Mittagessen in der Familie
Garnelen in einer sehr würzigen Tomatensauce.
Perlhuhnbrust mit Bohnen in einer Sauce a la Normandie.
Käse der Normandie
Apfeltarte
Dazu ein Rotwein von „Cotes du Rhone“

Genuss, Reisen und mehr
Zweiter Tag.
Der zweite Tag unseres Normandie Aufenthaltes begann mit einem ausgiebigen Frühstück. Besonders zu erwähnen, besonders gut Baguette, Croissants und die selbst hergestellten Marmeladen. Ich stelle mir schon seit langem die Frage, warum können die deutschen Bäcker Baguette und Croissant in dieser Qualität nicht liefern.
Dann ging die Fahrt kreuz und quer über die Departementstraßen des Pays d’Auge und der Route de Cidre. Erste Anlaufstation war das Örtchen Ouilly du Houley.
Hier steht am Straßenrand das Restaurant La Paquine. Dies war eine Empfehlung im Tagebuch des Sterne Koch Vinzenz Klink. Leider war es viel zu früh um hier unser Mittagessen einzunehmen, für mich allerdings eine neue Adresse, die ich bei einem der nächsten Aufenthalte (noch 2015) in der Normandie aufsuchen werde. Die Fahrt ging dann weiter in Richtung Beuvron en Auge.
Diese Gemeinde hat gerade einmal 240 Einwohnern, gehört aber zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert säumen die kleine Dorfstraße. Mitten im Ort die restaurierte Markthalle. Hier ist unter anderen auch das Sterne Restaurant „le Pavé d’Auge“ untergebracht. Wir haben dieses Restaurant in den letzten Jahren einige Male besucht. Aus Zeitgründen mussten wir allerdings diesmal auf die gute normannische Küche verzichten.
Bevor dann die Partnerstadt angefahren wurde, wurde noch ein kleiner Abstecher in eine Calvados Destillerie eingeplant. Allerdings in keine der großen Destillerien, sondern eine kleine Bauernhof Destillerie in Cerisy –Belle- Etoile war unser Ziel. Hier hatte ich im Internet entdeckt, dass man auch ältere Calvados Jahrgänge zum Kauf anbot.
Gekauft habe ich dann Cidre und ein Calvados der 50 Jahre im Fass gereift war.
Die Fahrt führte und dann nach Vire und zu unseren Freunden Ginette und André. Seit Beginn der Partnerschaft sind wir befreundet und ist immer wieder angenehm bei beiden Gast sein zu dürfen.
Für 19:30 Uhr war die Ankunft der beiden Busse aus Baunatal geplant. Durch einen Stau in Caen verzögerte sich die Ankunft dann um ca. eine halbe Stunde. Wie immer eine herzliche Begrüßung und man bekam im „Sale du Vaudeville“ einen kleinen Willkommenstrunk. Danach ging es in die Familien und Ginette hatte wie bei all unseren Besuchern ein Vier Gang Menü vorbereitet. Müde und satt vom guten Essen und Rotwein lagen wir dann gegen 23:00 Uhr im Bett.
Erster Tag.
Die Städtepartnerschaft zwischen Baunatal und Vire im der Normandie besteht jetzt 32 Jahre. Seit dem Bestehen geht es in den ungeraden Jahren jeweils in Richtung Frankreich. Diesmal war es ein besonderer Anlass bei der turnusgemäßen Reise in unserer Partnerstadt. Franzosen und Deutsche wollten gemeinsam den 70. Jahrestag des Kriegsendes gedenken. Fast 90 Deutsche machten sich vom 7. Mai bis 10. Mai auf den Weg in die Normandie. Die meisten natürlich mit Bussen, aber auch sehr viele mit ihren privat PKWs.
Auch wir gehörten zu denen die mit den PKW in Richtung Normandie gefahren sind. Ich weiß mittlerweile nicht mehr genau wie viel Fahrten ich in unserer Partnerstadt gemacht habe. So zwischen 80 und 85 Fahrten dürften es aber in den 32 Jahren mittlerweile sein.
Für uns ging es bereits am 6. Mai in Richtung Normandie. Die Fahrt ging zuerst auf der A 44 in Richtung Dortmund und dann auf der A1 in Richtung Köln. Kurz vor der Abfahrt in Richtung Düsseldorf muss man sich entscheiden, fährt man in Richtung Köln oder doch in Richtung Düsseldorf/Neuss. Ich entschied mich für die Richtung Düsseldorf und im Nachhinein darf ich feststellen, dass diese Entscheidung richtig war, hörten wir doch im Verkehrsfunk, Staus zwischen Leverkusen und Köln. Sehr erholsam dann die Fahrt über die belgischen und französischen Autobahnen. Besonders in Belgien darf man feststellen, dass man hier sehr viel Geld für die Renovierung und Sanierung der Autobahn ausgibt.
Über die Pont de Normandie ging es dann in Richtung Honfleur. Hier wurde eine kurze Rast eingelegt. Ein kleiner Spaziergang um den Hafen und ein Café au lait und weiter ging es in Richtung Hotel.
Eingebettet am Rande eines Waldes im Dörfchen Barneville-la-Bertran, nur 5 km von Honfleur entfernt, steht das Hotel-Restaurant „Auberge de la Source“. Die Auberge besteht aus dem Hauptgebäude und mehreren Nebengebäuden. Die Rezeption und das Restaurant befinden sich im Hauptgebäude. Ein schön gestalteter Garten mit blühenden Apfelbäumen und einem kleinen Bach mit Teich verspricht absolute Ruhe. Das ehemalige Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde anscheinend in den letzten Jahren saniert.
Unsere Unterkunft befand sich im Dachgeschoss eines Nebengebäudes. Das Zimmer ausreichend groß und nett eingerichtet. Leider befand sich im Zimmer keine Möglichkeit die Koffer abzulegen, so dass man die Koffer auf dem Fußboden ausbreiten musste.
Auch fehlten einige Haken um Jackett etc. aufzuhängen. Bad und WC waren getrennt angeordnet. Bedingt durch die Dachschräge, war es allerdings im Bad nicht möglich sich im Stehen zu duschen. Also entweder auf die Knie gehen oder sich in die Badewanne setzen. Das Waschbecken sah wohl sehr modern aus, aber sehr klein und daher kaum zu benutzen. Dafür gab es genügend Ablagemöglichkeiten um das Waschbecken herum. Auch WLAN wird kostenfrei angeboten. Leider war auf unserem Zimmer allerdings weder WLAN noch Telefon zu empfangen. Erfreulich war natürlich die himmlische Ruhe im gesamten Hotelensemble.
Das Restaurant ist abends ab 19:30 Uhr geöffnet. Der Aperitif wurde bei herrlichem Sonnenschein im Garten eingenommen. Mit einem Glas Champagner sowie Garnelen als Amuse Bouche lassen wir die doch anstrengende Fahrt hinter uns. Im Restaurant wird täglich ein vier Gang Menü angeboten. Bei den verschiedensten Gängen werden dabei mehrere Alternativen angeboten. Das Menü kostet 39 €, bei verschiedenen Alternativen müssen allerdings Aufpreise gezahlt werden.
Mein Menü sah dann wie folgt aus:
Ein Gemüsesüppchen als Amuse Bouche.
Spieß von Kaisergranat, mariniert mit Sesam sowie einem Salat mit normannischer Creme und Muscheln.
Ein gelungener leichter Auftakt des Menüs
Taube gefüllt mit Gänsestopfleber auf Linsen Salat und einer gebratenen Wurst Lyoner Art.
Ein Gang, bei dem Gaumen und Magen Schwerstarbeit zu leisten hatten. Die Taube nicht rosarot gebraten, sondern fast durch, aber sehr saftig und mit einem wunderbaren Taubengeschmack. Die Linsen brachten einen gewissen Biss und die Wurst einen leichten Rauchgeschmack an diesen sonst gelungenen Gang.
Gebackenen Camembert.
Schwachpunkt des Menüs. Wie kann man in einer Region, wo es wunderbaren Rohmilchkäse gibt, nur so etwas anbieten. Für ein Restaurant und einem Küchenchef mit gewissen Ansprüchen völlig unakzeptabel.
Törtchen von dunkler Schokolade mit Karamell und Milcheis.
Sehr gelungen, doch durch die Schokolade und den Karamell sehr mächtig.
Zum Abschluss natürlich ein Calvados
Zu den Weinen:
Der Weißwein aus der Rebsorte Sauvignon Blanc. Dieser Wein stammt aus den Weinbaugebiet Quincy und ist Teil der Weinbauregion Loire. Ein frischer würziger Wein der die richtige Trinktemperatur hatte.
Der Rotwein, ein 2011 Chassagne Montrachet vom Weingut Joseph Drouhin. Ein Wein der geschmacklich überzeugen konnte. Johannisbeeren, Kräuter und Gewürzen prägten diesen Wein.
Fazit: Eine sehr angenehme Adresse in der Normandie mit allerdings kleinen Schwächen. Besonders der Bereich Dusche wird als sehr negativ angesehen. Auch sollte der Bereich Telekommunikation überprüft werden. Auch bei den Menüs ist muss noch viel nachgebessert werden. Das Frühstück am anderen Morgen ließ keine Wünsche offen. Nach all den aufgeführten Punkten würde ich dieses Haus im drei- und nicht im vier Sternebereich sehen.
Lachstatar mit gebratenen Brokkoli
Wildkräutersalat mit verlorenem Ei.
Zander auf Fenchel
Käse
dazu Weisswein, eingekauft bei da Cocca, Kassel.
Die Testessen haben schon im Winter 2014/15 stattgefunden und die Aufnahme auf der Internet Plattform von Slow Food Nordhessen ist bereits erfolgt.
Am 22.April 2015 wurde nun die feierliche Übergabe von Plakette und Urkunde für den Genussführer Deutschland nachgezogen. Slow Food Nordhessen und die Pächter von „Humburgs Eck“, Tobias Papras und Matthias Eskuche, hatten u.a. die 1. Stadträtin Engler, Kreisbeigeordneter Christian Strube in Vertretung von Susanne Selbert (Erste Kreisbeigeordnete), Dirk Wuschko vom Stadtmarketing Baunatal, die Lokalpresse und andere Unterstützer sowie viele Netzwerkpartner nach Großenritte eingeladen und viele waren gekommen. Wilfried Albrecht als Genussführer-Pate von „Humburgs Eck“, überreichte Urkunde und Plakette. Er erzählte in kurzen Zügen vom ersten Besuch in der Gaststätte bis zur Aufnahme in den Genussführer. Gerhard Schneider-Rose, Convivienleiter Slow Food Nordhessen, hatte vorab die Grundideen von Slow Food vorgestellt.
Tobias Papras und Matthias Eskuche zeigten sich erfreut über die Auszeichnung und versprachen, die Qualitätskriterien von Slow Food weiterhin zu erfüllen und ihre Gäste mit regionaler und saisonaler Küche zu verwöhnen.
Sie ließen es sich nicht nehmen, den Gästen kleine Kostproben ihrer Küche zu servieren. Der Jahreszeit angepasst gab es Variationen vom Caldener Spargel, dazu Apfelschaumwein von Jochen Döhne aus dem nahen Breitenbach.
Suppe von der Brunnenkresse:
Schalotten fein würfeln und in Butter anschwitzen lassen. Mehlig kochende Kartoffeln ebenfalls würfeln und zu den Schalotten geben. Die Stiele der Brunnenkresse klein schneiden und dazu geben. Mit kalter Milch sowie Gemüsebrühe aufgießen, salzen und weich kochen. Anschließend im Mixer mit etwas Sahne mischen. Mit Muskat und Pfeffer würzen und durch ein Sieb streichen. Vorher etwas von der Brühe beiseite stellen. Kurz vor dem Anrichten, werden die Blätter der Brunnenkresse gewaschen und in der Brühe kurz blanchiert. In Eiswasser legen, anschließend gut ausdrücken und zusammen mit der Brühe und etwas Olivenöl in den Mixer geben. Diese Masse durch ein Sieb streichen und zur Kartoffelmasse gegen. Etwas Butter einrühren und servieren. Als Einlage gebratene Kartoffelwürfel, Blätter von der Brunnenkresse sowie Blüten von der Schlüsselblume.
Schweinefilet in Calvados-Sahnesauce, Spargel und Brennnesselknödel.
Bergkäse mit Blüten, 2x Ziegenkäse, Langres verfeinert mit Kirschwasser
Große Küche mitten im Vogelsberg? Ja, die gibt es. Fernab von Autobahnen und Bundesstraßen gibt es in der 160 Seelengemeinde Volkhartshain eine Genussoase der Spitzenklasse. Seit 2011 leitet Benedikt Acht im restaurierten Stallgebäude das Restaurant „Unterm Walnussbaum“ als Inhaber und Koch. Der Restaurantraum ist sehr schlicht gehalten. Weiß an Wänden und an der Decke sowie steingrau auf dem Fußboden sind die vorherrschenden Farben. Auch die Tische sind weiß Akzente setzen zeitgenössische Kunst wie zum Beispiel Picasso Grafiken, Blechvögeln oder Schmiedeeisen.
Wir werden von einer jungen Dame sehr freundlich empfangen und an den reservierten Tisch geleitet. An diesen Ostersonntag gibt es nur ein Menü mit vier oder fünf Gängen, was uns ja bekannt war. Wir entschieden uns für das Fünfgängige Menü. Bei den Getränken wird es etwas schwieriger. Da wir ja mit dem Auto unterwegs sind, muss der Fahrer leider auf das Weinmenü verzichten. Der Fahrer entscheidet sich für das sehr interessante nicht alkoholische Getränkemenü und für die Beifahrerin wird ein Welschriesling sowie ein Rotwein aus Mallorca von der Bodega Maruccia bestellt.
Vorab gibt es kleine Knabbereien wie karamellisierte Walnüsse mit Blütensalz, Blätterteigstange mit Olivenöl und Schwarz Kümmel und Baguette mit verschiedenen Olivenölen.
Als Amuse Bouche wird in einer Espressotasse ein fein gewürztes Karottensüppchen mit Parmesan-Safran Kräcker serviert.
Kaisegranat – Apfel/Fenchelblüte/Gurke/Apfel/Minze/Paprika
Der Kaisergranat kam lauwarm auf den Tisch, dazu ein Ragout von Apfel und Gurke, gewürzt mit Fenchelblüten. Auf dem Ragout war ein Sorbet von Minze angerichtet. Um diese Einlage herum wird von Benedikt Acht am Tisch die kalte Paprikasauce angegossen.
Skrei – Kartoffel/Walnuss/Grüner Spargel/Perlzwiebel
Der Fisch auf den Punkt gegart. Der grüne Spargel brachte Biss und die Perlzwiebeln eine leichte süße an das Gericht. Dazu eine Sauce auf Kartoffelbasis.
Kalbsfilet – Morchel/ Polenta/Erbsen
Sehr klassisch dann das Hauptgericht. Zum wunderbar zarten Kalbsfilet mit einer Sahnesauce, gab es Morcheln und Erbsen. Die dazu gereichten Polentaküchlein waren leider fast ungewürzt. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt am Menü.
Picandou – Tomate/ Karamell/ Thymian.
Die Oberfläche des Ziegenkäses leicht karamellisieren. Dazu Tomaten in den verschiedensten Zubereitungsarten und mit Thymian gewürzt
Valrhona Ivoire- Reis Apollo & Venere Kokos/Mandel/ Milch.
Ein Dessert in Weiß mit kleinen schwarzen Einsprengungen. Basis bildete ein Parfait von weißer Schokolade, darauf ein Eis aus Reis und abgedeckt mit einer getrockneter Milch-Oblate. Die schwarzen Einsprengungen ist getrockneter schwarzes Reis.
Zum Abschluss noch Espresso und hausgemachte Pralinen.
Fazit: Der 35-jährige Benedikt Acht hat viele Erfahrungen u.a. in mehreren Sterne Restaurants gesammelt. Die wichtigsten Stationen waren dabei Juan Amador im Restaurant Careme, Joachim Koerper im Restaurante „Girasol“ sowie Ferran Adria & Albert Adria im Restaurante el Bulli. Diese Erfahrungen wirken sich deutlich in seinen Kreationen aus. Gott sei Dank ist die Speisekarte nicht sehr umfangreich, dafür sind die Bestandteile der angebotenen mehrgängigen Menüs üppig und beispielslos differenziert. Die Bestandteile eines jeden Ganges im Menü sind von hoher Qualität. Dies gilt auch für die Weine und die nicht alkoholischen Spezialitäten. Interessante Gewürze und Trinkessige vom Doktorenhof runden das sehr interessante Gesamtbild der Küche von Benedikt Acht ab. Leider gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten in dem kleinen Ort, sodass man entweder kein Alkohol trinken kann oder in den Nachbarorten eine Übernachtungsmöglichkeit suchen muss.
PS. Verwundert ist man, dass bisher keiner der großen Restaurantführer dieses kulinarische Kleinod im Vogelsberg entdeckt hat. Verdient hat es Benedikt Acht.
Unterm Walnussbaum
Herrnweg 3, 36355 Grebenhain
06668 919866, http://www.untermwalnussbaum.de/
Die Öffnungszeiten
Restaurant
Mittwoch bis Samstag ab 18.30 Uhr, Sonntag 12.00 Uhr – 14.00 Uhr
Patisserie: Sonntag 12.00 Uhr – 15.00 Uhr
Silo
Mittwoch bis Sonntag, auf Reservierung mindestens 8 Tage vorher. Beginn zwischen 12.00 Uhr und 22.00 Uhr