Voit-Kassel-Sept. 2021

2020 war bestimmt nicht das Jahr des Sven Wolf und seiner Mannschaft. Zuerst der Verlust des Michelin Sterns  und dann noch die Corona-Krise. Er hat beides durchgestanden und 2021 auf Angriff umgeschaltet. In der Krise hat er die gesamte Küche umgebaut und sich neu aufgestellt. Das schöne dabei, fast die gesamte Mannschaft ist an Bord geblieben. Natürlich gab es auch Abgänge, so z. B. Jannis Böttger, der ins neu eröffnete Mondi in der Wilhelmshöher Allee wechselte.

Dafür gab es einen interessanten Neuzugang. Aus dem Hamburger Sterne Restaurant „Lakeside“ wechselte der 31-jährige Sun Yung Han nach Kassel. Vorher arbeitete er 7 Jahre im „La Vie“ in Osnabrück. Bis zur Schließung im Jahre 2018 war es mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Es war der letzte Abend mit der alten Speisekarte vor einer kurzen Auszeit, danach soll eine völlig neu gestaltete Karte aufgelegt werden. Man kann gespannt sein, wie und wo sich die Handschrift von Sun Yung Han zeigt. Bereits beim alten Menü waren Anzeichen erkennbar. So z. B. beim „Juvenil“ Ferkel. Shiitake Pilze brachten einen starken Umami Geschmack auf den Teller, der durch den Mapo Tofu abgemildert wurde.

Fazit: Sven Wolf hat die Krisen gut gemeistert und ist auf einem neuen Weg in Richtung „Stern“. Der Service wie immer unaufgeregt arbeitend und mit sehr guten Wein Empfehlungen. Ich bin sehr gespannt auf das neue Menü und werde das „Voit“ dann wieder besuchen.

Blumenstrauß von der Mannschaft des Voit für einen besonderen Tag. Danke!!!
Blick in die neue Küche
Brot sowie aufgeschäumte und gewürzte Butter
Amuse Bouche: Hummertatar mit Kräuter Bouquet, Birnensaft mit Zitronengras, Rosmarin und Chili Öl, Mandeltarte mit Apfel
Sardine, Ananas, Senfsaat
Gebratener Lauch, rohe Scheiben vom Pattison, eine Sauce auf Basis von Brot, Porree, Sahne und Heu.
Ferkel mit Mapo Tofu und Shiitake Pilzen
Pfirsich Shito Eis mit Yuzuschaum
Rotbarsch, Escabeche, Rucola, schwarzes Kartoffelpüree.
Zweierlei vom Challans Huhn, Mais und PX Essig
Außerhalb des Menüs zum Testen: Scheiben vom Wagyu Rind
Molke, Honig und Kamille

Mondi – Kassel -2021

Pelle Kossmann und seine Mannschaft  bieten in der Wilhelmshöher Allee 34 in ihren Restaurant „Mondi“ eine frische saisonale und regionale Küche an. Die Idee scheint ihnen recht zu geben. An diesem Abend war sowohl innen als auch außen alle Tische besetzt. Vier Köche setzten die wohl gemeinsam entwickelten Gerichte um. Drei Servicekräfte, an der Spitze Kossmann selbst, bringen die Teller an den Tisch. Dabei erläutern sie jeden Gang. Woher kommen die Zutaten und wie werden sie zubereitet. Dabei scheint es Kossmann wichtig zu sein, dass man erfährt wo er einkauft und  darüber hinaus wo seine  Lieferanten wohnen. So kommt z. B. das Gemüse aus Witzenhausen, Kassel und Fuldatal. Die Fische aus Fritzlar und die Hühner aus Witzenhausen-Unterrieden.

Besonders zu loben ist das selbst gebackene Brot und die selbst hergestellte Butter. Das Brot erinnerte mich an einen Besuch in Belgien bei Kobe Desramaults im Restaurant „In de Wulf“. Hier hat Kossmann, so erzählte er es, 2016 eine Zeitlang gearbeitet. https://alwisgenussreisen.com/2013/05/17/in-de-wulf-belgien/

Danach kamen neun kleine Gänge. Neun Gänge hört sich viel an, aber die ersten vier Gänge sind kleine „Häppchen“, die in schneller Reihenfolge serviert werden. Erst danach kommen Bestecke auf den Tisch. Bei den „Hauptgerichten“ ist das Huhn mit Mais, Bohnen und Rucola zu erwähnen. Das Stück Fleisch von Bio-Qualität war besonders zart und saftig gebraten. Die fünf Weine kamen aus Deutschland, Frankreich und Griechenland. Interessante Weine die weiter getestet werden müssen. Ein weitere Grund das „Mondi“ schnellstens wieder zu besuchen. Ach ja die Preise: 49 € für das Menü und 28 € für die Weine.

Fazit: Die hohen Anspruche an die Qualität von Produkten, Zubereitung und Service die er an sich selbst und seine Mannschaft stellt, wurden an diesem Abend erfüllt. Das „Mondi“ ist ein Gewinn für Kassel.

Brot, selbst gebacken. Eine schöne krosse Kruste, ein Brot wie ich es liebe.
Butter, wird von den Köchen selbst hergestellt.
Pflaume, Essig, Chili
Weißer Tomatensud, Rosenwasser und Melone
Tomaten, Paprika und Ricotta,
Ab jetzt gibt es Messer, Gabel und Löffel. Forelle von Rameil in Fritzlar mit Zucchini und Mandelmilch

Bio Huhn, Mais, Bohnen und Rucola
Als Dessert: Gurke. Joghurt und Kerbel
Zitrone und Liebstöckel

Die Weine

Voit-Kassel

Erfreulich, im neuen Gault Millau Restaurant Guide 2021 wird das Restaurant Voit, Kassel von 15 auf 16 Punkte hochgestuft. Gratulation an Sven Wolf und seiner Mannschaft.

Silvestermenü-Voit-Kassel

Sven Wolf (rechts) und seine Mannschaft in der offenen Küche. Wie immer, ruhig und auf die Sache konzentriert.
Es hat wieder Spaß gemacht im Voit zu essen. Ein kleiner Kritikpunkt ist beim Dessert anzumerken. Die Luftschokolade hat mir persönlich nicht gemundet.
Amuse Bouche: Jacobsmuschel Ceviche, Linsen mit Steinpilzschaum, Macron mit Leber
Hummer, gebratenen Blumenkohl, Habanero (Chili), Sellerie und Zitrus
Tatar vom Rind, mit Haselnussschaum und Beurre blanc.
Label Rouge Maishuhn, Ponzu und gegrillter Lauch
Essenz vom Hirschkalb, Wintertrüffel, Wintergemüse
Sorbet vom Sanddorn
Hirschkalb, Schwarzwurzel, Sauce Riche, Topinambur,
Berliner. Tahiti Vanille
Luftschokolade, Blutorange

Restaurantbesuche 2019

Februar: die Ente in Wiesbaden, 6 Gang Menü, u.a. Lofoten Skrei mit Dashi-Beurre blanc, Lauch, Eiskraut
März: Hummeressen im Hotel Faro Maspalomas Gran Canaria

April: Kalbsbries mit Morcheln, frischen Erbsen und einem leichten Kalbsjus, bei Vincent Klink, Wielandshöhe, Stuttgart
Mai: Besuch in der Normandie, wieder einmal. Auftakt im Restaurant Pave d’Auge in  Beuvron-en-Auge mit einem 7 Gang Menü, als Fischgang Steinbutt
Juni: Rückfahrt mit Übernachtung in Honfleur, Abendmenü im Restaurant  L’ABSINTHE. Als Fleischgang Lamm von den Salzwiesen.
Juni: Ins Land der Franken fahren. Erster Abend Sosein Heroldsberg, Saiblingsleber
Juli: Ins Land der Franken fahren. Zweiter Abend Essigbrätlein Nürnberg, Saibling
August: Rindertatar im Restaurant Voit, Kassel. Wahnsinn, wir haben das Voit 2019 4mal besucht und nie bereut.
September: Sieben Tage Sylt, da darf  Jörg Müller natürlich nicht fehlen. Champagnersüppchen als Abschluss eines hervorragenden Menüs. Auch ohne Auszeichnungen immer wieder ein Genuss.
Oktober: Herbstferien mit der Familie auf Sizilien. 10 Tage faulenzen und  gutes italienisches Essen am Strand.
Oktober: Besuch in Vire anlässlich „la Foire à l’Andouille“. Abendessen im Vrai Normand. Es ist Jacobsmuschelsaison.
November: Mittagessen im Manoir de la Pommeraie, Masako und  Julien nähern sich langsam dem Stern.
Dezember: Abschluss des Jahres in Nordhessen. Gänsemenü im Ratskeller zu Spangenberg.

Voit – Kassel 2019-07

Bei herrlichen Sommerwetter ein Menü der Extraklasse auf dem „Bürgersteig“  vor dem Restaurant. Sven Wolf und seine Mannschaft in Küche und Service werden immer besser.  Mein Fazit vom März des Jahres hat weiterhin Gültigkeit.

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Zum Auftakt selbst gebackene Brötchen sowie Kräuterquark und Rote Bete Creme. 

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Amuse Gueule: Zander, Tomaten Gel. Beef Tee. Taube auf Tabioca Cracker.

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Amuse Gueule: Wolfsbarsch, Gurke, Avocado Creme, mit eine Sud aus Gurke Apfel und Dill. Fast schon ein zusätzlicher Gang.

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Kalbsherz, junge Kartoffeln, Sauerampfer Püree, Radieschen, Parmesan Schaum. Ich liebe Innereien und das war genau nach meinem Geschmack. Das Ragout vom Kalbsherz war Sous Vide gegart und passte ausgezeichnet Parmesan Schaum.

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Hummer, nur leicht temperiert auf einer Scheibe Wassermelone mit Honig glasiert. Die Scheren als Tatar mit Melonenstückchen angerichtet. Mai Rüben und Rettich bringen zusätzliche Frische und Biss. Eine kalte Dashi-Panzu Sauce mit einem leichtem Umami Geschmack rundet das Gericht ab.

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Weißer Heilbutt, gebraten auf einer weißen Buttersoße. Dazu Karottennudeln gewürzt mit Holunderblütenessig sowie Karottenmousse und wilden Spargel.  Ein absolut stimmiger Gang.

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Sorbet, Sandorn auf Dillöl. Gehört zum Standardprogramm.

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Rücken vom Rehbock Sous Vide gegart und kurz gebraten. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Röstaromen gewünscht, ansonsten perfekt gegart. Dazu Spitzkohl, Blaubeeren und Morcheln. Optimal dazu die Sauce Riche (Rehsauce gebunden mit Gänsestopfleber).

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Erdbeeren: als Frucht und Baiser dazu Stachelbeeren, Kaffee Eis und Kefir Espuma.

Voit – Kassel 2019

So modern, klar und puristisch Patron und Chefkoch Sven Wolf sein Restaurant gestaltet hat, ist auch sein Küchenstil. In der offenen Küche kann man ihn und seine Küchencrew über die Schulter schauen und zusehen wie sie die leichten und kreativen Speisefolgen zubereiten. Aus dem 8 Gang Menü zu 98 €, kann man natürlich auch à la carte wählen. Es fällt auf, dass es kaum Sättigungsbeilagen, wie Kartoffeln oder Nudeln, gibt. Viel Gemüse und leichte Saucen sind Begleiter von Fisch oder Fleisch. Die Saucen überwiegend auf Ölbasis und mit Gemüse oder  Kräuter gemixt. Stark einreduzierte Saucen wird man hier nicht finden.

Die Speiskarte wechselt je nach Jahreszeiten und Einkauf. Fast immer auf der Karte ist das „Tatar vom Rind“ mit schwarzen Knoblauch und Kapuziner Kresse sowie das Sanddorn Sorbet mit Dillöl.

Gelungen diesmal mit feinen Aromen und Texturen die „Jakobsmuschel mit Karotte, Fichte und Castel franco“. Die Jakobsmuschel noch innen leicht glasig, abgedeckt mit kleinen Blättern von Castel Franco (Radicchio), verschieden Texturen von der Karotte, (geraspelt, Scheiben und Brühe) mit jungen Fichtensprossen garniert. Oder das Challans Maishuhn, einmal ein Stück von der Brust und von dem ausgelösten Schenkel, beides Sous Vide gegart. Erbsencreme und wilder Brokkoli waren zusammen mit Morcheln und Molke ideale Begleiter.

Noch ein Wort zum Service. Ruhig und ohne Hektik wurde beraten und serviert.

Ausgezeichnet die Beratung durch  Leon Charlet bei der Weinauswahl. Die vorgeschlagen Weine, alle aus deutschen Anbaugebieten, passten ausgezeichnet zu den Speisen.

Fazit: Sven Wolf und seine Mannschaft haben sich seit der Eröffnung des Hauses vor fast 5 Jahren stetig weiter entwickelt. Der Michelin Stern (seit 2017) ist wohlverdienter Lohn. Auch die anderen Restaurantführer haben das Haus entdeckt. Das Voit gehört damit zu den 250 besten Restaurants in Deutschland, in Hessen auf Platz 14, nach Platz 41 im Jahre 2018. (Restaurant-Ranglisten 2019)

01 Brot Quark Rote Bete

Brot | Quark | rote Bete

03 Amuse Bouche

Einstieg: Linsen | Pilzsud |  Entenleber | Makrele

04 Blumenkohl Haselnuss

Feld & Wiese: Blumenkohl | Haselnuss| Ei | Parmesan

05 Tatar

Weide: Tatar vom Rind| schwarzer Knoblauch | Himbeere | Kapuziner

06 Jacobsmuschel Karotte

Wasser: Jakobsmuschel | Karotte | Fichte | Castel franco

07 Schweinebauch

Weide: Schweinebauch | Kohlrabi | Kombucha | Vadouvan

08 Sandorn Sorbet

Dazwischen: Sandornsorbet mit Dillöl

09 Maishuhn

Weide: Challans Maishuhn | Morchel | Erbse | Molke

10 Käse

Käse: Kuh & Ziege| Senf | Feige

11 Birne Schmand

Süss: Birne | Schmand | Brioche

Voit – Kassel 2019

Restaurantranglisten 2019

Im Vorjahr noch auf Platz 41 in Hessen. Im Jahre 2019 mit 89.60 Punkten auf Platz 14,

und der GUSTO Restaurantführer hat das Restaurant noch nicht getestet.

 

Michelin „stars“ * 17,0
GaultMillau „points“ 15 15,0
Feinschmecker „points“ FF 14,0
Schlemmer Atlas „spoon“ XXX 15,0
Grosser Guide hhh 15,4
Varta „startip“ tip k 13,2

GUSTO Restaurantführer hat mittlerweile getestet, 7 von 10 Pfannen, damit 91.40Punkte und Platz 11

Michelin „stars“ * 17,0
GaultMillau „points“ 15 15,0
Gusto „pans“ 7/10 16,0
Feinschmecker „points“ FF 14,0
Schlemmer Atlas „spoon“ XXX 15,0
Grosser Guide hhh 15,4
Varta „startip“ tip k 13,2  wird nicht mit bewertet