Wer in Costa Adeje einen entspannten Urlaub sucht, sollte das Guayarmina Princess besser meiden. Die Architektur beeindruckt auf den ersten Blick: ein modernes, großzügiges Gebäude mit zeitgemäßem Design. Doch hinter der Fassade lauern Enttäuschungen.
Zimmer
Wir hatten ein Standardzimmer gebucht. Es war geräumig, das Bett bequem, und die begehbare Dusche gefiel uns. Allerdings ließ die Abdichtung zwischen Wand und Schiebtür zu wünschen übrig, sodass der Boden vor der Dusche oft unter Wasser stand.
Restaurants – die Schwachstelle des Hotels
Kulinarisch enttäuscht das Guayarmina Princess. Der „Food Market“ bietet zwar eine große Auswahl, doch das Ambiente erinnert eher an eine Kantine als an ein 4-Sterne-Hotel. Qualität und Abwechslung bleiben auf der Strecke. Alles wirkt anonym und wenig einladend.
Wer mindestens vier Nächte bleibt, isst einmal im ‚The Roast‘ ohne Aufpreis. Die Vorspeisen und Desserts ähneln jedoch denen im „Food Market“, und die Hauptgerichte von der kleinen Karte sind kaum erwähnenswert. Immerhin ist es dort ruhiger als im Hauptrestaurant.
Ein weiteres Problem ist der Service. Das Personal wirkt oft gleichgültig, manchmal sogar nervös – bei einem Hotel dieser Größe wenig überraschend. Alles scheint auf die überwiegend englischen Gäste ausgerichtet, die 80 bis 90 Prozent der Besucher ausmachen. Über die Einhaltung der Kleiderordnung hüllt man besser den Mantel des Schweigens.
Fazit
Trotz der schönen Zimmer und der beeindruckenden Architektur überwiegen die negativen Eindrücke. Wer keine hohen Ansprüche an die Küche stellt, könnte hier dennoch glücklich werden. Allen anderen sei geraten, die Restaurants in der Umgebung zu erkunden – ein Tipp, den wir selbst beherzigt haben.
Kaum zu glauben, aber unser Sylt-Urlaub 2025 geht tatsächlich zu Ende! Nach elf Tagen auf dieser traumhaften Insel kann ich nur sagen: Es war alles dabei.
Wir haben die Sonne genossen, an den herrlichen Stränden entspannt – und natürlich auch Regen und Sturm erlebt. Das wechselhafte Wetter gehört zu Sylt und macht den Reiz der Insel aus.
Kulinarisch wurden wir verwöhnt. Vom „Gosch“ in List, bis zum eleganten Söl’ring Hof in Rantum – jede Mahlzeit war ein Genuss. Die Abende in List, Kampen, Rantum, Wenningstedt und natürlich Westerland mit guten Weinen und anregenden Gesprächen, bleiben in Erinnerung.
Ein Besuch im Restaurant Jörg Müller ist stets ein Höhepunkt. Seine Gerichte verwöhnen die Sinne, und der Service erfüllt jeden Wunsch.
Wer meinen Blog kennt, weiß: Ich bin ein großer Fan der Küche von Jörg Müller. 1992 speiste ich dort zum ersten Mal. Es folgten viele weitere Besuche, und besonders die Kochkurse, die ich zwischen 1994 und 2004 bei ihm absolvierte, sind mir in bester Erinnerung. Ob im Gourmet-Restaurant oder im Pesel – die Abende waren immer etwas Besonderes. Auch nach seinem Abschied von der klassischen Gourmetküche im Jahr 2014 blieb ich ein begeisterter Gast. Seine Gerichte überraschen weiterhin mit originellen Ideen. Unvergessen bleibt sein Einstieg mit Gemüsestreifen, Wurst und Schinken, kunstvoll auf einem Holzspieß arrangiert. Wer traut sich sonst auf der Insel, so eine Amuse-Bouche zu servieren. Außer JM sonst keiner.
Am Sonntagabend lockte ein kulinarisches Fest der besonderen Art. Alles drehte sich um Meeresfrüchte – frisch gefangen und meisterhaft zubereitet.
Den Auftakt machten sechs Austern, nicht von den Stränden Sylts, sondern von den rauen, geschmackvollen Küsten Irlands. Pur serviert, ohne Zitrone oder andere Zusätze, entfalteten sie ihr volles Aroma. Die feine Salznote und die zarte Konsistenz boten einen Genuss, der den Abend perfekt einleitete.
Danach folgte der Hauptgang: zarter Steinbutt und prall gefüllter Hummer, begleitet von zwei erlesenen Saucen. Der Steinbutt, auf den Punkt gegart, zerging auf der Zunge und harmonierte mit den fruchtigen und würzigen Nuancen der Saucen. Der Hummer, saftig und üppig, krönte das Menü und machte den Abend unvergesslich.
Als Dessert „Gebackene Zwetschgen auf Armagnacschaum mit Walnuss-Krokant Eis“. Es ist so einfach und doch so gut – der Inbegriff eines Herbstdesserts. Zwetschgen, saftig und reif, umhüllt von einem zarten Teigmantel. Der erste Biss – warm und fruchtig – lässt die Aromen explodieren. Dazu eine Nocke Walnusseis, die mit ihrer cremigen Textur und dem nussigen Geschmack perfekt harmoniert. Das Eis schmilzt langsam und vermischt sich wunderbar mit den süßen Zwetschgen.
Dazu genossen wir einen besonderen Weißwein: den 2023 Solviin vom hauseigenen Weinberg in Keitum. Seine frischen Noten und die feine Säure unterstrichen die Aromen des Meeres und rundeten das Menü ab. Jeder Schluck war eine Entdeckung und begleitete die Vielfalt der Geschmäcker auf vollendete Weise.
Am vorletzten Abend unseres Aufenthalts kehrten wir noch einmal bei JM ein. Diesmal standen Fleisch und Rotwein auf dem Plan. Wie immer starteten wir mit einem Glas Champagner für Irmtraud, während ich wie gewohnt den Hauscocktail wählte.
Dann folgte Beef Tatar mit Reibekuchen und Crème fraîche. Das Fleisch war fein gewürzt, die Crème verlieh dem Gericht eine angenehme Frische.
Als Hauptgang ein Klassiker von JM: Tournedos ‚Rossini‘ mit gebratener Gänseleber, Trüffelsauce und Kartoffelgratin. Das Fleisch war perfekt medium rare gebraten, die Leber zerging auf der Zunge, die Sauce harmonierte ideal, und das Gratin duftete dezent nach Muskat.
Zum Dessert eine makellose Crème Brûlée mit knuspriger Karamellkruste und samtiger Füllung. Dazu ein leicht erwärmter Zwetschgenröster mit einem Hauch Zimt.
Als Wein empfahl uns Ben Birkholz einen Volnay AOC 2019 von der Domaine Chantal Lescure.
Den Abend ließen wir in der Bar bei „Mo“ mit einem Zibärtle ausklingen. Der Service war wie gewohnt erstklassig: „Big Ben“, sein Schwager Jan-Sören und natürlich die Chefin Jane Müller, die im Hintergrund leise, aber souverän die Fäden zog.
Fazit: Sylt hat unsere Erwartungen erneut übertroffen. Wir reisen mit wunderbaren Erinnerungen. Nach Sylt ist vor Sylt. Bis bald, Sylt!
Der kulinarische Höhepunkt unseres Sylt-Aufenthalts im September 2025 war, wie schon in den Jahren zuvor, der „Söl’ring Hof“ in Rantum. Dieses herausragende 2-Sterne-Restaurant mit angeschlossenem Luxushotel liegt abgeschieden in den Dünen, umgeben von einer Landschaft, die mit endlosen Sandstränden auf beiden Seiten kaum zu übertreffen ist.
Jan-Philipp Berner, sein Küchenchef Jan Fehling und sein Team verwandeln ihre Leidenschaft für beste Zutaten in wahre Meisterwerke. Die Speisekarten folgen dem Rhythmus der Natur und setzen auf saisonale und regionale Produkte. Mit jeder Jahreszeit erfindet sich die Küche des „Söl’ring Hofs“ neu und überrascht mit aufregenden Kreationen. Berner und Fehling legen großen Wert auf authentische Sylter Zutaten: Frisches Gemüse stammt aus den hauseigenen Gärten, würzige Kräuter von den Salzwiesen und heimische Fischer liefern fangfrische Meeresfrüchte. All das mündet in sechs-, sieben- oder achtgängigen Degustationsmenüs – ein Fest für die Sinne.
Nach einem herzlichen Empfang durch Restaurantleiterin Bärbel Ring wurden wir liebevoll ins Restaurant begleitet. Sie kennt ihre Gäste gut und erinnerte sich, dass wir vor zwei Jahren das Sofa nicht mochten. Kurz darauf brachte eine junge Dame den Aperitifwagen und stellte uns die köstlichen Optionen vor. Wir entschieden uns erneut für Champagner, diesmal in der Rosé-Variante. Auch Hausherr Jan-Philipp Berner ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich zu begrüßen und einen wundervollen Abend zu wünschen.
Nach kurzer Überlegung wählten wir das empfohlene 6-Gang Menü. Zuvor verwöhnten uns fünf Amuse-Bouches, und zum Abschluss des Menüs servierte man uns fünf kleine Petit Fours.
Fazit: Ein wunderbarer Abend, der seinen Preis hatte – doch jeder Cent war es wert. Die beeindruckende Küche von Berner und seinem talentierten Team durften wir schon in den vergangenen Jahren genießen, und ich freue mich, dass die Qualität stetig steigt. Vom Geschmack bis zur Präsentation: einfach großartig!
Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir zu einem entspannten Strandtag auf. Die Vorfreude ist groß! In der Nähe der neuen „Badezeit“ mieten wir zwei Strandkörbe – obwohl wir ehrlich gesagt keine großen Fans davon sind. Sie sind zu eng, mir persönlich zu schwer, und jedes Mal, wenn die Sonne wandert, muss man diese sperrigen Kästen verrücken, um im Licht zu bleiben.
Doch kein Grund zur Klage! Wir gönnen uns eine Abwechslung und spazieren am Strand entlang. Das Rauschen der Wellen und der salzige Duft heben sofort die Laune. Plötzlich sehe ich, wie unser Enkel Sky mutig in die Nordsee springt. Respekt – mir ist das Wasser viel zu kalt! Ich bleibe lieber am Ufer und genieße den Anblick der Wellen.
Gegen 16 Uhr kehren wir zum Hotel zurück. Ein wenig wehmütig, aber auch voller Vorfreude, denn am Abend steht das Abschiedsessen mit Hanna und Herbert an. Ein schöner Abschluss für unseren Tag am Strand!
Hanna und Herbert können kaum glauben, dass ihr zweiwöchiger Urlaub schon am Sonntag endet. Auch Leah und Sky müssen ihren Kurztrip leider beenden. Am vorletzten Urlaubstag auf Sylt gehört es für uns zur Tradition, bei Jörg Müller vorbeizuschauen und uns gebührend von der Insel zu verabschieden.
Der Abschied gelingt natürlich mit Lammbratwurst, herzhaften Maultaschen und einem guten Glas Wein – das darf nicht fehlen! Zuvor treffen wir uns in der Bar bei „MO“ für einen Aperitif. Die Damen genießen meist spritzigen Champagner, während die Herren lieber zum Haucocktail greifen. Nach dem Essen folgt der Absacker: Ein kleines Gläschen Zibärtle ist seit Jahren unser Favorit.
Diese kleinen Rituale machen unseren Urlaub besonders – das gute Essen, die geselligen Runden und die Vorfreude auf das nächste Mal.
Ein Besuch im Restaurant Jörg Müller (JM) gehört auf Sylt einfach dazu! Seit einigen Jahren übernachten wir auch im dazugehörigen Hotel – und ich kann nur sagen: wunderbar! Vom herzlichen Empfang bis zur Verabschiedung lief alles reibungslos. Man fühlt sich rundum wohl, es gibt nichts zu beanstanden.
Das Hotel und Restaurant Jörg Müller liegt ideal im Zentrum von Westerland. Der Bahnhof ist in zehn Minuten zu Fuß erreichbar, und die Nordseeküste liegt nur wenige Schritte entfernt. Perfekt für Strandspaziergänge und Aktivitäten am Wasser.
Die Zimmer sind gemütlich im friesischen Stil eingerichtet, mit viel Liebe zum Detail. Individualität wird hier großgeschrieben.
Natürlich haben wir auch das Restaurant besucht, doch dazu später mehr. Zunächst ein Wort zum Frühstück: alles hausgemacht und frisch zubereitet. Nur das Brot stammt von der Bäckerei Lund aus Hörnum. Wer Fisch und Meeresfrüchte liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Aber auch Fleisch, Käse und Süßes fehlen nicht. Kaffee wird am Tisch serviert, Tee brüht man sich am Samowar selbst auf. Die Auswahl ist großartig! Und das Beste: Alles wird rechtzeitig nachgereicht, sodass man nie warten muss. Eierspeisen werden frisch zubereitet, und für einen beschwingten Start in den Tag gibt es sogar Champagner.
Ein besonderes Lob verdient Frau Wuller und ihr Frühstücksteam. Mit ihrer herzlichen Art haben sie unseren Aufenthalt noch schöner gemacht.
Die Vogelkoje ist für uns längst ein fester Anlaufpunkt auf Sylt geworden. Jedes Mal, wenn wir die einladende Atmosphäre betreten, freuen wir uns auf die vertrauten Aromen und den erstklassigen Service.
Die Kellner arbeiten aufmerksam und nehmen sich Zeit für unsere Wünsche – Beschwerden gab es nie. 2021 erlebten wir allerdings eine Ausnahme. Umso erfreulicher, dass die bestellte Karaffe 2022 Sauvignon Blanc „Austernfischer“ vom Weingut Hofmann perfekt gekühlt auf dem Tisch stand. Der frisch servierte Wein mit seiner besonderen Note harmonierte wunderbar mit den ersten Gängen. Als Rotwein wählte ich eine Flasche 2019 vom Weingut Fürst aus Franken. Das Cuvée duftete nach roten Beeren, Karamell und Schokolade, am Gaumen frisch und fruchtig.
Die Speisekarte der Vogelkoje feiert die Inselküche: fangfrischer Fisch, regionale Zutaten, traditionelle Rezepte, modern interpretiert. Unser Highlight bleibt die ½ Ente.
Zum frischen Brot mit Dips tranken wir Champagner und bzw. „Hugo“. Bei den Vorspeisen probierten wir uns quer durch die Karte, doch beim Hauptgang war die Ente unser Favorit. Nach etwa 20 Minuten kamen die Vorspeisen – das Warten lohnte sich. Die kreative Präsentation und die Frische der Gerichte begeisterten uns.
1. Gang: Eine elegante Komposition: Erbsencreme als Basis in der Muschel, darauf Hummertatar und kurz angebratene Jakobsmuscheln. Daneben saftige Melonenstücke, Minzejoghurt für Frische und Säure, dazu knuspriger, salziger Bacon.
2. Gang: Die klassische ½ Vogelkojen-Ente mit Rotkohl, Kartoffelkloß, Preiselbeerbirne und Entensauce.
3. Gang: Gesättigt bestellten wir nur noch Eis. Ich wählte eine Kugel gesalzenes Karamelleis. (Ohne Bild)
Zum Abschluss genossen wir Espresso und einen Marillenbrand von der Brennerei Ziegler.
Die Vogelkoje ist für uns mehr als ein Restaurant – sie ist ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht und uns jedes Mal aufs Neue begeistert.
Sylt, Insel der Winde, des Meeres, der Erinnerungen. Seit Jahrzehnten zieht sie uns in ihren Bann, erfrischt Körper und Geist und schenkt uns Zuflucht vor dem Alltag. Wo Wellen sanft den weißen Sand umspielen und salzige Luft die Sinne belebt, entfliehen wir dem täglichen Stress und finden Erholung.
Sylt fasziniert mit der Mischung aus wilder Natur und lebendiger Tradition. Die Strände laden zum Verweilen ein, der Blick über die Dünen lässt Sorgen verblassen. Beim Spaziergang an der Küste merkt man die Kraft des Meeres. Die Wellen spielen eine Melodie, die die Seele beruhigt.
Doch Sylt ist mehr als ein Ort der Ruhe – es ist ein Paradies für Genießer. Die Insel verwöhnt mit kulinarischer Vielfalt: von frischem Fisch und feiner Küche bis zu rustikalen Strandlokalen. Nach einem Tag am Meer gibt es kaum Schöneres, als in einem der Restaurants einzukehren, Meeresfrüchte zu kosten und ein Glas Wein zu genießen.
Für uns ist Sylt mehr als Urlaub. Es ist ein Rückzugsort, der die Seele baumeln lässt. Die Verbindung aus Ruhe und Genuss macht die Insel einzigartig. Wer einmal Sylts Zauber gespürt hat, kehrt immer wieder zurück – um die Gezeiten zu hören, die frische Brise zu atmen und das Leben zu feiern.
In den letzten Jahren flogen wir oft von Kassel nach Westerland. Diesmal entschieden wir uns, wieder mit dem Auto zu fahren. Dafür gab es mehrere Gründe. Der wichtigste: Die Flüge ab Kassel starten nur samstags. Eine Woche Urlaub ist zu kurz und zwei waren uns zu lang.
Außerdem begleitete uns unser Enkel Sky. Er wollte ein paar Tage auf Sylt verbringen und am Sonntag mit seinem anderen Opa, Herbert, zurückfahren. Mit dem Auto blieben wir flexibel und konnten die gemeinsame Zeit besser nutzen.
Die Fahrt führte uns durch die Baustelle am Elbtunnel. Trotz der Hindernisse erreichten wir pünktlich den Sylt-Shuttle. In Westerland warteten Hanne und Herbert bereits auf uns. Zu sechst – Skys Freundin war auch dabei – fuhren wir nach List. Wie immer zu Beginn unseres Urlaubs kehrten wir bei Gosch ein. Dort genossen wir die berühmte Meeresfrüchteplatte, dazu einen kühlen Chardonnay.
Mit dem ersten Bissen und Schluck fiel der Stress der letzten Tage ab. Der Urlaub begann. Vor uns lagen elf Tage voller Erholung, gemeinsamer Erlebnisse und schöner Momente auf der einzigartigen Insel Sylt.
Zum Abschluss des Tages dann den „Absacker“ in der Bistro Bar bei Jörg Müller. Legeres Ambiente und mit „Mo“ ein kompetenter Barkeeper. Zuerst ein Glas vom legendären Hauscocktail und dann ein Zibärtle.
3 Boulevard de l’Avancée, 50170 Le Mont-Saint-Michel, Frankreich
Einmal Mère Poulard – und nie wieder
Endlich war es so weit: Der Moment, auf den wir so lange gewartet hatten. Vor dem legendären Restaurant Mère Poulard standen wir, voller Vorfreude – vor allem auf das berühmte Omelett. Der Eingang mit dem offenen Kamin, in dem das Omelett zubereitet wird, versprach eine besondere Atmosphäre. Über die Preise? Kein Kommentar. Wer will, kann sich online informieren.
Unser Tisch am Fenster mit Blick auf die Rue war um 19 Uhr bereit. Die neugierigen Blicke der Passanten ließen wir gelassen an uns abprallen. Traditionell starteten wir mit einem Glas Champagner – diesmal ein gut gekühlter Taittinger Brut Réserve für 17 Euro. Bis hierhin lief alles glatt.
Dann kam die Weinkarte. Schweigen wir lieber. Manchmal ist es klüger, nichts zu sagen, als über etwas zu sprechen, das man nicht genießen konnte. Zum Omelett bestellte ich ein Glas Chablis für 14 Euro, das zusammen mit dem Champagner serviert wurde. Als ich mich beschwerte, dass der Wein immer wärmer wurde und kaum noch trinkbar war, blieb der Service stumm.
Das Omelett selbst? Ja, ich habe es probiert. Ich wählte „La Paysanne“ mit Speck, Kartoffeln und Salz. Das Hummer-Omelett war – am frühen Abend! – bereits ausverkauft. Obwohl ich froh bin, diesen Klassiker endlich gekostet zu haben, muss ich sagen: Es war nichts Besonderes. Fluffig, ja, und handwerklich gut gemacht, aber der Hype hatte meine Erwartungen zu hochgeschraubt. Irmtraud und ich teilten uns das Omelett, das ich selbst aufteilen musste, da der Oberkellner sich nicht zuständig fühlte. Ein wenig enttäuschend.
Zusätzlich bestellten wir das berühmte Kotelett vom Salzwiesenlamm und die Seezunge als Tagesgericht. Kurz gesagt: Beide Gerichte waren eine Katastrophe. Das Lamm war zäh und ungenießbar, also schickte ich es zurück – ohne jegliche Reaktion des Personals. Es tauchte zwar nicht auf der Rechnung auf, aber das war nur ein schwacher Trost.
Die Seezunge, mehliert und in Streifen geschnitten, kam mit grünem Spargel – unspektakulär und mittelmäßig.
Der Tiefpunkt? Ein Steak, das uns serviert wurde, obwohl wir es nicht bestellt hatten. Es war ungenießbar: optisch Medium rare, aber voller Sehnen und Muskeln, sodass es sich nicht schneiden ließ.
Das Dessert hingegen rettete den Abend ein wenig: Das flambierte süße Omelett nach Suzette-Art war ein Genuss.
Der Service bemühte sich, doch der Zauber eines echten kulinarischen Erlebnisses fehlte völlig. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, aber trotz der Enttäuschungen bleibt der Abend unvergesslich – wenn auch aus den falschen Gründen. Insgesamt war es eine Erfahrung, die man abhaken kann. Einmal und nie wieder, wie man so schön sagt.
Beim nächsten Mal vielleicht woanders auf dem Mont – ich denke schon an „Le Logis Sainte Catherine by Mauviel“, dass DER FEINSCHMECKER gerade als „Neueröffnung des Monats“ mit 3 von 5 Punkten ausgezeichnet hat.
2007 besuchten wir bereits die Auberge du Val au Cesne und fühlten uns dort rundum wohl. Die Nachricht vom Eigentümerwechsel 2024 beunruhigte uns nicht – die schönen Erinnerungen blieben lebendig.
Die Anreise zur idyllischen Auberge war ein Vergnügen. Sanfte Hügel und üppiges Grün boten eine willkommene Auszeit vom Alltag. Bei unserer Ankunft empfing uns der Hausherr herzlich und führte uns zu unserem Zimmer, nur 100 Meter entfernt.
Zimmer Nr. 5 im Dachgeschoss hatte seinen eigenen Charme. Die Stofftapete mit Jagdmotiven verlieh dem Raum eine rustikale Note. Die Dusche war zwar eng, doch das separate WC machte das wett. Wir fühlten uns sofort wohl und entspannten nach der langen Fahrt.
Kulinarische Erlebnisse im Restaurant
Um 19:00 Uhr betraten wir das Restaurant im charmanten normannischen Fachwerkstil. Es strahlte einladende Gemütlichkeit aus. Wir wählten das Menü für 50 € und freuten uns auf die kulinarischen Genüsse.
Ein Glas prickelnder Champagner sorgte für gute Laune. Zwei köstliche Amuse-Bouche verkürzten die Wartezeit auf das Hauptgericht.
Irmtraud genoss als ersten Gang zarten Thunfisch-Tataki in knuspriger Mehrkornkruste mit leichter Gemüsesauce – frisch und leicht!
Ich wählte die Gänseleberpastete des Chefs, ergänzt mit Himbeerkonfit und geröstetem Toast. Ein wahrer Genuss!
Irmtraud freute sich auf ein Steinbutt Filet mit Thymian-Zitronensauce. Der Fisch war fantastisch, schmolz auf der Zunge – doch warum verdeckte die Sauce den Fisch? Schade, denn er hätte mehr Aufmerksamkeit verdient!
Für mich gab es ein Lammkarree mit Kräuterkruste und reduziertem Lammjus. Das Fleisch war medium rare, doch der Teller sehr überladen.
Natürlich durfte der Käsegang in der Normandie nicht fehlen!
Nach den Hauptgerichten folgten zwei interessante Desserts:
Irmtraud genoss eine neu interpretierte Zitronentarte mit Baiser – erfrischend und lecker!
Ich wählte Profiteroles mit Pistaziencreme und heißer Schokolade – ein süßer Traum!
Zum Dinner wählten wir einen Chablis und zum Lamm einen Côtes du Rhône. Zum süßen Abschluss gab es Kaffee und Calvados.
Fazit: Zufrieden und glücklich lehnten wir uns zurück und genossen die wunderbare Atmosphäre. Prost auf eine interessante normannische Küche, ich gebe 6.25 von 10 Punkten, und die schönen Momente, die wir hier erlebten!
In den 1990er-Jahren verbrachten wir viele schöne Stunden im Hotel Hohenhaus. Dort fühlten wir uns wohl und genossen die kulinarischen Kreationen von Achim Schwekendiek. Das Hotel trug damals einen Michelin-Stern – für uns ein Zeichen von Qualität und Exzellenz. Doch 2004, als Ingo Bockler die Küchenleitung übernahm, änderte sich alles. Obwohl auch er den Stern erkocht, fanden wir keinen Zugang zu seiner Küche. Interessanterweise waren wir Gäste in Hohenhaus, als die Küchenleitung übergeben wurde. Mit am Tisch saß Fritz Keller, der bekannte Wirt und Winzer aus Oberbergen. Wir führten spannende Gespräche über die Speisefolge, die Weine und unser gemeinsames Hobby, den Fußball.
Nach einigen Jahren Pause kehrten wir 2008 zum Weihnachtsmarkt zurück und gingen mit der Familie – Tochter, Schwiegersohn und Enkeln – essen. Doch auch diesmal überzeugte uns das Essen nicht. Es war frustrierend, denn wir verbanden so viele schöne Erinnerungen mit dem Hotel.
Nun, fast 17 Jahre später, wagten wir einen neuen Besuch im Hohenhaus. Peter Niemann hat inzwischen die Verantwortung übernommen, doch die Küchenchefs scheinen dort häufig zu wechseln. Es ist schwer herauszufinden, wer aktuell am Herd steht, was die Erwartung konstanter Qualität erschwert – besonders in der abgelegenen Lage des Restaurants.
Im Herbst soll das Schloss endlich ausgebaut werden, und das Gourmetrestaurant „La Vallée Verte“ zieht dorthin um. Vielleicht bringt das frischen Wind und neue kulinarische Erlebnisse. Das Hotel und die Restaurants liegen nur wenige Meter südöstlich des Schlosses, in den ehemaligen Pferdeställen aus den 1890er-Jahren. Diese wurden 1982 mit viel Charme umgebaut und ist seit 1990 Mitglied der internationalen Hotelkooperation Relais & Châteaux. Wir wählten ein Zimmer mit schönem Blick auf das Rotbuchental, was uns sehr gefiel.
Die Zimmer waren klassisch eingerichtet und boten zeitgemäßen Wohn- und Schlafkomfort. Die Badezimmer mit Badewanne und Dusche entsprachen modernem Standard, doch ein Bidet hätten wir als angenehme Ergänzung geschätzt.
Am Samstagnachmittag nutzten wir das Schwimmbad. Das Becken misst 12 mal 6 Meter, ist 1,30 Meter tief und verfügt über eine Gegenstromanlage. Die Wassertemperatur soll 28 Grad betragen, doch ich schätze, es waren höchstens 23 bis 24 Grad. Trotzdem zog ich meine Bahnen und genoss anschließend den herrlichen Blick auf die Rotbuchen und den Park.
Am Freitagabend aßen wir im Gourmetrestaurant, am Samstag mit einer größeren Gruppe im Hohenhaus Grill. Ich werde berichten.