museum ergänzt das Angebot.
In den stimmungsvollen Gewölbekellern hängen grafische Werke des großen Bergeller Künstlers Alberto Giacometti sowie Arbeiten von Ernst Scheidegger und Diego Giacometti.
Das Hotel strahlt Gemütlichkeit und Sorgfalt aus. Es ist nicht nur eine Unterkunft, sondern ein Ort voller Geschichten, Aromen und echter Herzlichkeit. Selbst die Speisekarte trägt künstlerische Handschrift: Sie ist mit Bildern des Malers Marius Borgeaud (*1861 †1924) gestaltet.
Nach der langen Autofahrt von fast 750 Kilometern und einem anregenden Gespräch mit dem Gemeindearchivar Beat Hofmann freuten wir uns auf leichte, regionale und saisonale Gerichte.
Das Abendessen fand in der Bibliothek statt – ein Paradies für Literaturfreunde mit über 1.000 Büchern.
Neben der regulären Karte lockte eine Tageskarte mit Pfifferlings Gerichten. Als Aperitif genossen wir den hausgemachten Wermut, der Erinnerungen an die Kultgetränke der 1970er-Jahre weckte.
Irmtraud wählte eine halbe Portion handgeschnittenes Tatar vom Engadiner Kalb, nach Piemonteser Art mit Olivenöl, einem Hauch Knoblauch und Zitrone.
Als Hauptgang entschied sie sich für Pappardelle mit Pfifferlingen von der Tageskarte.
Ich begann mit getoastetem Brot, Olivenöl und Pfifferlingen und wählte als Hauptgericht
Engadiner Kalbspaillard mit Safran-Risotto und Saisongemüse. Das Paillard war perfekt gebraten, das cremige Risotto ein Genuss, und das Gemüse hatte genau den richtigen Biss.
Zum Abschluss teilten wir eine kleine Käseauswahl von lokalen Produzenten sowie eine
Nusstorte, die mit Walnüssen, Pistazien, Pinienkernen, einem Hauch Orangenabrieb und getrockneten Aprikosen überraschte.
Fazit: Das Essen, der Merlot Sinfonia Barrique aus dem Tessin und die Mirabelle Nr. 5 waren ein Hochgenuss.
Es gibt kaum etwas Schöneres, als die eigenen Hobbys miteinander zu verbinden. Für mich ist das Reisen eine perfekte Gelegenheit, um meine Liebe zur Gastronomie und diesmal meine Leidenschaft für die Genealogie, also die Ahnenforschung, miteinander zu vereinen. In diesem Sinne begab ich mich auf eine Reise nach Sent, ein idyllisches Dorf im Schweizer Kanton Graubünden.
Sent, mit weniger als 900 Einwohnern, bietet eine persönliche und entspannte Atmosphäre. Das Dorf liegt erhaben auf einer Sonnenterrasse über dem Inn auf 1440 m ü. M. und besticht durch seine typisch Engadiner Architektur. Die charakteristischen Giebel und die markante Dorfkirche mit ihrem speziellen Turm verleihen dem Ort einen besonderen Charme.
Während ich die kulinarischen Spezialitäten der Region erkundete, wurde mir bewusst, dass jede Mahlzeit hier eine eigene Geschichte erzählt. Die Zutaten stammen oft frisch vom Markt, und die Zubereitung ist tief in den lokalen Traditionen verwurzelt. Ich hatte das Vergnügen, die rustikalen Aromen des Engadins zu probieren, die mir nicht nur den Gaumen, sondern auch die Seele schenkten.
Doch meine Neugier erstreckte sich über die Geschmäcker hinaus; sie führte mich zu den Wurzeln meiner eigenen Familie. Die Genealogie ermöglicht es mir, die Geschichten meiner Vorfahren zu erkunden und deren Verbindungen zur heutigen Zeit zu verstehen. In Sent fand ich Spuren von Einwanderern, den sogenannten Randulins, die einst aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verließen, aber der Verbundenheit zu ihrem Dorf treu geblieben sind.
Die Dorfchronik und die einzigartige Architektur zeugen von der Geschichte dieser Auswanderer. Besonders auffällig sind die mit Kratzputz, auch Sgraffito genannt, verzierten Häuser und der spezielle Senter Giebel, der nur selten in der Umgebung zu finden ist. Alte und neue Bauwerke wechseln sich ab, was einem die Möglichkeit gibt, die Entwicklung des Dorfes über die Jahre hinweg nachzuvollziehen.
Einige der bekanntesten Senter haben es zu Weltruhm gebracht. Doch sind sie immer wieder in ihr Heimatdorf zurückgekehrt. Künstler wie Not Vital und Schriftsteller wie Nicolas Bardola trugen zur kulturellen Prägung bei und schufen Werke, die teilweise in Sent angesiedelt sind. Auch sie sind Teil der Geschichte, die mir während meines Aufenthalts begegnete.
Eine weitere Besonderheit in Sent ist die Autofreiheit der meisten Straßen. Das machte unseren Anreiseprozess zu einem kleinen Abenteuer. Unser Gepäck wurde vor dem Hotel Aldier ausgeladen, bevor wir unser Auto etwa 500 Meter entfernt parkten und unsere Erkundungstour zu Fuß fortsetzten. Diese fußläufige Erreichbarkeit verstärkte das Gefühl der Entschleunigung und des Eintauchens in die beschauliche Welt von Sent.
Ein wenig Pech hatten wir in diesem Ort. Es regnete fast ununterbrochen, und wir wussten nicht, dass der 1. August der Nationalfeiertag der Schweiz ist. An diesem Tag erinnert man an den „Rütlischwur“ von 1291, als die drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden den „Bundesbrief“ unterzeichneten. Deshalb blieben alle Läden geschlossen.
Zusammengefasst war meine Reise nach Sent nicht nur eine kulinarische Entdeckungstour, sondern auch eine Reise in die Vergangenheit meiner Vorfahren. Es ist faszinierend, wie eng Geschichte, Kultur und Gastronomie miteinander verbunden sein können. Jede Geschichte, die ich hörte, trug dazu bei, mein Verständnis für diesen besonderen Ort zu vertiefen. Sent wird mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben!
Am Stadtrand von Vire Normandie glänzt ein kulinarisches Juwel: „L’Atelier du goût“, geführt von den talentierten Köchen Clément Gosselet und Jordan Lebascle. Das Restaurant hat sich rasch einen Namen gemacht und strebt nach Höherem. Schon jetzt genießen die beiden positive Kritiken im Michelin-Guide und im Gault Millau. Letzterer hat ihnen eine Haube verliehen – ein Beweis für ihre Qualität und Innovationskraft. Diese Auszeichnung spiegelt ihr Engagement für exzellente Kochkunst und ihren Willen zur ständigen Weiterentwicklung wider.
Die Chefköche verbinden gekonnt die Tradition der französischen Küche mit modernen Einflüssen und schaffen so einen unverwechselbaren Stil. Ihre moderne und saisonale Regionalküche schöpft aus dem reichen Angebot der Normandie und ihrer lokalen Erzeuger. Die Gerichte überzeugen nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch – ein Markenzeichen, das sie in der Gastronomie von Vire heraushebt.
L’Atelier du goût unter der Leitung von Gosselet und Lebascle ist auf dem besten Weg, die kulinarische Landschaft der Normandie nachhaltig zu prägen. Die bisherigen Auszeichnungen und hervorragenden Kritiken belegen das Talent und die Ambitionen des Hauses. Es bleibt spannend, ob bald ein Michelin-Stern und weitere Ehrungen folgen.
Der Gastraum
Amuse Bouche
Marmorierte Foie Gras mit Rotwein, Veilchen-, Birnen- und Pekannuss-Senf
Langustinen in Texturspielen, Frische Kräuter, spritziger Granny Smith und Bergamotte
Edler Fisch aus heimischer Fischerei (Adlerfisch) Mit den Aromen einer Carbonara, Morcheln und zarten Kartoffeln mit Wakame
Ente auf zwei Arten – Niedrigtemperaturbrust, Ketchup aus schwarzen Johannisbeeren – kandierte Keule in Zibet, Kakao und grünem Spargel.
Dabei hat uns die Keule besonders gut gefallen
knusprige Timbale, alles aus Schokolade, Gianduja-Praliné bzw.
Erdbeeren in allen Formen, Knuspriges Shortbread und Basilikum
Nach über 35 Jahren der kulinarischen Prägung im Herzen von Vire hat Michael Wahl mit seinem Restaurant „Vrai Normand“ nicht nur die Geschmäcker der Region, sondern auch die Herzen der Gäste erobert. Seit Februar 2015 trägt das Haus stolz den Titel „Maître Restaurateur“, ein Zeichen für hohe Gastronomie und echte Leidenschaft. Hier setzt man konsequent auf regionale und saisonale Küche – ein Konzept, das wir immer wieder gerne aufs Neue erleben.
Die Atmosphäre im Restaurant ist durchweg einladend. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Valerie Wahl, der charmanten Gastgeberin, und ihrem aufmerksamen Team wie alte Freunde empfangen. Man erkennt sich sofort wieder und diese persönliche Note macht das Restaurant zu einem ganz besonderen Ort. Das ist es, was uns immer wieder zurückkommen lässt!
Neben einer umfangreichen à la carte-Auswahl bietet das Vrai Normand zwei Menüs für 34,50 € bzw. 45 € an, sowie ein Kindermenü für 14,50 €. Unsere Wahl fiel auf einige regionale Klassiker: Andouille de Vire, den Käse der Normandie und die berühmte Apfeltarte. Diese Gerichte zelebrieren die kulinarische Vielfalt der Region.
Allerdings muss ich gestehen, dass der Abend diesmal nicht ganz das gewohnte Niveau erreichte.
Wir starteten mit Schnecken nach Burgunder Art, gratiniert mit einer köstlichen Kräuterbutter. Diese Vorspeise war wirklich gelungen – aromatisch und perfekt, um mit etwas frischem Baguette getunkt zu werden. Ein gelungener Auftakt, könnte man sagen!
Als Hauptgericht wählten wir die Spezialität der Stadt: die Andouille de Vire. Ich entschied mich für die warme Wurst mit Porree, während Irmtraud die Version mit Ananas-Chutney und Cidre-Sauce probierte. Beide Gerichte waren solide, doch der gewisse „Wow-Faktor“ fehlte dieses Mal. Das Anrichten war leider nicht ganz überzeugend – und das habe ich bei früheren Besuchen ganz anders erlebt.
Auch das Apfelsorbet mit Calvados, (Trou Normand) konnte uns nicht ganz überzeugen. Es hatte einige Eiskristalle, und die Cremigkeit, die wir so schätzten, fehlte dieses Mal.
Der Käse aus der Normandie war jedoch wie gewohnt ein Genuss, und die Apfeltarte mit Caramelleis bildete den Abschluss unseres Essens.
Zum Ausklang gönnten wir uns noch einen Café Noire, mit drei kleinen Süßigkeiten sowie einen Schluck Calvados.
Fazit: Trotz kleiner Mängel bleibt das Vrai Normand für uns ein kulinarisches Juwel. Vielleicht war es nur ein Ausrutscher. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um zu sehen, ob das Restaurant an einem anderen Abend sein volles Potenzial entfaltet. Schließlich gehört es zu unseren Traditionen, neue Geschmäcker zu entdecken und alte Bekanntschaften zu pflegen – und genau das macht den Charme dieses Ortes aus!
3 Boulevard de l’Avancée, 50170 Le Mont-Saint-Michel, Frankreich
Einmal Mère Poulard – und nie wieder
Endlich war es so weit: Der Moment, auf den wir so lange gewartet hatten. Vor dem legendären Restaurant Mère Poulard standen wir, voller Vorfreude – vor allem auf das berühmte Omelett. Der Eingang mit dem offenen Kamin, in dem das Omelett zubereitet wird, versprach eine besondere Atmosphäre. Über die Preise? Kein Kommentar. Wer will, kann sich online informieren.
Unser Tisch am Fenster mit Blick auf die Rue war um 19 Uhr bereit. Die neugierigen Blicke der Passanten ließen wir gelassen an uns abprallen. Traditionell starteten wir mit einem Glas Champagner – diesmal ein gut gekühlter Taittinger Brut Réserve für 17 Euro. Bis hierhin lief alles glatt.
Dann kam die Weinkarte. Schweigen wir lieber. Manchmal ist es klüger, nichts zu sagen, als über etwas zu sprechen, das man nicht genießen konnte. Zum Omelett bestellte ich ein Glas Chablis für 14 Euro, das zusammen mit dem Champagner serviert wurde. Als ich mich beschwerte, dass der Wein immer wärmer wurde und kaum noch trinkbar war, blieb der Service stumm.
Das Omelett selbst? Ja, ich habe es probiert. Ich wählte „La Paysanne“ mit Speck, Kartoffeln und Salz. Das Hummer-Omelett war – am frühen Abend! – bereits ausverkauft. Obwohl ich froh bin, diesen Klassiker endlich gekostet zu haben, muss ich sagen: Es war nichts Besonderes. Fluffig, ja, und handwerklich gut gemacht, aber der Hype hatte meine Erwartungen zu hochgeschraubt. Irmtraud und ich teilten uns das Omelett, das ich selbst aufteilen musste, da der Oberkellner sich nicht zuständig fühlte. Ein wenig enttäuschend.
Zusätzlich bestellten wir das berühmte Kotelett vom Salzwiesenlamm und die Seezunge als Tagesgericht. Kurz gesagt: Beide Gerichte waren eine Katastrophe. Das Lamm war zäh und ungenießbar, also schickte ich es zurück – ohne jegliche Reaktion des Personals. Es tauchte zwar nicht auf der Rechnung auf, aber das war nur ein schwacher Trost.
Die Seezunge, mehliert und in Streifen geschnitten, kam mit grünem Spargel – unspektakulär und mittelmäßig.
Der Tiefpunkt? Ein Steak, das uns serviert wurde, obwohl wir es nicht bestellt hatten. Es war ungenießbar: optisch Medium rare, aber voller Sehnen und Muskeln, sodass es sich nicht schneiden ließ.
Das Dessert hingegen rettete den Abend ein wenig: Das flambierte süße Omelett nach Suzette-Art war ein Genuss.
Der Service bemühte sich, doch der Zauber eines echten kulinarischen Erlebnisses fehlte völlig. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, aber trotz der Enttäuschungen bleibt der Abend unvergesslich – wenn auch aus den falschen Gründen. Insgesamt war es eine Erfahrung, die man abhaken kann. Einmal und nie wieder, wie man so schön sagt.
Beim nächsten Mal vielleicht woanders auf dem Mont – ich denke schon an „Le Logis Sainte Catherine by Mauviel“, dass DER FEINSCHMECKER gerade als „Neueröffnung des Monats“ mit 3 von 5 Punkten ausgezeichnet hat.
2007 besuchten wir bereits die Auberge du Val au Cesne und fühlten uns dort rundum wohl. Die Nachricht vom Eigentümerwechsel 2024 beunruhigte uns nicht – die schönen Erinnerungen blieben lebendig.
Die Anreise zur idyllischen Auberge war ein Vergnügen. Sanfte Hügel und üppiges Grün boten eine willkommene Auszeit vom Alltag. Bei unserer Ankunft empfing uns der Hausherr herzlich und führte uns zu unserem Zimmer, nur 100 Meter entfernt.
Zimmer Nr. 5 im Dachgeschoss hatte seinen eigenen Charme. Die Stofftapete mit Jagdmotiven verlieh dem Raum eine rustikale Note. Die Dusche war zwar eng, doch das separate WC machte das wett. Wir fühlten uns sofort wohl und entspannten nach der langen Fahrt.
Kulinarische Erlebnisse im Restaurant
Um 19:00 Uhr betraten wir das Restaurant im charmanten normannischen Fachwerkstil. Es strahlte einladende Gemütlichkeit aus. Wir wählten das Menü für 50 € und freuten uns auf die kulinarischen Genüsse.
Ein Glas prickelnder Champagner sorgte für gute Laune. Zwei köstliche Amuse-Bouche verkürzten die Wartezeit auf das Hauptgericht.
Irmtraud genoss als ersten Gang zarten Thunfisch-Tataki in knuspriger Mehrkornkruste mit leichter Gemüsesauce – frisch und leicht!
Ich wählte die Gänseleberpastete des Chefs, ergänzt mit Himbeerkonfit und geröstetem Toast. Ein wahrer Genuss!
Irmtraud freute sich auf ein Steinbutt Filet mit Thymian-Zitronensauce. Der Fisch war fantastisch, schmolz auf der Zunge – doch warum verdeckte die Sauce den Fisch? Schade, denn er hätte mehr Aufmerksamkeit verdient!
Für mich gab es ein Lammkarree mit Kräuterkruste und reduziertem Lammjus. Das Fleisch war medium rare, doch der Teller sehr überladen.
Natürlich durfte der Käsegang in der Normandie nicht fehlen!
Nach den Hauptgerichten folgten zwei interessante Desserts:
Irmtraud genoss eine neu interpretierte Zitronentarte mit Baiser – erfrischend und lecker!
Ich wählte Profiteroles mit Pistaziencreme und heißer Schokolade – ein süßer Traum!
Zum Dinner wählten wir einen Chablis und zum Lamm einen Côtes du Rhône. Zum süßen Abschluss gab es Kaffee und Calvados.
Fazit: Zufrieden und glücklich lehnten wir uns zurück und genossen die wunderbare Atmosphäre. Prost auf eine interessante normannische Küche, ich gebe 6.25 von 10 Punkten, und die schönen Momente, die wir hier erlebten!
An einem Dienstagmorgen brechen wir auf – ein Tag, der frischen Wind in unsere Pläne bringt. Vor uns liegen 2200 Kilometer, sechs Tage und fünf Restaurants, die bereits besucht wurden oder noch entdeckt werden wollen. Die Vorfreude ist spürbar, als wir uns auf den Weg machen.
Unsere Route führt uns über die A44 in Richtung Dortmund. Der Verkehr fließt ruhig, während wir die ersten Kilometer hinter uns lassen. In Gedanken stelle ich bereits die nächsten Stationen zusammen und freue mich auf die kulinarischen Höhepunkte unserer Reise.
In Dortmund wechseln wir auf die A1, die uns weiter nach Köln bringt. Aachen rückt näher, und bald erreichen wir die Autobahnraststätte. Hier gönnen wir uns eine kleine Auszeit: einen köstlichen Cappuccino, der uns neue Energie verleiht.
Gestärkt setzen wir unsere Reise fort und fahren entspannt über die belgische Autobahn. Die Landschaft zieht ruhig und malerisch an uns vorbei, während ich den Tempomat auf 125 km/h stelle. Es ist fast meditativ, wie sich die Straße vor uns entfaltet.
Nur rund um Lüttich muss ich aufmerksamer fahren. Hier wird der Verkehr dichter, und ich muss gelegentlich bremsen oder beschleunigen. Nach etwa einer Stunde und 50 Minuten erreichen wir schließlich die französische Grenze. Hinter uns liegen bereits zahlreiche Eindrücke, und die Vorfreude auf die kommenden Tage, die gastronomischen Erlebnisse und die neuen Entdeckungen ist groß.
Die Autofahrt geht weiter durch das wunderschöne Frankreich, wo die Autobahn nicht nur als Transportweg dient, sondern auch eine Einladung zum Entschleunigen ist. Bei einer Geschwindigkeit von 135 km/h können wir die Landschaft genießen und machen unsere nächste Ruhepause an der Raststätte „Aire d’Assevillers“. Hier bietet sich die Gelegenheit, die Beine zu vertreten, den ersten Café au Lait zu trinken und ein Croissant zu genießen.
Frisch gestärkt setzen wir unsere Fahrt über die A29 in Richtung Honfleur fort. Anders als sonst, werden wir diesen charmanten Ort diesmal nicht zur Übernachtung ansteuern. Bei der Ausfahrt Yvetot verlassen wir die Autobahn und fahren auf die Departements Straßen, die uns tiefer ins Herz der Normandie führen.
Tag: Auberge du Val au Cesne, 76190 Croix-Mare: Unser Ziel ist eine kleine, abgelegene Auberge, die sich in einem stillen Tal versteckt. Die Anfahrt ist gesäumt von sanften Hügeln und üppigem Grün. Die Auberge du Val au Cesne erwartet uns mit einem herzlichen Willkommen. Hier werden wir nicht nur übernachten, sondern auch köstlich speisen. Obwohl mittlerweile knapp 680 Kilometer hinter uns liegen, war es bisher eine entspannte Fahrt durch Belgien und Frankreich. Sie zeigt uns, wie schön es ist, die Geschwindigkeit zu drosseln. Ich hätte also nichts gegen ein Tempo von 130 km/h auch auf deutschen Autobahnen. Nach einer ruhigen Nacht und einem köstlichen französischen Frühstück ging unsere Reise weiter. Im Navigationssystem deaktivierten wir die Autobahn-Funktion und entschieden uns für die malerischen Departement-Straßen in Richtung Pont de Tancarville. Die mautpflichtige Brücke kostete 2,80 €, was wir gerne in Kauf nahmen für die wunderschöne Aussicht, die uns erwartete. Unsere Route führte uns weiter nach Lisieux, Thury-Harcourt und Condé-sur-Noireau, bis wir schließlich in Vire ankamen. Bevor es in Richtung Le Mont Saint Michel weiterging, machten wir einen Stopp im Café Central am Kreisel 6. Juni. Dort wurden wir bereits von ersten Hinweisen auf den 10. Juli überrascht, an dem Vire Etappenziel der Tour de France sein würde – das verspricht Spannung!
2. Tag: Le Mont Saint Michel
Die Fahrt nach Le Mont Saint Michel gestaltete sich dann allerdings als etwas knifflig. Die Parkplatzeinfahrt P3, reserviert für Übernachtungsgäste, war durch überwucherte Schilder schwer zu finden. Aber auch dieses kleine Abenteuer meisterten wir. Wir packten das Nötigste für die Nacht in kleinere Taschen um und nahmen den kostenlosen Bus zum Mont. Ursprünglich hatten wir geplant, die Strecke mit einer Pferdekutsche zurückzulegen, doch leider fiel diese Möglichkeit weg.
Als wir ankamen, führte uns unser Weg zur Rezeption des Hotels Madame Poulard. Nach dem Einchecken ging es die 200 Stufen hinauf bis zu unserem Zimmer – zum Glück war es nicht allzu warm an diesem Tag! Das Zimmer bot uns einen fantastischen Blick auf die Wattseite, was die Mühen der Anreise sofort belohnte. Um 18:30 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg, die 200 Stufen hinunter, um im berühmten Restaurant Madame Poulard zu speisen. Leider entsprach das Essen nicht ganz meinen Vorstellungen eines guten französischen Menüs – schade!
Nach dem Abendessen ging es wieder die 200 Stufen hinauf, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen wiederholte sich das Spiel: die 200 Stufen hinunter und mit dem Bus zurück zum Auto. Das Navigationssystem wurde nun umgestellt, um so schnell wie möglich nach Vire zu gelangen. Auf der Autobahn A84 erreichten wir rechtzeitig den offiziellen Empfang der Delegation.
3. und 4. Tag: Vire Normandie
In Vire verbrachten wir zwei Tage. Wir übernachteten im Hotel Saint Pierre und genossen am Donnerstag ein nettes Abendessen im Restaurant Vrai Normand. Der Freitagmorgen stand ganz im Zeichen des Marktes, wo wir leckeren Käse der Normandie, Calvados und Cidre kauften. Danach wartete der offizielle Empfang im Rathaus auf uns, gefolgt von einem Mittagessen im Restaurant L’atelier du goût. Am Abend wurden wir dann vom Partnerschaftskomitee in den Salle du Vaudeville eingeladen.
5. Tag: Caudebec-en-Caux bei David
Der Samstagmorgen begann für uns mit einem Frühstück im Café Central, gefolgt von einem kleinen Einkaufsbummel für normannische Süßigkeiten. Unsere Fahrt führte uns dann weiter in Richtung Westen, zum Manoir de Revital bei David Goerne, einem besonderen Ort mit einem interessanten Restaurant. Gegen Mittag kamen wir an und wurden im sogenannten Dschungelhaus untergebracht. Auf der Terrasse mit Blick auf die Seine entspannten wir uns und genossen von 12:45 Uhr bis knapp 17:00 Uhr, ein mehr-gängiges französisches Menü einschließlich einiger leckerer Weine. David hatte noch eine Überraschung für uns: Kalbsbries, das er uns am Abend servieren wollte. Obwohl wir schon satt waren, konnten wir dieser Delikatesse nicht widerstehen.
Um 20:00 Uhr setzten wir uns wieder auf die Terrasse und ließen uns ein 3-Gänge-Menü servieren – einfach köstlich! Am Ende des Tages waren wir satt und zufrieden und zogen uns in unser Haus zurück.
Am nächsten Morgen genossen wir ein ausgiebiges Frühstück, bevor wir uns gegen 10:00 Uhr auf den Rückweg machten. Nach knapp siebeneinhalb Stunden Fahrt waren wir wieder zuhause. Es waren spannende und erfüllte Tage, die ich auf jeden Fall wiederholen möchte!
In den 1990er-Jahren verbrachten wir viele schöne Stunden im Hotel Hohenhaus. Dort fühlten wir uns wohl und genossen die kulinarischen Kreationen von Achim Schwekendiek. Das Hotel trug damals einen Michelin-Stern – für uns ein Zeichen von Qualität und Exzellenz. Doch 2004, als Ingo Bockler die Küchenleitung übernahm, änderte sich alles. Obwohl auch er den Stern erkocht, fanden wir keinen Zugang zu seiner Küche. Interessanterweise waren wir Gäste in Hohenhaus, als die Küchenleitung übergeben wurde. Mit am Tisch saß Fritz Keller, der bekannte Wirt und Winzer aus Oberbergen. Wir führten spannende Gespräche über die Speisefolge, die Weine und unser gemeinsames Hobby, den Fußball.
Nach einigen Jahren Pause kehrten wir 2008 zum Weihnachtsmarkt zurück und gingen mit der Familie – Tochter, Schwiegersohn und Enkeln – essen. Doch auch diesmal überzeugte uns das Essen nicht. Es war frustrierend, denn wir verbanden so viele schöne Erinnerungen mit dem Hotel.
Nun, fast 17 Jahre später, wagten wir einen neuen Besuch im Hohenhaus. Peter Niemann hat inzwischen die Verantwortung übernommen, doch die Küchenchefs scheinen dort häufig zu wechseln. Es ist schwer herauszufinden, wer aktuell am Herd steht, was die Erwartung konstanter Qualität erschwert – besonders in der abgelegenen Lage des Restaurants.
Im Herbst soll das Schloss endlich ausgebaut werden, und das Gourmetrestaurant „La Vallée Verte“ zieht dorthin um. Vielleicht bringt das frischen Wind und neue kulinarische Erlebnisse. Das Hotel und die Restaurants liegen nur wenige Meter südöstlich des Schlosses, in den ehemaligen Pferdeställen aus den 1890er-Jahren. Diese wurden 1982 mit viel Charme umgebaut und ist seit 1990 Mitglied der internationalen Hotelkooperation Relais & Châteaux. Wir wählten ein Zimmer mit schönem Blick auf das Rotbuchental, was uns sehr gefiel.
Die Zimmer waren klassisch eingerichtet und boten zeitgemäßen Wohn- und Schlafkomfort. Die Badezimmer mit Badewanne und Dusche entsprachen modernem Standard, doch ein Bidet hätten wir als angenehme Ergänzung geschätzt.
Am Samstagnachmittag nutzten wir das Schwimmbad. Das Becken misst 12 mal 6 Meter, ist 1,30 Meter tief und verfügt über eine Gegenstromanlage. Die Wassertemperatur soll 28 Grad betragen, doch ich schätze, es waren höchstens 23 bis 24 Grad. Trotzdem zog ich meine Bahnen und genoss anschließend den herrlichen Blick auf die Rotbuchen und den Park.
Am Freitagabend aßen wir im Gourmetrestaurant, am Samstag mit einer größeren Gruppe im Hohenhaus Grill. Ich werde berichten.
Das À-la-carte-Restaurant setzt auf eine Kombination aus hochwertiger Küche und erstklassigem Service. Die Entscheidung, das Restaurant in eigener Regie zu führen, zeigt das Bestreben, den Gästen ein unverwechselbares kulinarisches Erlebnis zu bieten. Der Fokus liegt auf frischen, regionalen Zutaten, die kreativ und geschmackvoll zu interessanten Gerichten verarbeitet werden. Die Speisekarte bietet eine ausgewogene Auswahl an Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts, die sowohl traditionellen kanarischen als auch moderne Einflüsse widerspiegeln.
Bei einem Besuch des Restaurants kann man die Aussicht auf das Meer genießen, was das Mittagessen zu einem besonderen Erlebnis macht. Die Atmosphäre ist angenehm und einladend, mit einer geschmackvollen Einrichtung, die das maritime Ambiente unterstreicht. Das Lichtspiel des Sonnenlichts auf dem Wasser verleiht der Terrasse eine besondere Note.
Das Personal ist durchweg aufmerksam und hilfsbereit, was den Besuch zusätzlich bereichert. Die Mitarbeiter sind bestens geschult und verfügen über umfangreiche Kenntnisse der Speisen und Weine, sodass sie den Gästen bei der Auswahl der Gerichte und der passenden Begleitgetränke kompetent zur Seite stehen können. Diese Kombination aus exzellentem Essen und erstklassigem Service sorgt dafür, dass jeder Besuch im Restaurant zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.
Obwohl das Restaurant derzeit nur mittags geöffnet ist, lädt die angrenzende Bar bis 19:00 Uhr dazu ein, den Nachmittag bei einem Drink ausklingen zu lassen. Hier können die Gäste eine Auswahl an erfrischenden Cocktails, erlesenen Weinen und anderen Getränken genießen, während sie die entspannte Atmosphäre und den Blick auf das Meer weiter genießen. Diese gelungene Symbiose aus Gastronomie und Gastfreundschaft macht das À-la-carte-Restaurant zu einem neuen Highlight in der Region.
Seit 1981 ist das Hotel Faro auf Gran Canaria unser bevorzugtes Urlaubsziel – so auch über Ostern im April 2025. Doch bei der Buchung hatten wir die Feiertage nicht bedacht: Das Hotel war ausgebucht, die Strände überfüllt. Erst nach Ostermontag kehrte Ruhe ein. Zudem war der Strand direkt vor dem Hotel weggespült. Trotzdem verbrachten wir wieder ein paar großartige Tage.
Diesmal flogen wir ab Hannover. Der frühe Abflug um 6:30 Uhr machte eine Übernachtung im nahegelegenen Hilton Hotel nötig. Dank des Vorabend-Check-ins mussten wir am Morgen nur noch durch die Sicherheitskontrolle. Um 10:30 Uhr landeten wir auf Gran Canaria, und um 12:00 Uhr waren wir im Hotel.
Wie immer empfing uns das Personal herzlich und erledigte die Formalitäten zügig. Zur Begrüßung gab es ein Glas Cava. Das Team arbeitete mit sichtbarer Freude und erfüllte Sonderwünsche beim Frühstück und Abendessen prompt. Diesmal hatten wir Halbpension gebucht.
Die Terrasse des Ocean Buffet gehört zweifellos zu den schönsten Bereichen des Hotels. Hier genießt man das Frühstück in der sanften Morgensonne, begleitet vom leisen Rauschen der Wellen. Alternativ bieten die Innenräume mit ihren großen Fenstern einen beeindruckenden Meerblick. Auch das Abendessen nahmen wir meist auf der Terrasse ein – nur an zwei Abenden wichen wir wegen der Kühle nach drinnen aus.
Auf unsere sonst üblichen Abendessen außerhalb des Hotels verzichteten wir diesmal, abgesehen von den Besuchen im Strandrestaurant Casa Antonio. Doch diesmal überzeugte es uns nicht besonders – dazu mehr im separaten Bericht.