To Pirofani – Stegna Beach, Rhodos 2026

To Pirofani – ein kulinarisches Highlight am Stegna Beach auf Rhodos

Das To Pirofani am Stegna Beach bietet genau das, was man sich auf Rhodos erhofft. Die Taverne liegt direkt am Strand und serviert griechische Küche in lockerer, gemütlicher Atmosphäre. Dessi und Vassily empfangen ihre Gäste herzlich und sorgen mit ihrer freundlichen Art dafür, dass man sich vom ersten Moment an wohlfühlt. Hier zählen nicht der schicke Auftritt, sondern entspanntes Sitzen, gutes Essen und der freie Blick aufs Meer. Das Rauschen der Wellen und die griechische Gelassenheit machen das Urlaubsglück perfekt. Genau so stellen wir uns einen gelungenen Urlaubstag auf Rhodos vor!

Während unserer zwei Wochen an der Stegna-Bucht zog es uns immer wieder ins To Pirofani. Wir kannten die Taverne bereits aus den vergangenen Jahren und freuten uns sehr auf unsere erneuten Besuche. Jedes Mal fühlten wir uns willkommen, genossen die angenehme Atmosphäre und waren mit dem Essen rundum zufrieden. Hin und wieder waren wir sogar richtig begeistert – und das nicht ohne Grund.

Die folgenden Gerichte geben einen kleinen Einblick in die kulinarische Vielfalt, die wir während unserer Besuche genießen durften. Dabei ist anzumerken, dass einige der Speisen, so wie sie uns serviert wurden, nicht auf der regulären Speisekarte standen. Gerade diese besonderen Überraschungen machten unsere Besuche immer wieder spannend und steigerten unsere Begeisterung für die Küche von Dessi und Vassily.

Frische Salate als Auftakt

Fast immer begannen wir unser Essen mit einem frischen Salat. Mal war es der klassische griechische Salat mit aromatischen Tomaten, knackigen Gurken und würzigem Feta – ein Genuss, der einfach immer schmeckte.

Besonders angetan hatte es mir allerdings der sogenannte Stegna-Salat. Dafür wurden verschiedene frische Salate und Zutaten verwendet, die morgens auf dem Markt eingekauft worden waren. Eine feine Honig-Kräuter-Vinaigrette, gehobelter Feta und knackige Pinienkerne rundeten die Komposition ab. Für mich war dieser Salat jedes Mal ein besonderer Genuss und ein wunderbarer Auftakt für unser Essen. Ich freute mich schon darauf, ihn wieder bestellen zu können!

Fischgerichte, die begeistern

Besonders hervorzuheben sind natürlich die Fischgerichte, die uns immer wieder aufs Neue begeisterten.

Die Calamari-Tuben, gefüllt mit Meeresfrüchten, waren hervorragend gewürzt und geschmacklich wunderbar abgestimmt. Ein echtes Highlight war das Ceviche vom Wolfsbarsch. Dessi hatte darauf eine kleine Nocke Zitronengranita platziert, die dem Fisch eine herrlich frische, zitronige Note verlieh. Eine raffinierte Kombination, die mich wirklich überzeugte!

Fast schon sterneverdächtig war für mich das Carpaccio von der roten Riesengarnele. Hauchdünn geschnitten, dezent gewürzt und lediglich mit etwas Olivenöl beträufelt, überzeugte es durch seine feine Aromatik. Ein wenig Avocado ergänzte das Gericht, ohne den zarten Eigengeschmack der Garnele zu überdecken. Für mich gehörte diese Vorspeise zu den absoluten Höhepunkten unserer Besuche.

Auch bei den gegrillten Fischen zeigte sich die Qualität der Küche. Ob Dorade oder Red Snapper – frisch vom Grill, nur leicht mit Salz gewürzt und auf den Punkt zubereitet, schmeckten sie wunderbar. Hier durfte der Fisch ganz für sich sprechen. Mehr brauchte es nicht!

Griechische Küche mit Herz

Natürlich kamen auch die Fleischgerichte nicht zu kurz. Besonders schön fanden wir das typische griechische Sonntagsmenü mit verschiedenen Vorspeisen aus Garten und Meer. Anschließend wurden Moussaka in zwei Varianten serviert: einmal klassisch und einmal mit Makkaroni. Dazu gab es Stifado, einen herzhaften griechischen Schmoreintopf, der an Gulasch erinnert.

Zum süßen Abschluss durfte Baklava meistens nicht fehlen. Dazu passte der süffige, meist gut gekühlte Hauswein, der übrigens nicht von Rhodos, sondern von Kreta stammte, ganz hervorragend. Und wie es sich gehört, gab es zum Abschluss stets einen Ouzo aufs Haus.

Jámas! Auf das gute Essen, die Gastfreundschaft und viele schöne Urlaubsmomente!

Mein Fazit: Das To Pirofani ist für uns längst mehr als nur eine Taverne. Es ist ein Ort, an den wir immer wieder gerne zurückkehren und auf den wir uns schon vor dem nächsten Besuch freuen. Die herzliche Atmosphäre, die Freundlichkeit von Dessi und Vassily und vor allem die überraschend raffinierte Küche machen diese Taverne für mich zu etwas ganz Besonderem. Ich hätte nicht unbedingt erwartet, am Strand von Stegna eine Küche zu erleben, die mich mit so viel Geschmack, Frische und Kreativität begeistert. Umso mehr weiß ich sie zu schätzen. Das To Pirofani ist für mich ein echter kulinarischer Geheimtipp und eine Empfehlung, die ich jedem Rhodos-Urlauber von Herzen ans Herz legen möchte.  Vielen Dank, liebe Dessi und lieber Vassily, für die vielen schönen Momente, das hervorragende Essen und eure herzliche Gastfreundschaft! Wir kommen sehr gerne wieder.

Rhodos, Oktober 2026

Zum vierten Mal zog es uns nach Rhodos, wie schon 2022, 2023 und 2024. Unser Ziel war erneut die malerische Stegna-Bucht bei Archangelos, wo wir zwei erholsame Wochen verbringen wollten.

In den vergangenen Jahren startete unser Flug nach Rhodos entweder in Kassel oder in Dortmund. Inzwischen bieten beide Flughäfen die Verbindung nicht mehr an. Deshalb fiel die Wahl diesmal auf Weeze und einen Flug mit Ryanair. Rückblickend war das nicht unbedingt die beste Entscheidung.  Weil der Flug schon um 6.10 Uhr starten sollte, übernachteten wir vorher in Kevelaer. Das Hotel am Bühnenhaus war dafür völlig in Ordnung. Auch das Abendessen im nahen Restaurant „Alt Derp“ hat uns gut gefallen.

Der frühe Abflug hatte allerdings seinen Preis: Der Wecker klingelte schon um 3.00 Uhr. Noch etwas verschlafen machten wir uns auf den kurzen Weg zum Flughafen Weeze. Nachdem wir die Koffer abgegeben hatten, blieb immerhin noch genug Zeit für ein gemütliches Frühstück, bevor wir an Bord gingen. Nach der Landung auf Rhodos holten wir unseren vorbestellten Mietwagen ab.

Dann ging es endlich direkt weiter zu unserem Urlaubsziel, der Stegna-Bucht. Die Vorfreude auf die kommenden zwei Wochen war groß.

Wie in den Vorjahren wohnten wir in den Stegna Akti Luxury Suites, direkt am Strand. Die klimatisierten Suiten mit Balkon und Meerblick boten alles, was einen entspannten Urlaub ausmacht: ein Sofa, einen Flachbild-TV und kostenloses WLAN. Dieses Mal wählten wir ein Zimmer im zweiten Stock. Das bedeutete allerdings, täglich etwa 40 Stufen zu bewältigen – ein kleines Fitnessprogramm, das wir gern in Kauf nahmen. Die Belohnung: ein atemberaubender Blick über die Stegna-Bucht und das tiefblaue Meer, von dem man nicht genug bekommen konnte.

Ein kleiner Nachteil war die begrenzte Ablagefläche für Kleidung. Zwar gab es einen großen Schrank, doch fehlten Einlegeböden oder andere praktische Fächer. Kleiderbügel waren reichlich vorhanden, aber das zusätzliche Sofa musste schließlich als Kleiderablage herhalten.

Ein echtes Highlight war die moderne Stegna Akti Bakery mit ihrer gemütlichen Atmosphäre. Jeden Morgen holten wir dort unser Frühstück und genossen es in aller Ruhe im Zimmer. Die Auswahl ließ kaum Wünsche offen: süße Teilchen, Croissants – gefüllt und ungefüllt –, Spinat- und Apfeltaschen sowie köstlicher Cappuccino gehörten zu unseren Favoriten. Besonders beeindruckte uns das freundliche Personal. Selbst an einem Morgen, als ein Unwetter tobte, brachte man uns das Frühstück kurzerhand aufs Zimmer. Ein Service, der uns in bester Erinnerung bleiben wird!

Tag 7 – Sylt im August 2026

Sylt Tag 7

Kaum zu glauben, aber unser Sylt-Urlaub 2026 ist tatsächlich vorbei! Diesmal waren es leider nur acht Tage auf dieser traumhaften Insel – und doch war fast alles dabei.  Wir haben die Sonne genossen, an den herrlichen Stränden entspannt und natürlich war auch ein Regentag dabei. Das wechselhafte Wetter gehört zu Sylt und macht den besonderen Reiz der Insel aus.

Kulinarisch blieben ein paar Wünsche offen. Kein Besuch im eleganten Söl’ring Hof in Rantum, auch Sansibar und Samoa standen diesmal nicht auf dem Programm. Trotzdem: Jede Mahlzeit in den anderen Restaurants war ein Genuss. Nach langer Zeit kehrten wir auch wieder in die Kupferkanne ein.

Den letzten Abend verbrachten wir wie fast immer im Hause JM. Irmtraud stieß mit einem Glas Champagner an, ich wählte den Hauscocktail. Es folgte Beef Tatar mit Reibekuchen und Crème fraîche – fein gewürzt, die Crème herrlich frisch. Danach „Dreierlei von der Gänseleber“ mit hausgebackenem Brioche und Apfelsalat.

Natürlich durften die hausgemachte Maultasche und die Lammbratwurst mit Kartoffelsalat nicht fehlen. Zum Abschluss genossen wir ein Weinbergpfirsich-Sorbet, aufgegossen mit Champagner.  Ben empfahl uns dazu einen Riesling von der Mosel und einen Rotwein von der Rhone.  Den Abend ließen wir in der Bar bei „Mo“ mit einem Zibärtle ausklingen. Der Service war wie immer erstklassig: Ben, sein Schwager Jan-Sören und natürlich die Chefin Jane Müller, die im Hintergrund leise und souverän alles lenkte.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück unter bedecktem Himmel zurück in Richtung Heimat.

Fazit: Sylt hat unsere Erwartungen wieder übertroffen. Wir nehmen wunderbare Erinnerungen mit. Nach Sylt ist vor Sylt. Bis bald, Sylt!

Tag 6 – Sylt im August 2026

Sylt Tag 6

Nach dem Frühstück startete ich erneut zu einer Walking-Tour. Bei angenehmen Temperaturen führt uns der Weg auch heute zum Strand. Als der Hunger kam, machten wir einen Abstecher ins provisorische „Zeltlager“, das für den Surf Cup am Wochenende errichtet wurde. Im Zelt des Gogärtchens gab es Pinza, belegt mit Ziegenkäse, Walnüssen und Feigen, dazu einen Grauburgunder vom Weingut Fritz Waßmer.

Am Abend wartete ein reservierter Tisch im Boddendorf in Tinnum.

Bodendorf in Tinnum – ein Abend mit gemischten Eindrücken

Mein Fazit vom Juni-Besuch lautete: „Insgesamt ein gelungener Abend. Mal sehen, ob ich im August einen Termin finde. “ Tatsächlich ließ sich ein Abend einrichten – allerdings auf Kosten eines Besuchs im Söl’ring Hof.

Unser Besuch Ende August im Bodendorf in Tinnum hinterließ gemischte Gefühle. Der Restaurantbereich, stilvoll gestaltet, wirkte dennoch kühl – nicht zuletzt, weil von etwa 20 Plätzen nur sieben besetzt waren.

Restaurantleiter Benjamin Paul empfing uns freundlich, der Service blieb den ganzen Abend über aufmerksam. Mit einem Glas Perrier-Jouët Rosé starteten wir. Diesmal wählten wir ein 6-Gänge-Menü, und auch bei der Weinauswahl beriet uns Paul hervorragend.

Wachtel

Beim ersten Gang hatten wir die Wahl: Irmtraud entschied sich für Hummer, ich für Miral-Wachtel. Die Wachtel kam in zwei Varianten: als gefüllte Roulade und als Ragout mit Erbsen und Pfifferlingen, abgerundet von einem Hauch Schaum. Besonders die Sauce zur Roulade überzeugte.

Ravioli

Es folgte eine offene Ravioli mit glacierten Jakobsmuscheln, mariniertem Spitzkraut, Mispel und Verjus. Die Nudelplatten waren hauchdünn, die Jakobsmuscheln leicht glasig. Der Verjus verlieh der Sauce eine feine Säure. Dazu gab es einen Wein von Salwey vom Kaiserstuhl.

Rotbarsch und Seezunge

Der nächste Gang: geflämmter Rotbarsch in Bouillabaisse mit Bohnencreme und jodigem Meeresfenchel. Die mineralische Note des Fenchels verband die Komponenten harmonisch.

Weniger überzeugend war die bretonische Seezunge. Zwar gefielen der luftige Kartoffelschaum und die Rotweinbutter, doch der Fisch, diesmal als senkrecht gestellte Roulade mit Rettichfüllung, verlor durch die Anrichteweise seinen typischen feinen Geschmack.

Wagyu-Beef

Der Hauptgang wurde zum Höhepunkt: japanisches A5-Strip-Loin, begleitet von Shiitake-Pilzen, verbranntem Lauch und Pflaumen-Confit. Das Fleisch, die höchste Qualitätsstufe von Rind, schmeckte nussig-süßlich, fein marmoriert – purer Luxus auf dem Teller.

Dessert

Das Pre-Dessert, Ziegenkäseeis mit Aprikose, überzeugte wie schon im Juni. Das Dessert – Weinbergpfirsich mit Himbeersorbet, Mandeln und Cheesecake – bot einen fruchtig-kühlen Abschluss. Danach folgten Espresso und kleine Süßigkeiten.

Der Preis für das 6-Gänge-Menü liegt bei 264 Euro pro Person. Damit bewegt sich das Restaurant am oberen Ende der Preisskala für 1-Sterne-Häuser – wohl der exklusiven Insellage und den hochwertigen Produkten geschuldet.

Fazit: Ein Abend mit positiven Ansätzen, der atmosphärisch und in der Detailpräsentation noch Luft nach oben lässt.

Die Weine:

Tag 5 – Sylt im August 2026

Tag 5

Der Patron ist tot, es lebe die Familie

Der Patron ist tot: Jörg Müller, über Jahrzehnte der Inbegriff des klassischen Gastgebers, prägte mit seinem Hotel & Restaurant in Westerland Sylts Ruf als Gourmet-Insel wie kaum ein anderer. Als Mitbegründer der neuen deutschen Küche, neben Größen wie Eckart Witzigmann, setzte er Maßstäbe.

Es lebe die Familie: Sein Lebenswerk bleibt in festen Händen. Seine Frau Barbara starb 2023, doch die Familie führt das Erbe weiter. Tochter Jane und ihr Mann Benjamin Birkholz-Müller sowie Sohn Jan-Sören übernehmen die Verantwortung und sichern die Zukunft des Hauses.

Auch in der Küche bleibt alles im Fluss. Jörg Müller sorgte zu Lebzeiten für einen reibungslosen Übergang. André Kuhlmeyer, seit über 20 Jahren im Haus, verkörpert Müllers Philosophie der klassischen, produktfokussierten Spitzenküche wie kein Zweiter. Er führt die Tradition unverändert fort. Während Kuhlmeyer am Herd das kulinarische Erbe bewahrt, leitet Schwiegersohn Benjamin Birkholz-Müller den Service und den legendären Weinkeller – einen der besten der Welt.

In Küche und Service bleibt alles stabil: Die Familie steht.

So erlebten wir den fünften Tag unseres Aufenthalts: Beide Restauranträume waren voll, im Wintergarten saß eine größere Gruppe, und auch die Bar war bis auf den letzten Platz besetzt.

Für den Aperitif gehen wir in die Bar. Irmtraud bestellt wie immer einen Champagner Rosé, ich nehme meinen Hausaperitif.

An diesem Abend fiel uns auf, dass zusätzliche junge Frauen im Service arbeiteten. Neugierig fragte ich nach. Die jungen Damen absolvieren im Rahmen ihrer österreichischen Tourismus- oder Hotelfachausbildung – etwa an der HLW, HLT oder Berufsschule – ein Pflichtpraktikum auf Sylt. Sie machten ihre Arbeit hervorragend.

Nun aber zum Essen.

Amuse Bouche

Der Abend begann mit einem Amuse-Bouche: Eine Scheibe Schinken und frische Gemüsestangen wie Karotte und Stangensellerie, einfach, frisch und dennoch bemerkenswert.

Tataki vom Färöer Lachs mit Gurken

Dazu passt ein trockener, mineralischer Riesling Feinherb, wie Ben vorschlug. Eigentlich mag ich Riesling nicht, doch dieser harmonierte ausgezeichnet mit dem Gericht. Entscheidend sind die Qualität des Lachses, die Frische der Gurke und die feine Säure des Suds – sie sollen im Mittelpunkt stehen. Ein Gurkensorbet brachte mit seiner Kühle den letzten Schliff.

Gänseleber, Kirsch, Kartoffelpüree

Gönne es mit immer wieder, wenn ich auf der Karte dieses Gericht entdecke!!!

Wachtelcrépinette auf Périgord-Trüffel-Risotto

Wachtelcrépinette auf Périgord-Trüffel-Risotto

Auf diesen Gang hatte ich mich lange gefreut. Schon im Juni fragte ich, ob man ihn mir im August servieren könne. Küche und Service machten es möglich – eine besondere Freude. Erinnerungen wurden wach: Um die Jahrhundertwende bereitete ich dieses Gericht, damals als Wachtelkotelett bekannt, selbst in meinen Kochkursen zu. Die heutige Version ähnelt der damaligen, nur das Schweinenetz fehlt. Die Unterschenkel der Keulen verarbeitete die Küche zu einer Farce, ein großes Spinatblatt dient nun als Hülle.

Ben stellte dazu einen 2023er Verduno Pelaverga Burlotto auf den Tisch. Am Ende des Abends war die Flasche leer.

Jürgen Dollase dokumentierte dieses Gericht im Mai 2025 in Westerland zusammen mit Jörg Müller. Die Aufnahme findet sich im „Deutschen Archiv der Kulinarik“.

Gebackene Zwetschgen auf Armagnacschaum mit Walnuss – Krokant Eis

Ein schlichtes, elegantes Tellerbild, kaum Dekor. Die Produkte standen im Fokus. Klare, saubere Kontraste: die warme, fruchtige Zwetschge und das kalte Eis.

Fazit: Die neuen Inhaber sind auf dem richtigen Weg. Wir (Stamm) Gäste sollten sie dabei unterstützen.

Tag 4 – Sylt im August 2026

Nach dem Frühstück steht eine Walking-Tour an. Bei angenehmen Temperaturen führt uns der Weg heute zum Strand. Da wir keine Fans von Strandkörben sind, machen wir es uns auf den Bänken bequem. Ein kurzer Spaziergang durch den Sand bis ans Wasser rundet den Ausflug ab. Die frische Meeresluft und der Blick auf die Wellen entspannen – und machen schnell wieder hungrig.  Da wir am Abend im „Web Christel“ reserviert haben, begnügen wir uns mit einem Crêpe mit Zimt und Zucker und einem Glas Weißwein.

Sylt Tag 4

Unsere Reservierung für 17.30 Uhr war natürlich bestätigt, doch man wies uns mehrfach darauf hin, dass wir nach zwei Stunden fertig sein müssten. Diese ständigen Wiederholungen nervten. Bei schönem Wetter saßen wir draußen unter einem großen Schirm. Nach dem obligatorischen Brot mit Griebenschmalz folgte ein Carpaccio aus Jakobsmuschel und Lachs. Mit der Rollentechnik gelingen hauchdünne Scheiben, das Mango-Limetten-Dressing unterstrich den feinen Geschmack des Fisches. Ob der kleine Salat dazu nötig war, sei dahingestellt. Gestört haben mich der Dill und die unvermeidlichen Erbsensprossen.

Die Tafelspitzconsommé mit Sherry war gut abgeschmeckt, voller Umami, doch der Sherry blieb geschmacklich unauffällig. Dazu gab es ein gefülltes Strudelteigtäschchen.

Das Rinderfilet kam wie bestellt medium rare auf den Tisch, begleitet von frischen Pfifferlingen und Kartoffelgratin. Der Soße fehlte jedoch die Tiefe.

Zum Dessert gab es ein schmelzendes Tonkabohnenparfait mit Beeren.

Als Weißwein wählte ich einen Sauvignon Blanc, der leider nicht zum Carpaccio passte – mein Fehler. Der 2022er Spätburgunder R vom Weingut Hansjörg Rebholz (0,375 l) harmonierte hingegen perfekt mit dem Filet. Erfreulich: Die Weinkarte bot viele 0,375-l-Flaschen, sowohl Weiß- als auch Rotwein – eine Seltenheit in Restaurants. Als Abschluss noch eine Wildkirsch vom Martin Albrecht. Weder verwandt noch verschwägert – leider.

Fazit: Gemütliches Ambiente, starke Weinauswahl in halben Flaschen, solide Küche mit Luft bei Saucen, ideal für sommerliche Abende draußen.

Tag 3 – Sylt im August 2026

Tag 3 – Sylt

Nach dem Frühstück ließ ich meine Walking-Tour ausfallen. Stattdessen fuhr ich um 10.30 Uhr nach Wenningstedt zur Friesenkapelle. Dort begann um 11.00 Uhr die Trauerfeier für Jörg Müller, der nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben war.

1992 besuchte ich zum ersten Mal sein Restaurant. Zwischen 1995 und 2004 nahm ich regelmäßig an seinen Kochkursen teil, die jeweils vier Tage dauerten. Die Termine lagen im Februar oder November, wenn es auf Sylt ruhiger zuging. Die Themen reichten von „Seminar für Fortgeschrittene“ über „Italienische Küche“ bis zu „Spezialitäten von Land und Meer“. Übernachtet wurde stets im Hotel, das zum Restaurant gehörte. Trotz des Stresses waren es immer angenehme Tage.

Müller leitete die Kurse persönlich, obwohl er gleichzeitig das Tagesgeschäft bewältigen musste. Damals hatte sein Restaurant auch mittags geöffnet. Er erklärte jeden Gang, gab Zubereitungstipps und achtete darauf, dass während der Vorbereitungen kein Alkohol floss. Beeindruckend war sein wirtschaftliches Denken: Ohne Sponsor musste er seine Investitionen selbst erwirtschaften. Anhand eines Lammgerichts zeigte er, wie er vorging. Er kaufte ein ganzes Lamm von der Insel und verwertete es vollständig. Das Gourmetrestaurant bekam den Rücken, während Schulter und Keule im „Pesel“, seinem Bistro, landeten. Die Knochen schabte er gründlich ab und verarbeitete sie zu Lammfrikadellen oder seinen legendären Bratwürsten, die er auch als Amuse-Bouche im Gourmetrestaurant servierte. Aus den Knochen kochte er in einem aufwendigen Verfahren eine sämige Sauce.

Viele Jahre waren wir Gäste in seinem Restaurant und später auch im Hotel. Es waren stets schöne Aufenthalte. Hoffen wir, dass es ohne ihn weitergeht – ich bin zuversichtlich.

Am späten Nachmittag kehrten wir ins „Fisch Hüs“ ein. Eigentlich wollte Irmtraud bei Blum „Grüne Heringe“ essen, doch die gab es an diesem Tag nicht.

Sie bestellte stattdessen Wolfsbarsch, der gut gebraten und gewürzt war.

Ich wählte eine Bouillabaisse aus Nordseefischen, die leider etwas Würze vermissen ließ,

und anschließend Labskaus. Dazu tranken wir einen Grauburgunder vom Weingut Dr. von Bassermann-Jordan. Auf der Karte entdeckte ich den Wildkirsch Nr. 1 von Ziegler – in den 1980er-Jahren ein Kult-Digestif. Natürlich bestellte ich ihn, und Erinnerungen wurden wach. Es war ein angenehmer Aufenthalt auf der Terrasse.

Tag 2 – Sylt im August 2026

Tag 2 – Sylt

Uns erwartet ein ausgiebiges Frühstück. Das Buffet ist reichhaltig und liebevoll angerichtet. Es bietet herzhafte Spezialitäten, frischen Fisch und süße Leckereien. So findet jeder etwas nach seinem Geschmack.

Frisch aufgebrühter Kaffee kommt an den Tisch. Den Tee kann sich jeder nach den eigenen Vorlieben selbst zubereiten. Auch die Eierspeisen werden frisch und individuell zubereitet, ob Rührei, Spiegelei oder Omelett.

Zum Auftakt des Morgens stoßen wir gemeinsam mit einem Glas Champagner auf den Urlaub an. Ein schöner Beginn für einen entspannten und genussvollen Tag.

Nach einer kurzen Verschnaufpause mache ich mich zunächst auf meine Walking-Tour. Am Ende zeigt meine Uhr rund 9.000 Schritte an. Danach gehe ich noch einmal unter die Dusche, und wir machen uns fertig, denn Hanne und Herbert wollen uns gegen 13 Uhr abholen. Die beiden sind bereits seit einer Woche mit dem Auto auf der Insel unterwegs. Wir haben also fast immer unser eigenes Taxi.

Diesmal geht es in den Süden, nach Hörnum. Wir kommen an Samoa und Sansibar vorbei. Beide stehen dieses Jahr allerdings nicht auf dem Programm. In Hörnum ist es gar nicht so einfach, einen Parkplatz zu finden. Gut, dass Handy und App helfen. Danach machen wir einen kleinen Spaziergang zur Südspitze der Insel.

Nach so viel frischer Luft meldet sich bald der kleine Hunger. Hanne schlägt das Café und Restaurant „Sonniger Süden“ vor. Im „Lund“ waren wir schließlich schon sehr oft. An der Kuchentheke bestellen wir jeder ein Stück Kuchen und dazu einen Pott Kaffee.

Nach der Rückkehr ins Hotel ruhen wir uns ein wenig aus. Die beiden letzten Tage waren ganz schön stressig, und die Seeluft tut ein Übriges. Irmtraud möchte auf dem Zimmer bleiben. Ich habe aber noch Lust auf etwas Deftiges und auf einen Schluck guten Rotwein.

In der Bar komme ich auf meine Kosten. Mo kennt meine Wünsche, da wir oft Gast in der Bar sind. Schnell steht der Hausaperitif vor mir. Anschließend folgt meine geliebte Lammbratwurst mit Kartoffelsalat. Dazu ein 2010er Paul Jaboulet Aîné Crozes-Hermitage „Domaine de Thalabert“. Ein konzentrierter und kräftiger Wein mit herrlichen Würz- und Röstaromen.

Ich freue mich auf weitere interessante Tage auf Sylt.

Tag 1 -Sylt im August 2026

Tag 1 – Sylt

Die Koffer stehen bereit. Gegen 14.15 Uhr fahren wir zum Flughafen Kassel. Wir parken das Auto, geben das Gepäck auf und gehen durch die Sicherheitskontrolle. Alles läuft entspannt. Kein Stress.

Über den Wolken

Um 15.25 Uhr hebt unser Flieger ab. Um 16.30 Uhr landen wir in Westerland auf Sylt.

Anflug nach Sylt über den Weinberg

Hanne und Herbert holen uns wie immer freundlich ab. Nach einer kurzen Begrüßung fahren wir zuerst zu Gosch in List.

Dort bestellen wir eine Meeresfrüchteplatte und eine Flasche Sauvignon Blanc. Salz, Meer und frischer Fisch liegen in der Luft. Hurra, wir sind endlich wieder auf Sylt.

Danach fahren wir ins Hotel Restaurant Jörg Müller in Westerland. Für uns ist es seit Jahren ein vertrauter Ort. Wir packen die Koffer aus und gehen in die Bar. Über dem Haus liegt Trauer, denn Jörg Müller ist leider am 09. August im Alter von 79 Jahren verstorben. Trotzdem ist die Begrüßung wie immer sehr herzlich.

Restaurante la Aquarela – 2026

Besucht 2026-04-03

Apartamentos Aquamarina,

35129 Barranco de la Verga, Las Palmas, Spanien

Auf Gran Canaria leuchten derzeit fünf Michelin-Sterne über ebenso vielen Restaurants. Drei davon befinden sich in der Inselhauptstadt, eines in Mogán und eines in Barranco de la Verga. In den touristischen Zentren wie Playa del Inglés und Maspalomas/Meloneras sucht man Sternerestaurants jedoch vergeblich.

Das Restaurant La Aquarela liegt in Barranco de la Verga, eingebettet in den Apartmentkomplex Aquamarina – ein ungewöhnlicher Standort. Es zu finden, war eine Herausforderung: Unsere Taxifahrerin setzte uns am Ende des Komplexes ab, wo ein Schild auf das Restaurant hinweist. Doch der Wegweiser führt in die Irre. Der Zugang erfolgt über den Eingang der Apartments, der keinen Hinweis auf das Lokal bietet. Von dort führt eine Treppe hinunter zum Restaurant. Trotz dieser versteckten Lage zählt La Aquarela heute zu den Spitzenadressen der Inselgastronomie. Nach einem freundlichen Empfang wurden wir auf die Terrasse geleitet. Von hier schweift der Blick über den Atlantik und einen markanten Hotelkomplex, der an einem steilen Hang thront. Vom Tisch aus sahen wir zudem das Schwimmbecken der Anlage. Das Restaurant selbst beeindruckt mit moderner, klarer Innengestaltung.

Die Speisekarte, präsentiert auf einem Tablett, bietet drei Menüs: „Erfahrung“ mit acht Gängen, zwei Desserts und Amuse-Bouche, ein reduziertes Menü mit „weniger Erfahrung“ und das vegetarische Menü „Ernte“. Wir entschieden uns für die volle „Erfahrung“. Auf die Weinbegleitung verzichteten wir und wählten stattdessen eine Flasche kanarischen Wein. Für die Fleischgänge bestellten wir zusätzlich offene Weine von den Kanaren. Der Abend begann mit einem gut gekühlten Glas Cava 2023 Corpinnat Brut Reserva von Llopart.

Dazu wurden drei Amuse-Bouche gereicht: Makrele und geräucherte Sardine, überraschend neu interpretiert. Ein gelungener Auftakt.

Der erste Gang zeigte die Handschrift von Küchenchef Germán Ortega, der in Schweden, England und Spanien (El Bulli) sein Handwerk verfeinerte. Blumenkohl, außen glatt und fest wie eine Schale, verbarg im Inneren eine luftige Mousse. Obenauf thronte eine Nocke Kaviar.

Es folgte klassisches Thunfischtatar, abgeschmeckt mit Sardine und Ingwer.

Der nächste Gang irritierte zunächst: Ein weißer, unbekannter Ballen und eine Sauce im separaten Schälchen. Auf der Karte stand „Breaking Rules“ – Regeln brechen. Der Service forderte uns auf, mit den Händen zu essen. Ich hob den Zuckerwatten artigen Ballen, tunkte ihn in die Mojo-Sauce und biss ab: erst süß, dann knackiger Pak-Choi, schließlich Lachs. Ein mutiger Gang, bei dem die Süße weder Gemüse noch Fisch überdeckte.

Weiter ging es mit gebratenen Tintenfisch sowie Garnelen aus Mogán, serviert in einem schaumigen Sud, der die Frische und feine Meeresnote der Garnelen bewahrte.

Danach begeisterte ein Basilikum-Risotto: bissfester Reis, intensive Kräuteraromen und dezente Würze durch kanarischen Käse. Leicht und locker angerichtet, weckte es den Wunsch nach mehr.

Bis dahin genossen wir unseren Favoritenwein von Lanzarote, El Griffo. Sein Bouquet aus tropischen Früchten und die frische, harmonische Note passten perfekt zu Fisch und Meeresfrüchten. Für die Fleischgänge wechselten wir zu einem Rotwein, dem 2023 Almirez Toro. Mit Aromen von reifen roten Früchten, edlen Gewürzen und Bitterschokolade harmonierte er ausgezeichnet mit den folgenden Gerichten.

Zart gebratenes kanarisches Schweinefleisch mit krosser Kruste, begleitet von aromatischer Pflaumensauce und würzigem kanarischen Käse, überzeugte durch die gelungene Balance aus herzhaft, fruchtig und würzig. Danach folgte glasierte Milchlammschulter, zart und saftig, serviert mit cremigem Püree und einer intensiven Lammsauce, verfeinert mit Senfkörnern. Ein Gericht, das durch Tiefe und feine Schärfe bestach.

Den Abschluss bildeten die Desserts: Apfel mit Sauerampfer und Gewürzen sowie Schokolade mit Mandel und Banane. Espresso und Petits Fours rundeten den Abend ab. Auf einen Digestif verzichtete ich diesmal.

Die Küche von La Aquarela verbindet mediterrane und kanarische Einflüsse mit Kreativität und hochwertigen Zutaten. Tradition und Moderne verschmelzen zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Die internationalen Erfahrungen von Germán Ortega und die Aromen der Kanaren machen den Abend zu einem kulinarischen Höhepunkt in entspannter Atmosphäre.