Am Sonntag den 16.10. 1983 fand die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden zwischen Vire und Baunatal im Rathaus statt. Passend dazu im „Hochzeitssaal“ .

Der Tag begann um 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche Notre Dame. Das Mittagessen wurde dann in der Familie eingenommen und man konnte erleben, dass man in Frankreich tatsächlich für das Essen sich viel Zeit nimmt und es mit den offiziellen Zeiten und Terminen nicht so genau nimmt.
Um 15.30 Uhr sollte der Umzug durch Vire stattfinden, wir saßen aber noch um 15.30 Uhr beim Hauptgericht, Käse und Nachtisch mussten aber auch noch serviert werden. Ich saß wie auf heißen Kohlen, Ginette und André waren aber die Ruhe selbst. Gegen 16.15 Uhr wurde aufgebrochen, und siehe da, auch die anderen Familien hatten ein anderes Zeitgefühl. Die Offiziellen Termine wurden also ca. 1 Stunde später als geplant zur Zufriedenheit aller durchgeführt.
Das Abendessen in der Familie werde ich nie vergessen. Nach dem offiziellen Teil, schon hier gab es reichlich Champagner, Cidre und Calvados, wurde dann im großen Kreis von Freunden im Haus von Ginette und André der Aperitif eingenommen. Nach und nach verschwanden die Freunde und um 21.00 Uhr begann endlich dann das Menü und endete erst gegen 02.00 Uhr.
Zur Feier des Tages hatte Ginette ein phantastisches Menü vorbereitet. Dies sah wie folgt aus:
Als Aperitif Champagner und kleine Blätterteighäppchen mit Fisch bzw. Fleisch gefüllt. Auch Scheiben von der Andouille de Vire wurden serviert.
Als 1. Gang dann eine normannische Fischsuppe, dazu Weißwein von der Loire .
Der 2. Gang war ein im Ganzen gebratenes Perlhuhn und grünen Bohnen.
Zur damaligen Zeit war mir Perlhuhn unbekannt. Ein 1976 Bordeaux begleitete den Hauptgang.
Der Käsegang bestand aus Camembert, Livaro und Pont Eveque, dazu entkorkte André schon wieder einen anderen Bordeaux.
Als Dessert wurde eine von Ginette selbst hergestellte „Creme de Caramel“ serviert.
Zwischen jeden der Gänge schenkte Andre einen von seinen Vater selbst gebrannten Calvados ein. Die Jahrgänge wurden immer älter. Ein Kaffee und ein Calvados Jahrgang 1944 beendeten das Abendessen.

Das Aufstehen am frühen Morgen des 17.Oktober fiel dann auch besonders schwer. Ich „schwor mir“ an diesem Tag keinen Alkohol zu trinken. Es kam aber natürlich ganz anders. Davon später mehr.


Das Hotel war nur ca. 250 m vom feinen Sandstrand entfernt. Für drei Wochen waren schwimmen, sonnenbaden und faulenzen angesagt. Angesagt waren auch Kutschfahrten, Fahrt mit einer „Bimmelbahn“ und Fahrt mit einem Eselskarren. Hier habe ich mir am zweiten Tag gleich die Füße verbrannt. Ich hatte mich sorgfältig eingecremt und hatte auch ein T-Shirt übergezogen. An die Füße hatte ich allerdings nicht gedacht. Ich hatte Sandalen an und auf dem Fußrücken bekam ich an den freien Stellen einen gewaltigen Sonnenbrand. Dieser war so schlimm, dass ich in den nächsten Tagen auch am Strand mit Strümpfen rumlaufen musste.



Nach einem „kargen“ französischen Frühstück, war eine Besichtigung des Mont St. Michel geplant. Anscheinend hatten aber an diesem Tage auch andere diese Besichtigung vor. Ein Durchkommen bis zum eigentlichen Eingang der Kirche war nicht möglich. Die „rue“ war unpassierbar. So wurde der „heilige Berg“ diesmal leider nur von außen Besichtigt.










