Frieda Kassel: Frische Ideen in der Friedrich-Ebert-Straße

Moderne Küche im ehemaligen Voit – gut, aber nicht barrierefrei

In der lebhaften Friedrich-Ebert-Straße im vorderen Westen Kassels lockt ein neues Restaurant Feinschmecker und Genießer: Frieda Kassel. Es tritt in die Fußstapfen des früheren Spitzenrestaurants Voit und verbindet Tradition mit frischem Elan.

Schon beim Betreten spürt man den Charme der Vergangenheit. Der Eingang erinnert an das Voit: großzügig, mit markantem Tresen;  funktional und zugleich Treffpunkt:

Ein besonderes Highlight ist die offene Küche. Sie gewährt Einblicke in die Arbeit der Köche und schafft Nähe. Hier wird nicht nur gekocht, sondern inszeniert: Gäste erleben, wie kreative Gerichte entstehen.

Doch Frieda bleibt nicht nostalgisch. Das Restaurant überrascht mit modernen Akzenten und frischen Ideen. Die Speisekarte kombiniert Tradition mit zeitgemäßen Interpretationen und setzt auf saisonale, regionale Zutaten.

Bei unserem Besuch waren wir zu acht, darunter ein Freund im Rollstuhl. Leider zeigte sich, dass das Restaurant nicht barrierefrei ist. Stufen im Eingangsbereich und im Inneren erschweren den Zugang, auch zu den Toiletten. Diese Einschränkungen sollte man bei einer Reservierung bedenken.

Trotzdem war der Empfang herzlich. Das Personal begrüßte uns freundlich und kümmerte sich aufmerksam um unsere Wünsche. Die Bestellungen wurden zügig per Netbook aufgenommen – ein moderner Touch, der die Wartezeit verkürzte.

Die übersichtliche Speisekarte bietet acht Vorspeisen und Salate, eine Auswahl an Pasta, fünf Hauptgerichte und vier Desserts. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten.

Als Vorspeise wählte ich das Auberginen-Tatar mit Fetakäse und Oliven-Espuma. Die Gewürze waren hervorragend abgestimmt, doch das Gericht wurde etwas zu kalt serviert, was den Genuss leicht trübte. Geschmacklich überzeugte es dennoch.

Mein Hauptgericht, ein Medium rare gebratenes Rumpsteak, traf genau meinen Wunsch: zart und saftig. Dazu gab es Smash Potatoes und geschorten Feldsalat. Während das Steak ein Genuss war, hätten die Kartoffeln etwas mehr Würze vertragen können.

Zum Abschluss wählte ich zwei Petit Fours – süße kleine Kunstwerke, die den Abend perfekt abrundeten.

Zum Getränkeangebot kann ich nichts sagen, da ich im Januar auf Alkohol verzichtete. Das minderte mein Erlebnis jedoch nicht. Ich freue mich schon darauf, bei meinem nächsten Besuch die Weinkarte zu erkunden.

Insgesamt bot der Abend kulinarischen Genuss, trotz kleinerer Schwächen. Die kreativen Gerichte und die durchdachte Speisekarte machen Frieda Kassel zu einem Ort, den ich gerne weiterempfehle.

Mein Schiff Relax: Eine kulinarische Entdeckungsreise

Auf dem Mein Schiff Relaxe laden verschiedene Restaurants, Bistros und Bars täglich zu einer kulinarischen Entdeckungsreise ein. Hier verwöhnt man jeden Gaumen und entdeckt neue Geschmackserlebnisse. Doch seien wir ehrlich: In nur sieben Tagen alle Highlights zu probieren, ohne den Magen zu überfordern, ist schlicht unmöglich.

Beginnen wir mit den positiven Eindrücken. Das Atlantik habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben, daher widme ich mich hier meinen weiteren Favoriten. Das Pool Bistro punktet mit entspannter Atmosphäre und frisch zubereiteten internationalen Teigtaschen. Ein Gläschen Wein dazu – perfekt für einen sonnigen Tag am Pool. Auch das Pane e Sole Bistro überzeugte mit frischen Zutaten: Paninis mit Rucola und Lachs, gegrilltem Gemüse und einer Auswahl an Salaten. Der Harbour Market beeindruckte mit Vielfalt und lebhaftem Marktcharakter, auch wenn es zu den Hauptmahlzeiten eng wird und das Nachfüllen der Speisen Zeit braucht. Die Osteria  bot solide italienische Küche, wie man sie aus deutschen Pizzerien kennt.

Leider gab es auch Enttäuschungen.

Die Taverne Dionysos blieb in Qualität und Service hinter den Erwartungen zurück und wirkte uninspiriert.

Ähnlich ernüchternd war das Sur Mer Bistrot, das weder mit seinem Namen noch mit seinem Design überzeugen konnte. Von französischem Flair ganz zu Schweigen.

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildete das Fugu by Tim Raue. Dieses Restaurant spielt in einer eigenen Liga und hebt das kulinarische Erlebnis auf ein neues Niveau. Die Gerichte beeindrucken mit Kreativität und exzellenter Präsentation.

Da unsere Enkeltochter und Freund nicht die großen Fleischesser sind, haben wir auf das Høfde sowie auf das Chalet verzichtet.

Insgesamt bot man an den sieben Tagen ein kulinarisches Abenteuer mit genussvollen Höhen und einigen Tiefen. Jeder Gast wird seine eigenen Favoriten entdecken. Es lohnt sich, Neues auszuprobieren und sich überraschen zu lassen!

Restaurant Qapaq 2025 – Teneriffa

Av. la Habana, 14, 38650 Arona. Besucht Oktober 2025

Das Restaurant vereint peruanische und mediterrane Fusionsküche, zubereitet mit lokalen Zutaten.

Nahe der Playa de las Vistas liegt das Restaurante Qapaq – kein Ort mit spektakulärem Meerblick, aber eine Adresse für authentische peruanische Genüsse. Der Bau wirkt unscheinbar, doch dieser Eindruck täuscht. Beim Betreten empfängt den Gast eine schlichte, gemütliche Einrichtung. Der Raum ist funktional gestaltet, damit die Aufmerksamkeit den Speisen und Getränken gilt. Besonders reizvoll: die offene Küche. Hier kann man dem Team zusehen, wie es frische Zutaten verarbeitet – ein Erlebnis für alle Sinne.

Links der Küche liegt ein weiterer Bereich, moderner und geschmackvoll eingerichtet. Ob Liebhaber peruanischer Küche oder Neugierige auf der Suche nach neuen Aromen – im Qapaq fühlt sich jeder willkommen. Das Serviceteam sorgt dafür, dass der Besuch in Erinnerung bleibt.

Die Empfehlung kam von unserer Tochter und unserem Schwiegersohn. Auch die Michelin-Empfehlung für das Lokal sprach für sich.

Der Service ist äußerst freundlich. Die Speisekarte ist klar strukturiert: Sie bietet rein peruanische Gerichte und solche mit spanischem Einfluss, aber peruanischen Akzenten.

Der Abend begann mit einem köstlichen Amuse-Bouche: zarter Oktopus, kunstvoll in knusprigen Filoteig gewickelt und perfekt frittiert. Eine würzige rote Mojo-Soße setzte einen spannenden Akzent.

Es folgte eine Jakobsmuschel, überbacken mit Parmesan. Ihre leicht glasige Textur und ein feiner Rauchgeschmack unterstrichen die frischen Aromen. Ein Meeralgensalat fügte maritime Frische hinzu und rundete den Gang ab.

Das Highlight des Abends war das Ceviche, serviert in zwei Variationen. Die klassische Version überzeugte mit zartem Weißfisch, mariniert in Limettensaft, verfeinert mit roten Zwiebeln, Koriander und feurigen Chilischeiben. Süße Süßkartoffelwürfel und knusprige Maiskörner setzten harmonische Kontraste.

Die zweite Variation kombinierte Weißfisch mit saftigen Garnelen. Eine Marinade aus Passionsfrucht verlieh dem Gericht eine exotische Note. Ein erfrischendes Limetten-Sorbet balancierte die intensiven Aromen mit leichter Frische.

Das Hauptgericht präsentierte zartes Schweinefleisch, begleitet von Hühnererbsenkroketten und gebratener Kochbanane. Die Kombination überraschte mit einem neuen Geschmackserlebnis. Jedes Element harmonierte perfekt und zeigte die Kreativität der Küche.

Zum Abschluss Dessert und Espresso

Ein feinherber Weißwein aus Lanzarote, sorgfältig ausgewählt, begleitete die Speisen und rundete den Abend ab.

Fazit: Das Restaurante Qapaq ist mehr als ein Ort zum Essen – es ist ein Erlebnis für Feinschmecker und Liebhaber der Fusionsküche. Lassen Sie sich von der Kreativität der Küche und der Qualität der Zutaten begeistern. Ein Besuch lohnt sich!

Teneriffa 2025-Restaurant Almar

Degustationsmenü im Almar Tenerife, Costa Adeje

Auf Empfehlung unserer Tochter und unseres Schwiegersohnes besuchten wir das Almar in Costa Adeje. Sie reisen seit Jahren regelmäßig nach Teneriffa und kehren dort immer wieder ein.

Das Almar Tenerife bot uns ein außergewöhnliches kulinarisches Erlebnis. Besonders beeindruckte uns das Degustationsmenü für nur 90 Euro – in Deutschland hätte ich dafür wohl das Doppelte gezahlt. Ein erstaunlicher Unterschied.

Das Restaurant ist ein Muss für alle, die Aromen und Texturen einer besonderen Küche entdecken wollen. Uns erwartete mediterrane Küche, verfeinert mit einem Hauch japanischer Eleganz. Jedes Gericht war mit Sorgfalt zubereitet und kunstvoll angerichtet. Nicht nur der Geschmack, auch die Liebe zum Detail begeisterte uns.

Zum Glas Cava gab es Grüße aus der Küche, die die Nähe des Meeres widerspiegelten – ein gelungener Auftakt. Allerdings habe ich bei solchen Kleinigkeiten oft Schwierigkeiten, die einzelnen Zutaten geschmacklich zu erfassen. Eine Diskussion auf hohem Niveau.

Schon der erste Gang entpuppte sich als Höhepunkt des Menüs: eine kurz angebratene Jakobsmuschel, noch leicht glasig, bedeckt mit einem Schaum aus Kokosnuss und Bergamotte. Die Bergamotte verlieh dem Gericht eine frische, zitronige und leicht herbe Note. Der Cava reichte auch noch für diesen Gang.

Es folgte Thunfisch-Tatar, gewürzt mit Papaya, Avocado und Tamarindensauce. Die Kombination aus der Frische des Thunfischs, der Süße der Papaya, der Cremigkeit der Avocado und der Säure der Tamarindensauce war ein Geschmackserlebnis, das uns begeisterte. Dazu wurde ein Weißwein gereicht, der perfekt harmonierte.

Der nächste Gang war puristisch: geräucherter Aal mit Gofio-Crumble, einem Hauch Palmhonig und Avocado-Senf-Sauce. Ein gut gekühlter Rosé aus Navarra begleitete das Gericht. Obwohl ich kein großer Rosé-Fan bin, passte dieser hervorragend zum Fisch.

Danach kam ein saftiger Wolfsbarsch, der Japan mit den Kanaren verband. Das intensive, leicht bittere Aroma der Yuzu-Frucht verschmolz mit der kanarischen grünen Mojo-Sauce. Als Überraschung diente eine Popcorn-Sauce. Auch hier blieb der Rosé die passende Wahl.

Die Ravioli, ist gefüllt mit Hummer und lagen in einer gelben Cherrytomatensauce. Sie wurden  von grünem Apfelgel begleitet. Die mild-süße Sauce harmonierte perfekt mit der Ravioli. Der dazu gereichte Weißwein aus Galicien beeindruckte nicht nur durch sein Etikett, sondern auch durch die Balance von Frische und Textur. Mit moderaten 12,5 Prozent Alkohol war er ein gelungener Abschluss der Weißweine.

Die nächsten Gänge führten uns zurück in die japanische Küche. Ein Nigiri mit A5-Wagyu diente als Zwischengang.

Das Wagyu-Tenderloin wurde nicht kurz angebraten, sondern langsam gegart. Dazu gab es Maiscreme und eine Demi-Glace-Sauce, leicht mit Kaffee abgeschmeckt. Leider war das Fleisch etwas zu lange gegart und dadurch leicht faserig – der schwächste Gang des Menüs. Der dazu gereichte Rotwein „El Lomo“ von der Insel überzeugte mit Noten von Kaffee und Schokolade sowie kräftigen, aber angenehmen Tanninen.

Frische brachte das Pre-Dessert: eine Kombination aus Kokos, Mango und Yuzu.

Das anschließende Dessert war kräftig und schokoladig, mit verschiedenen Texturen schwarzer Schokolade und einer Creme aus kanarischen Bananen. Dazu wurde ein leicht süßlicher Muskatwein serviert.

Fazit: Unser Besuch im Almar Tenerife war ein voller Erfolg und übertraf unsere Erwartungen. Wir empfehlen dieses Restaurant jedem, der das Besondere sucht und die Vielfalt einer modernen kanarischen Küche erleben möchte. Zu jedem Gang gab es eine sorgfältig ausgewählte Weinbegleitung, die die Aromen harmonisch unterstrich und das Erlebnis abrundete. Vom ersten Moment an fühlten wir uns willkommen. Das Restaurant präsentiert sich mit einer Begrüßung, einem Service und einer Präsentation, die fast Michelin-würdig sind!

Sonnenuntergang

Philipp Soldan-Frankenberg

Freitagabend im Gourmetrestaurant Philipp Soldan – ein Fest für die Sinne. Das Menü entführt auf eine köstliche Reise, bei der mutige und raffinierte Geschmackskombinationen ein unverwechselbares Erlebnis schaffen. Jeder Gang begeistert: Texturen, Aromen und Timing harmonieren perfekt.

Der Service glänzt mit Professionalität, Herzlichkeit und unaufdringlicher Eleganz. Das Team umsorgt die Gäste aufmerksam und kompetent, ohne je aufdringlich zu wirken. Wir fühlten uns rundum willkommen und bestens betreut.

Ein Highlight ist die offene Küche. Zwar trennt eine Glasscheibe sie vom Gastraum, doch erlaubt sie spannende Einblicke. Die Köche arbeiten ruhig und konzentriert, während sie die Gerichte kunstvoll anrichten. Unter Hochdruck entstehen kreative Kompositionen, und Chefkoch Erik Arnecke bleibt dabei stets der ruhende Pol.

Auch die Weinkarte beeindruckt und lädt zu einer Entdeckungsreise ein. Dank des Coravin-Systems können selbst edelste Weine glasweise genossen werden, ohne die Flasche zu öffnen. So lassen sich exklusive Tropfen probieren, die sonst unerschwinglich blieben. Die Preise für 0,1 Liter reichten von 12 bis 38 Euro und bieten eine exquisite Auswahl, die perfekt zu den Gerichten passt.

Fazit: Eine außergewöhnliche kulinarische Reise – kreative Küche, makelloser Service, spannende Einblicke in die offene Küche und eine Weinauswahl, die überrascht und begeistert. Ein Ort für Genießer, die das Besondere suchen und sich gerne über Zutaten, Techniken und Aromen austauschen.

Bewertung: 7.5 von 10

Statt Champagner, nach langer Zeit wieder mal ein Sherry als Aperitif

Käsecreme – Schnittlauch Öl – Butter dazu selbstgebackenes Brot

Amuse Bouche

Amuse Bouche – Rindertatar – Salat (fast ein zusätzlicherGang)

In Nussbutter marinierter Kingfisch – Austernmousse – Kaviar

Getauchte Norwegische Jakobsmuschel – Sepia – Risotto Nero

Crepinet vom mild geräucherte. Perlhuhn – Mangold – Trauben Sauce

Sorbet

Duett vom Angnus Beef – Mais – Pfifferlinge

Eingeweckte Zuckeraprikosen – Mandeleis – Fenchelsud

Petit Four

Sylt 2025/9-6 JM Westerland und Abschied

Kaum zu glauben, aber unser Sylt-Urlaub 2025 geht tatsächlich zu Ende! Nach elf Tagen auf dieser traumhaften Insel kann ich nur sagen: Es war alles dabei.

Wir haben die Sonne genossen, an den herrlichen Stränden entspannt – und natürlich auch Regen und Sturm erlebt. Das wechselhafte Wetter gehört zu Sylt und macht den Reiz der Insel aus.

Kulinarisch wurden wir verwöhnt. Vom „Gosch“ in List, bis zum eleganten Söl’ring Hof in Rantum – jede Mahlzeit war ein Genuss. Die Abende in List, Kampen, Rantum, Wenningstedt und natürlich Westerland mit guten Weinen und anregenden Gesprächen, bleiben in Erinnerung.

Ein Besuch im Restaurant Jörg Müller ist stets ein Höhepunkt. Seine Gerichte verwöhnen die Sinne, und der Service erfüllt jeden Wunsch.

Wer meinen Blog kennt, weiß: Ich bin ein großer Fan der Küche von Jörg Müller. 1992 speiste ich dort zum ersten Mal. Es folgten viele weitere Besuche, und besonders die Kochkurse, die ich zwischen 1994 und 2004 bei ihm absolvierte, sind mir in bester Erinnerung. Ob im Gourmet-Restaurant oder im Pesel – die Abende waren immer etwas Besonderes. Auch nach seinem Abschied von der klassischen Gourmetküche im Jahr 2014 blieb ich ein begeisterter Gast. Seine Gerichte überraschen weiterhin mit originellen Ideen. Unvergessen bleibt sein Einstieg mit Gemüsestreifen, Wurst und Schinken, kunstvoll auf einem Holzspieß arrangiert. Wer traut sich sonst auf der Insel, so eine Amuse-Bouche zu servieren. Außer JM sonst keiner.

Am Sonntagabend lockte ein kulinarisches Fest der besonderen Art. Alles drehte sich um Meeresfrüchte – frisch gefangen und meisterhaft zubereitet.

Den Auftakt machten sechs Austern, nicht von den Stränden Sylts, sondern von den rauen, geschmackvollen Küsten Irlands. Pur serviert, ohne Zitrone oder andere Zusätze, entfalteten sie ihr volles Aroma. Die feine Salznote und die zarte Konsistenz boten einen Genuss, der den Abend perfekt einleitete.

Danach folgte der Hauptgang: zarter Steinbutt und prall gefüllter Hummer, begleitet von zwei erlesenen Saucen. Der Steinbutt, auf den Punkt gegart, zerging auf der Zunge und harmonierte mit den fruchtigen und würzigen Nuancen der Saucen. Der Hummer, saftig und üppig, krönte das Menü und machte den Abend unvergesslich.

Als Dessert „Gebackene Zwetschgen auf Armagnacschaum mit Walnuss-Krokant Eis“. Es ist so einfach und doch so gut – der Inbegriff eines Herbstdesserts. Zwetschgen, saftig und reif, umhüllt von einem zarten Teigmantel. Der erste Biss – warm und fruchtig – lässt die Aromen explodieren. Dazu eine Nocke Walnusseis, die mit ihrer cremigen Textur und dem nussigen Geschmack perfekt harmoniert. Das Eis schmilzt langsam und vermischt sich wunderbar mit den süßen Zwetschgen.

Dazu genossen wir einen besonderen Weißwein: den 2023 Solviin vom hauseigenen Weinberg in Keitum. Seine frischen Noten und die feine Säure unterstrichen die Aromen des Meeres und rundeten das Menü ab. Jeder Schluck war eine Entdeckung und begleitete die Vielfalt der Geschmäcker auf vollendete Weise.

Am vorletzten Abend unseres Aufenthalts kehrten wir noch einmal bei JM ein. Diesmal standen Fleisch und Rotwein auf dem Plan. Wie immer starteten wir mit einem Glas Champagner für Irmtraud, während ich wie gewohnt den Hauscocktail wählte.

Dann folgte Beef Tatar mit Reibekuchen und Crème fraîche. Das Fleisch war fein gewürzt, die Crème verlieh dem Gericht eine angenehme Frische.

Als Hauptgang ein Klassiker von JM: Tournedos ‚Rossini‘ mit gebratener Gänseleber, Trüffelsauce und Kartoffelgratin. Das Fleisch war perfekt medium rare gebraten, die Leber zerging auf der Zunge, die Sauce harmonierte ideal, und das Gratin duftete dezent nach Muskat.

Zum Dessert eine makellose Crème Brûlée mit knuspriger Karamellkruste und samtiger Füllung. Dazu ein leicht erwärmter Zwetschgenröster mit einem Hauch Zimt.

Als Wein empfahl uns Ben Birkholz einen Volnay AOC 2019 von der Domaine Chantal Lescure.

Den Abend ließen wir in der Bar bei „Mo“ mit einem Zibärtle ausklingen. Der Service war wie gewohnt erstklassig: „Big Ben“, sein Schwager Jan-Sören und natürlich die Chefin Jane Müller, die im Hintergrund leise, aber souverän die Fäden zog.

Fazit: Sylt hat unsere Erwartungen erneut übertroffen. Wir reisen mit wunderbaren Erinnerungen. Nach Sylt ist vor Sylt. Bis bald, Sylt!

Sylt 09/2025-5 Söl’ring Hof

Der kulinarische Höhepunkt unseres Sylt-Aufenthalts im September 2025 war, wie schon in den Jahren zuvor, der „Söl’ring Hof“ in Rantum. Dieses herausragende 2-Sterne-Restaurant mit angeschlossenem Luxushotel liegt abgeschieden in den Dünen, umgeben von einer Landschaft, die mit endlosen Sandstränden auf beiden Seiten kaum zu übertreffen ist.

Jan-Philipp Berner, sein Küchenchef Jan Fehling  und sein Team verwandeln ihre Leidenschaft für beste Zutaten in wahre Meisterwerke. Die Speisekarten folgen dem Rhythmus der Natur und setzen auf saisonale und regionale Produkte. Mit jeder Jahreszeit erfindet sich die Küche des „Söl’ring Hofs“ neu und überrascht mit aufregenden Kreationen. Berner und Fehling legen großen Wert auf authentische Sylter Zutaten: Frisches Gemüse stammt aus den hauseigenen Gärten, würzige Kräuter von den Salzwiesen und heimische Fischer liefern fangfrische Meeresfrüchte. All das mündet in sechs-, sieben- oder achtgängigen Degustationsmenüs – ein Fest für die Sinne.

Nach einem herzlichen Empfang durch Restaurantleiterin Bärbel Ring wurden wir liebevoll ins Restaurant begleitet. Sie kennt ihre Gäste gut und erinnerte sich, dass wir vor zwei Jahren das Sofa nicht mochten. Kurz darauf brachte eine junge Dame den Aperitifwagen und stellte uns die köstlichen Optionen vor. Wir entschieden uns erneut für Champagner, diesmal in der Rosé-Variante. Auch Hausherr Jan-Philipp Berner ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich zu begrüßen und einen wundervollen Abend zu wünschen.

Nach kurzer Überlegung wählten wir das empfohlene 6-Gang Menü. Zuvor verwöhnten uns fünf Amuse-Bouches, und zum Abschluss des Menüs servierte man uns fünf kleine Petit Fours.

Amuse Bouche: Sylter Rose/Rosenöl/rote Bete/Melisse – Tatar/Pommes Soufle/Kieler Sprotte – Kapuziner/Makrele/Radieschen – Rosenfrucht/gelbe Bete/Buchweizen – Siebkrabbe/Heilbutt/Dill

Kartoffelbrot und Sauerrahmbutter

Blumenkohl/Saiblingsrogen/Schnittlauch/Malz

Kaisergranat/Kürbisgewächs/Verbene/Hühnerhaut

Fjordforelle/Kopfsalat/Tomate/Liebstöckel Kabeljau & Hummer/ Mais/Bohnenkraut

Taube, Brust und Keule/Junger Kohl/Kürbiskern/Brombeere

Pflaume/Sauerampfer/Walnuss/Lavendel

Petit four: Sylter Rose/Buttermilch – Rantumer Kranz/Buchecker – Sanddorn/Nougat – Kiefer/weiße Schokolade – Pfirsich/Minze

Fazit: Ein wunderbarer Abend, der seinen Preis hatte – doch jeder Cent war es wert. Die beeindruckende Küche von Berner und seinem talentierten Team durften wir schon in den vergangenen Jahren genießen, und ich freue mich, dass die Qualität stetig steigt. Vom Geschmack bis zur Präsentation: einfach großartig!

Sylt 09/2025-3 Strand und Müller

Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir zu einem entspannten Strandtag auf. Die Vorfreude ist groß! In der Nähe der neuen „Badezeit“ mieten wir zwei Strandkörbe – obwohl wir ehrlich gesagt keine großen Fans davon sind. Sie sind zu eng, mir persönlich zu schwer, und jedes Mal, wenn die Sonne wandert, muss man diese sperrigen Kästen verrücken, um im Licht zu bleiben.

Doch kein Grund zur Klage! Wir gönnen uns eine Abwechslung und spazieren am Strand entlang. Das Rauschen der Wellen und der salzige Duft heben sofort die Laune. Plötzlich sehe ich, wie unser Enkel Sky mutig in die Nordsee springt. Respekt – mir ist das Wasser viel zu kalt! Ich bleibe lieber am Ufer und genieße den Anblick der Wellen.

Gegen 16 Uhr kehren wir zum Hotel zurück. Ein wenig wehmütig, aber auch voller Vorfreude, denn am Abend steht das Abschiedsessen mit Hanna und Herbert an. Ein schöner Abschluss für unseren Tag am Strand!

Hanna und Herbert können kaum glauben, dass ihr zweiwöchiger Urlaub schon am Sonntag endet. Auch Leah und Sky müssen ihren Kurztrip leider beenden. Am vorletzten Urlaubstag auf Sylt gehört es für uns zur Tradition, bei Jörg Müller vorbeizuschauen und uns gebührend von der Insel zu verabschieden.

Der Abschied gelingt natürlich mit Lammbratwurst, herzhaften Maultaschen und einem guten Glas Wein – das darf nicht fehlen! Zuvor treffen wir uns in der Bar bei „MO“ für einen Aperitif. Die Damen genießen meist spritzigen Champagner, während die Herren lieber zum Haucocktail greifen. Nach dem Essen folgt der Absacker: Ein kleines Gläschen Zibärtle ist seit Jahren unser Favorit.

Diese kleinen Rituale machen unseren Urlaub besonders – das gute Essen, die geselligen Runden und die Vorfreude auf das nächste Mal.

Orangerie im Nassauer Hof Wiesbaden

Das Hotel Nassauer Hof, das Sterne-Restaurant „Ente“ und das Entenbistro gehören untrennbar zusammen und werden oft in einem Atemzug genannt. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass das Hotel noch ein weiteres, durchaus bemerkenswertes Restaurant bietet: die Orangerie. Hier lohnt es sich, die Küche zu entdecken, die eine echte Alternative darstellt. Zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen serviert die Orangerie eine abwechslungsreiche Auswahl, die regionale und internationale Klassiker modern interpretiert. Gäste speisen entweder im lichtdurchfluteten Rondell mit raumhohen Fenstern oder, bei schönem Wetter, auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf Stadtpark und Kurhaus.

Bevor wir mit dem Speisen beginnen, verdient das Servicepersonal besondere Anerkennung – allen voran Gauthier Bührer. Mit Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Kompetenz sorgt er dafür, dass wir  willkommen und bestens umsorgt fühlten. Sein Lächeln macht den Aufenthalt in der Orangerie zu einem rundum angenehmen Erlebnis.

Nun zu den Speisen.  

Schnell kamen Brot, Butter und Olivenöl auf den Tisch. Dazu ein Glas gut gekühlter, perlender Bollinger Rosé Champagner.

1. Gang: Carabinero-Carpaccio, Kaviartoast, Wachtel-Ei, Safrancreme, Krustentieröl

Das zarte Carpaccio vom Carabinero überraschte mit frischem, intensivem Geschmack. Zusammen mit dem Kaviartoast entstand eine harmonische Symphonie der Meeresaromen, veredelt durch die luxuriöse Safrancreme. Das Wachtel-Ei krönte das Gericht, während das feine Krustentieröl ihm Tiefe verlieh.

2. Gang: Gebratene Jakobsmuschel, Bouillabaissefond, Piemonteser Risotto, Aioli, buntes Gemüse

Die perfekt gebratene Jakobsmuschel ruhte auf cremigem Piemonteser Risotto, umgeben von aromatischem Bouillabaissefond. Buntes Gemüse ergänzte das Gericht farblich und geschmacklich, während die Aioli den Gang abrundete.

3. Gang: Filet von der Bodensee-Färse, Süßkartoffel, Feige, Szechuanpfeffer, Kokos-Ponzusoße

Das zarte, medium rare servierte Filet der Bodensee-Färse überzeugte mit seiner Qualität. Die Süßkartoffel und die süße Feige schufen ein harmonisches Zusammenspiel, während der Szechuanpfeffer eine pikante Schärfe beisteuerte.

4. Gang: Roquefort, Brie de Meaux, Reblochon, Bergkäse, Feigensenf, Früchtebrot

Eine erlesene Käseauswahl bildete den vierten Gang. Feigensenf und Früchtebrot setzten geschmackvolle Akzente und rundeten das Erlebnis ab.

5. Gang: Yuzu Delice, weiße Schokolade, Pistazie, Zitronen-Pfeffer-Kaviar, Yuzu-Sorbet

Das Yuzu Delice bestach durch fruchtige Frische, während weiße Schokolade und knusprige Pistazien eine harmonische Textur boten. Der zitronen-pfeffrige Kaviar überraschte mit Würze, und das erfrischende Yuzu-Sorbet setzte den perfekten Schlusspunkt.

Die Gänge 2 bis 5 wurden auf Wunsch geteilt.

Ein Weißburgunder vom Weingut St. Antony und ein Spätburgunder von Robert König begleiteten das Menü und intensivierten das Geschmackserlebnis.

Zum Abschluss gab es Espresso, begleitet von einem Wildkirsch Nr. 1 von Ziegler – ein Hauch von Nostalgie schwang mit.

Die Ente 2025

Die Ente Wiesbaden Nassauer Hof

Im Herzen von Wiesbaden, im renommierten Nassauer Hof, liegt das Restaurant „Ente“, seit Jahrzehnten eine Institution der Kulinarik. Hier entsteht nicht bloß Essen, sondern Kunst. Wer erinnert sich z.B. noch an „Dialog von Früchten“. Die Verbindung von Tradition und Offenheit für moderne Einflüsse macht die „Ente“ zu einem besonderen Ziel für Feinschmecker.

Seit 1980 trägt das Restaurant ununterbrochen einen Stern im Guide Michelin – ein Beweis für die Qualität der Speisen und die Leidenschaft, die in jedem Gericht steckt. Küchenchefs wie Hans-Peter Wodarz, Herbert Langendorf, Gerd M. Eis und der heutige Chef Michael Kammermeier haben der „Ente“ ihren Stempel aufgedrückt und sie geprägt.

Michael Kammermeier, der seit 2006 die Küche führt, hat das Restaurant mit Hingabe und höchsten Ansprüchen weiterentwickelt. Unter seiner Leitung verbindet die „Ente“ Tradition mit neuer Innovation. Seine Kreationen begeistern die Sinne und zeigen Kreativität und Feinsinn. Im August 2023 übernahm Jimmy Ledemazel die Rolle des Restaurantchefs. Mit Erfahrung und Enthusiasmus bringt er frische Impulse und bereichert das kulinarische Angebot.

Auch das Ambiente beeindruckt: Die stilvolle Einrichtung und die elegante Treppe, die die beiden Ebenen des Gastraums verbindet, schaffen eine exklusive Atmosphäre.

Bei unseren Besuchen in der „Ente“ haben wir uns in den letzten Jahren durch die Köstlichkeiten probiert – ob à la carte, das Entenmenü oder das opulente 7-Gang-Menü. Dieses Mal fiel unsere Wahl auf ein ganz besonderes Gericht:

Die Barbarie-Maisente „Prince de Dombes Jean Claude Miéral“.

Dieses Gericht für zwei Personen wird in drei Gängen serviert. Die Ente wird am Tisch präsentiert und anschließend tranchiert.

Zum Auftakt gab es kleine Amuse-Bouches und auf meinen besonderen Wunsch eine „Escalope“ von der Leber mit gebratenem Pfirsich. Dazu genossen wir einen 2023er Grauburgunder vom Weingut Kopp.

Der erste Gang: ein Brustteil, halbiert und in einer raffinierten Sauce serviert. Dazu frisches Gemüse und knusprige Beilagen. Das Gemüse – eine bissfeste Spitzkohlroulade – unterstreicht den vollmundigen Geschmack der Ente, die durch artgerechte Aufzucht und sorgfältige Zubereitung überzeugt.

Nach angemessener Pause folgte der zweite Gang: das zweite Brustteil. Außen knusprig, innen saftig – die Qualität blieb makellos. Als Beilagen gab es wilden Brokkoli, Wirsingblätter, Pfifferlinge und einen kleinen Knödel.

Der dritte Gang brachte die Keulen, zart und saftig, das Fleisch löste sich mühelos vom Knochen. Schwarze Trüffelscheiben veredelten diesen großartigen Abschluss.

Mit einem feinen Rotwein wurde das Gericht zum unvergesslichen Erlebnis. Gemeinsam mit dem Sommelière Sebastian Schupp wählten wir eine Flasche Spätburgunder Cuvée Max trocken, Jahrgang 2014, vom Weingut August Kesseler. Der Wein überzeugte mit reifen Beerennoten, mineralischer Tiefe und kräutriger Würze.

Zum krönenden Abschluss genossen wir das Dessert: die „kalte Ente“. Diese kreative Nachspeise überraschte mit Leichtigkeit und Frische. Sie rundete das Menü harmonisch ab. Besonders amüsant: das Sorbet in Entenform. Zum Schluss gab es noch Süßigkeiten – teils ebenfalls in Entenform –, Espresso und eine 2019er Mirabelle vom Guglhof.

Fazit: Dieses Menü ist nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern auch ein Abend voller Genuss und Geselligkeit. Die geschmorte Barbarie-Maisente „Prince de Dombes“ bleibt unvergesslich. Hier speist man nicht nur hervorragend, sondern genießt auch die Zeit in einem besonderen Rahmen. Die Kombination aus exzellenter Küche, erstklassigem Service und stilvollem Ambiente macht die „Ente“ zu einem Erlebnis, das lange nachhallt.