Brüssel im September 2026

Drei Tage Brüssel – das klingt nach einer ordentlichen Portion Hauptstadt. Doch zwei davon gingen fast vollständig für An- und Abreise drauf. Übrig blieben zwei Übernachtungen, ein voller Tag mit Programm und eine Einladung in der belgischen Hauptstadt. Viel war das nicht, aber genug, um einen ersten Eindruck von Brüssel zu gewinnen.

Die Anreise mit der Deutschen Bahn begann entspannt. Von Kassel ging es nach Frankfurt, dann direkt weiter nach Brüssel Nord. Fast wären wir pünktlich angekommen – doch in Köln stürmten Rucksacktouristen ohne Sitzplatzreservierung die Abteile. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis alle entweder einen Platz gefunden hatten oder den Zug wieder verließen.

Nach dem Einchecken im Motel ONE blieb Zeit für einen ersten Spaziergang durch die Stadt. Brüssel wirkt geschäftig und zugleich gemütlich: prächtige Fassaden säumen enge Straßen, dazwischen reihen sich Cafés – und überall locken belgische Schokolade und Waffeln.

Zum Abendessen ging es ins Restaurant Aux Armes de Bruxelles. Dazu folgt ein eigener Bericht.

Am nächsten Morgen gab es in der nahen Patisserie Paul ein kleines Frühstück: Croissants, Pain au chocolat und Pain aux raisins, dazu einen Cappuccino.

Vor dem offiziellen Termin blieb noch Zeit, die Stadt auf sich wirken zu lassen. Der Weg führte an der Kathedrale St. Michael und St. Gudula sowie am Parc de la statue roi Baudouin vorbei. Zunächst ging es zur Noordzee, einem Bistro und Fischladen am Rand des Grand-Place. Dort bestellte ich eine Portion Austern.

Der Ablauf dort ist unkompliziert. Man bestellt und bezahlt direkt am Tresen. Sobald das Essen fertig ist, rufen die Mitarbeiter den Namen laut über den Platz. Gegessen wird anschließend an hohen Stehtischen unter freiem Himmel, am besten mit einem Glas kühlem Weißwein.

Gerade rund um den Grand-Place zeigte sich Brüssel von seiner schönsten Seite. Die historische Kulisse ist wirklich beeindruckend, auch wenn natürlich viele Besucher unterwegs waren.  Ein Stadtrundgang macht hungrig. Zum Glück fand ich in der Nähe des Grand-Place ein japanisches Restaurant. Es gab Sake, frisches Sashimi und leckeres Sushi – genau das Richtige nach einem langen Spaziergang.

Am Abend ging es zur Einladung in die Hessische Landesvertretung in Brüssel. Sie rundete den Tag ab. Seit einigen Jahren bekomme ich diese Einladung und nutze sie. Rund 350 Gäste waren an diesem Dienstagabend in die Hessische Landesvertretung in Brüssel gekommen. Ministerpräsident Rhein und Europaminister Pentz, beide CDU, warben dort für ein „starkes und geeintes Europa“.

Besonders Ministerpräsident Boris Rhein sprach sich in seiner Rede für eine starke europäische Verteidigungsfähigkeit aus. Deutschland und Europa müssten angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen handlungsfähig sein, sagte Rhein. „Das große Versprechen Europas ist ein Leben in Frieden und Freiheit. Gerade in Zeiten multipler Bedrohungen müssen wir unsere Freiheit selbst sichern und dafür mehr Resilienz, mehr Sicherheit und eine starke Industrie schaffen“, so Boris Rhein.

Bei kleinen Häppchen aus den hessischen Regionen, Wein aus hessischen Weingütern und interessanten Gesprächen verging die Zeit schnell.

Auf der Rückreise wurde noch ein Zwischenstopp in Köln eingelegt. Das gab der kurzen Reise einen zusätzlichen Höhepunkt: Nach Brüssels internationalem Flair ging es noch für einige Stunden in die Domstadt, bevor schließlich die Heimreise anstand. (Siehe separaten Bericht)

Für eine ausführliche Stadterkundung in Brüssel blieb zwar kaum Raum. Aber gerade die Mischung aus Programm, Begegnungen und kleinen Momenten dazwischen machte den Aufenthalt abwechslungsreich.

Tag 7 – Sylt im August 2026

Sylt Tag 7

Kaum zu glauben, aber unser Sylt-Urlaub 2026 ist tatsächlich vorbei! Diesmal waren es leider nur acht Tage auf dieser traumhaften Insel – und doch war fast alles dabei.  Wir haben die Sonne genossen, an den herrlichen Stränden entspannt und natürlich war auch ein Regentag dabei. Das wechselhafte Wetter gehört zu Sylt und macht den besonderen Reiz der Insel aus.

Kulinarisch blieben ein paar Wünsche offen. Kein Besuch im eleganten Söl’ring Hof in Rantum, auch Sansibar und Samoa standen diesmal nicht auf dem Programm. Trotzdem: Jede Mahlzeit in den anderen Restaurants war ein Genuss. Nach langer Zeit kehrten wir auch wieder in die Kupferkanne ein.

Den letzten Abend verbrachten wir wie fast immer im Hause JM. Irmtraud stieß mit einem Glas Champagner an, ich wählte den Hauscocktail. Es folgte Beef Tatar mit Reibekuchen und Crème fraîche – fein gewürzt, die Crème herrlich frisch. Danach „Dreierlei von der Gänseleber“ mit hausgebackenem Brioche und Apfelsalat.

Natürlich durften die hausgemachte Maultasche und die Lammbratwurst mit Kartoffelsalat nicht fehlen. Zum Abschluss genossen wir ein Weinbergpfirsich-Sorbet, aufgegossen mit Champagner.  Ben empfahl uns dazu einen Riesling von der Mosel und einen Rotwein von der Rhone.  Den Abend ließen wir in der Bar bei „Mo“ mit einem Zibärtle ausklingen. Der Service war wie immer erstklassig: Ben, sein Schwager Jan-Sören und natürlich die Chefin Jane Müller, die im Hintergrund leise und souverän alles lenkte.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück unter bedecktem Himmel zurück in Richtung Heimat.

Fazit: Sylt hat unsere Erwartungen wieder übertroffen. Wir nehmen wunderbare Erinnerungen mit. Nach Sylt ist vor Sylt. Bis bald, Sylt!

Tag 5 – Sylt im August 2026

Tag 5

Der Patron ist tot, es lebe die Familie

Der Patron ist tot: Jörg Müller, über Jahrzehnte der Inbegriff des klassischen Gastgebers, prägte mit seinem Hotel & Restaurant in Westerland Sylts Ruf als Gourmet-Insel wie kaum ein anderer. Als Mitbegründer der neuen deutschen Küche, neben Größen wie Eckart Witzigmann, setzte er Maßstäbe.

Es lebe die Familie: Sein Lebenswerk bleibt in festen Händen. Seine Frau Barbara starb 2023, doch die Familie führt das Erbe weiter. Tochter Jane und ihr Mann Benjamin Birkholz-Müller sowie Sohn Jan-Sören übernehmen die Verantwortung und sichern die Zukunft des Hauses.

Auch in der Küche bleibt alles im Fluss. Jörg Müller sorgte zu Lebzeiten für einen reibungslosen Übergang. André Kuhlmeyer, seit über 20 Jahren im Haus, verkörpert Müllers Philosophie der klassischen, produktfokussierten Spitzenküche wie kein Zweiter. Er führt die Tradition unverändert fort. Während Kuhlmeyer am Herd das kulinarische Erbe bewahrt, leitet Schwiegersohn Benjamin Birkholz-Müller den Service und den legendären Weinkeller – einen der besten der Welt.

In Küche und Service bleibt alles stabil: Die Familie steht.

So erlebten wir den fünften Tag unseres Aufenthalts: Beide Restauranträume waren voll, im Wintergarten saß eine größere Gruppe, und auch die Bar war bis auf den letzten Platz besetzt.

Für den Aperitif gehen wir in die Bar. Irmtraud bestellt wie immer einen Champagner Rosé, ich nehme meinen Hausaperitif.

An diesem Abend fiel uns auf, dass zusätzliche junge Frauen im Service arbeiteten. Neugierig fragte ich nach. Die jungen Damen absolvieren im Rahmen ihrer österreichischen Tourismus- oder Hotelfachausbildung – etwa an der HLW, HLT oder Berufsschule – ein Pflichtpraktikum auf Sylt. Sie machten ihre Arbeit hervorragend.

Nun aber zum Essen.

Amuse Bouche

Der Abend begann mit einem Amuse-Bouche: Eine Scheibe Schinken und frische Gemüsestangen wie Karotte und Stangensellerie, einfach, frisch und dennoch bemerkenswert.

Tataki vom Färöer Lachs mit Gurken

Dazu passt ein trockener, mineralischer Riesling Feinherb, wie Ben vorschlug. Eigentlich mag ich Riesling nicht, doch dieser harmonierte ausgezeichnet mit dem Gericht. Entscheidend sind die Qualität des Lachses, die Frische der Gurke und die feine Säure des Suds – sie sollen im Mittelpunkt stehen. Ein Gurkensorbet brachte mit seiner Kühle den letzten Schliff.

Gänseleber, Kirsch, Kartoffelpüree

Gönne es mit immer wieder, wenn ich auf der Karte dieses Gericht entdecke!!!

Wachtelcrépinette auf Périgord-Trüffel-Risotto

Wachtelcrépinette auf Périgord-Trüffel-Risotto

Auf diesen Gang hatte ich mich lange gefreut. Schon im Juni fragte ich, ob man ihn mir im August servieren könne. Küche und Service machten es möglich – eine besondere Freude. Erinnerungen wurden wach: Um die Jahrhundertwende bereitete ich dieses Gericht, damals als Wachtelkotelett bekannt, selbst in meinen Kochkursen zu. Die heutige Version ähnelt der damaligen, nur das Schweinenetz fehlt. Die Unterschenkel der Keulen verarbeitete die Küche zu einer Farce, ein großes Spinatblatt dient nun als Hülle.

Ben stellte dazu einen 2023er Verduno Pelaverga Burlotto auf den Tisch. Am Ende des Abends war die Flasche leer.

Jürgen Dollase dokumentierte dieses Gericht im Mai 2025 in Westerland zusammen mit Jörg Müller. Die Aufnahme findet sich im „Deutschen Archiv der Kulinarik“.

Gebackene Zwetschgen auf Armagnacschaum mit Walnuss – Krokant Eis

Ein schlichtes, elegantes Tellerbild, kaum Dekor. Die Produkte standen im Fokus. Klare, saubere Kontraste: die warme, fruchtige Zwetschge und das kalte Eis.

Fazit: Die neuen Inhaber sind auf dem richtigen Weg. Wir (Stamm) Gäste sollten sie dabei unterstützen.

Tag 3 – Sylt im August 2026

Tag 3 – Sylt

Nach dem Frühstück ließ ich meine Walking-Tour ausfallen. Stattdessen fuhr ich um 10.30 Uhr nach Wenningstedt zur Friesenkapelle. Dort begann um 11.00 Uhr die Trauerfeier für Jörg Müller, der nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben war.

1992 besuchte ich zum ersten Mal sein Restaurant. Zwischen 1995 und 2004 nahm ich regelmäßig an seinen Kochkursen teil, die jeweils vier Tage dauerten. Die Termine lagen im Februar oder November, wenn es auf Sylt ruhiger zuging. Die Themen reichten von „Seminar für Fortgeschrittene“ über „Italienische Küche“ bis zu „Spezialitäten von Land und Meer“. Übernachtet wurde stets im Hotel, das zum Restaurant gehörte. Trotz des Stresses waren es immer angenehme Tage.

Müller leitete die Kurse persönlich, obwohl er gleichzeitig das Tagesgeschäft bewältigen musste. Damals hatte sein Restaurant auch mittags geöffnet. Er erklärte jeden Gang, gab Zubereitungstipps und achtete darauf, dass während der Vorbereitungen kein Alkohol floss. Beeindruckend war sein wirtschaftliches Denken: Ohne Sponsor musste er seine Investitionen selbst erwirtschaften. Anhand eines Lammgerichts zeigte er, wie er vorging. Er kaufte ein ganzes Lamm von der Insel und verwertete es vollständig. Das Gourmetrestaurant bekam den Rücken, während Schulter und Keule im „Pesel“, seinem Bistro, landeten. Die Knochen schabte er gründlich ab und verarbeitete sie zu Lammfrikadellen oder seinen legendären Bratwürsten, die er auch als Amuse-Bouche im Gourmetrestaurant servierte. Aus den Knochen kochte er in einem aufwendigen Verfahren eine sämige Sauce.

Viele Jahre waren wir Gäste in seinem Restaurant und später auch im Hotel. Es waren stets schöne Aufenthalte. Hoffen wir, dass es ohne ihn weitergeht – ich bin zuversichtlich.

Am späten Nachmittag kehrten wir ins „Fisch Hüs“ ein. Eigentlich wollte Irmtraud bei Blum „Grüne Heringe“ essen, doch die gab es an diesem Tag nicht.

Sie bestellte stattdessen Wolfsbarsch, der gut gebraten und gewürzt war.

Ich wählte eine Bouillabaisse aus Nordseefischen, die leider etwas Würze vermissen ließ,

und anschließend Labskaus. Dazu tranken wir einen Grauburgunder vom Weingut Dr. von Bassermann-Jordan. Auf der Karte entdeckte ich den Wildkirsch Nr. 1 von Ziegler – in den 1980er-Jahren ein Kult-Digestif. Natürlich bestellte ich ihn, und Erinnerungen wurden wach. Es war ein angenehmer Aufenthalt auf der Terrasse.

Tag 1 -Sylt im August 2026

Tag 1 – Sylt

Die Koffer stehen bereit. Gegen 14.15 Uhr fahren wir zum Flughafen Kassel. Wir parken das Auto, geben das Gepäck auf und gehen durch die Sicherheitskontrolle. Alles läuft entspannt. Kein Stress.

Über den Wolken

Um 15.25 Uhr hebt unser Flieger ab. Um 16.30 Uhr landen wir in Westerland auf Sylt.

Anflug nach Sylt über den Weinberg

Hanne und Herbert holen uns wie immer freundlich ab. Nach einer kurzen Begrüßung fahren wir zuerst zu Gosch in List.

Dort bestellen wir eine Meeresfrüchteplatte und eine Flasche Sauvignon Blanc. Salz, Meer und frischer Fisch liegen in der Luft. Hurra, wir sind endlich wieder auf Sylt.

Danach fahren wir ins Hotel Restaurant Jörg Müller in Westerland. Für uns ist es seit Jahren ein vertrauter Ort. Wir packen die Koffer aus und gehen in die Bar. Über dem Haus liegt Trauer, denn Jörg Müller ist leider am 09. August im Alter von 79 Jahren verstorben. Trotzdem ist die Begrüßung wie immer sehr herzlich.

2026-03/04 Gran Canaria – Freitag bis Sonntag

Freitag bis Sonntag der Folgewoche inkl. Rückreise

Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel dauert etwa 30 Minuten. Schon beim Betreten des Hotels spürt man: „Wir sind wieder da. “ Das Personal begrüßt uns herzlich, erledigt die Formalitäten schnell und reibungslos. Diesmal haben wir nur Übernachtung mit Frühstück gebucht. Das Team strahlt eine ansteckende Freude aus. Zur Begrüßung gibt es ein Glas gut gekühlten Cava. Wir fühlen uns sofort angekommen.

Die Lage bleibt unverändert: Der Blick schweift über den Sandstrand, und in weniger als einer Minute steht man im Meer. Doch der Strand hat sich nach dem Unwetter vor einer Woche stark verändert. Aus Erfahrung wissen wir, dass er sich erholen wird – wie lange, entscheidet allein die Natur.

Da wir diesmal nur Frühstück gebucht haben, mussten wir vorab überlegen, wo wir abends essen wollen. Neben unseren Stammrestaurants probierten wir auch neue Adressen aus.

Am Freitagabend führte uns der erste Weg ins „Casa Antonio“, direkt am Strand von Maspalomas. Es ist dieses unschlagbare Gefühl: Meeresrauschen, Salzluft und dazu frischer Fisch – ein Genuss.

Für Samstag hatten wir das „Cumbres“ in Playa del Inglés geplant. Doch schon im Taxi warnte uns der Fahrer: „Das wird nichts, Karneval! “ Wegen des Unwetters war er um eine Woche verschoben worden. Er behielt recht – kein Durchkommen. Also kehrten wir um und aßen im Hotel. Trotz der ungeplanten Änderung war das Abendessen wie immer hervorragend. Diesmal gab es ein Drei-Gänge-Menü: Bouillabaisse, Lachs mit Pastinake und Dill. Allerdings fehlte der angekündigte Lachsrogen, und die Küche reichte ihn trotz Reklamation nicht nach. Beim Dessert – weiße Schokolade, Joghurt-Biskuit und wilde Beeren – suchte ich vergeblich nach den wilden Beeren. Stattdessen gab es nur klein geschnittene Erdbeeren.

Der Sonntagabend hielt ein besonderes Highlight bereit: das Kabuki an der Promenade von Maspalomas. Zugegeben – ein japanisches Restaurant direkt am Strand von Gran Canaria klingt ungewöhnlich. Doch genau diese Kombination macht den Reiz aus. Das Kabuki liegt im stilvollen Hotel Lopesan Costa Meloneras und gehört zur renommierten Kabuki-Gruppe, bekannt für ihre kreative Fusion aus japanischer und mediterraner Küche. Schon beim Ankommen spürt man: Hier geht es nicht nur ums Essen, sondern um ein Erlebnis. Nachdem wir bei früheren Besuchen à la carte gegessen hatten, entschieden wir uns diesmal für das Menü – und überließen die Auswahl dem Chefkoch. Eine Entscheidung, die sich als Volltreffer erwies. Der Abend begann entspannt mit einem Sake als Aperitif, begleitet von einem perfekt passenden Wein von den Kanarischen Inseln. Dann nahm das Menü Fahrt auf: kunstvoll angerichtetes Sushi und Sashimi, gefolgt von zartem Thunfisch-Tatar. Besonders in Erinnerung blieben das knusprige Steinbutt-Tempura und die aromatischen Gyoza mit Entenfüllung. Ein echtes Highlight waren die hauchdünnen Scheiben vom Wagyu – butterzart und voller Geschmack. Jeder Gang überraschte, jede Kombination war durchdacht und harmonisch. Ein Abend, der nicht nur kulinarisch, sondern auch atmosphärisch in Erinnerung bleibt.

Schon am Montagmorgen war klar: Das wird kein gewöhnlicher Tag. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte es – der berüchtigte Calima hatte die Insel fest im Griff. Feiner Saharastaub lag in der Luft, das Licht wirkte gedämpft, fast surreal, und alles schien in einen warmen Schleier gehüllt.

Am Abend zog es uns ins „Cumbres“ nach Playa del Inglés – ein bewusster Kontrast zur ruhigen, staubigen Stimmung des Tages. Hier war es lebendig, vertraut und angenehm geschäftig, genauso, wie wir es über die Jahre lieben gelernt haben. Kulinarisch blieben wir unserer Tradition treu: Pata Negra, zartes Lomo, Lammbries und eine herrlich aromatische Lammschulter kamen auf den Tisch. Dazu ein roter Hauswein – unkompliziert und genau richtig. Und wie so oft zeigte sich: Hier kann man nichts falsch machen. Zum Abschluss wurde es klassisch: eine feine Creme, ein kräftiger Espresso und – als nette Geste des Hauses – ein Brandy. Ein rundum stimmiger Abend, der den besonderen Charakter dieses Tages perfekt einfing.

Auch am Dienstag hielt sich der Calima, wenn auch abgeschwächt. Am Spätnachmittag kehrten wir ins „Casa Antonio“ zurück. Irmtraud wollte unbedingt wieder einen ganzen Fisch essen. Die Wahl fiel auf eine Dorade, die geteilt wurde. Vorher gab es Garnelen in Knoblauch und frittierte kleine Tintenfische. Dazu einen Weißwein aus Lanzarote.

Für die Besuche am Mittwoch: Bevir; Donnerstag: Bamira; Freitag: Aquarela. gibt es separate Berichte.

Am Samstag genossen wir mittags noch einmal kanarische Küche im „Casa Antonio“ und abends das „Cumbres“.

Hier hatten wir uns bereits für 19.00 Uhr angemeldet, da es am nächsten Morgen nach Hause ging. Bis 20.00 Uhr waren wir die einzigen Gäste. Dann füllte sich das Restaurant innerhalb von zehn Minuten. Wie man hören konnte, waren es überwiegend spanische Gäste.

Am Sonntag war der Urlaub leider zu Ende. Frühstück, Koffer packen, bezahlen – um 11.00 Uhr fuhr das Taxi Richtung Flughafen. Fast pünktlich hob der Flieger um 13.45 Uhr ab. Nach 4 Stunden und 5 Minuten landeten wir in Düsseldorf. Um 22.15 Uhr waren wir wieder zu Hause. Der nächste Urlaub auf Gran Canaria kann hoffentlich bald kommen.

2026-03/04 Gran Canaria – Anfahrt/Flug

Anfahrt/Flug

Wieder führt uns die Urlaubsreise gen Süden. Wie so oft steuern wir die Insel Gran Canaria an.  Seit 1981 zieht es uns dorthin. Auch diesmal haben wir das  Hotel Faro a Lopesan Collection Hotel gebucht.

Dieses Hotel ist für uns ein besonderer Ort: Es liegt direkt am berühmten Leuchtturm Faro de Maspalomas und bietet einen Blick auf die Dünen von Maspalomas.

Gran Canaria selbst fasziniert mit einem Mix, der jedes Jahr viele Besucher anzieht: stabiles Klima, viel Sonne, das Meer und eine abwechslungsreiche Landschaft – von Stränden bis zu den Bergen im Inselinneren. Hat man erst einmal „seinen Platz“ gefunden, fühlt es sich eher wie ein zweites Zuhause an als wie ein Urlaubsziel.

Da unser Flug am Freitag bereits um 7:15 Uhr startet, haben wir im nahegelegenen Sheraton Hotel übernachtet. Vom Parkhaus aus fuhren wir zwei Etagen nach oben und erreichten den Check-in-Bereich. Am Abend erledigten wir den Check-in und gingen anschließend ins Hotel. Im Restaurant Otto, wo wir schon in den letzten beiden Jahren gegessen hatten, ließen wir uns erneut verwöhnen.

Als Vorspeise wählten wir Rinder- und Kalbscarpaccio mit gebratenen Waldpilzen, Rucola und Grana Padano.

Zum Hauptgang gab es Rib-eye-Steak mit Süßkartoffelpommes und Wasabi-Dip,

als Dessert ein warmes Schokotörtchen mit flüssigem Kern, Vanilleeis und Beerensauce. Wir teilten uns die Gänge und genossen dazu jeweils ein Glas Rotwein.

Um 5:15 Uhr war die Nacht vorbei. Nach einer schnellen Dusche und dem Packen ging es zur Sicherheitskontrolle, die fast 25 Minuten dauerte. Trotzdem blieb noch Zeit für einen Cappuccino und ein Croissant.

Fast pünktlich hob unser Flugzeug um 7:25 Uhr Richtung Gran Canaria ab. Nach 4 Stunden und 5 Minuten landeten wir. Koffer holen, ein Taxi nehmen – der Urlaub konnte beginnen.

Sylt, November 2025

November auf Sylt:

Eine kulinarische Reise beim Island Food Festival.

Im November zeigt sich Sylt von seiner ruhigen Seite. Die geschäftige Sommersaison klingt aus, viele Restaurants und Geschäfte schließen vorübergehend, um vor Weihnachten neue Kraft zu tanken. Doch Feinschmecker müssen nicht darben: Das „Island Food Festival“ sorgt für genussvolle Abwechslung.

Holger Bodendorf, der kreative Kopf hinter dem Landhaus Stricker, hat auch in diesem Jahr ein Fest für die Sinne organisiert. Über mehrere Tage präsentieren die besten Küchenchefs der Insel ihre Kreationen und laden spannende Gastköche ein. Bodendorf steht dabei nicht allein – eine Riege erstklassiger Gastgeber macht das Festival zu einem besonderen Erlebnis.

Wer sind diese Gastgeber? Da ist das Hotel & Restaurant Jörg Müller, ein Sylter Klassiker, der Tradition und Innovation vereint. Der Söl’Ring Hof unter Jan-Philipp Berner glänzt mit kreativer Küche, und erstmals dabei ist der Dorfkrug Bar und Grill von Thomas Samson, wo rustikale Gerichte moderne Akzente erhalten.

Auch Jan Nissen-Hünding vom Samoa Seepferdchen und Max Westphal aus Severin’s Resort & Spa bereichern das Festival. Gemeinsam gestalten sie ein Programm, das mit regionalen Zutaten, saisonalen Menüs und innovativen Ideen jeden Gaumen begeistert.

Wir hatten erneut bei Jörg Müller gebucht. Besonders lockte uns neben der neuen griechischen Küche von Nikos Billis das außergewöhnliche Angebot für Weinliebhaber: eine Verkostung ausgewählter Bordeaux-Raritäten. Doch drei Tage vor dem Termin sagte man die Veranstaltung ab, weil mehrere Teilnehmer abgesprungen waren. Stattdessen begann unser Aufenthalt bei Müller mit einem typisch griechischen Tavernenmenü.

Das Festival startete mit einem kulinarischen Abend im Severin’s Resort & Spa. Sylter Gastgeber, Gastköche, Produzenten und Gäste der teilnehmenden Häuser trafen sich dort zu einem genussreichen Auftakt. Neben den Sylter Gastgebern präsentierten auch Partnerbetriebe von der Insel ihre regionalen Produkte. Ein gelungener Start.

Der erste Abend bei Jörg Müller stand unter dem Motto „Taverna Müller – eine Nacht in Hella“. Eine Reise durch die Vielfalt der griechischen Küche, ohne die klassischen Gerichte wie Gyros, Souvlaki, Bauernsalat oder Bifteki zu servieren. Gastkoch Nikos Billis und sein Team verwandelten die Taverne mit ihren Gerichten in eine moderne griechische Oase. Teller um Teller landete auf dem Tisch, und jeder griff nach Lust und Appetit zu. Ein Abend voller lebendiger Aromen und mediterraner Leichtigkeit. Die „Meze“ wurden durch Weine vom Weingut Dr. Heger ergänzt, die überraschend gut dazu passten. Darauf ein Yamas!

Am zweiten Abend entführte uns Nikos Billis in die Welt des „Greek Fine Dining“: präzise, elegant und voller Überraschungen. Seine Lehrjahre bei Spitzenadressen wie Noma, Miramar, De Librije und zuletzt im W Costa Navarino, wo er nun Küchenchef ist, spiegelten sich in jedem Detail wider. Die griechische Küche zeigte sich in einem völlig neuen Licht.

Den letzten Abend auf Sylt verbrachten wir nicht auf der Abschlussfete in Tinnum, sondern blieben in Westerland. Da wir früh heimkehren wollten, entschieden wir uns für diesen ruhigen Abend ohne viel Alkohol.

Leber mit Zwetschgen, Steinbuttravioli und Garnele, danach Lammhaxe bzw. Seezunge. Zum Abschluss dann ein Apfelküchlein.

Dazu Weiß- und Rotwein (je 0,375 l) von Domaine Jacques Prieur. Auf den „Absacker“ an der Bar verzichteten wir diesmal.

Es waren ereignisreiche und bewegte Tage, die viel zu schnell vorbei gingen. Nach Sylt ist vor Sylt.

Teneriffa 2025-Hotel

Guayarmina Princess in Costa Adeje:

schöne Hülle, schwaches Essen.

Wer in Costa Adeje einen entspannten Urlaub sucht, sollte das Guayarmina Princess besser meiden. Die Architektur beeindruckt auf den ersten Blick: ein modernes, großzügiges Gebäude mit zeitgemäßem Design. Doch hinter der Fassade lauern Enttäuschungen.

Zimmer

Wir hatten ein Standardzimmer gebucht. Es war geräumig, das Bett bequem, und die begehbare Dusche gefiel uns. Allerdings ließ die Abdichtung zwischen Wand und Schiebtür zu wünschen übrig, sodass der Boden vor der Dusche oft unter Wasser stand.

Restaurants – die Schwachstelle des Hotels

Kulinarisch enttäuscht das Guayarmina Princess. Der „Food Market“ bietet zwar eine große Auswahl, doch das Ambiente erinnert eher an eine Kantine als an ein 4-Sterne-Hotel. Qualität und Abwechslung bleiben auf der Strecke. Alles wirkt anonym und wenig einladend.

Wer mindestens vier Nächte bleibt, isst einmal im ‚The Roast‘ ohne Aufpreis. Die Vorspeisen und Desserts ähneln jedoch denen im „Food Market“, und die Hauptgerichte von der kleinen Karte sind kaum erwähnenswert. Immerhin ist es dort ruhiger als im Hauptrestaurant.

Ein weiteres Problem ist der Service. Das Personal wirkt oft gleichgültig, manchmal sogar nervös – bei einem Hotel dieser Größe wenig überraschend. Alles scheint auf die überwiegend englischen Gäste ausgerichtet, die 80 bis 90 Prozent der Besucher ausmachen. Über die Einhaltung der Kleiderordnung hüllt man besser den Mantel des Schweigens.

Fazit

Trotz der schönen Zimmer und der beeindruckenden Architektur überwiegen die negativen Eindrücke. Wer keine hohen Ansprüche an die Küche stellt, könnte hier dennoch glücklich werden. Allen anderen sei geraten, die Restaurants in der Umgebung zu erkunden – ein Tipp, den wir selbst beherzigt haben.

Philipp Soldan-Frankenberg

Freitagabend im Gourmetrestaurant Philipp Soldan – ein Fest für die Sinne. Das Menü entführt auf eine köstliche Reise, bei der mutige und raffinierte Geschmackskombinationen ein unverwechselbares Erlebnis schaffen. Jeder Gang begeistert: Texturen, Aromen und Timing harmonieren perfekt.

Der Service glänzt mit Professionalität, Herzlichkeit und unaufdringlicher Eleganz. Das Team umsorgt die Gäste aufmerksam und kompetent, ohne je aufdringlich zu wirken. Wir fühlten uns rundum willkommen und bestens betreut.

Ein Highlight ist die offene Küche. Zwar trennt eine Glasscheibe sie vom Gastraum, doch erlaubt sie spannende Einblicke. Die Köche arbeiten ruhig und konzentriert, während sie die Gerichte kunstvoll anrichten. Unter Hochdruck entstehen kreative Kompositionen, und Chefkoch Erik Arnecke bleibt dabei stets der ruhende Pol.

Auch die Weinkarte beeindruckt und lädt zu einer Entdeckungsreise ein. Dank des Coravin-Systems können selbst edelste Weine glasweise genossen werden, ohne die Flasche zu öffnen. So lassen sich exklusive Tropfen probieren, die sonst unerschwinglich blieben. Die Preise für 0,1 Liter reichten von 12 bis 38 Euro und bieten eine exquisite Auswahl, die perfekt zu den Gerichten passt.

Fazit: Eine außergewöhnliche kulinarische Reise – kreative Küche, makelloser Service, spannende Einblicke in die offene Küche und eine Weinauswahl, die überrascht und begeistert. Ein Ort für Genießer, die das Besondere suchen und sich gerne über Zutaten, Techniken und Aromen austauschen.

Bewertung: 7.5 von 10

Statt Champagner, nach langer Zeit wieder mal ein Sherry als Aperitif

Käsecreme – Schnittlauch Öl – Butter dazu selbstgebackenes Brot

Amuse Bouche

Amuse Bouche – Rindertatar – Salat (fast ein zusätzlicherGang)

In Nussbutter marinierter Kingfisch – Austernmousse – Kaviar

Getauchte Norwegische Jakobsmuschel – Sepia – Risotto Nero

Crepinet vom mild geräucherte. Perlhuhn – Mangold – Trauben Sauce

Sorbet

Duett vom Angnus Beef – Mais – Pfifferlinge

Eingeweckte Zuckeraprikosen – Mandeleis – Fenchelsud

Petit Four