Sylt – Eine Reise voller Kontraste

19. März bis 22. März 2026

Donnerstag

Nicht die perfekt geplanten Reisen bleiben im Gedächtnis, sondern jene, die mit Überraschungen aufwarten.

Die Fahrt nach Sylt begann an einem Donnerstagmorgen – unspektakulär, fast routiniert, aber mit eigener Dynamik. Schon früh zeigte sich der Charakter der Gruppe: pünktlich, diszipliniert, verlässlich. Um 06:00 Uhr rollte der moderne Reisebus der Firma Fröhlich nordwärts.

Ein Zwischenstopp führte wie jedes Jahr nach Hamburg – ein kurzer Halt, geprägt von Routine, bevor es weiterging. In Niebüll wechselten wir auf den Autozug zur Insel. Ziel war das Jugendseeheim des Landkreises Kassel auf Sylt.

Mit jedem Kilometer nach Norden veränderte sich die Wahrnehmung. Die Landschaft öffnete sich, das Licht wurde klarer, die Luft salziger. Sylt drängt sich nicht auf, sondern entfaltet seine Wirkung leise: die Weite der Dünen, das sanfte Farbspiel von Himmel, Meer und Heide, die stille Selbstverständlichkeit eines Ortes, der seit jeher unterschiedlichste Erwartungen spiegelt.

Die Unterkunft setzte einen bewussten Kontrast zur landschaftlichen Weite. Schlicht, fast asketisch, ohne Inszenierung – kein Ort zum Verweilen, sondern zum Ankommen und Weiterziehen. Funktional, unprätentiös, beinahe kühl. Doch gerade darin lag ein eigener Reiz. Vertrautheit stellte sich ein: Erinnerungen an frühere Jahrzehnte wurden wach, an Schulausflüge, die genau hier endeten. Die Reduktion wirkte nicht fremd, sondern vertraut – wie ein stiller Rückgriff auf eine einfachere Art des Reisens.

Nach dem Abendessen ging es in die Kogge, den Treffpunkt des Jugendseeheims. Unser Präsident und Organisator Hartmut hatte eine Gruppe des Shanty-Chors Sylt engagiert. Es wurde ein geselliger Abend mit viel Gesang, der erst spät in der Nacht endete.

Ich selbst zog mich kurz zurück und fuhr nach Westerland zu Jörg Müller. In seinem Restaurant genoss ich ein kleines Abendmenü:

Leber mit Püree,

die obligatorische Lammbrustwurst und eine Maultasche mit Kartoffelsalat. Dazu trank ich den berühmten Hauscocktail und ein Glas kühlen Weißwein. Anschließend machte ich mich wieder auf den Rückweg.

Freitag:

Der nächste Tag stand im Zeichen eines Perspektivwechsels – oder anders gesagt: Wir ließen es ruhiger angehen. Nach dem Frühstück fuhren wir per Bus nach Tinnum, wo eine Kutschfahrt vom Pferdehof Tölke wartete. Endlich ein Fortbewegungsmittel, das sich unserem Urlaubsmodus anpasste.

Im gleichmäßigen Klappern der Hufe schien die Zeit stillzustehen. Die Landschaft zog gemächlich vorbei, und plötzlich wirkte Sylt nicht mehr wie eine schicke Postkartenkulisse, sondern wie ein Ort, an dem man durchatmen kann. Wäre da nicht das Wetter gewesen: kühl, windig und mit der Entschlossenheit, uns an den Norden zu erinnern.

Um 12:30 Uhr wärmten wir uns mit einem kleinen, aber köstlichen Mittagessen in der Sylter Landschlachterei in Keitum. Gut gestärkt kehrten wir ins Seeheim zurück, wo eine kurze Pause eingelegt wurde – offiziell zum Umziehen, inoffiziell zur Regeneration.

Frisch geschniegelt zog es uns nach List – zu Gosch. In der Bootshalle wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt: Austern, Lachs, Steinbeißer, Krabben – alles, was das Meer hergab, landete auf unseren Tellern. Dazu floss der Weißwein, vermutlich rein aus wissenschaftlichem Interesse.

Zurück im Heim ging der Abend nahtlos in eine gesellige Verlängerung über. Oder anders gesagt: Wir feierten weiter – konsequent im Zeichen des Perspektivwechsels.

Samstag:

Am Samstag stand Bosseln auf dem Programm – ein norddeutsches Spiel, bei dem es weniger ums Gewinnen als um das gemeinsame Erlebnis geht. Öffentliche Wege wurden zu Spielflächen, der Wettbewerb zum verbindenden Element. Auf asphaltierten Pfaden, durch Wälder mit Kurven und kleinen Untiefen, rollten die Kugeln. Mal stießen sie gegen Bäume, mal lagen sie vor einem toten Vogel. Zwischen Ehrgeiz und Gelassenheit entwickelte sich eine lebendige Dynamik. Am Ende gewann die „blaue Gruppe“, und die Ehrung fand in der Bierstube Bell statt. Danach zerstreuten sich die Gruppen: Einige blieben im Bell, andere zogen in die Sansibar oder die Vogelkoje, jeder auf seine Weise noch im Freizeitmodus.

JM:

Für mich ging es zurück zu meinem kulinarischen Rückzugsort: Jörg Müller in Westerland, mein Lieblingsrestaurant seit 1994. Hier herrscht eine gedämpfte, ruhige Atmosphäre, in der Kulinarik mit Präzision und handwerklicher Tiefe zelebriert wird. Jeder Gang wirkt durchdacht, leicht und ausgewogen – stille Souveränität statt demonstrativer Aufwändigkeit.

Der Abend begann mit einem Amuse-Bouche: frische Gemüsestangen wie Karotte und Stangensellerie, einfach, frisch und dennoch bemerkenswert. Mein Aperitif, der bekannte Hauscocktail, leitete den Abend sanft ein.

Zartes Sashimi vom Färöer Lachs schmolz auf der Zunge, durchzogen von der pikanten Frische der Leche de Tigre und dem knackigen Biss von Sellerie und Radieschen.

Meeresfrüchteravioli folgten wie ein sanfter Wellenschlag, umhüllt von samtiger Hummersauce.

Der weiße Heilbutt auf Kohlrabi, begleitet von Rote-Bete-Ragout und Champagnersauce, lotete die Balance zwischen Erde und Meer aus.

Eine 0,375‑Liter‑Flasche Weißwein verband die Aromen dieser drei Gänge.

Das Filet vom Holsteiner Rind, medium rare gegart, ruhte neben cremigem Kartoffelpüree – ein Moment purer Klarheit, in dem jedes Aroma seine Tiefe entfaltete. Ein Glas Beaujolais verlieh dem Gang fruchtige Leichtigkeit.

Espresso und Petits Fours öffneten die Sinne für die süße Ruhe des Abends, ein Zibärtle zum Abschluss brachte Wärme, wie der letzte Sonnenstrahl eines langen Tages.

Sonntag:

Am Sonntagmorgen wehte die Brise des Abschieds durch die Zimmer: Duschen, Betten abziehen, Frühstück – ein Ritual, das die Erinnerungen in den Alltag überführte. Das Shuttle brachte uns Richtung Heimat. Ein kurzer Spaziergang an den Landungsbrücken in Hamburg, ein Hauch von Hafenluft und Wasser, bevor der Heimweg endgültig begann. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir wieder die vertrauten Straßen.

Doch Sylt bleibt nicht im Ablauf der Stunden gefangen. Es lebt in den Kontrasten: zwischen Anspruch und Einfachheit, Ruhe und Geselligkeit, Erinnerung und Gegenwart. Die Insel offenbart ihre Schönheit nicht in Perfektion, sondern in der Vielfalt ihrer Facetten – im Geschmack, in der Luft, in den stillen Momenten zwischen Wellenrauschen und Kerzenschein. In diesen Brüchen entfaltet Sylt seine stille, unvergessliche Magie.

Mein Schiff Relax Restaurants

Auf den Mein Schiff Relax Kreuzfahrten erwartet die Gäste eine kulinarische Entdeckungsreise in einer Vielzahl von Restaurants, die alle Geschmäcker und Vorlieben bedienen.

Atlantik – Das Hauptrestaurant

Das Atlantik, das Hauptrestaurant an Bord, erstreckt sich über zwei Decks und bietet Platz für knapp 1750 Gäste. Trotz der Größe herrscht eine entspannte Atmosphäre. Gäste genießen erstklassigen Service am Platz – ohne feste Essenszeiten oder Sitzordnungen. Die Vielfalt der Speisen überrascht täglich aufs Neue. Wir haben dreimal auf Deck vier zu Abend gegessen: zweimal mit herrlichem Blick aus den Fenstern, einmal in der Mitte des Restaurants.

Auch das Frühstück nahmen wir im Atlantik ein. Einmal auf Deck fünf mit Bedienung, während auf Deck vier Selbstbedienung herrschte. Dort fiel der kleine Buffetbereich auf, doch Eierspeisen konnte man bequem am Tisch bestellen. Der Service war ausgezeichnet, vor allem dank des engagierten Personals, überwiegend aus Ostasien.

Abends wechselte das Menü täglich. Zur Auswahl standen ein Fünf-Gänge-Menü mit Fleisch und/oder Fisch sowie ein veganes Pendant. Alternativ konnte man sich sein eigenes Menü zusammenstellen.

Sylt 09/2025-3 Strand und Müller

Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir zu einem entspannten Strandtag auf. Die Vorfreude ist groß! In der Nähe der neuen „Badezeit“ mieten wir zwei Strandkörbe – obwohl wir ehrlich gesagt keine großen Fans davon sind. Sie sind zu eng, mir persönlich zu schwer, und jedes Mal, wenn die Sonne wandert, muss man diese sperrigen Kästen verrücken, um im Licht zu bleiben.

Doch kein Grund zur Klage! Wir gönnen uns eine Abwechslung und spazieren am Strand entlang. Das Rauschen der Wellen und der salzige Duft heben sofort die Laune. Plötzlich sehe ich, wie unser Enkel Sky mutig in die Nordsee springt. Respekt – mir ist das Wasser viel zu kalt! Ich bleibe lieber am Ufer und genieße den Anblick der Wellen.

Gegen 16 Uhr kehren wir zum Hotel zurück. Ein wenig wehmütig, aber auch voller Vorfreude, denn am Abend steht das Abschiedsessen mit Hanna und Herbert an. Ein schöner Abschluss für unseren Tag am Strand!

Hanna und Herbert können kaum glauben, dass ihr zweiwöchiger Urlaub schon am Sonntag endet. Auch Leah und Sky müssen ihren Kurztrip leider beenden. Am vorletzten Urlaubstag auf Sylt gehört es für uns zur Tradition, bei Jörg Müller vorbeizuschauen und uns gebührend von der Insel zu verabschieden.

Der Abschied gelingt natürlich mit Lammbratwurst, herzhaften Maultaschen und einem guten Glas Wein – das darf nicht fehlen! Zuvor treffen wir uns in der Bar bei „MO“ für einen Aperitif. Die Damen genießen meist spritzigen Champagner, während die Herren lieber zum Haucocktail greifen. Nach dem Essen folgt der Absacker: Ein kleines Gläschen Zibärtle ist seit Jahren unser Favorit.

Diese kleinen Rituale machen unseren Urlaub besonders – das gute Essen, die geselligen Runden und die Vorfreude auf das nächste Mal.

Sylt 09/2025-04-Frühstück

Frühstück bei Jörg Müller (JM)

Ein Besuch im Restaurant Jörg Müller (JM) gehört auf Sylt einfach dazu! Seit einigen Jahren übernachten wir auch im dazugehörigen Hotel – und ich kann nur sagen: wunderbar! Vom herzlichen Empfang bis zur Verabschiedung lief alles reibungslos. Man fühlt sich rundum wohl, es gibt nichts zu beanstanden.

Das Hotel und Restaurant Jörg Müller liegt ideal im Zentrum von Westerland. Der Bahnhof ist in zehn Minuten zu Fuß erreichbar, und die Nordseeküste liegt nur wenige Schritte entfernt. Perfekt für Strandspaziergänge und Aktivitäten am Wasser.

Die Zimmer sind gemütlich im friesischen Stil eingerichtet, mit viel Liebe zum Detail. Individualität wird hier großgeschrieben.

Natürlich haben wir auch das Restaurant besucht, doch dazu später mehr. Zunächst ein Wort zum Frühstück: alles hausgemacht und frisch zubereitet. Nur das Brot stammt von der Bäckerei Lund aus Hörnum. Wer Fisch und Meeresfrüchte liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Aber auch Fleisch, Käse und Süßes fehlen nicht. Kaffee wird am Tisch serviert, Tee brüht man sich am Samowar selbst auf. Die Auswahl ist großartig! Und das Beste: Alles wird rechtzeitig nachgereicht, sodass man nie warten muss. Eierspeisen werden frisch zubereitet, und für einen beschwingten Start in den Tag gibt es sogar Champagner.

Ein besonderes Lob verdient Frau Wuller und ihr Frühstücksteam. Mit ihrer herzlichen Art haben sie unseren Aufenthalt noch schöner gemacht.

Kuppelrain-Südtirol-2025

Das Familienrestaurant „Kuppelrain“: Ein kulinarisches Erlebnis auf Sterne-Niveau

Das „Kuppelrain“ ist mehr als ein Restaurant; es ist eine Oase der Gastfreundschaft, seit 2001 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. 1988 von Sonya Egger-Trafoier und Jörg Trafoier gegründet, hat sich dieses Familienunternehmen zu einem wahren Genussziel entwickelt, das die ganze Familie einbindet. Jeder Mitarbeiter strahlt Freude und Leidenschaft aus, was sich in jedem Detail des Gastronomie-Erlebnisses zeigt.

Sohn Kevin leitet die Küche und kreiert kreative, exquisite Gerichte. Beeindruckend bleibt der Michelin-Stern auch unter seiner Führung. Jörg Trafoier, nun Gastgeber, führt die Gäste durch das Menü und erläutert  die von Kevin zubereiteten Köstlichkeiten. Tochter Nathalie glänzt als Dessert-Spezialistin, während die jüngste Tochter Giulya im Service hilft, was den Aufenthalt im „Kuppelrain“ zu einem familiären Erlebnis macht.

Sonya Egger-Trafoier, als Sommelière des Hauses, bringt ihr umfangreiches Weinwissen in die Auswahl der Begleitgetränke ein. Mit zahlreichen Auszeichnungen sorgt sie dafür, dass jeder Gang mit dem perfekten Wein harmoniert.

Das Gourmet-Restaurant „Kuppelrain“ liegt oberhalb des Bahnhofs von Kuppelrain und bietet auch gemütliche Zimmer für Übernachtungen. Wir entschieden uns, in einem dieser charmanten Zimmer zu nächtigen. Nach dem Bezug unseres Zimmers empfing uns Hausherr Jörg Trafoier herzlich.

Um von der langen Anreise zu entspannen, gingen wir direkt auf die Gartenterrasse. Mit einem Glas Champagner und köstlichen Bruschettas genossen wir die Aussicht auf den zauberhaften Rosengarten, der zum Verweilen und Träumen einlädt. Hier wird schnell klar, dass das „Kuppelrain“ nicht nur ein gastronomisches Highlight, sondern auch ein Ort der Ruhe und des Genusses ist.

Um 19 Uhr beginnt das Abendmenü.

Auf den Aperitif verzichten wir diesmal, da wir am Nachmittag bereits ein Glas Champagner im herrlichen Garten mit Blick auf die Burg Kastelbell genossen haben. Stattdessen starten wir direkt mit der Weinreise. Gastgeberin und Sommelière Sonja Egger-Trafoier hat die Auswahl bereits getroffen. Sie schenkt vor allem aus Magnum- und Doppelmagnumflaschen aus. Sie ist der Meinung, dass Weine in großen Flaschen besser schmecken und länger reifen als in normalen 0,75-Liter-Flaschen.

Weine werden vorgeschlagen, entkorkt, vorgestellt und großzügig nachgeschenkt. Man spürt ihre Expertise und die Freude daran, außergewöhnliche Weine anzubieten. Alle Weine des Menüs stammen aus Südtirol. Ihr Können und Wissen wurden 2021/22 mit dem „Michelin Sommelier Award 2022 Italy“ ausgezeichnet – als erste Frau in Italien.

Im Kuppelrain gibt es zwei Menüs mit jeweils fünf, sechs oder sieben Gängen. Ein Austausch von Gängen zwischen den Menüs ist möglich. Die sieben Gänge kosten 145 Euro, mit Weinbegleitung 230 Euro. Obwohl man auf der Karte darum bittet, tischweise nur ein Menü zu wählen, servieren Service und Küche uns problemlos beide Varianten. Die Gerichte basieren auf regionalen Produkten und werden modern angerichtet. Gemüse, Obst, Kräuter und Früchte stammen aus dem eigenen Garten. Die Bio-Eier legen Hühner, die vor dem Nebeneingang frei herumlaufen. Auch Fisch und Fleisch kommen aus der Region. Nachhaltigkeit und Tierwohl sind den Trafoiers wichtig.

Die ersten Häppchen treffen ein: selbst gebackene Grissini, Südtiroler Speck aus eigener Herstellung und Brot mit Olivenöl aus der Verwandtschaft.

Als Gruß aus der Küche gibt es eine Meerrettich-Panna-Cotta mit Gurke – ein wunderbares Zusammenspiel von Frische und Schärfe.

Dinkelbrot mit brauner Butter

Gänseleber mit Marille, Hanfsaat und Passito: Das Escalope und die Terrine zergingen zart auf der Zunge. Die Hanfsaat knusperte, die Marille steuerte Fruchtigkeit bei, und der Passito-Fond rundete das Ganze mit feiner Süße ab.

Saibling aus Latsch-Kohlrabi-Senf-Holunderblütendressing

Wolfsbarsch-Kastelbeller Safran- Kimchi aus dem Vinschgau

Tortelliala Parmigiana-Aubergine-Tomate-Parmesan

Schweinebauch-Kaisergranat-Lauch-Erbse.

In den letzten Jahren hat sich in der Fine-Dining-Szene eine spannende Entwicklung gezeigt: Schweinefleisch, oft als schlicht oder rustikal abgetan, erobert zunehmend die Menüs von Sternerestaurants. Besonders faszinierend wirkt die Verbindung mit Kaisergranat, einer delikaten Meeresfrucht mit feiner Textur und aromatischem Geschmack. Diese Verschmelzung von Land und Meer verwöhnt nicht nur die Sinne, sondern feiert auch die Vielfalt der Gastronomie.

Dazu gesellt sich bissfester Lauch, der mit milder Süße und knackiger Frische eine reizvolle Textur bietet. Cremige Erbsen steuern Frische und lebendige Farbe bei. So entsteht ein harmonisches Gericht, das Auge und Gaumen gleichermaßen begeistert

Hirsch – Karotte-Fichtenpulver-Johannisbeere.

Schon wieder hatte ich Probleme mit Wild. Der Hirschrücken, obwohl perfekt gegart, schmeckte leicht metallisch und fühlte sich gummiartig an. Ganz anders das Keulenfleisch: zart, aromatisch und genau so, wie man es von einem Wildgericht erwartet. Daran gab es nichts zu kritisieren.

Käse aus dem Vinschgau

Dessert und Pralinen sind von Tochter Nathalie. Wunderbar

Das Menü II

Fazit: Der Besuch im „Kuppelrain“ ist nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern auch ein Beispiel für gelungene Familienförderung in der Gastronomie. Die Kombination aus hervorragender Küche, sorgfältiger Weinauswahl und herzlicher Gastfreundschaft macht einen Aufenthalt hier zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie.

In einem der drei schön restaurierten Zimmer haben wir wundervoll  geschlafen. Das Frühstück am nächsten Morgen passte sich an den großartigen Abend an. Dank an die Familie Trafoier.

Die Weine

Fahrt in die Normandie 2025

An einem Dienstagmorgen brechen wir auf – ein Tag, der frischen Wind in unsere Pläne bringt. Vor uns liegen 2200 Kilometer, sechs Tage und fünf Restaurants, die bereits besucht wurden oder noch entdeckt werden wollen. Die Vorfreude ist spürbar, als wir uns auf den Weg machen.

Unsere Route führt uns über die A44 in Richtung Dortmund. Der Verkehr fließt ruhig, während wir die ersten Kilometer hinter uns lassen. In Gedanken stelle ich bereits die nächsten Stationen zusammen und freue mich auf die kulinarischen Höhepunkte unserer Reise.

In Dortmund wechseln wir auf die A1, die uns weiter nach Köln bringt. Aachen rückt näher, und bald erreichen wir die Autobahnraststätte. Hier gönnen wir uns eine kleine Auszeit: einen köstlichen Cappuccino, der uns neue Energie verleiht.

Gestärkt setzen wir unsere Reise fort und fahren entspannt über die belgische Autobahn. Die Landschaft zieht ruhig und malerisch an uns vorbei, während ich den Tempomat auf 125 km/h stelle. Es ist fast meditativ, wie sich die Straße vor uns entfaltet.

Nur rund um Lüttich muss ich aufmerksamer fahren. Hier wird der Verkehr dichter, und ich muss gelegentlich bremsen oder beschleunigen. Nach etwa einer Stunde und 50 Minuten erreichen wir schließlich die französische Grenze. Hinter uns liegen bereits zahlreiche Eindrücke, und die Vorfreude auf die kommenden Tage, die gastronomischen Erlebnisse und die neuen Entdeckungen ist groß.

Die Autofahrt geht weiter durch das wunderschöne Frankreich, wo die Autobahn nicht nur als Transportweg dient, sondern auch eine Einladung zum Entschleunigen ist. Bei einer Geschwindigkeit von 135 km/h können wir die Landschaft genießen und machen unsere nächste Ruhepause an der Raststätte „Aire d’Assevillers“. Hier bietet sich die Gelegenheit, die Beine zu vertreten, den ersten Café au Lait zu trinken und ein Croissant zu genießen.

Frisch gestärkt setzen wir unsere Fahrt über die A29 in Richtung Honfleur fort. Anders als sonst, werden wir diesen charmanten Ort diesmal nicht zur Übernachtung ansteuern. Bei der Ausfahrt Yvetot verlassen wir die Autobahn und fahren auf die Departements Straßen, die uns tiefer ins Herz der Normandie führen.

  1. Tag: Auberge du Val au Cesne, 76190 Croix-Mare: Unser Ziel ist eine kleine, abgelegene Auberge, die sich in einem stillen Tal versteckt. Die Anfahrt ist gesäumt von sanften Hügeln und üppigem Grün. Die Auberge du Val au Cesne erwartet uns mit einem herzlichen Willkommen. Hier werden wir nicht nur übernachten, sondern auch köstlich speisen. Obwohl mittlerweile knapp 680 Kilometer hinter uns liegen, war es bisher eine entspannte Fahrt durch Belgien und Frankreich. Sie zeigt uns, wie schön es ist, die Geschwindigkeit zu drosseln. Ich hätte also nichts gegen ein Tempo von 130 km/h auch auf deutschen Autobahnen. Nach einer ruhigen Nacht und einem köstlichen französischen Frühstück ging unsere Reise weiter. Im Navigationssystem deaktivierten wir die Autobahn-Funktion und entschieden uns für die malerischen Departement-Straßen in Richtung Pont de Tancarville. Die mautpflichtige Brücke kostete 2,80 €, was wir gerne in Kauf nahmen für die wunderschöne Aussicht, die uns erwartete. Unsere Route führte uns weiter nach Lisieux, Thury-Harcourt und Condé-sur-Noireau, bis wir schließlich in Vire ankamen. Bevor es in Richtung Le Mont Saint Michel weiterging, machten wir einen Stopp im Café Central am Kreisel 6. Juni. Dort wurden wir bereits von ersten Hinweisen auf den 10. Juli überrascht, an dem Vire Etappenziel der Tour de France sein würde – das verspricht Spannung!

2. Tag: Le Mont Saint Michel

Die Fahrt nach Le Mont Saint Michel gestaltete sich dann allerdings als etwas knifflig. Die Parkplatzeinfahrt P3, reserviert für Übernachtungsgäste, war durch überwucherte Schilder schwer zu finden. Aber auch dieses kleine Abenteuer meisterten wir. Wir packten das Nötigste für die Nacht in kleinere Taschen um und nahmen den kostenlosen Bus zum Mont. Ursprünglich hatten wir geplant, die Strecke mit einer Pferdekutsche zurückzulegen, doch leider fiel diese Möglichkeit weg.

Als wir ankamen, führte uns unser Weg zur Rezeption des Hotels Madame Poulard. Nach dem Einchecken ging es die 200 Stufen hinauf bis zu unserem Zimmer – zum Glück war es nicht allzu warm an diesem Tag! Das Zimmer bot uns einen fantastischen Blick auf die Wattseite, was die Mühen der Anreise sofort belohnte. Um 18:30 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg, die 200 Stufen hinunter, um im berühmten Restaurant Madame Poulard zu speisen. Leider entsprach das Essen nicht ganz meinen Vorstellungen eines guten französischen Menüs – schade!

Nach dem Abendessen ging es wieder die 200 Stufen hinauf, wo wir eine ruhige Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen wiederholte sich das Spiel: die 200 Stufen hinunter und mit dem Bus zurück zum Auto. Das Navigationssystem wurde nun umgestellt, um so schnell wie möglich nach Vire zu gelangen. Auf der Autobahn A84 erreichten wir rechtzeitig den offiziellen Empfang der Delegation.

3. und 4. Tag: Vire Normandie

In Vire verbrachten wir zwei Tage. Wir übernachteten im Hotel Saint Pierre und genossen am Donnerstag ein nettes Abendessen im Restaurant Vrai Normand. Der Freitagmorgen stand ganz im Zeichen des Marktes, wo wir leckeren Käse der Normandie, Calvados und Cidre kauften. Danach wartete der offizielle Empfang im Rathaus auf uns, gefolgt von einem Mittagessen im Restaurant L’atelier du goût. Am Abend wurden wir dann vom Partnerschaftskomitee in den Salle du Vaudeville eingeladen.

5. Tag: Caudebec-en-Caux bei David

Der Samstagmorgen begann für uns mit einem Frühstück im Café Central, gefolgt von einem kleinen Einkaufsbummel für normannische Süßigkeiten. Unsere Fahrt führte uns dann weiter in Richtung Westen, zum Manoir de Revital bei David Goerne, einem besonderen Ort mit einem interessanten Restaurant. Gegen Mittag kamen wir an und wurden im sogenannten Dschungelhaus untergebracht. Auf der Terrasse mit Blick auf die Seine entspannten wir uns und genossen von 12:45 Uhr bis knapp 17:00 Uhr, ein mehr-gängiges französisches Menü einschließlich einiger leckerer Weine. David hatte noch eine Überraschung für uns: Kalbsbries, das er uns am Abend servieren wollte. Obwohl wir schon satt waren, konnten wir dieser Delikatesse nicht widerstehen.

Um 20:00 Uhr setzten wir uns wieder auf die Terrasse und ließen uns ein 3-Gänge-Menü servieren – einfach köstlich! Am Ende des Tages waren wir satt und zufrieden und zogen uns in unser Haus zurück.

Am nächsten Morgen genossen wir ein ausgiebiges Frühstück, bevor wir uns gegen 10:00 Uhr auf den Rückweg machten. Nach knapp siebeneinhalb Stunden Fahrt waren wir wieder zuhause. Es waren spannende und erfüllte Tage, die ich auf jeden Fall wiederholen möchte!

Essen im Hotel Faro – April 2024

Wir hatten diesmal Halbpension gebucht und mussten am Tag der Anreise wohl angeben, zu welcher Uhrzeit wir frühstücken und Abendessen wollten. Beide Zeiten wurden jedoch nie kontrolliert, was uns die Freiheit gab, zu den Mahlzeiten zu gehen, wann es uns am besten passte. Diese Flexibilität trug erheblich zu unserem entspannten Aufenthalt bei.

Das Frühstück bot alles, was man von einem 5-Sterne-Hotel erwarten kann. Sowohl à la carte als auch am Büffet war die Auswahl groß und vielfältig. Die Qualität der Speisen war durchweg hoch, und wir genossen es, jeden Morgen ein Glas Cava zu uns zu nehmen, was den Start in den Tag besonders festlich machte. Von frischen Früchten über verschiedene Brot- und Gebäcksorten bis hin zu einer Auswahl an warmen Speisen war für jeden Geschmack etwas dabei.

Abends erfreuten wir uns an der köstlichen Küche des Hotels, die uns stets aufs Neue begeisterte. Die Atmosphäre im Restaurant und auf der Terrasse war angenehm und einladend, und während wir die exquisiten Gerichte genossen, hatten wir die Möglichkeit, die atemberaubenden Sonnenuntergänge zu beobachten, die Gran Canaria so berühmt machen. Diese kleinen, aber bedeutenden Momente machten unseren Urlaub unvergesslich.

Ein weiteres Highlight war die Aufmerksamkeit des Servicepersonals. Ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, betrifft meinen letzten Aufenthalt vor drei Jahren, als ich ein Filetsteak dreimal zurückgeben musste, da es nicht wie bestellt medium rare war. Diesmal jedoch war das Steak sofort perfekt zubereitet. Auf meinen Hinweis, dass das Fleisch optimal gegart sei, meinte die Servicekraft, sie sei mittlerweile mit meinem Geschmack vertraut. Solche kleinen Gesten zeigen, wie sehr sich das Personal um das Wohl der Gäste bemüht.

Die Erinnerungen an unsere Zeit im Hotel Faro sind nach all den Jahren immer noch lebendig. Wir wissen jetzt, dass wir auch mit ein paar Unannehmlichkeiten eine großartige Zeit verbringen können. Gran Canaria und auch das Hotel Faro bleibt unser Lieblingsziel, und wir freuen uns schon auf das nächste Mal, um erneut in diese wunderbare Atmosphäre einzutauchen und die herzliche Gastfreundschaft zu erleben.

Bouillabaisse, Rouille

Kleiner Salat vom Büfett

Filetsteak medium rare, Pilze

Käse- Schinkenteller

Süßes vom Büfett

Sonnenuntergang

JM-Westerland-Sylt-2023

JM Westerland

Urlaub auf Sylt, da darf ein Besuch bei Jörg Müller (JM) natürlich nicht fehlen. Wir haben nicht nur ausgezeichnet gespeist, sondern haben auch diesmal im Hotel übernachtet. Vom Empfang bis zur Verabschiedung war alles ohne Fehl und Tadel. Man fühlte sich gut aufgehoben. Das Frühstück muss man hervorheben. Alles hausgemacht, lediglich das Brot wird von der Bäckerei Lund aus Hörnum geliefert. Besonders die Fischvariationen und die Meeresfrüchte waren Klasse. Alles wurde rechtzeitig nachgereicht und Frau Wuller war die Freundlichkeit in Person.

Auch ohne Auszeichnungen immer wieder ein Genuss. Der Service, angeführt von Schwiegersohn Ben Birkholz (Big Ben), Tochter Jane Müller und dem übrigen Personal, die teilweise seit Jahren ihren Job bei JM machen, man kann nur loben. Die kreativen Sylter Frischeküche mit französischem Einschlag sorgt dafür, dass wir uns im ehemaligen „Gourmetrestaurant“ sehr wohlgefühlt haben.

Originell  seit Jahren das Amuse – Bouche: Frisches Gemüse mit Dips. Völlig anderes zum Auftakt als sonst üblich. Uns hat es gefallen.

Ob Tatar mit Reibekuchen, Ceviche vom Dorsch oder die Seezungenvariationen wie das gratinierte Seezungenfilets „Noilly Prat“ oder die Seezunge im Ganzen serviert ist bodenständig und klassische Küche zugleich. Auch hat er den Mut, die bei vielen verpönte Gänseleber auf die Karte zusetzen.

Der obligatorische Abschluss des Urlaubes dann mit Lammbratwurst, Maultaschen und Käseplatte. Mit einem Gläschen „Zibärtle“ wurde auf einen gelungenen Urlaub angestoßen. Der nächste Sylt Urlaub kommt bestimmt.

Fazit:  Jörg Müller, ist der „geniale Klassiker“ unter den Top-Köchen auf Sylt und darüber hinaus , Er hat seit 2014  Abschied genommen von bestimmten Luxusritualen der gehobenen Gastronomie. Auch wenn er auf Punkte und Sterne verzichtet, ist Küche und Service weiterhin auf hohem Niveau.  Der Betrieb ist fest in Familienhand: Seine beiden Kinder und deren Partner sind dort beschäftigt. Leider ist Frau Barbara im März überraschend verstorben.  Hervorheben möchte ich Big Ben, der in seiner ruhigen und bedächtigen Art wunderbare Weine aus der oft prämierten Weinkarte zaubert. Uns hat z.B. der 2012 „Paris Lodron“ vom Mönchsberg der Stadt Salzburg gefallen. Ein feines Säurespiel, elegante, cremige Texturen und eine  zarte Fruchtsüße zeichnete diesen Wein, der in der Magnumflasche serviert wurde, aus.

JM lässt sich nicht nehmen seinen abendlicher Rundgang durch das Restaurant zu führen und mit seinen Gästen zu sprechen. Keine Pflicht, sondern Kür nach einem  anstrengenden acht bis zehn Stundentag in der Küche und dass mit knapp 76 Jahren. Chapeau.