2026-04-22 L’Auberge du Pont de Collonges

Paul Bocuse

40 Rue de la plage

69660 Collonges-au-Mont-d’Or

Der Mythos Paul Bocuse lebt – auch acht Jahre nach dem Tod des Jahrhundertkochs und sechs Jahre nach dem Verlust des dritten Michelin-Sterns. Doch was ist das Haus Paul Bocuse heute? Bröckelt hier ein Denkmal, wirkt es wie ein kulinarisches Museum oder bewahrt es die klassische französische Küche? Nach meinem Besuch sage ich: von allem etwas. Vor allem, aber bleibt die Frage: Muss ein Gourmet einmal im Leben hier gewesen sein?

Paul Bocuse war eine unbestrittene Legende der Gastronomie. Sein Name steht für Spitzenküche, Innovation und die Pflege französischer Kochtradition. Sein Restaurant in Lyon galt und gilt als Pilgerstätte für Feinschmecker aus aller Welt. Der Verlust des dritten Sterns im Michelin-Führer 2020 wurde von vielen als Zäsur empfunden – doch ist der Mythos damit wirklich verblasst?

Hannes Buchner vom Gourmet-Portal organisierte die Fahrt bei Lyon. Wir übernachteten im Hotel Pullman nahe dem Bahnhof Lyon-Part-Dieu. Folgende Besuche standen auf dem Programm: Am ersten Abend wählten wir zwischen den Restaurants La Mère Brazier und Paul Bocuse. Am nächsten Tag aßen wir gemeinsam im Drei-Sterne-Restaurant Troisgros in Ouches zu Mittag. Auch das Restaurant Marcon in Saint-Bonnet-le-Froid stand zur Auswahl, doch wir verzichteten darauf. Acht Personen hatten sich für die Reise angemeldet. Am ersten Abend speisten jeweils vier von uns bei Bocuse und Brazier, das Mittagessen am nächsten Tag genossen wir alle zusammen. Hannes Buchner organisierte alles hervorragend.

Ein Bus brachte uns vier in etwa 20 Minuten vom Hotel zum Restaurant. Am Eingang empfing uns der Wagenmeister und führte uns zum Restauranteingang. Am Restaurant angekommen, ging alles plötzlich sehr schnell. Ich wollte eigentlich ein Foto von der offenen Küche machen, die eine Glasscheibe vom Eingangsbereich trennt. Doch das Personal brachte uns zügig an unseren Tisch. Kurz darauf lag die Speisekarte vor uns; das Menü „Tradition“ war für uns bereits vorbestellt. Da ich aber Interesse an der „Volaille de Bresse“ hatte, änderte man für mich den Hauptgang. Drei von uns wählten diesen Gang, einer das angebotene Filet. Die Auswahl zog sich etwas hin, da wir eine bunt gemischte Gruppe waren. Unsere Mitfahrer hatten solche Fahrten mit Hannes schon öfter erlebt, für uns war es das erste Mal.

Zum Auftakt erhielten wir alle ein Glas Champagner, dazu stellte man einige Amuse-Bouches auf den Tisch, die jedoch kaum der Rede wert waren. Dann kam die Weinkarte – ein Wälzer, in dem sich kaum jemand zurechtfindet.

Wir beschlossen, uns auf einen Weißwein zu konzentrieren und zum Fleisch  ein Glas Rotwein zu nehmen. Ich blätterte kurz in dem Wälzer und entschied mich für eine Flasche 2018 Domaine Jacques Prieur Meursault 1er Cru Santenots. Den Rotwein, ein Hermitage 2021 Domaine du Colombier, schenkte man uns dann auch zum Käsegang ein.

Frühlingsfrikassee vom Blauen Hummer mit Gemüse der Saison

Das Gericht vereint den feinen Geschmack des Blauen Hummers mit frischem Saisongemüse wie grünem Spargel und jungen Karotten. Die leichte, aromatische Zubereitung betont die Natürlichkeit der Zutaten. Diese Frische und Harmonie überzeugen, auch wenn ein Vergleich mit einem ähnlichen Gericht gestern Abend von Keller in Oberbergen zeigt, dass dort Würze und Textur noch etwas besser gelingen. Dennoch bleibt das Frühlingsfrikassee am Paul Bocuse ein gelungenes Geschmackserlebnis.

Mit der Angel gefangener Gelbflossen-Seehecht, cremige Muschelsoße, garniert mit Vichyssoise

Der Gelbflossen-Seehecht beeindruckt mit zarter Textur und feinem Aroma, wurde jedoch etwas trocken serviert. Die cremige Muschelsoße mit mildem Meeresgeschmack harmoniert hervorragend mit dem Fisch und gleicht den Mangel aus. Die Beilage irritiert jedoch: Statt der klassischen Vichyssoise, einer kalten Kartoffel-Sahnesuppe, kam eine einfache Salzkartoffel auf den Teller – vermutlich ein Fehler in der Menübeschreibung. Diese Diskrepanz trübte den ansonsten stimmigen Eindruck.

Geflügel aus Bresse (AOP) mit Estragonessig, Lyoner Kartoffeln

Die Volaille de Bresse, eine der edelsten Geflügelspezialitäten Frankreichs, überzeugt hier mit butterzartem Fleisch und intensivem Geschmack. Das Tranchieren der Brust am Tisch setzt das Produkt gekonnt in Szene. Die Sauce mit Estragonessig bringt eine frische, leicht herbe Note, die perfekt mit dem würzigen Geflügel harmoniert. Die gut gewürzten Keulen und die klassischen pommes lyonnaises ergänzen das Gericht ideal. Diese Kombination aus Tradition, Raffinesse und handwerklicher Präzision macht es zu einem Höhepunkt für Liebhaber der französischen Küche.

Frische und gereifte Käsesorten aus unserer Region

Ein seltener Genuss: Der Käsewagen wird vorgefahren. Aus den gereiften Sorten wähle ich drei regionale Spezialitäten. Der Service berät dabei kompetent und freundlich.

Kulinarische Köstlichkeiten, präsentiert auf unserem Servierwagen

Auch der süße Abschluss des Menüs überzeugt. Ein kräftiges Schokoladentörtchen begeistert mit intensiven Aromen. Danach folgen ein Espresso und eine Mirabelle. Die Petit Fours lasse ich mir einpacken – ein schöner Ausklang.

Fazit: Die Auberge bewahrt das Erbe der klassischen französischen Küche und setzt dabei behutsam moderne Akzente. Die Atmosphäre atmet Tradition und Respekt vor den Wurzeln, was manche als altmodisch empfinden mögen. Doch gerade diese Hingabe an klassische Techniken und Zutaten verleiht dem Haus seinen unverwechselbaren Charme. Trotz gelegentlicher Kritik bleibt das Restaurant eine Institution der Kulinarik. Der hohe Personalaufwand unterstreicht den Anspruch.

Für Gourmets, die die Geschichte und Entwicklung der französischen Haute Cuisine erleben möchten, bietet das Haus eine einzigartige Erfahrung. Es ist kein verstaubtes Denkmal, sondern ein lebendiges Museum der Kochkunst, das Tradition pflegt und bewahrt. Jeder Gourmet sollte diesen Ort besuchen, um die Essenz der klassischen französischen Küche zu erleben und den Geist des Jahrhundertkochs Paul Bocuse zu spüren.

Bewertung: Knapp über 8/10, also ein schwacher zweiter Stern. Der Fischgang ein Stern, dafür der Fleischgang nahe an drei Sternen.

Orangerie im Nassauer Hof Wiesbaden

Das Hotel Nassauer Hof, das Sterne-Restaurant „Ente“ und das Entenbistro gehören untrennbar zusammen und werden oft in einem Atemzug genannt. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass das Hotel noch ein weiteres, durchaus bemerkenswertes Restaurant bietet: die Orangerie. Hier lohnt es sich, die Küche zu entdecken, die eine echte Alternative darstellt. Zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen serviert die Orangerie eine abwechslungsreiche Auswahl, die regionale und internationale Klassiker modern interpretiert. Gäste speisen entweder im lichtdurchfluteten Rondell mit raumhohen Fenstern oder, bei schönem Wetter, auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf Stadtpark und Kurhaus.

Bevor wir mit dem Speisen beginnen, verdient das Servicepersonal besondere Anerkennung – allen voran Gauthier Bührer. Mit Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Kompetenz sorgt er dafür, dass wir  willkommen und bestens umsorgt fühlten. Sein Lächeln macht den Aufenthalt in der Orangerie zu einem rundum angenehmen Erlebnis.

Nun zu den Speisen.  

Schnell kamen Brot, Butter und Olivenöl auf den Tisch. Dazu ein Glas gut gekühlter, perlender Bollinger Rosé Champagner.

1. Gang: Carabinero-Carpaccio, Kaviartoast, Wachtel-Ei, Safrancreme, Krustentieröl

Das zarte Carpaccio vom Carabinero überraschte mit frischem, intensivem Geschmack. Zusammen mit dem Kaviartoast entstand eine harmonische Symphonie der Meeresaromen, veredelt durch die luxuriöse Safrancreme. Das Wachtel-Ei krönte das Gericht, während das feine Krustentieröl ihm Tiefe verlieh.

2. Gang: Gebratene Jakobsmuschel, Bouillabaissefond, Piemonteser Risotto, Aioli, buntes Gemüse

Die perfekt gebratene Jakobsmuschel ruhte auf cremigem Piemonteser Risotto, umgeben von aromatischem Bouillabaissefond. Buntes Gemüse ergänzte das Gericht farblich und geschmacklich, während die Aioli den Gang abrundete.

3. Gang: Filet von der Bodensee-Färse, Süßkartoffel, Feige, Szechuanpfeffer, Kokos-Ponzusoße

Das zarte, medium rare servierte Filet der Bodensee-Färse überzeugte mit seiner Qualität. Die Süßkartoffel und die süße Feige schufen ein harmonisches Zusammenspiel, während der Szechuanpfeffer eine pikante Schärfe beisteuerte.

4. Gang: Roquefort, Brie de Meaux, Reblochon, Bergkäse, Feigensenf, Früchtebrot

Eine erlesene Käseauswahl bildete den vierten Gang. Feigensenf und Früchtebrot setzten geschmackvolle Akzente und rundeten das Erlebnis ab.

5. Gang: Yuzu Delice, weiße Schokolade, Pistazie, Zitronen-Pfeffer-Kaviar, Yuzu-Sorbet

Das Yuzu Delice bestach durch fruchtige Frische, während weiße Schokolade und knusprige Pistazien eine harmonische Textur boten. Der zitronen-pfeffrige Kaviar überraschte mit Würze, und das erfrischende Yuzu-Sorbet setzte den perfekten Schlusspunkt.

Die Gänge 2 bis 5 wurden auf Wunsch geteilt.

Ein Weißburgunder vom Weingut St. Antony und ein Spätburgunder von Robert König begleiteten das Menü und intensivierten das Geschmackserlebnis.

Zum Abschluss gab es Espresso, begleitet von einem Wildkirsch Nr. 1 von Ziegler – ein Hauch von Nostalgie schwang mit.

Kuppelrain-Südtirol-2025

Das Familienrestaurant „Kuppelrain“: Ein kulinarisches Erlebnis auf Sterne-Niveau

Das „Kuppelrain“ ist mehr als ein Restaurant; es ist eine Oase der Gastfreundschaft, seit 2001 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. 1988 von Sonya Egger-Trafoier und Jörg Trafoier gegründet, hat sich dieses Familienunternehmen zu einem wahren Genussziel entwickelt, das die ganze Familie einbindet. Jeder Mitarbeiter strahlt Freude und Leidenschaft aus, was sich in jedem Detail des Gastronomie-Erlebnisses zeigt.

Sohn Kevin leitet die Küche und kreiert kreative, exquisite Gerichte. Beeindruckend bleibt der Michelin-Stern auch unter seiner Führung. Jörg Trafoier, nun Gastgeber, führt die Gäste durch das Menü und erläutert  die von Kevin zubereiteten Köstlichkeiten. Tochter Nathalie glänzt als Dessert-Spezialistin, während die jüngste Tochter Giulya im Service hilft, was den Aufenthalt im „Kuppelrain“ zu einem familiären Erlebnis macht.

Sonya Egger-Trafoier, als Sommelière des Hauses, bringt ihr umfangreiches Weinwissen in die Auswahl der Begleitgetränke ein. Mit zahlreichen Auszeichnungen sorgt sie dafür, dass jeder Gang mit dem perfekten Wein harmoniert.

Das Gourmet-Restaurant „Kuppelrain“ liegt oberhalb des Bahnhofs von Kuppelrain und bietet auch gemütliche Zimmer für Übernachtungen. Wir entschieden uns, in einem dieser charmanten Zimmer zu nächtigen. Nach dem Bezug unseres Zimmers empfing uns Hausherr Jörg Trafoier herzlich.

Um von der langen Anreise zu entspannen, gingen wir direkt auf die Gartenterrasse. Mit einem Glas Champagner und köstlichen Bruschettas genossen wir die Aussicht auf den zauberhaften Rosengarten, der zum Verweilen und Träumen einlädt. Hier wird schnell klar, dass das „Kuppelrain“ nicht nur ein gastronomisches Highlight, sondern auch ein Ort der Ruhe und des Genusses ist.

Um 19 Uhr beginnt das Abendmenü.

Auf den Aperitif verzichten wir diesmal, da wir am Nachmittag bereits ein Glas Champagner im herrlichen Garten mit Blick auf die Burg Kastelbell genossen haben. Stattdessen starten wir direkt mit der Weinreise. Gastgeberin und Sommelière Sonja Egger-Trafoier hat die Auswahl bereits getroffen. Sie schenkt vor allem aus Magnum- und Doppelmagnumflaschen aus. Sie ist der Meinung, dass Weine in großen Flaschen besser schmecken und länger reifen als in normalen 0,75-Liter-Flaschen.

Weine werden vorgeschlagen, entkorkt, vorgestellt und großzügig nachgeschenkt. Man spürt ihre Expertise und die Freude daran, außergewöhnliche Weine anzubieten. Alle Weine des Menüs stammen aus Südtirol. Ihr Können und Wissen wurden 2021/22 mit dem „Michelin Sommelier Award 2022 Italy“ ausgezeichnet – als erste Frau in Italien.

Im Kuppelrain gibt es zwei Menüs mit jeweils fünf, sechs oder sieben Gängen. Ein Austausch von Gängen zwischen den Menüs ist möglich. Die sieben Gänge kosten 145 Euro, mit Weinbegleitung 230 Euro. Obwohl man auf der Karte darum bittet, tischweise nur ein Menü zu wählen, servieren Service und Küche uns problemlos beide Varianten. Die Gerichte basieren auf regionalen Produkten und werden modern angerichtet. Gemüse, Obst, Kräuter und Früchte stammen aus dem eigenen Garten. Die Bio-Eier legen Hühner, die vor dem Nebeneingang frei herumlaufen. Auch Fisch und Fleisch kommen aus der Region. Nachhaltigkeit und Tierwohl sind den Trafoiers wichtig.

Die ersten Häppchen treffen ein: selbst gebackene Grissini, Südtiroler Speck aus eigener Herstellung und Brot mit Olivenöl aus der Verwandtschaft.

Als Gruß aus der Küche gibt es eine Meerrettich-Panna-Cotta mit Gurke – ein wunderbares Zusammenspiel von Frische und Schärfe.

Dinkelbrot mit brauner Butter

Gänseleber mit Marille, Hanfsaat und Passito: Das Escalope und die Terrine zergingen zart auf der Zunge. Die Hanfsaat knusperte, die Marille steuerte Fruchtigkeit bei, und der Passito-Fond rundete das Ganze mit feiner Süße ab.

Saibling aus Latsch-Kohlrabi-Senf-Holunderblütendressing

Wolfsbarsch-Kastelbeller Safran- Kimchi aus dem Vinschgau

Tortelliala Parmigiana-Aubergine-Tomate-Parmesan

Schweinebauch-Kaisergranat-Lauch-Erbse.

In den letzten Jahren hat sich in der Fine-Dining-Szene eine spannende Entwicklung gezeigt: Schweinefleisch, oft als schlicht oder rustikal abgetan, erobert zunehmend die Menüs von Sternerestaurants. Besonders faszinierend wirkt die Verbindung mit Kaisergranat, einer delikaten Meeresfrucht mit feiner Textur und aromatischem Geschmack. Diese Verschmelzung von Land und Meer verwöhnt nicht nur die Sinne, sondern feiert auch die Vielfalt der Gastronomie.

Dazu gesellt sich bissfester Lauch, der mit milder Süße und knackiger Frische eine reizvolle Textur bietet. Cremige Erbsen steuern Frische und lebendige Farbe bei. So entsteht ein harmonisches Gericht, das Auge und Gaumen gleichermaßen begeistert

Hirsch – Karotte-Fichtenpulver-Johannisbeere.

Schon wieder hatte ich Probleme mit Wild. Der Hirschrücken, obwohl perfekt gegart, schmeckte leicht metallisch und fühlte sich gummiartig an. Ganz anders das Keulenfleisch: zart, aromatisch und genau so, wie man es von einem Wildgericht erwartet. Daran gab es nichts zu kritisieren.

Käse aus dem Vinschgau

Dessert und Pralinen sind von Tochter Nathalie. Wunderbar

Das Menü II

Fazit: Der Besuch im „Kuppelrain“ ist nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern auch ein Beispiel für gelungene Familienförderung in der Gastronomie. Die Kombination aus hervorragender Küche, sorgfältiger Weinauswahl und herzlicher Gastfreundschaft macht einen Aufenthalt hier zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie.

In einem der drei schön restaurierten Zimmer haben wir wundervoll  geschlafen. Das Frühstück am nächsten Morgen passte sich an den großartigen Abend an. Dank an die Familie Trafoier.

Die Weine

Hotel Aldier – Sent

Willkommen im Herzen von Sent – Ein Ort für Genießer und Entdecker

Im malerischen Dorf Sent im Unterengadin wird das Hotel zum Erlebnisort für alle Sinne. Hier verschmelzen Tradition und Purismus zu einem Ambiente, das Entspannung und kulturelle Entdeckungen vereint.

Das Restaurant setzt auf hochwertige, regionale Küche. Die Gäste genießen die Aromen des Engadins in entspannter Atmosphäre. Statt ein „Gourmet-Tempel“ mit Sternen zu sein, bleibt man bewusst eine „Bergbeiz“. Frische und Qualität stehen im Mittelpunkt, traditionelle Rezepte der Region werden mit modernen Akzenten verfeinert.

Doch das Haus bietet mehr als kulinarische Freuden: Es inspiriert auch den Geist. In der kleinen Bibliothek stöbert man in Büchern oder vertieft sich in die Geschichte des Engadins. Ein kleines Museum ergänzt das Angebot.

In den stimmungsvollen Gewölbekellern hängen grafische Werke des großen Bergeller Künstlers Alberto Giacometti sowie Arbeiten von Ernst Scheidegger und Diego Giacometti.

Das Hotel strahlt Gemütlichkeit und Sorgfalt aus. Es ist nicht nur eine Unterkunft, sondern ein Ort voller Geschichten, Aromen und echter Herzlichkeit. Selbst die Speisekarte trägt künstlerische Handschrift: Sie ist mit Bildern des Malers Marius Borgeaud (*1861 †1924) gestaltet.

Nach der langen Autofahrt von fast 750 Kilometern und einem anregenden Gespräch mit dem Gemeindearchivar Beat Hofmann freuten wir uns auf leichte, regionale und saisonale Gerichte.

Das Abendessen fand in der Bibliothek statt – ein Paradies für Literaturfreunde mit über 1.000 Büchern.

Neben der regulären Karte lockte eine Tageskarte mit Pfifferlings Gerichten. Als Aperitif genossen wir den hausgemachten Wermut, der Erinnerungen an die Kultgetränke der 1970er-Jahre weckte.

Irmtraud wählte eine halbe Portion handgeschnittenes Tatar vom Engadiner Kalb, nach Piemonteser Art mit Olivenöl, einem Hauch Knoblauch und Zitrone.

Als Hauptgang entschied sie sich für Pappardelle mit Pfifferlingen von der Tageskarte.

Ich begann mit getoastetem Brot, Olivenöl und Pfifferlingen und wählte als Hauptgericht

Engadiner Kalbspaillard mit Safran-Risotto und Saisongemüse. Das Paillard war perfekt gebraten, das cremige Risotto ein Genuss, und das Gemüse hatte genau den richtigen Biss.

Zum Abschluss teilten wir eine kleine Käseauswahl von lokalen Produzenten sowie eine

Nusstorte, die mit Walnüssen, Pistazien, Pinienkernen, einem Hauch Orangenabrieb und getrockneten Aprikosen überraschte.

Fazit: Das Essen, der Merlot Sinfonia Barrique aus dem Tessin und die Mirabelle Nr. 5 waren ein Hochgenuss.

Vrai Normand-Vire 2025/05

Ein kulinarischer Abend bei Michel Wahl

Nach über 35 Jahren der kulinarischen Prägung im Herzen von Vire hat Michael Wahl mit seinem Restaurant „Vrai Normand“ nicht nur die Geschmäcker der Region, sondern auch die Herzen der Gäste erobert. Seit Februar 2015 trägt das Haus stolz den Titel „Maître Restaurateur“, ein Zeichen für hohe Gastronomie und echte Leidenschaft. Hier setzt man konsequent auf regionale und saisonale Küche – ein Konzept, das wir immer wieder gerne aufs Neue erleben.

Die Atmosphäre im Restaurant ist durchweg einladend. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Valerie Wahl, der charmanten Gastgeberin, und ihrem aufmerksamen Team wie alte Freunde empfangen. Man erkennt sich sofort wieder und diese persönliche Note macht das Restaurant zu einem ganz besonderen Ort. Das ist es, was uns immer wieder zurückkommen lässt!

Neben einer umfangreichen à la carte-Auswahl bietet das Vrai Normand zwei Menüs für 34,50 € bzw. 45 € an, sowie ein Kindermenü für 14,50 €. Unsere Wahl fiel auf einige regionale Klassiker: Andouille de Vire, den Käse der Normandie und die berühmte Apfeltarte. Diese Gerichte zelebrieren die kulinarische Vielfalt der Region.

Allerdings muss ich gestehen, dass der Abend diesmal nicht ganz das gewohnte Niveau erreichte.

Wir starteten mit Schnecken nach Burgunder Art, gratiniert mit einer köstlichen Kräuterbutter. Diese Vorspeise war wirklich gelungen – aromatisch und perfekt, um mit etwas frischem Baguette getunkt zu werden. Ein gelungener Auftakt, könnte man sagen!

Als Hauptgericht wählten wir die Spezialität der Stadt: die Andouille de Vire. Ich entschied mich für die warme Wurst mit Porree, während Irmtraud die Version mit Ananas-Chutney und Cidre-Sauce probierte. Beide Gerichte waren solide, doch der gewisse „Wow-Faktor“ fehlte dieses Mal. Das Anrichten war leider nicht ganz überzeugend – und das habe ich bei früheren Besuchen ganz anders erlebt.

Auch das Apfelsorbet mit Calvados, (Trou Normand) konnte uns nicht ganz überzeugen. Es hatte einige Eiskristalle, und die Cremigkeit, die wir so schätzten, fehlte dieses Mal.

Der Käse aus der Normandie war jedoch wie gewohnt ein Genuss, und die Apfeltarte mit Caramelleis bildete den Abschluss unseres Essens.

Zum Ausklang gönnten wir uns noch einen Café Noire, mit drei kleinen Süßigkeiten sowie einen Schluck Calvados.

Fazit: Trotz kleiner Mängel bleibt das Vrai Normand für uns ein kulinarisches Juwel. Vielleicht war es nur ein Ausrutscher. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um zu sehen, ob das Restaurant an einem anderen Abend sein volles Potenzial entfaltet. Schließlich gehört es zu unseren Traditionen, neue Geschmäcker zu entdecken und alte Bekanntschaften zu pflegen – und genau das macht den Charme dieses Ortes aus!

Ich bewerte diesmal mit 6.5 von 10 Punkten

Essen im Hotel Faro – April 2024

Wir hatten diesmal Halbpension gebucht und mussten am Tag der Anreise wohl angeben, zu welcher Uhrzeit wir frühstücken und Abendessen wollten. Beide Zeiten wurden jedoch nie kontrolliert, was uns die Freiheit gab, zu den Mahlzeiten zu gehen, wann es uns am besten passte. Diese Flexibilität trug erheblich zu unserem entspannten Aufenthalt bei.

Das Frühstück bot alles, was man von einem 5-Sterne-Hotel erwarten kann. Sowohl à la carte als auch am Büffet war die Auswahl groß und vielfältig. Die Qualität der Speisen war durchweg hoch, und wir genossen es, jeden Morgen ein Glas Cava zu uns zu nehmen, was den Start in den Tag besonders festlich machte. Von frischen Früchten über verschiedene Brot- und Gebäcksorten bis hin zu einer Auswahl an warmen Speisen war für jeden Geschmack etwas dabei.

Abends erfreuten wir uns an der köstlichen Küche des Hotels, die uns stets aufs Neue begeisterte. Die Atmosphäre im Restaurant und auf der Terrasse war angenehm und einladend, und während wir die exquisiten Gerichte genossen, hatten wir die Möglichkeit, die atemberaubenden Sonnenuntergänge zu beobachten, die Gran Canaria so berühmt machen. Diese kleinen, aber bedeutenden Momente machten unseren Urlaub unvergesslich.

Ein weiteres Highlight war die Aufmerksamkeit des Servicepersonals. Ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, betrifft meinen letzten Aufenthalt vor drei Jahren, als ich ein Filetsteak dreimal zurückgeben musste, da es nicht wie bestellt medium rare war. Diesmal jedoch war das Steak sofort perfekt zubereitet. Auf meinen Hinweis, dass das Fleisch optimal gegart sei, meinte die Servicekraft, sie sei mittlerweile mit meinem Geschmack vertraut. Solche kleinen Gesten zeigen, wie sehr sich das Personal um das Wohl der Gäste bemüht.

Die Erinnerungen an unsere Zeit im Hotel Faro sind nach all den Jahren immer noch lebendig. Wir wissen jetzt, dass wir auch mit ein paar Unannehmlichkeiten eine großartige Zeit verbringen können. Gran Canaria und auch das Hotel Faro bleibt unser Lieblingsziel, und wir freuen uns schon auf das nächste Mal, um erneut in diese wunderbare Atmosphäre einzutauchen und die herzliche Gastfreundschaft zu erleben.

Bouillabaisse, Rouille

Kleiner Salat vom Büfett

Filetsteak medium rare, Pilze

Käse- Schinkenteller

Süßes vom Büfett

Sonnenuntergang

2024 Unser Menü am Heiligen Abend

Maronen Apfelsuppe zum Auftakt

Schlicht und einfach. Nordhessische Garnelen, kurz angebraten, abgelöscht mit Pastis und Noilly Pratt

Saibling mit seinem Rogen.

Maispoularde, Karotte, wilder Brokkoli, Sauce auf Basis von Weißwein, Hühnerbrühe, Sahne

Diesmal kein Trou Normand, sondern eine heiße Gänseconsomme

Wenn unsere Tochter Sabrina bei uns zum Weihnachtsessen kommt, muss es dieses Gericht geben. Rehrückenfilet, Selleriemousse, Kartoffelgratin, Rehsauce.

Vacherin Mont d’Or.

Lieblingsdessert unserer Tochter Sabrina. Dialog von Früchten nach H-P. Wodarz und Mousse de Chocolat

Die Weine , eine kleine Reise durch Europa. Zum Auftakt Champagner aus Frankreich, danach leichte Weißweine aus Spanien, zum Reh dann einen gereiften Amarone aus Italien und zum Käse einen Gin, gereift im Calvadosfass aus Kassel

Zum Abschluss einen Espresso, etwas süßes und ein Calva darf im Hause Albrecht natürlich nicht fehlen.

Ostern 2024 Kulinarisch

Karfreitag

Austern, Natur und überbacken

Lachstatar

Lachs auf gebratenen Fenchel

Ostersamstag nach dem Markteinkauf

Kammmuscheln, grüne Soße (Kräuter der Kasseler Mischung), Karotte, Blüten

Rindertatar, Ei, Blüten

Ostersonntag, mit Gästen

Tomaten Tatar, Postelein

Brennnesselknödel, Butter, Parmesan

Der erste Spargel der Saison mit Lachs und grüner Soße. Bei der Kräutermischung war ein Kraut dabei, dass die Soße nicht so leuchtend grün machte wie am Samstagmittag

Zickleinragout aus der Keule. Danach noch Käse(ohne Bild)

Ostermontag

Gin mit frisch gepressten Orangensaft. Der Gin von der Weinhandlung Krollpfeiffer, Kassel ist in einem alten Calvadosfass gereift.

Erbsenpüree (Es gab die ersten frischen Erbsen auf dem Markt), grüner gebratener Spargel. Leber, Niere und Bauchlappen vom Zicklein.

Zickleinrücken, Spargel, Brokkoli, Kartoffelgratin, Buttersauce

Mont d’Or , zum Käse gibt es bei uns immer einen Apfelschnaps und kein Wein.

gut gereifter Sauvignon blanc, der Wein hatte eine schöne goldgelbe Farbe.

Ente – Wiesbaden 10-2023

Wir übernachten im Hotel Nassauer Hof, so dass wir die lockere und entspannte Atmosphäre der Ente in vollen Zügen genießen können. Beim Betreten des Gastraumes fällt einen sofort die recht junge Servicebrigade auf. Mit einer Ausnahme und es ist ein bekanntes Gesicht.  Jimmy Ledemazel ist seit August 2023 Restaurantleiter. Zuvor war er Leiter des Sky-Restaurant Überland in Braunschweig und von Mitte 2008 bis zum Frühjahr 2019 war für die Serviceleitung des Aqua in Wolfsburg verantwortlich.

Kaum haben wir Platz genommen, kommt natürlich sofort die Frage nach einem Aperitif. Letztendlich entscheiden wie uns doch wieder für einen Champagner.

Auf die vorgeschlagenen Menüs verzichte wir diesmal und wählen a la Carte. Dabei kommen auch Vorschläge von Jimmy Ledemazel , nach Rücksprache mi der Küche, die nicht auf der Karte stehen. So z. B. die Entenleber und die rosa gebratene Challans-Entenbrust. Auch die vorgeschlagenen Weine, im Übrigen alle aus dem Rheingau, konnten gefallen.

Fazit: Ein wunderbarer Abend und wir konnten, wie auch bei unseren vorherigen Besuchen in der Ente,  ein positives Fazit ziehen. Der Service ist stets zur Stelle und agiert in perfekter Manier, ohne steif und aufgesetzt zu wirken. Die Souveränität von Maître Jimmy Ledemazel ist von einer herzlichen Offenheit. Chefkoch Michael Kammermeier und seine Küchenbrigade entführte uns in ein kulinarisches Erlebnis von feiner geradliniger Küche mit französischem Einschlag.

Amuse Bouche

Ceviche von der Garnele

Entenleber

Steinbutt

Challans-Entenbrust

Der Käsegang. Serviert vom Käsewagen. Mittlerweile leider sehr selten.

Oliven-Vanilleeis

Zum Abschluss ein Espresso, etwas Süßes und ein Marillenbrand

Besucht am 20.10.2023 (abends)

Menü im August

Habe natürlich auch mal wieder selber am Herd gestanden.

Pfifferlings Suppe mit Begonie

Saibling auf Kopfsalatsauce

Lammrücken, Zuckerschoten, Pfifferlinge, Pimentos de Padron

Käse

Zum Käsegang ein Apfelbrand