2026-04-02 Bamira

Ein Besuch im Restaurante Bamira auf Gran Canaria wird 2026 zu einem besonderen Erlebnis. Das Lokal ist eng mit der Geschichte und dem Schicksal der Inhaberfamilie Eder verbunden.

Bamira März 2019

Seit 2005 kennen wir Anna und Herbert Eder und waren stets begeistert. Unser letzter Besuch lag 2019, vor der Pandemie. Danach scheiterten Treffen immer wieder an Terminkonflikten. Im Januar 2025 erreichte uns die Nachricht: Anna Eder war gestorben. Die Umstände blieben unklar. Im April 2025, zurück auf Gran Canaria, wollten wir das Restaurant besuchen. Doch Herbert Eder schrieb, er sei erst im Mai wieder da. Wieder kein Wiedersehen.

Inzwischen hat Herbert Eder einen Neuanfang gewagt – auf der Terrasse. Er führt das Restaurant in kleinerem Rahmen weiter. Der Innenraum bleibt geschlossen, der Service konzentriert sich auf die Terrasse. Gemeinsam mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Theresa bewirtet er täglich nur 15 bis 17 Gäste. Für ihn ist die Arbeit Trost und zugleich ein Weg, den Verlust zu verarbeiten.

Kulinarisch bleibt die „Adventure Cuisine“ das Markenzeichen – eine kreative Mischung aus regionalen Zutaten und weltweiten Einflüssen, inspiriert von den Reisen des Paares. Herbert erzählte, dass er und Anna über 180 Länder bereist haben.

Der Abend begann wie gewohnt: mit einer Suppe. Diesmal eine Kartoffel-Kresse-Suppe, fein mit Muskat gewürzt. Das Muskat verlieh ihr eine warme, leicht nussige Note. Ein einfaches, aber perfekt abgestimmtes Zusammenspiel von Aromen, das den Abend stimmungsvoll einleitete.

Herbert Eder bietet neben einer kleinen festen Karte mit 10 bis 15 Gerichten auch eine handgeschriebene Tageskarte an, die den aktuellen Einkauf widerspiegelt.

Wir entschieden uns für Fisch mit dicken weißen Bohnen, verfeinert mit Gewürzen aus Fernost.

Dazu ein Gulasch vom Iberico-Schwein mit dezenter Kräuternote.

Zum Abschluss gab es Crêpes mit Eis und Schokolade. Nach dem Espresso lud uns Herbert Eder zu einem Glas Marille aus seiner Heimat ein.

Dabei erzählte er von Annas Tod. Sie erkrankte in Sierra Leone an der schwersten Form von Malaria und verlor den Kampf. Sie starb an ihrem 60. Geburtstag. „Es war eigentlich nur eine Kurzreise“, sagte er. „Zehn fantastische Tage, wie im Paradies – und dann diese Endgültigkeit. “

Besuchstipp: Wegen der begrenzten Plätze sollte man mehrere Tage im Voraus reservieren. Etwas für Entdecker, die Ruhe und individuelle Küche suchen.

Das Ambiente beeindruckt weiterhin mit seiner individuellen, fast musealen Dekoration, die Anna Eder einst mit großer Liebe zum Detail gestaltete.

Bamira Gran Canaria

Bamira, Los Pinos 11, 35100 Playa del Aguila, San Augustun

Tel.0034/ 928 76 76  66, www.bamira.com

Sonntag u. Montag Ruhetag, In den Sommermonaten ca. 10 Wochen und kurz vor Weihnachten einige Tage geschlossen.

01 Aussenwerbung

Der aus Österreich stammende Herbert Eder mit Frau Anna und Mannschaft bieten eine überraschend abwechslungsreiche und hervorragende  Gastronomie. Neue Ideen bringt die Familie Eder aus den Reisen rund um die Welt mit, wenn im Sommer das Restaurant geschlossen ist.

Der spanischen Restaurantführer Guía Campsa verleiht seit Jahren dem Restaurant Bamira 2 von 3 Sonnen.

Herbert Eder ist nicht nur Chefkoch sondern auch Raumgestalter und Künstler. Seine Bilder schmücken die Wände des Restaurants und sind Ausdruck seiner Philosophie einer  Interessanten Küche, dazu kreative Kunst in lockerer Atmosphäre.  Ehefrau Anna Eder  hat die entsprechenden Weine passend zu den einzelnen Gängen im Keller. Dabei ist die Auswahl  für sie schwierig, da sie nicht  genau weiß, was am Ende aus der Küche kommt. Die Aufgabe bewältigt sie aber mit Bravour

Bei unseren Urlaubsaufenthalten auf Gran Canaria wird auch immer wieder dieses interessante Restaurant aufgesucht. Der erste Besuch fand im Jahre 2005 statt und wir waren damals, wie auch in den späteren Jahren von der Küche und dem Service der Familie Éder begeistert.

Bei dem diesjährigen Aufenthalt im April entschieden wir uns für ein Vier Gang Menü plus Dessert und überließen Herbert Éder die Auswahl. Dieses Degustations  Menü entsteht bei Herbert Éder während der Arbeit am Herd. Die Gerichte, mit der außergewöhnlichen Dekoration, sind Ausdruck der vielen interessanten Reisen die Eders durch die verschiedenen Kontinente und Länder machen. Hier kann Österreich auf Spanien oder Nordafrika auf Thailand treffen.

04 Amuse Bouche

Zum Auftakt zwei Amuse Bouches. Zum ersten ein kleines Stück geröstetes Brot mit Rucolacreme und einer Scheibe Chorizo. Das zweite Amuse hat schon Tradition. Fast immer kommt ein warmes Süppchen auf den Tisch. Diesmal von der Entenleber mit Kräutern und Gewürzen. Serviert wird dies aus einer „Kaffeekanne“ und wird in kleine Tassen gegossen.

05 Tabule vom Pulpo und Bulga

Tabula von Pullpo und Bulga. Dieses aus der nordafrikanischen Küche entliehene Gericht spielt mit den verschiedenen Texturen und interessanten Gewürzen.

06 Bauerngeröstl

Beim nächsten Gang  ist die  gesamte Bandbreite der Küche von Herbert Éder spürbar. Die alte und neue Heimat geben sich hier die Hand. Bauerngröstl von Calamar, Chorizo, Morzilla, Speck und Ei.

07 Langostinocremesuppe

Mit der Langostinocremesuppe mit Thaigewürzen, Orangenöl und Langostino geht es in Richtung Fernost.

08 Ente

Ein kleiner Schwachpunkt war der nächste Gang. Die Entenstreifen waren  wohl sehr schön süß pikant gewürzt, aber völlig durchgebraten. Das gut gewürzte Gemüse rettete aber dieses kleine Missgeschick.

09 Schokotörtchen

Das Dessert dann nach meinem Geschmack, ein Schokotörtchen und ein wohl schmeckend Parfait, diesmal mit Bailey abgeschmeckt.

03 Blick in die winzige Küche

Fazit: Die Küche ist in den letzten Jahren noch interessanter und vor allen Dingen in der Zubereitung noch leichter geworden.    Die Menüs sind „einzigartig“, da sie bei H. Eder während der Arbeit am Herd entstehen. Wiederholungen finden kaum  statt. Man muss aber auch den Mut haben, die verschiedenen Gewürze, Gerichte der Kontinente und Länder  zu kosten. Präsentiert werden Gerichte mit überraschenden und  außergewöhn-lichen Texturen.