2026/02 Land Gasthaus Kraft – Schauenburg Breitenbach

Bereits der erste Gang war ein Meisterwerk der Küche. Zwei Königsberger Klopse aus feinstem Hirschfleisch, kunstvoll zubereitet, verwöhnten Auge und Gaumen gleichermaßen. Die zarte Konsistenz der Klopse verschmolz mit der cremigen Rahmschwarzwurzel, die dem Gericht eine feine, erdige Note verlieh. Die Schwarzwurzel behielt einen leichten Biss, der das Geschmackserlebnis perfekt abrundete.

Eine samtige Velouté vollendete das Ensemble und verband die Aromen zu einem harmonischen Ganzen. Jeder Bissen zeugte von der Sorgfalt und dem Können des Küchenchefs. Dieses Gericht war mehr als eine Mahlzeit – eine kulinarische Reise mit geschmacklichen Höhen. Eine exzellente Neuinterpretation eines deutschen Klassikers, der traditionell aus Kalbfleisch besteht, hier jedoch in einer edlen Variation glänzte.

Auch der nächste Gang hielt das hohe Niveau. Ein geschmorter Rinderbraten aus der Schulter, zart und saftig, harmonierte mit cremigem Rahmwirsing. Ein fluffige Kartoffelknödel rundeten das Gericht ab. Dazu reichte man einen intensiven Jus, der mit seiner Umami-Tiefe jedem Bissen zusätzliche Raffinesse verlieh.

Den krönenden Abschluss bildete ein weißes Schokoladenmousse, begleitet von einer fruchtigen Pflaumensauce und einem dunklen Schokosorbet. Diese Kombination, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau der vorherigen Gänge, bot dennoch ein genussvolles Finale. Das Dessert war nicht nur eine Gaumenfreude, sondern auch ein optisches Vergnügen. Die cremige Textur des Mousse verband sich mit der Frische der Pflaume und der Bitterkeit des Sorbets. Hier zeigte sich erneut die Kreativität des Küchenchefs, der traditionelle Elemente mit außergewöhnlichen Zutaten verfeinerte.

Ein kräftiger Espresso und fünf handgemachte Pralinen rundeten den Abend ab. Diese kleinen Meisterwerke der Patisserie, jede ein Ausdruck von Handwerkskunst und Liebe zum Detail, erreichten erneut das hohe Niveau der vorangegangenen Gänge.

Der Abend verkörperte die Philosophie des Küchenchefs: Tradition achten und zugleich kreativ hinterfragen. Der Service war makellos. Ein Erlebnis, das geschmacklich und ästhetisch lange nachwirkte.

Lief alles perfekt? Gab es Kritikpunkte? Vielleicht einen – und daran trage ich eine Mitschuld. Beide Gemüse, Schwarzwurzel und Wirsing, waren mit Rahm zubereitet. Das hätte mir und auch Meik auffallen müssen.

Und nun fragen Sie sich sicher: Wo liegt dieser Gasthof, und wer führt ihn? Im Herzen von Breitenbach, einem Ortsteil der Gemeinde Schauenburg, etwa 20 Kilometer südwestlich von Kassel, steht der Landgasthof Kraft. Das historische Fachwerkhaus ist seit sieben Generationen in Familienbesitz. Seit 2019 führt Tim Kraft die Tradition fort und steht für Gastfreundschaft sowie hochwertige, saisonale und regionale Küche.

Seit Anfang 2020 leitet sein Bruder Meik Kraft die Küche. Er lernte bei Spitzenköchen wie Achim Hack und Michael Fell im Michelin-prämierten Egerner Hof in Rottach-Egern. Weitere Stationen führten ihn in renommierte Häuser wie die „Ente“ in Wiesbaden (ebenfalls Michelin-Stern) und das Frankfurter Restaurant „King Kamehameha“. Nach Erfahrungen im Elternhaus und dem Restaurant Voit in Kassel kehrte er zurück in den Familienbetrieb.

Die behutsame Modernisierung mit frischen, regionalen Produkten ist gelungen. Besonders Gerichte mit saisonalen Zutaten prägen die Karte. Klassiker wie Steaks und Schnitzel in verschiedenen Variationen bleiben erhalten, ebenso wie der knusprige Gänsebraten oder die Schlachteplatte aus eigener Schlachtung – je nach Jahreszeit.

Der Landgasthof Kraft verbindet gelebte Familientradition mit anspruchsvoller Kochkunst. Ein kulinarisches Erlebnis inmitten idyllischer Fachwerkromantik.

2026-01 Frieda Kassel: Frische Ideen in der Friedrich-Ebert-Straße

Moderne Küche im ehemaligen Voit – gut, aber nicht barrierefrei

In der lebhaften Friedrich-Ebert-Straße im vorderen Westen Kassels lockt ein neues Restaurant Feinschmecker und Genießer: Frieda Kassel. Es tritt in die Fußstapfen des früheren Spitzenrestaurants Voit und verbindet Tradition mit frischem Elan.

Schon beim Betreten spürt man den Charme der Vergangenheit. Der Eingang erinnert an das Voit: großzügig, mit markantem Tresen;  funktional und zugleich Treffpunkt:

Ein besonderes Highlight ist die offene Küche. Sie gewährt Einblicke in die Arbeit der Köche und schafft Nähe. Hier wird nicht nur gekocht, sondern inszeniert: Gäste erleben, wie kreative Gerichte entstehen.

Doch Frieda bleibt nicht nostalgisch. Das Restaurant überrascht mit modernen Akzenten und frischen Ideen. Die Speisekarte kombiniert Tradition mit zeitgemäßen Interpretationen und setzt auf saisonale, regionale Zutaten.

Bei unserem Besuch waren wir zu acht, darunter ein Freund im Rollstuhl. Leider zeigte sich, dass das Restaurant nicht barrierefrei ist. Stufen im Eingangsbereich und im Inneren erschweren den Zugang, auch zu den Toiletten. Diese Einschränkungen sollte man bei einer Reservierung bedenken.

Trotzdem war der Empfang herzlich. Das Personal begrüßte uns freundlich und kümmerte sich aufmerksam um unsere Wünsche. Die Bestellungen wurden zügig per Netbook aufgenommen – ein moderner Touch, der die Wartezeit verkürzte.

Die übersichtliche Speisekarte bietet acht Vorspeisen und Salate, eine Auswahl an Pasta, fünf Hauptgerichte und vier Desserts. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten.

Als Vorspeise wählte ich das Auberginen-Tatar mit Fetakäse und Oliven-Espuma. Die Gewürze waren hervorragend abgestimmt, doch das Gericht wurde etwas zu kalt serviert, was den Genuss leicht trübte. Geschmacklich überzeugte es dennoch.

Mein Hauptgericht, ein Medium rare gebratenes Rumpsteak, traf genau meinen Wunsch: zart und saftig. Dazu gab es Smash Potatoes und geschorten Feldsalat. Während das Steak ein Genuss war, hätten die Kartoffeln etwas mehr Würze vertragen können.

Zum Abschluss wählte ich zwei Petit Fours – süße kleine Kunstwerke, die den Abend perfekt abrundeten.

Zum Getränkeangebot kann ich nichts sagen, da ich im Januar auf Alkohol verzichtete. Das minderte mein Erlebnis jedoch nicht. Ich freue mich schon darauf, bei meinem nächsten Besuch die Weinkarte zu erkunden.

Insgesamt bot der Abend kulinarischen Genuss, trotz kleinerer Schwächen. Die kreativen Gerichte und die durchdachte Speisekarte machen Frieda Kassel zu einem Ort, den ich gerne weiterempfehle.

2023 – 12 Monate – 12 Restaurants

Januar. Selbstgebackenes Brot. Restaurant Mondi in Kassel, ausgezeichnet mit dem grünen Stern.

Februar, Pata Negra.  Restaurant Las Cumbres. Gran Canaria, Playa del Ingles

März. Schweinebauch Sous vide, Hotel Faro, Maspalomas

Im April kein Restaurant Besuch, dafür zweimal Mai in der Normandie

Mai. Andouille de Vire mit Porree und Rote Bete. Restaurant Vrai Normand, Vire

Mai. Langustinen-Tartar mit einer Sauce von der  Langustinen und roh als Carpaccio mit einer fein leicht säuerlich abgestimmten Vinaigrette und frischem Obst. Restaurant L’atelier du goût, Vire Normandie

Juli . Labskaus im Seepferdchen, Sylt

Juli. Seezunge, Sölring Hof, Sylt

Im August kein Restaurantbesuch. Dafür 2 mal September mit 2×3 Sternen.

September. Trüffelei , Restaurant Schanz, Piesport

September. Tatar, Restaurant Sonnora, Dreis

Oktober. Sardinas, Restaurant Pirofani, Rhodos, Stengna Beach

November. Tournedo Rossini. Restaurant Jörg Müller, Sylt, Westerland

Dezember. Die Ente in der Ente Wiesbaden

Landgasthof Kraft – Breitenbach

In den früheren Jahren wurde in der Zeit „zwischen den Jahren“ , genauer gesagt am 28.12. mit Vereinsfreunden eine Wanderung im Habichtswald (Kassel) unternommen. Zwischen 10.00 Uhr und 20.00 Uhr wurde gewandert, geredet, bürgerlich gegessen und vor allen Dingen viel Bier getrunken.

Diese Zeit ist , auch wegen Corona, vorbei. Trotzdem, einen Gang in ein Wirtshaus „zwischen den Jahren“ wollte ich doch unternehmen. Also ging es am 29.12. mit 5 Männern nach Breitenbach ins Landgasthof Kraft.

Kraftbrühe von der Gans. Da hat man bestimmt einige Tage gebraucht um diesen phantastischen Umami Geschmack in den Teller zu bringen.
geschmorte Rinderbacke, Schmorgemüse und Selleriepüree. Die Backe konnte man fast mit dem Löffel zerteilen, so mürbe war das Fleisch.
3erlei von der Schokolade, man merkt von der Idee bis zum Anrichten, dass Maik Kraft eine Sternevergangenheit hat.
Passte hervorragend zur Backe. Der Weinkeller füllt sich langsam mit interessanten Weinen.

Reisen, Küchen und Genießen

Endlich, meine kulinarischen Erinnerungen sind fertiggestellt und zum drucken weitergeleitet. Auf 200 Seiten, davon 66 farbig, sind z. B. Fahrten in die Normandie, besuche in Sternehäusern, meine Kochkurse auf Sylt etc. oder die Urlaube auf Gran Canaria festgehalten. Das Buch in DIN 5 kostet 15,00 € ohne Versand und kann bei mir direkt bestellt werden.

Land Gasthaus Kraft

Endlich wieder Genießen können.

Dipp mit Kräutern und selbstgebackenes Brot
Amuse Bouche
Nierenzapfen, 24 Std. bei 55° gegart, Zwiebelpüree, Pilz Dashi, Rettich. Ein selten serviertes Stück Fleisch, optimal gegart.
Zweimal Reh aus dem Schauenburger Forst. Der Rücken nach Wunsch Medium Rare gebraten, das Stück Keule etwas zu trocken geraten, dazu Mairübchen, Spätzle und Petersiliencreme.
Kärntner Kasnudeln
Rhababercrumbel, Matcha, Erdbeere und Zitronenmelisse

Gasthaus Kraft – Breitenbach

Amuse Bouche: Lachstatar mit Meerrettichsahne und Rote Bete Couscous
Brot, selbstgebacken mit Griebenschmalz.
Pastinakencreme Suppe mit Lauch Öl
Nierenzapfen vom Schauenburger Hochlandrind | Wirsing | Kräuterseitling | Selleriepüree | Serviettenknödel
Buttermilchmousse Blutorangen | Baiser | Eis

Seit 7 Generationen ist der Landgasthof Kraft dem Gast und der regionalen Küche verpflichtet. Der Landgasthof steht  im Dorfkern von Breitenbach, heute Ortsteil der Gemeinde Schauenburg, ca. 20 km südwestlich von Kassel. Seit Generationen befindet sich dieses stattliche Fachwerkgebäude im Eigentum der Familie Kraft. Seit Jan. 2019 hat nun mit Tim Kraft die 7te Generation das Zepter übernommen.

Seit Anfang 2020 verstärkt nun auch Bruder Meik die Küchenmannschaft. Seine Lehre hat er bei Michael Fell im Egerner  Hof in Rottach Egern absolviert. Eine Küche mit Michelin Stern. Danach hatte er in so renommierten Häusern wie der „Ente“ in Wiesbaden, ebenfalls mit einem Michelin Stern ausgezeichnet und im Frankfurter Restaurant „King Kamehameha“ gearbeitet. nach einem kurzen Intermezzo im Elternhaus hat er die letzten Jahre im Restaurant Voit, Kassel gearbeitet. Er hat mit seinem Können geholfen den Michelin Stern nach Kassel zu holen und diesen auch zu verteidigen.

Wer nun meint eine kulinarische Revolution wäre im Gasthaus Kraft ausgebrochen,  der irrt sich. Auch weiterhin stehen Steaks oder  Schnitzel in den verschiedensten Ausführungen und den passenden Beilagen auf der Karte. Nicht zu vergessen der Jahreszeit entsprechend der knusprige Gänsebraten oder die Schlachteplatte aus eigener Schlachtung.

Keine radikale Veränderung sondern behutsame Erneuerung mit frischen und regionalen Produkten ist angesagt. Gerade Gerichte mit regionalen und saisonalen  Produkten sollen verstärkt ausgebaut werden.