




Genuss, Reisen und mehr



2. Tag WebChristel, Westerland
Wir sind häufig auf der Insel, endlich auch einmal im Webchristel vorbeigeschaut. Gemütlich, sehr gute Weine und das Essen war tadellos. Im Sept. hoffentlich mit mehr Zeit.









Samstagabend bei Jörg Müller zum Lammbratwurstessen, dazu ein Wein von Fürst. Wirklich fürstlich.









Endlich, meine kulinarischen Erinnerungen sind fertiggestellt und zum drucken weitergeleitet. Auf 200 Seiten, davon 66 farbig, sind z. B. Fahrten in die Normandie, besuche in Sternehäusern, meine Kochkurse auf Sylt etc. oder die Urlaube auf Gran Canaria festgehalten. Das Buch in DIN 5 kostet 15,00 € ohne Versand und kann bei mir direkt bestellt werden.

Coast, Rantum
In den reetgedeckten Haus, direkt an der Hauptstraße Westerland-Hörnum gelegen wird eine grundsolide Küche serviert. Ausreiser nach oben bzw. nach unten konnten wir nicht feststellen. Der Service war in Ordnung, der Weißwein, von Schäfer-Fröhlich, hatte die richtige Trinktemperatur. Auch das Glas Rotwein, Collepino 0.2 l, konnte gefallen. Der Servicerhythmus war in Ordnung. Die beiden Suppen, einmal Kokossuppe bzw. Fischsuppe hatten ganz schön Feuer. Wir kamen ins Schwitzen. Die Fischfilets, Wolfsbarsch bzw. Kabeljau waren auf den Punkt gegart. Auch die Crème brûlée war in Ordnung. Lediglich das Lammfilet ließ Fragen offen. Wie im Foto sichtbar war es genauso gebraten, wie ich es bestellt hatte. Es hatte allerdings eine doch erhebliche Festigkeit, die ich bisher bei Lammfilets noch nicht erlebt habe. Das „Kauwerkzeug“ hatte ganz schöne Arbeit zu verrichten. Es waren aber keine Sehnen oder dergleichen vorhanden.
Den Abend wurde mit einer „Alten Zwetschge“ beschlossen.




Sylter Royal
Wer gern Austern ist, wie wir, ist hier natürlich bestens aufgehoben. Frischer als hier geht es nicht. Wir haben nachmittags bei herrlichen Sylt Wetter auf der Terrasse platz genommen. Auch hier wurden die Pandemieregeln perfekt umgesetzt. Flotter netter Service, der den Laden im Griff hatte. Zum Trinken ein „Bimmerle“ Chardonnay, später wurde auch noch eine zweite Flasche nachgeordnet. Wir haben uns durch die Austernkarte durchgearbeitet. „Nackte“ und überbackene Austern, Miesmuscheln sowie Chili Garnelen kamen auf den Tisch. Zum Abschluss Espresso und Birnenschnaps von Scheibel. Es war ein schöner Nachmittag!!




Vogelkoje
Die Vogelkoje gehörte in den letzten Jahren zum festem Bestandteil unserer kulinarischen Besuche auf Sylt. Gefragt ob geimpft oder nicht wurde nicht. Die Lucca App war am Tisch aufgeklebt. Am Anfang war der Service noch in Ordnung. Die Frage nach einem Aperitif wurde gestellt, wir haben dann Champagner (vier Personen) bestellt. Leider wurde uns nicht die Flasche gezeigt, sondern die gefüllten Gläser wurden an den Tisch gebracht. Auch die Bestellaufnahme war in Ordnung. Die bestellte Flasche Sauvignon blanc stand bald richtig gekühlt auf dem Tisch. Die Flasche Rotwein von Stodden, Ahr wurde gezeigt und geöffnet. Auch bei den Vorspeisen lief noch alles wie man es gewohnt ist. Nach ca. 20 Min kamen die Vorspeisen.
Danach lief nichts mehr. Fast 75 Min. mussten wir auf das Hauptgericht (Ente) warten. Der Service völlig kopflos in dieser Situation und der Chef antwortete „, das ist eben halt so“. In der Zwischenzeit hatten wir natürlich unseren Rotwein ausgetrunken. Wir hätten gern noch eine Flasche bestellt. Leider kümmerte sich keiner mehr um uns.
Fazit: Das Essen war wie in den letzten Jahren in Ordnung. Der Service und der Ablauf des Abendessen schlicht nicht in Ordnung. Der Chef auf hohem Ross. So wie man uns hat „links“ liegen lassen, werden wir es beim nächsten Besuch ebenfalls machen.





Seepferdchen
Auch dieses Jahr haben wir statt der Sansibar das Samoa Seepferdchen besucht. Eine Abendreservierung war leider nicht möglich, ausgebucht bis Ende August. Für den Mittag und Spätnachmittag war anstellen angesagt. Wir hatten Glück, nach ca. 15 Min. auf der Wartebank, war ein Strandkorb für 4 Personen frei geworden. Es war an diesem Nachmittag doch recht kühl und windig. Wir waren daher glücklich, dass der Strandkorb windgeschützt angeordnet war. Daher gab es allerdings auch keinen Blick auf die Nordsee.
Der Service war gut drauf, sehr locker und ganz wichtig sehr aufmerksam. Die Küche ist regional geprägt, aber auch kreative mediterranere Ansätze sind erkennbar.

Für mich gab es als Vorspeise die „Samoa’s Bouillabaisse“ von Nordseefischen, Gamba & Jakobsmuschel dazu Sauce Rouille & Knoblauchbrot die sehr gut gewürzt war. Der Fischanteil hätte etwas größer sein können.

Als Hauptgericht gebratene Jakobsmuscheln mit Belugalinsen, Queller & Safranschaum.

Meine drei Begleiter nahmen die Black-Tiger-Garnelenpfanne „mediterran“ (8 Stück) mit Paprika, Tomaten, Frühlingslauch, Knobi & Knobibrot und waren glücklich.

Der empfohlene Weißburgunder war richtig gekühlt und passte ausgezeichnet zu den Gerichten.
Brot & Bier 17.07. spätnachmittags/abends
Wir haben bei Brot&Bier schon besser gegessen. Es gab nicht den einen großen Fehler, sondern es waren viele Kleinigkeiten, die nicht so richtig in das bisherige Bild passten. Vorher möchte ich aber den Service ansprechen. Die weibliche Servicekraft war einfach hervorragend. Man merkte ihr an, dass ihr die Arbeit an diesem Abend Spaß bereitete. Die Beratung meiner Weinauswahl spricht dafür. Ich fragte an, welche Weine man offen hätte, ich würde auch ausgefallene Weine probiere. Sie kam mit einer Flasche Sauvignon blanc an, eigentlich nichts besonders. „Teste Sie Mal“ sagte sie. Ich wurde neugierig als ich mit dem Probeschluck fertig war. Ein ungewöhnlicher Sauvignon blanc. Um es kurz zu mache, es war ein Wein von den Golanhöhen in Israel. Ein Wein der den Vergleich mit bekannten europäischen Sauvignon-Blanc-Weinen nicht scheuen muss.









Die klassische Curry-Wurst konnte mit selbst hergestellten Kartoffelchips gewinnen. Leider fehlten beim Panfisch ein wenig die Gewürze und der Steinbeisser war optimal gegart.
Freundlicher und kompetenter Service, der Weißwein hatte die richtige Trinktemperatur.
Franz Kellers Restaurante, Köln
Und auf dem Weg in die Normandie liegt immer irgendwo ein mit Michelin-Sternen geadeltes Restaurant am Wege. Dieser Spruch 2001 von I. Jünemann geschrieben stimmte bereits für das Jahr 1982. Bereits damals waren solche Fahrten für uns auch Genussreisen. In Köln wurde der erste Stopp in Richtung Normandie gemacht.
Unser Ziel war Lüders Bar und Franz Kellers Restaurante in der Aachener Straße 21 zu Köln. Franz Keller jun., einer der besten Köche Deutschland, hatte sich 1979 in Köln selbständig gemacht. Anlass Keller zu besuchen und nicht ein anders Sterne Restaurant in Köln war eine Anzeige im „Feinschmecker“ Heft 2 1980. Keller jun. Mitbegründer der neuen deutschen Küche, 2 Sterne in Oberbergen, Schüler von Paul Bocuse und so weiter….
Sein Wahlspruch versprach doch einiges:
Nicht andere Leute Ideen verwirklichen, sondern meine eigenen. Nicht anderer Leute Geld verdienen, sondern mein eigenes.
Hohe Ansprüche die er da formulierte.
Klaus Besser, hatte in seiner Gourmet Zeitung Nr. 6 vom 15 09.1980 kein gutes Haar an der Küche gelassen. Teilweise nur 8 oder 9 Punkte von 20. Er verzichtete auf eine Gesamtbewertung.
Nun aber zu unseren Besuch. Das „Restaurante“ in der Nähe des Millowitsch Theater gelegen. Bevor man in das Restaurant kommt, muss man durch Lüders Bar. Diese ist mit Gitterrosten ausgelegt und man muss sich in tiefe, enge und knallrote Ledersessel zwängen.

Hier nehmen wir zunächst ein Aperitif ein, erhalten die Speiskarte und die nächsten Minuten vertiefen wir uns in diese. Dabei steht schon fest, dass wir das große Menü mit Weinbegleitung nehmen. Dann kommt aber für mich die Überraschung. Unsere Tochter Sabrina, damals 11 Jahre alt, erklärte dass auch sie das Menü nehmen würde, natürlich ohne Wein.
Man muss dabei wissen, dass sie bei den vorherigen Besuchen in Sternerestaurants immer nur 1 oder 2 Gänge genommen hatte. Es wäre ihr zu langweilig, so ihre Begründung, immer zu warten und wir würden die schönsten Dinge essen. Fazit: Ab diesen Zeitpunkt wurden unsere Besuche in Sternerestaurants noch einmal um fast ein Drittel teurer.
Danach ging es in das Restaurant. Das Restaurant als fensterloser Raum mit dunklen Holz-fußboden, umlauf-ender dunkler Holzverkleidung ca. 1,00 hoch. Die Wände aus Holz mit Schnitzereien und mit Blattgold über-zogen.
Mein Fazit: Ein etwas anderes Restaurant sowohl in der Küchenausrichtung, aber auch ein neues Raumgefühl. Kein steifes Luxusrestaurant mit Kellnern in Frack und Zylindern, sondern auf der Höhe der Zeit. Vielleicht auch 5 bis 10 Jahre voraus.
Uns hat es gefallen, die Kritik von Besser konnte ich nicht nachvollziehen.
Wichtig, unsere Tochter Sabrina hat das gesamte Menü ohne Probleme geschafft.