2015 Normandie Fahrt – Erster Tag.

Erster Tag.

Die Städtepartnerschaft zwischen Baunatal und Vire im der Normandie besteht jetzt 32 Jahre. Seit dem Bestehen geht es in den ungeraden Jahren jeweils in Richtung Frankreich. Diesmal war es ein besonderer Anlass bei der turnusgemäßen Reise in unserer Partnerstadt. Franzosen und Deutsche wollten gemeinsam den 70. Jahrestag des Kriegsendes gedenken. Fast 90 Deutsche machten sich vom 7. Mai bis 10. Mai auf den Weg in die Normandie. Die meisten natürlich mit Bussen, aber auch sehr viele mit ihren privat PKWs.

Auch wir gehörten zu denen die mit den PKW in Richtung Normandie gefahren sind. Ich weiß mittlerweile nicht mehr genau wie viel Fahrten ich in unserer Partnerstadt gemacht habe. So zwischen 80 und 85 Fahrten dürften es aber in den 32 Jahren mittlerweile sein.

Für uns ging es bereits am 6. Mai in Richtung Normandie. Die Fahrt ging  zuerst auf der A 44 in Richtung Dortmund und dann auf der A1 in Richtung Köln. Kurz vor der Abfahrt in Richtung Düsseldorf muss man sich entscheiden, fährt man in Richtung Köln oder doch in Richtung Düsseldorf/Neuss. Ich entschied mich für die Richtung Düsseldorf und im Nachhinein darf ich feststellen, dass diese Entscheidung richtig war, hörten wir doch im Verkehrsfunk, Staus zwischen Leverkusen und Köln. Sehr erholsam dann die Fahrt über die belgischen und französischen Autobahnen. Besonders in Belgien darf man feststellen, dass man hier sehr viel Geld für die Renovierung und Sanierung der Autobahn ausgibt.

Über die Pont de Normandie ging es dann in Richtung Honfleur. Hier wurde eine kurze Rast eingelegt. Ein kleiner Spaziergang um den Hafen und ein Café au lait  und weiter ging es in Richtung Hotel.

01 Honfleur

Eingebettet am Rande eines Waldes im  Dörfchen Barneville-la-Bertran, nur 5 km von Honfleur  entfernt, steht das Hotel-Restaurant „Auberge de la Source“. Die Auberge besteht aus dem Hauptgebäude und mehreren Nebengebäuden. Die Rezeption und das Restaurant befinden sich im Hauptgebäude. Ein schön gestalteter Garten mit blühenden Apfelbäumen und einem kleinen Bach mit Teich verspricht absolute Ruhe. Das ehemalige Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde anscheinend in den letzten Jahren saniert.

05 Auberge de la Source

Unsere Unterkunft befand sich im Dachgeschoss eines Nebengebäudes. Das Zimmer ausreichend groß und nett eingerichtet. Leider befand sich im Zimmer keine Möglichkeit die Koffer  abzulegen, so dass man die Koffer auf dem Fußboden ausbreiten musste.

09 Auberge de la Source

Auch fehlten einige Haken um Jackett etc. aufzuhängen. Bad und WC waren getrennt angeordnet. Bedingt durch die Dachschräge, war es allerdings im Bad nicht möglich sich im Stehen zu duschen. Also entweder auf die Knie gehen oder sich in die Badewanne setzen. Das Waschbecken sah wohl sehr modern aus, aber sehr klein und daher kaum zu benutzen. Dafür gab es genügend Ablagemöglichkeiten um das Waschbecken herum. Auch WLAN wird kostenfrei angeboten. Leider  war auf unserem Zimmer allerdings weder WLAN noch Telefon zu empfangen. Erfreulich war natürlich die himmlische Ruhe im gesamten Hotelensemble.

11 Auberge de la Source

Das Restaurant ist abends ab 19:30 Uhr geöffnet. Der Aperitif wurde bei herrlichem Sonnenschein im Garten eingenommen. Mit einem Glas Champagner sowie Garnelen als Amuse Bouche lassen wir die doch anstrengende Fahrt hinter uns. Im Restaurant wird täglich ein vier Gang Menü angeboten. Bei den verschiedensten Gängen werden dabei mehrere Alternativen angeboten. Das Menü kostet 39 €, bei verschiedenen Alternativen müssen allerdings Aufpreise gezahlt werden.

Mein Menü sah dann wie folgt aus:

20 Auberge - Amuse Bouche

Ein Gemüsesüppchen als Amuse Bouche.

21 Auberge - Garnelen Spies

Spieß von Kaisergranat, mariniert mit Sesam sowie einem Salat mit normannischer Creme und Muscheln.

Ein gelungener leichter Auftakt des Menüs

22 Auberge -Taube

Taube gefüllt mit Gänsestopfleber  auf Linsen Salat und einer gebratenen Wurst Lyoner Art.

Ein Gang, bei dem Gaumen und Magen Schwerstarbeit zu leisten hatten. Die Taube nicht rosarot gebraten, sondern fast durch, aber sehr saftig und mit einem wunderbaren Taubengeschmack. Die Linsen brachten einen gewissen Biss und die Wurst einen leichten Rauchgeschmack an diesen sonst gelungenen Gang.

23 Auberge -Käse

Gebackenen Camembert.

Schwachpunkt des Menüs. Wie kann man in einer Region, wo es wunderbaren Rohmilchkäse gibt, nur so etwas anbieten. Für ein Restaurant und einem Küchenchef mit gewissen Ansprüchen völlig unakzeptabel.

24 Auberge -Dessert

Törtchen von dunkler Schokolade mit Karamell und Milcheis.

Sehr gelungen, doch durch die Schokolade und den Karamell sehr mächtig.

25 Auberge - Calvados

Zum Abschluss natürlich ein Calvados

Zu den Weinen:

Der Weißwein aus der Rebsorte Sauvignon Blanc. Dieser Wein stammt aus den Weinbaugebiet Quincy und ist Teil der Weinbauregion Loire. Ein frischer würziger Wein der die richtige Trinktemperatur hatte.

Der Rotwein, ein 2011 Chassagne Montrachet  vom Weingut Joseph Drouhin. Ein Wein der geschmacklich überzeugen konnte. Johannisbeeren, Kräuter und Gewürzen prägten diesen Wein.

32 Auberge de la Source

Fazit: Eine sehr angenehme Adresse in der Normandie mit allerdings kleinen Schwächen. Besonders der Bereich Dusche wird als sehr negativ angesehen. Auch sollte der Bereich Telekommunikation überprüft werden. Auch bei den Menüs ist muss noch viel nachgebessert werden. Das Frühstück am anderen Morgen ließ keine Wünsche offen. Nach all den aufgeführten Punkten würde ich dieses Haus im drei- und nicht  im vier Sternebereich sehen.

Eine Reise durch die Normandie

Von Aachen über Belgien, Nordfrankreich und der Picardie erreicht man nach ca. 3.5 Stunden kurz vor der Stadt Aumale das Departement Seine-Maritime und damit die Normandie. Die A 29, der letzte Teilabschnitt wurde 2005 eröffnet, die A 28 mit der Pont de Normandie sowie die A 13 und die A 84 ist die Straßenverbindung zwischen Ost und West.

Pont de Normandie
Pont de Normandie

Die Normandie steht sowohl für drei „K“ als auch für drei „C“,

die Normandie steht aber auch für Krieg, Eroberung und Freiheit.

Die drei „K“ stehen für: „Küsten, Kastelle und Kathedralen.“

Davon gibt es in der Normandie mehr als genug. Die herrlichen Kirchen und Kathedralen z. B. in Evreux oder Lisieux, der Notre Dame, St-Quen und St-Maclou in der hervorragend restaurierten fachwerkbunten Altstadt in Rouen oder das Kloster Le Bec (Notre Dame du Bec) in Le Bec-Hellouin (Département Eure) lassen das Herz eines jeden Freundes von mittelalterlichen Kirchenbauten höher schlagen. Lisseux, ist die Stadt der Hl. Theresia. Besichtigen sollte man daher das Kloster, in dem in Chapelle du Carmel die Reliquien der Heiligen aufbewahrt sind, bis zu der Basilika der Hl. Theresia mit der wunderschönen dreischiffigen Krypta. Auch die Cathédrale St-Pierre – die aus dem 12 / 13 Jh. stammt ist zu besichtigen.

In der Stadt Caen befinden sich zwei Abteien – Abbaye-aux-Hommes (Männerkloster) und Abbaye-aux-Dames (Frauenkloster), sowie die Église St-Pierre. In Bayeux steht die wunderschöne Kathedrale, die den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat, und wacht über der Stadt und zieht den Besucher an.

 

Im Westen der Normandie liegt die Stadt Coutances mit ihrer gotischen Kathedrale die mit ihren beiden 78m hohen Türmen die Stadt prägt.

An der Grenze zur Bretagne wächst schließlich wie ein riesige Felsendom der Mont – Saint-Michel aus dem Meer, das Ziel großer Pilgerscharen und gewaltiger Touristenströme, die mühsam hinaufsteigen zum Wunder des Abendlandes und Weltkulturerbe.

Zwischen le Treport im Osten und Mont – Saint-Michel im Westen zeigt die über 600 km lange Küste der Normandie ein abwechslungsreiches und nicht selten faszinierendes Bild. Steilküsten wie z.B. bei Étretat, feiner Sand an der Küste der mondänen Seebäder oder im Bereich zwischen Asnelles und Arromanches les Bains.

Häuser aus Granit in kleinen Seebädern prägen das Bild der Küste. Diese Küste hat aber auch viel Leid gesehen und Geschichte geschrieben. Da ist erstens die Eroberung Englands durch die Normannen mit König Wilhelm dem Eroberer im Jahre 1006 zu nennen. Der Teppich von Bayeux erzählt in eindrucksvollen Bildern diese Eroberung in allen Details.

Die Namen Utah, Omaha, Gold, Juno, Sword sind in die Weltgeschichte eingegangen. Ca. 80 km Strand der Normandie und „der längste Tag“ haben die Befreiung Europas gebracht. Der 6. Juni 1944 steht für diese Befreiung.

Bevor man die Strände besichtigt, sollte man an einer der vom Mémorial de Caen organisierten Führungen teilzunehmen. Diese Führungen erklären ausführlich und eindrucksvoll die Ereignisse des „D Day” (Codename „Operation Overlord”).

Die Reise geht weiter durch leicht gewellte Hügellandschaften ins Landesinnere. Kühe mit schwarz geränderten Augen weiden auf saftigen Wiesen. Knorrige Apfelbäume mit leuchtenden gelben oder roten Früchten prägen die Landschaft. Schafe sind zu sehen, die am Meer auf kräuterreichen Flächen ihr Futter suchten. Bilder von kulinarischen Genüssen lassen das Wasser im Mund zusammen laufen:

Heckenlandschaft in der Normandie
Heckenlandschaft in der Normandie

Frischer Fisch, Austern, Lamm, oder Baguette mit Käse. Sie alle bilden die Säulen der normannischen Gastronomie:

Die drei „C“, Cidre, Calvados und Camembert.

In Häusern, die der bekannte Führer Michelin mit Sternen versehen hat, aber auch in den einfachen Gasthäusern auf dem Lande, sind diese Genüsse zu erleben und zu erschmecken.

Auberge

Herrlich auch der Besuch des Hafens von Honfleur, oder die traumhaften Strände von Deauville und Trouville sur Mer. Auch die Städte Rouen mit seinem Markt und Caen warten auf einen Besuch.

Im Osten der Normandie, fast bei Paris, ca. 80 km sind es bis zur Hauptstadt, warten die Gärten in Giverny und das Erbe von Monet auf einen Besuch.

Dies alles und noch mehr macht Lust auf Urlaub in der Normandie.

Siehe auch

https://29alwi.wordpress.com/2010/11/16/fahrt-entlang-der-calvados-kuste-teil-1/

Toast a la Vire

Toast a la Vire als Amuse Bouche

Mit Zutaten aus unserer Partnerstadt Vire wird dieser Toast zubereitet,

Grundlage ist ein Stück Lebkuchen mit Feige, darauf eine dünne Scheibe Andouille de Vire. Dies wird abgedeckt mit einer Apfelspalte. Camembert de Normandie bildet den Abschluss. Kurz vor dem Servieren das ganze kurz unter den Grill bis der Käse beginnt zu schmelzen. Zusammen mit Cidre servieren.

Toast a la Vire als Amuse Bouche
Toast a la Vire als Amuse Bouche