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Genuss, Reisen und mehr



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Blick auf Lyon
Oeufs en meurette, pochierte Eier an Burgundersauce
Hechtkloss in Krustentiersauce
Crème brûlée von der Feige
Der Wein
Fazit: Nicht übel, aber vieles kann man besser machen. Das Ei war nicht flüssig genug und der Sauce fehlte der letzte Pepp. (Gewürze) Der Hechtkloss sehr trocken und fest. Die Sauce war in Ordnung. Es gibt bestimmt besser Restaurants inLyon wo man diese Spezialitäten essen kann. Die Auswahl erfolgte lt. Michelin und die Nähe zum Hotel war ausschlaggebend.
Besucht am 30.09.2015 (abends)
Besucht am 18.09.2015
Das Restaurant The Table liegt in einem Neubaugebiet der Hamburger Hafencity. Die Shanghai Allee, hier befindet sich das Restaurant, ist noch überwiegend eine große Baustelle. Von unserem Hotel aus gelangten wir in gut zehn Fußminuten in das Restaurant. Eine gelungene Innenarchitektur setzt erste Akzente. Hier wird nichts versteckt. Gut verarbeiteter Sichtbeton, große Fensterfronten, die abgehängten Decken Elemente aus Filz, (sie sorgen mit den Vorhängen für eine gute Akustik) und die offene Küche sind die wichtigsten Merkmale dieser Innenarchitektur.
Nur 20 Gäste pro Abend finden an dem schlangenartigen Tisch aus Kirschbaumholz, mit Blick in die offene Küche, Platz. Um 19:00 Uhr werden die ersten zehn Gäste empfangen, um 20:00 Uhr folgen die restlichen zehn Gäste. Gedämpftes Licht, klassische Musik und ein abgestimmtes Farbkonzept lassen auf einen gelungenen Abend hoffen. Auch den „Barhockern“ sitzt man sehr bequem. Durch die Anordnung des Tisches sowie der Hocker sind sowohl vertrauliche Gespräche aber auch Gespräche und Diskussionen mit dem direkten Nachbarn möglich. Ich finde ein gelungenes Konzept und man kann Kevin Fehling nur wünschen, dass sich seine mutigen Investitionen lohnen.
Zu einem Glas Champagner werden die ersten Amuse Bouche gereicht.. Besonders der sehr filigrane Macaron mit seinen Basilikumgeschmack konnte gefallen. Der Cracker schmeckt intensiv nach Süden. Es ist schon interessant was man auf diesen kleinen Stück alles unterbringen kann. Oliven, Käse, Zwiebel, Fenchel, Tomate und diverse Kräuter und Blüten sind zu riechen und zu schmecken. Zum Abschluss gibt es ein gedämpftes lauwarmes chinesisches Brötchen mit süß saure Gurke und Erdnusscreme.
Bereits diese ersten Häppchen zeigen die große Klasse von Kevin Fehling und seiner Mannschaft.
Wir verzichten diesmal auf das vorgeschlagene Weinmenü, sondern suchen uns zusammen mit Sommelier David Eitel die Weinbegleitung aus. Zu den Vorspeisen entscheiden wir uns für einen Chardonnay trocken vom Weingut Dreissgacker, zum Hauptgang dem im Weinmenü vorgeschlagenen 2011er „Le Poiré“ Fiefs Vendéens, Saint Nicolas, Loire und zu den Desserts 2014er Brachetto d’Acqi DOCG, Giacomo Bologna, Piemont.
Bereits der erste Gang ein absoluter Höhepunkt. Geflämmte Makrele mit Dashi-Sud und Rettich sowie Makrelentatar mit Sojakaviar. Die Makrele wird mit einem Bunsenbrenner auf beiden Seiten nur sehr kurz geflämmt, so dass ein kaum wahrnehmende des Röstaroma entsteht. Der Rettich bringt eine leichte Schärfe in Spiel. Insgesamt eine gelungene Komposition.
Beim zweiten Gang, „Gänseleber „Tom Ka Gai“ mit Langustinentatar und Mango, hätte ich spielend auf die Gänseleber verzichten können. Die Körnigkeit des Reises, die Schärfe von Thai Curry, die süß säuerliche Mangofrucht und das Tatar vom Kaisergranat bildeten eine interessante Textur und Leichtigkeit.
Es folgte für mich der beste Gang des Abends. Jakobsmuschel mit Erdbeere, Rhabarber und Waldmeister. Leichte Restaromen der Jakobsmuscheln verbinden sich in hervorragender Form mit dem Waldmeister, der mit einem Hauch Vanille abgeschmeckt ist. In Verbindung mit den roh marinierten Muscheln und den gefüllten Zylinder mit Muscheltatar, Rhabarberkompott und Waldmeister Hollandaise ein absolutes Highlight.
Der nächste Gang, Carabinero mit orientalischem Couscous, Kumquats, Erbsencrème & Arganöl-Hollandaise wirkt sehr fein und die verschiedenen Aromen des Orients kommen zur Geltung. Besonders die Verbindung von Erbsencrème & Arganöl-Hollandaise konnte gefallen.
Besonders die Zubereitung des Hauptganges war in der offenen Küche gut zu sehen. Zuerst wurde die Entenbrust Sous Vide gegart, danach kurz ein gebraten und im Niedrigtemperaturofen fertig gestellt. Die Zulagen wie Reiscreme, Himbeere, Reisessig-Hollandaise & Shisojus sind nach meiner Auffassung allerdings sehr Creme-lastig. Meine Ehefrau hatte erhebliche Probleme bei dieser Zusammensetzung. Die Entenbrust war durch die Zubereitung natürlich auf den Punkt gegart. Der 2011er „Le Poiré“ Fiefs Vendéens, Saint Nicolas von der Loire kam leicht gekühlt auf den Tisch und passte hervorragend zur Ente. Ein überzeugender Hauptgang.
Auch die danach servierten Desserts
“Oliven“ mit Martiniperlen, Mandelcreme, Holunderblüte & Estragoneis und
die “Wundertüte” mit Lavendel, Blaubeere, Sternanis & Kardamom enthielten eine wunderbare Mischung von vielen Aromen und Texturen. Der leicht-fruchtige 2014er Brachetto d’Acqi DOCG, Giacomo Bologna, Piemont war der ideale Abschluss eines hervorragenden Menüs.
Zum Abschluss noch drei kleine süße Grüße. Smoky Berry, Mexikanischer Taco und der Nigiri mit Kokos und Shiso.
Fazit: Die Küche von Kevin Fehling bietet präzise Gerichte, intensive Aromen und ist außergewöhnlich und komplex. Die Mannschaft um Kevin Fehling arbeitet konzentriert und geräuschlos in der offenen Küche. Der Service um Sommelier David Eitel arbeitet mit großer Gelassenheit und Souveränität. Die fast 4 Stunden verflogen wie im Fluge und waren die reinste Freude. Ich bin mir sicher, dass bereits im November 2015 auch über Hamburg die drei Sterne des Michelins leuchten werden.
Tag 1 – Zehners Stube Pfaffenweiler
Tag 2 – Lyon
Tag 3 – Lyon – Vienne
Tag 4 – Vienne – Valance
Tag 5 – Valance – Viviers
Tag 6 Viviers – Avignon
Tag 7 Avignon – Arles
Tag 8 – Arles – Aigues Mortes
Tag 9 Aigues Mortes – Frontignan
Tag 10 Frontignan – Sete
Tag 11 Sete – Laguiole
Tag 11 – Restaurant Bras
Tag 12 Laguiole – Lyon – Freiburg
Tag 13 Heimfahrt
Storchen – Schmidhofen
(Besucht am 15.07.2015 abends)
20 km südlich von Freiburg liegt das 250 Seelendorf Schmidhofen, ein Stadtteil von Bad Krozingen. Bei herrlichem Sommerwetter wurden die Gaststuben links liegen gelassen und wir nahmen Platz im wunderschönen Garten. Unter den schattenspendenden Plantanen bzw. Sonnenschirmen verlebten wir einen angenehmen kulinarischen Abend. Nachdem wir Platz genommen hatten, wurden wir von der Servicekraft, ich vermute einmal es war die junge Frau Helfesrieder, herzlichst begrüßt und wir wurden nach unseren Aperitif Wunsch gefragt. Die Entscheidung fiel auf einen Winzersekt aus dem badischen. Aus der interessanten Speisekarte viel die Wahl auf ein Viergang Menü, dieses wurde im Laufe des Abends um einen Käsegang erweitert.
Bei den Weinen entschieden wir uns in Baden zu bleiben. Sowohl der Weißwein (Grauburgunder) als auch der Rotwein (Spätburgunder alte Reben) stammten vom Weingut Bernhard Huber aus Malterdingen.
Fazit: Vater und Sohn Helfesrieder bieten eine interessante badische Küche mit französischem Einschlag. Mutter und Schwiegertochter Helfesrieder leiten den Service souverän und unaufgeregt.
Zum Aperitif gab es als Amuse Bouche ein Forellentatar und eine Vichysoise mit Trüffeln.
1.Gang:Tomate, Sashimi von der Gelbschwanzmakrelen, geschorter Pulpo
2. Gang:Tortellini von Münstertäler Ziegenfrischkäse, Rahmspinat, Sommertrüffel
Sorbet
4. Gang: Trockengereifter Rücken vom Schwarzwälder Färsenrind, Jus von geschmorter Ochsenbacke, Kartoffelstock, Spitzkraut, getrocknete Tomaten
5. Gang: Rohmilchkäse der Käserei Jumi, Bern, dazu hausgemachtes Früchtebrot
6. Gang: Cannelloni von Himbeeren aus Omas Garten, Sauerampfer Eis, konfierte Zitronenschale.
PS. Leider sind die Fotos an diesem Abend nicht gelungen. Lediglich der Hauptgang und Dessert werden daher veröffentlicht.
Alexandre Gauthier verlässt ausgetretene Wege und bietet seinen Gästen stattdessen ungewohnte Aromen und außergewöhnlichen Kombinationen in seinen Menüs an. Erinnerungen kommen auf an Besuche bei René Redzepi vom „Noma“, an Kobe Desramaults vom „In de Wulf“ in Dranouter oder auch an Andree Köthe vom Essigbrätlein.
Im lichtdurchfluteten Speisesaal nehmen wir den Aperitif (Champagner) ein. Das Angebot, diesen im wunderschönen Garten einzunehmen, lehnen wir ab. Die Temperatur im Speisesaal ist doch angenehmer. Der Speisesaal wirkt wie ein riesiges Festzelt aus Metall, Stahl, Kabeln, schwarzen Beton und breiten Panoramafenster. Diese gestatten einen Blick in den wunderschönen Garten. Auch die offene Küche ist von unserem Tisch einsehbar. 10-12 Köche arbeiten hier und genauso viele Personen sind im Service tätig.
Die Tische, die mit Leder überzogen sind, sind großzügig im Raum verteilt. Man könnte leicht die doppelte Anzahl von Personen unterbringen. Die Tische sind sehr sparsam dekoriert. Was besonders auffällt, ist ein Laguiole Messer welches uns den ganzen Abend begleiten wird. Nicht nur zum bestreichen des Brotes, sondern auch für das Schneiden von Fisch und Fleisch wird es benötigt. Man merkt an solchen Kleinigkeiten, das Essen steht im Mittelpunkt und nicht die Dekoration.
Die Amuses-Bouches stehen schnell auf dem Tisch. Eine dünne Scheibe Brot mit einer Kräutercreme, geräucherter Fisch auf einem Kräuterchip sowie ein Wachtelei in Algen eingehüllt, stimmen auf das nachfolgende Menü ein.
Nach einem kurzen Blick auf die Speisekarte, diese wird auf „zerknitterten“ Papier ausgeteilt, entscheiden wir uns für das große elf Gang Menü sowie die begleitenden Weine.
Speisesaal im Hintergrund die offene Küche
Brot und Butter
Amuse Bouche
in einer rohen Lagoustine ist ein Stück Melone eingewickelt. Dazu eine kaum wahrnehmende Sauce von Lagoustine und am Tisch wird dann Melonenwasser ausgegossen.
Als zusätzliche Überraschung wird eine Messermuschel mit Fromage blanc und Mandelpuder serviert.
Erbsen, Rucola
junge frische Erbsen in den verschiedensten Zubereitungsarten und Texturen. Dazu Rucola, diese lagen auf einer kleinen Kugel Fischfarce. Diese war mit Erbsenpüree leicht grünlich gefärbt.
gelber Kürbis, Muscheln
Gegrillte Auster, Gartenkräuter
unter einem „Berg“ Gartenkräutern versteckte sich eine hauchdünne Zucchinischeibe und da drunter dann die gegrillte Auster mit einem leichten Rauchgeschmack. Bei den Gartenkräutern waren erkennbar rote bzw. grüne Senfblätter, Kapuzinerkresse, Spinat und Blätter von der Karotte.
Bohnen
die gelben Bohnen waren auf den Punkt gegart und waren umhüllt von Kräutern. Dazu gab es eine Scheibe vom Kabeljau mit einer leichten Fischsauce.
Der zweite zusätzliche Gang bestand aus Brennnesseln. Auf einem Tablett voller Brennnesseln lagen versteckt zwei kleine grüne Polster. In einem sehr weichen Teig war die Füllung aus Brennnesselcreme versteckt.
Ravioli
der Nudelteig war recht dick geraten und gefüllt mit Eidotter und Käse, (Ziege?) dazu gesellte sich der intensive Geschmack von Kerbel.
Wachtel
unter einem Berg von hauchdünn gehobelt Champignons lag die auf den Punkt gegarte Wachtelbrust. Die Schenkel wurden separat in einer kräftigen Sauce serviert.
Honig
Als Auftakt der Desserts, wurde eine Bienenwabe auf den Tisch gestellt. Die Servicekraft hobelte ein Stück Honig aus der Wabe, legte diesen auf einen kleinen Löffel und goss ein wenig Zitronensaft darüber. Einfach, genial und erfrischend.
Um das Ganze abzurunden wurde zu den Desserts hausgemachter Met serviert.
Bei den nachfolgenden Desserts schwächelte die Küche doch erheblich. Roher Rhabarber auf einem Art Eierstich, Baba mit einer undefinierbaren Kräutermischung sowie Kirsche umhüllt mit einem Gelee und frischen Mandeln hatten dann doch nicht die Klasse der vorhergehenden Gänge.
Rhabarber
Baba
Kirschen
Holunder
Fazit: Alexandre Gauthier bietet fernab aller Großstädte eine interessante saisonale und regionale Küche. Schwerpunkte sind Kräuter und Gemüse in allen Zubereitungsarten. Fleisch und Fisch spielen nur Nebenrollen. Lediglich bei den Desserts gab es nach unserer Auffassung leichte Schwächen. Der Service war ohne Fehl und Tadel.
Die Weine:
La Grenouillere Hotel in F 62170 Mont Reuil Sur Mer
Namensgeber
Ein Haus der Gegensätze. Ein Hotel Restaurant mit traditioneller regionaler Einrichtung in hundert jährigen Gebäuden und auf der anderen Seite moderne Architektur und Design. Es ist schon eine interessante Kombination aus Qualität,Luxus und Rustikalität.
Bereits bei der Anfahrt sieht man die gestalteten Metallzelte mit geradlinigem Design. Den Eingang in das Gebäude muss man suchen. Eine kleine unscheinbare Tür führt uns zur Rezeption des Hotels. Die alten Gebäude strahlen außen in einem Cremeweiß mit roten Ziegeldächern, während im Inneren die Farbe schwarz vorherrscht.
Neben dem Eingang gibt es einen kleinen rustikalen Salon in die man seinen Aperitif einnehmen kann. Viel interessanter ist es allerdings, diesen Aperitif im Garten zu genießen. Neben den Zimmern in den alten Gebäuden gibt es im Garten verstreut mehrere separate „Hütten“.
Über kleine verschlungene Wege gelangen wir in unsere Hütte. Die Natur verschluckt die Gebäude fast. Natürliche Materialien sind Trumpf. Von einer kleinen Terrasse aus hat man den ersten Blick in die Hütte.
Von diesem Eingang geht es fünf kleine Stufen nach unten. Die Hütten sind nämlich ca. 1 m in die Erde eingegraben. Vom Bett aus hat man einen herrlichen Blick in die Natur. Hinter dem Bett sind die notwendigen Sanitäreinrichtungen angeordnet. Und das schöne dabei, alles mit natürlicher Be- und Entlüftung. Das einzige Problem dabei ist, dass bei den Fenstern die Fliegengitter fehlen. Deswegen war es bei den herrschenden Temperaturen nicht ratsam die Fenster zu öffnen.
Auch hier herrscht die Farbe schwarz vor. Der Betonfußboden ist unbehandelt und nur schwarz gestrichen. Die Wände sind zweigeteilt. Bis auf eine Höhe von ca. 1 m bestehen die Wände entweder aus Beton oder verputzten Mauerwerk und sind ebenfalls schwarz gestrichen.
Da drüber erheben sich Holzrahmenbauwände die sowohl innen als auch außen mit naturbelassenem Holz verschalt sind. Auch das flach geneigte begrünte Dach besteht aus Holz. Ein interessantes Detail gibt es noch, nämlich die im Eingangsbereich eingelassene Badewanne. Qualität und Luxus bilden hier eine schöne Kombination. Das Gelände rund um die Gebäude ist auf der einen Seite sorgfältig gepflegt, auf der anderen Seite lässt man jedoch der Natur freien Lauf.
Ein Neubau der kaum auffällt. Eingebettet in die Terrassen des Kaiserstuhls fügt er sich unspektakulär in die Landschaft ein. Die Freiburger Architekten ließen den Bau bewusst mit der Landschaft verschmelzen um mit den umgebenden Weinbergen eine Einheit zu bilden. Die Hugo-Häring-Auszeichnung ist ein Beweis für die gelungene Architektur.
Nach meinem Weineinkauf ging es dann der Betontreppe in das obererste Geschoss. Hier hat man Einblick in die Beerenannahme und man erhält auf drei Ebenen Einblicke in die Abläufe der Weinproduktion. Vom Restaurantteil hat man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Weinberge.
Da ich mit dem Auto unterwegs war, gab es diesmal keinen Alkohol, sondern nur Mineralwasser. Nach dem Blick in die Karte entschied ich mich für ein Drei-Gang-Menü.
Es begann mit einem „Gruß aus der Küche: Neuer Süßer mit Zwiebelkuchen. Entsprechend der Jahreszeit gab es ein Gläschen „jungen Süßen“ und Zwiebelkuchen. Auch Brot und Butter wurden gereicht.
Jakobsmuscheln/Avocado und Papaya süß-sauer/Koriander/Hummerfrühlingsrolle/Nüsse
Die mit einem Bunsenbrenner nur leicht geflammten Jakobsmuscheln, diese absolut frisch und mit bestem Geschmack, lagen auf einem Salat von Avocado und Papaya. Eine sehr gute und gelungene Komposition. Dazu eine schmackhafte, knackige Frühlingsrolle mit Hummerfüllung.
Hirschrücken/Kartoffel-Mandel Blinis/ Weisskraut/Pilze/Wacholderrahmsauce
Ein auf den Punkt gebratenes Stück Fleisch. Dieses lag auf einem sehr würzigen Weisskrautsalat mit schönem Biss. Dazu eine gehaltvolle Rahmsauce mit nur leichtem Wacholdergeschmack.
Gelierte Traubensuppe/Lavendel-Panna Cotta/Weinschaum.
Die leicht gekühlte Traubensuppe mit dem Weinschaum erfrischte zum Abschluss noch einmal den Gaumen. Dazu passte die nur leicht nach Lavendel schmeckende Panna Cotta.
Fazit: Bereits im Oktober 2013 hatte ich das Weingut und die KellerWirtschaft besucht und war sehr angetan von dem was Marcus Helfesrieder als Küchenchef der KellerWirtschaft auf die Teller brachte. Die sehr guten Küche und der sehr souveräne Service durch Robin Spitz und einer jungen Dame hat auch weiterhin bestand.
Besucht am 26.09.2014 (mittags)
Fahrt von Honfleur nach Saint Lo
Nach dem sehr guten „aufgewerteten“ französischen Frühstück im Hotel führt uns die Fahrt weiter in Richtung „Invasionsküste“.
Die Küstenstraße (D513) von Honfleur in Richtung Deauville und Trouville sur Mer ist umgeben von Hecken, Bäumen und dem saftigen Grün der Wiesen. Eine schöne und idyllische Straße, jedenfalls an diesem frühen Freitagmorgen. Ich möchte nicht wissen, wie der Autoverkehr in den Monaten Juli und August hier aussieht. Zahlreiche alte Manoirs und Chateaux säumen den Weg und das Meer ist ebenfalls immer Begleiter.
Nachdem wir Trouville sur Mer und Deauville durch fahren haben, führt uns die Straße durch eine Reihe von kleinen typisch normannische Orte. Schließlich fahren wir auf der D514 weiter in Richtung „Pegasus Bridge.“
Die Pegasusbrücke bei Bénouville gelegen, hatte während des D-Day eine besondere strategische Bedeutung. Im Verlauf der Operation Tonga wurde, von der britischen 6. Luftlandedivision unter dem Befehl von Major John Howard, diese Brücke erobert.
Eine neue Brücke wurde 1994 anlässlich des 50. Jahrestages der Invasion eingeweiht. Die Brücke ist 42,20 Meter lang, 9,70 Meter breit und 11 Meter hoch. Die alte Brücke ist im Außenbereich des 150 m östlich der Brücke liegenden Luftlandemuseum „Pegasus Bridge“ zu besichtigen.
Weiter geht die Fahrt in Richtung Courseulles sur Mer.
Sword, Juno, Gold, Omaha, Utha… 80 km Strand in der Normandie, der in die Weltgeschichte einging. Hier befand sich die schwache Stelle im Atlantikwall von Feldmarschall Rommel, die Alliierten bereits 1943 erkannt hatten, während man auf deutscher Seite mit einer Landung der Alliierten im Norden Frankreichs, gegenüber von Großbritannien, rechnete. Den 6. Juni wählten die Generäle Eisenhower und Montgomery aufgrund des Mondscheins und der Wettervorhersage.
Courseulles-sur-Mer ist heute ein beliebtes Touristenziel in Basse Normandie. Die Stadt kann in den Sommermonaten bis zu 15.000 Urlauber aufnehmen. Eine große Anzahl von Sommerhäusern ist im Besitz von Bürgern aus Paris. Courseulles-sur-Mer ist schließlich mit dem Auto nur 2 Stunden von Paris entfernt.
Courseulles-sur-Mer lag aber auch während der Operation Overlord im Landungsgebiet des Juno Beach. Östlich der Stadt gingen am frühen Morgen des 6. Juni kanadischen Truppen der Royal Winnipeg Rifles an Land. Am 14. Juni ging u.a. auch General de Gaulle hier an Land, heute erinnert dort ein Lothringer Kreuz in den Dünen an diese Ereignisse und an die schweren Kämpfe der damaligen Zeit.
Der künstliche Hafen von Arromanches und Asnelles.
Bei trübem Wetter geht es weiter in Richtung Asnelles. Hier ist ein kleiner Strandspaziergang angesagt. Dabei blickt man auf die Reste eines künstlichen Hafens.
„Wenn wir landen wollen, müssen wir unsere eigenen Häfen mitnehmen” hatte Winston Churchill erklärt … So entstand 1943 unter größter Geheimhaltung (keiner der 20 000 Arbeiter wusste, wozu die hergestellten Teile dienen würden) in den Werken von London die Komponenten des so genannten „Mulberry”, eine Glanzleistung des militärischen Ingenieurbaus, die der Heranführung von Verstärkungen und Nachschub der alliierten Truppen dienen sollte. In nur einer Woche wurde eine 12 km lange, dem Strand von Arromanches vor gelagerte Reede fertig gestellt. Der künstliche Hafen sollte in der Lage sein, unabhängig vom Tidenhub täglich 12 000 Tonnen Fracht und 2 500 Fahrzeuge in Empfang zu nehmen. Die Überreste dieses Hafens ragen noch heute als stumme Zeugen aus dem Wasser.
In Asnelles wird ein kleiner Halt eingelegt. Direkt an der Straße in Richtung Arromanches gibt es ein kleines Bistro. Wir haben „La Barak’a“ in den letzten Jahren häufiger besucht, mittlerweile gibt es neue Besitzer. Man darf sich vom äußerem nicht täuschen lassen. Geboten wird eine traditionelle Küche der Normandie, vor allem Fisch und Meeresfrüchte.
Arromanches ist leider wieder einmal völlig überlaufen. Am Ortsrand zähle ich 15 große Busse. Also Weiterfahrt auf der D514 in Richtung Colleville sur Mer und dem amerikanischen Soldatenfriedhof.
Der 1956 vom französischen Staatspräsidenten Coty und dem amerikanischen General Marshall eingeweihte Normandy American Cementery liegt inmitten eines 70 Hektar großen Terrains, das von Frankreich an die Vereinigten Staaten abgetreten wurde. 9 386 perfekt aneinander gereihte Grabsteine und der „Garten der Vermissten“ mit den eingravierten Namen von 1557 Soldaten überragen den Strand Omaha Beach.
Auch die beiden Söhne von Präsident Roosevelt, die bei der Schlacht in der Normandie (6. Juni – 22. August 1944) ums Leben kamen, haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Jeden Abend werden zu Ehren der toten Soldaten die Glocken geläutet.
Wir fahren zurück auf die D 514 und dann in Richtung St. Laurent. In der Ortsmitte führt die D 517 in Richtung Meer. Dieser Strandabschnitt zwischen Saint Laurent sur Mer und Vierville sur Mer ist in die Weltgeschichte eingegangen. US amerikanische Truppen landeten am 6. Juni 1944 (D-Day) im Rahmen der Operation Overlord an dieser Landungszone, für den die Stadt Omaha in den USA Namensgeberin war. Omaha Beach war der mit mehr als zehn Kilometer Länge ausgedehnteste Invasionsstrand. Direkt auf dem Sandstrand von Omaha Beach bei Saint-Laurent-sur-Mer steht das von der Künstlerin Anilore Banon erstellte stählerne Mahnmal „ Monument Les Braves“ zu Ehren der „Tapferen“, die hier bei der Landung am D-Day im Jahre 1944 ihr Leben ließen.
Pointe du Hoc
Sicher einer der beeindruckendsten Orte unserer Besichtigungstour! Wir stellen unser Auto auf dem großen Parkplatz ab und gehen zuerst in das Informationsgebäude. Parkplätze und Gebäude wurden 2004 zum 60jährigen Jubiläum der Landung in der Normandie neu hergerichtet und den USA übereignet. Zwischen 2004 und 2010 sind große Erhaltungsarbeiten durchgeführt worden. Die USA versuchen das Gelände im Zustand von 1944 zu erhalten. In den letzten 60-70 Jahren sind ca. 10 Meter der Felsenküste erodiert. Es wurde daher beschlossen, dieses historische Gelände zu retten. Besonders der Feuerleitstand der Batterie war durch das Abbröckeln des Felsen darunter gefährdet in die Tiefe zu rutschen. Seite Ende 2010 ist der Bunker wieder zu besichtigen.
Die deutsche Bunkerstellung war von der Organisation Todt gebaut worden. 1944 war sie zwar noch nicht vollständig beendet, aber dennoch außerordentlich gut befestigt. Es gab zahlreiche Maschinengewehrstellungen und Flakgeschütze, die durch Stacheldraht gesichert waren. Besetzt war die Batterie vom 1260. Heeres – Küstenregiment.
Auf alliierter Seite spielte das 2. Ranger Bataillon unter der Führung von Colonel (Oberst) James E. Rudder eine besondere Rolle. Mit Raketenleitern und Strick- und Holzleitern sowie Steigeisen versuchten 225 Rangers unter Colonel Rudder die dreißig Meter hohe Steilwand einzunehmen Die Kämpfe dauerten 2 Tage und nur 90 der 225 Ranger waren noch kampfähig und rund 80 ihrer Kameraden haben ihr Leben am Pointe du Hoc gelassen.
Es gelang aber nicht, die massiven Unterstände vollständig zu zerstören. Noch heute zeugen die tiefen Granatentrichter und zerstörten Bunker von der Härte des Kampfes.
Seit Ende des Krieges wurde am Pointe du Hoc nichts geändert und unter dem Grasbewuchs ruhen noch heute zahlreiche deutsche und amerikanische Soldaten.
Unsere weitere Fahrt führt uns auf der D514 und D199 weiter nach la Cambe und zum deutschen Soldatenfriedhof.
Dieser ca. 7 ha große Friedhof wurde 1961 fertiggestellt und eingeweiht. Vom Dorf la Cambe kommend durchfährt man den Friedenspark und gelangt zum Parkplatz und dem Besucherzentrum. Dieses wurde in den 1990iger Jahren gebaut und liegt zwischen Friedhof und Autobahn. Am Eingang des Friedhofs ist eine Gedenkkapelle errichtet. Den Friedhof selbst erreicht man durch eine recht schmale Tür. Von hier gehen zwei Gedenkräume ab.
Der Friedhof ist als rechteckige Rasenfläche angelegt. In der Mitte ein Tumulus mit einem gewaltigen Basaltlavakreuz. Von hier aus hat man einen guten Überblick über das beeindruckende Gräberfeld mit seinen gruppenweise angeordneten Kreuzen und Grabplatten. Insgesamt wurden 21.222 deutsche Soldaten auf dem Soldatenfriedhof von La Cambe beerdigt. 207 unbekannte und 89 identifizierte Soldaten wurden in Massengräbern bestattet. Geht man durch die Grabfelder sieht man den Wahnsinn des Krieges auch an Jahreszahlen. Viele der gefallenen Soldaten waren gerade mal 20 Jahre alt. Geboren 1923 – 1924 oder 1925, gefallen Juni – Juli – August 1944.
Von la Cambe führen uns schmale Departement Straßen durch eine Reihe von kleinen typischen normannische Orte in Richtung Saint Lo.
Im Vorort Agneaux wird im Château d’Agneau die nächste Nacht verbracht und im Restaurant La Table de Louis erwarten uns normannische Spezialitäten.
04.09.2014
Honfleur
Wieder einmal ging die Fahrt in die Normandie und in unsere Partnerstadt Vire. Grund war der Prix cycliste du Jumelage Vire. Die Mannschaft des Regio Teams SF hat dabei hervorragend abgeschnitten. Ich hatte mit Wolfgang und seiner Frau zwei Personen dabei, die das erste Mal die Normandie besuchten. Neben Honfleur wurde dabei die gesamte Küste zwischen Honfleur und der Vire-Mündung sowie der Mont St. Michel besucht.
Ein Besuch in Honfleur gelegen an der Seine Mündung.
Nach ca. 8 h Autofahrt über die Autobahnen von Deutschland, Belgien und Nordfrankreich erreichen wir die bezaubernde Stadt Honfleur an der Seine Mündung. Besonders anstrengend war diesmal die Fahrt durch Belgien. Bei früheren Fahrten benötigten wir ca. 2 Std. für die 200 km, diesmal war die Fahrtzeit wegen den vielen Baustellen fast dreieinhalb Stunden.
Von Osten kommend, wird über die Pont de Normandie die ca. 8 000 zählende Stadt im Departement Calvados erreicht. Bei der Pont de Normandie, eine interessante Brückenkonstruktion als Schrägseil-brücke, ist das Beleuchtungssystem interessant. Bei Dunkelheit leuchtet die Brücke in Blau und Weiß.
Über die D 580 erreichen wir die Stadt und checken im Hotel ibis Styles, 3 Quai de la Tour, ein. Das Auto wird auf dem kostenpflichtigen Parkplatz zwischen dem „Bassin de L’ Est“ und der Straße „Quai de la Tour“ abgestellt. Das Hotel liegt sehr zentral, die wichtigsten Touristenattraktionen sind alle leicht zu Fuß zu erreichen.
Honfleur hat heute etwa 8000 Einwohnern und wurde im elften Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Stadt hat sich zu einer kleinen Touristenattraktion der Normandie entwickelt. Einige interessante Sehenswürdigkeiten, die Fachwerkarchitektur und die Geburtsstätten der impressionistischen Kunst locken Urlauber heute nach Honfleur.
Nach einer kleinen Ruhepause beginnen wir unseren Spaziergang über den Quai de la Quarantaine zum Vieux Bassin. Entlang der Straße reiht sich ein Restaurant an das andere. Das interessanteste ist für mich das „ L‘ Absinthe“. Hier wird für den Abend auch ein Tisch reserviert. Das alte Hafenbecken, heute Ankerplatz für Freizeitschiffe und Yachten, wird auf der Ostseite, dem Quai St-Etinne, von zweistöckigen Häusern und gegenüber am Quai Ste-Catherine von bis zu siebenstöckigen Häusern, umrahmt. Hier sind Restaurants aller Stilrichtungen, Boutiquen und Galerien untergebracht.
Bei einem Glas gut gekühlten Cidre kann man die vorbei schlenderten Gäste aus aller Welt beobachten.
Nach dieser kleinen Pause geht es weiter am ehemaligen Haus des Stadtgouverneurs, dem „La Lieutenance“ vorbei in das Zentrum des Stadtviertels auf den Place Ste-Catherine. In diesem Stadtviertel mit vielen Fachwerkhäusern in kleinen schmalen Gassen steht die Kirche „Èglise Ste – Catherina“ Die wohl älteste Holzkirche in Frankreich, errichtet im 15./16. Jahrhundert, hat einen getrennten Glockenturm und dient unter anderem als Museum für religiöse Kunst.
Die Kirche ist vollständig aus Holz errichtet, die Fundamente natürlich ausgenommen, der Turm mit Holzschindeln verkleidet. Durch enge Gassen mit viel Kopfsteinpflaster erreichen wir das „Musée Eugene Boudin. Hier werden Werke der Maler aus dem Gebiet der Stadt gezeigt, herausragend natürlich die Sammlung des Namensgebers. Auch ein Besuch des „Maison Satie“ in der Rue Haute ist zu empfehlen.
Bevor es zum Hotel zurückgeht, wird noch ein kleiner Abstecher in die Rue de la Ville gemacht. Hier gibt es zwei interessante Läden mit Calvados Raritäten.
Sowohl in „Compagnie des Calvados“ als auch im “La Cave Normande“ hat man eine Auswahl von über 80 Sorten von Calvados. Flaschen von ca. 2 Jahren bis zum Jahrgang 1865 sind im Angebot. Letztere allerdings für den Preis eines Kleinwagens.
Für ein Mittagessen (natürlich auch für den Abend) wären z.B. die Restaurants „Le Bréard“, Au P’tit Mareyeur, Entre Terre Et Mer und Restaurant La Fleur de Sel zu empfehlen. Sie liegen alle im Herzen der Stadt. Vom Hafen sind es jeweils nur ca. 2-3 min. zu Fuß.
Wer über Nacht bleibt, könnte im „Les Maisons de Lea „ Place Ste-Catherine (gut und teuer) oder, so wie wir, im Hotel ibis Styles (preiswert für Honfleur) übernachten.
Ist man in der Zeit von Donnerstag bis Sonntag in Honfleur und hat rechtzeitig gebucht sollte man bei Alexandre Bourdas im zwei Sternerestaurant Sa. Qua. Na zu Abend essen. Leider hatte ich nicht rechtzeitig gebucht, so dass auch diesmal kein Besuch möglich war.