Elfbuchen- Kassel (Update)

Elfbuchen 2026-02-27

In der Gastronomie ringen viele Betriebe darum, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Besonders schwierig ist es, eine traditionelle Ausflugsgaststätte mit einem modernen Restaurantkonzept zu vereinen. Das Waldhotel Elfbuchen wagt diesen Spagat. Bisher lockte es vor allem Familien und Wanderer an. Mit zeitgemäßen Gerichten könnte es jedoch auch Gourmets und jüngere, trendbewusste Gäste gewinnen. Die Balance zwischen traditioneller und moderner Küche verlangt Fingerspitzengefühl. Ein überladenes Menü überfordert, ein zu knappes enttäuscht. Kassel und Nordhessen gelten nicht als Feinschmecker-Hochburg – umso größer die Herausforderung. Nach unserem Besuch an einem Freitagabend steht fest: Diese Herausforderung nimmt das Elfbuchen an.

Wir starteten unser Treffen an einem großzügigen, edlen Holztisch, der mit seiner warmen Ausstrahlung und der markanten Maserung sofort eine behagliche Atmosphäre schuf. Zu fünft saßen wir bequem, genug Platz für lebhafte Gespräche und herzhaftes Lachen.

Die Speisekarte ist klein, aber durchdacht. Das Menü „Rudis Waldspaziergang“ wird als Drei- oder Sechs-Gang-Variante angeboten. Zusätzlich gibt es vier Vorspeisen, zwei Zwischengänge, sechs Hauptgerichte und drei Desserts. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten, etwa mit Bittersalaten (15 €), Flower Sprouts (20 €) oder gebackenem Blumenkohl (26 €), geliefert von der Gärtnerei Ullrich im nahen Fuldatal. Die Karte nennt die Lieferanten der Zutaten, die überwiegend aus der Region stammen. Das Wild stammt aus eigener Jagd.

Der Abend begann mit einem Winzersekt vom Weingut Breuer aus dem Rheingau – perfekt temperiert.

Besonders überzeugte die Essenz von Waldpilzen mit ihrem intensiven Umami-Geschmack und die gebeizte Forelle mit Quitte und Haselnuss.

Hervorragend auch der Rehrücken im Brotmantel aus dem Habichtswald, serviert mit Rahmwirsing und Maronen, sowie der gebackene Blumenkohl mit Hollandaise und Haselnuss.

Die Preise: Der „Große Waldspaziergang“ mit sechs Gängen kostet 119 Euro, der „Kleine Waldspaziergang“ mit drei Gängen 69 Euro. Die Einzelpreise reichen von 11 Euro für die Waldpilzessenz bis 45 Euro für den Rehrücken. Das Essen ist hochpreisig, doch angesichts der Qualität – frisch, regional und fair – gerechtfertigt.

Die Weinkarte bietet eine breite Auswahl aus deutschen Anbaugebieten, ergänzt durch Weine aus Frankreich und Italien. Der Service überzeugt mit Freundlichkeit und Kompetenz, ganz im Einklang mit der Philosophie des Hauses. Die Küche setzt auf saisonale, regionale Zutaten. Küchenchef Rüdiger Mehlgarten, der zuvor im „Jacobs“ in Hamburg und im „Freigeist“ in Göttingen kochte, führt das Konzept mit sicherer Hand.

Das Waldhotel Elfbuchen beweist: Tradition und Moderne können harmonieren – mit Geschmack und Stil.

Restaurant im Waldhotel Elfbuchen-Kassel

In der heutigen Gastronomie ringen viele Betriebe darum, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Besonders schwierig ist es, eine traditionelle Ausflugsgaststätte mit einem modernen Restaurantkonzept zu vereinen. Das Restaurant Waldhotel Elfbuchen versucht genau diesen Spagat. Bisher zog es vor allem Familien und Wanderer an. Mit zeitgemäßen Gerichten könnte es jedoch auch Gourmets und jüngere, trendbewusste Gäste gewinnen. Die Balance zwischen traditioneller und moderner Küche zu finden, verlangt Fingerspitzengefühl. Ein überladenes Menü schreckt ab, ein zu knappes enttäuscht. In der Region Kassel und Nordhessen, die nicht als Hochburg für Feinschmecker gilt, ist das eine besondere Herausforderung. Nach unserem Besuch an einem Donnerstagabend lässt sich sagen: Die Herausforderung wurde angenommen. Noch läuft nicht alles rund, aber der Anfang ist gemacht.

Der Empfang war freundlich, unser Tisch bot einen schönen Blick ins Grüne. Doch schon beim Aperitif gab es den ersten Stolperstein: Champagner nur flaschenweise, der angebotene Winzersekt aus dem Rheingau zwar wohlschmeckend, aber zu warm serviert. Aus dem angebotenen Sieben-Gänge-Menü wählten wir fünf Gänge.

Das Menü trägt den Titel „Rudis Waldspaziergang“.

Es begann mit bunten Tomaten von der Gärtnerei Ulrich, kombiniert mit Ziegenkäse, Oliven und roten Zwiebeln – ein gelungener, leichter Sommergang.

Weiter ging es mit einem Tatar von der Lachsforelle, begleitet von Buttermilch, Kohlrabi und Dill. Hier fehlte es etwas an Würze, doch insgesamt ein ansprechender Gang.

Der Höhepunkt des Abends folgte: Tortellini von der hessischen Landgarnele, serviert mit Weinbergpfirsich und Estragon. Die Landgarnele stammt aus der Aquakultur Damm in Niedenstein-Wichdorf. Der Nudelteig hatte die perfekte Dicke, die Würzung war dank Estragon hervorragend.

Der nächste Gang ließ mich ratlos zurück: rosa gebratener Rücken aus dem Habichtswald, serviert mit Bohnen, Löwenzahn, Maiwipfeln und Bucheckern. Der Rücken war wie bestellt medium rare, doch die Konsistenz irritierte. War er Sous-vide gegart oder zuvor gefroren?

Das Dessert bestand aus Schokoladenmousse mit Kirschholz-Eis und eingelegten Kirschen. Die Mousse war mir etwas zu süß.

Zu den Preisen: Der „Große Waldspaziergang“ mit sieben Gängen kostet 123 Euro, der „Kleine Waldspaziergang“ mit drei Gängen 59 Euro. Jeder weitere Gang schlägt mit 16 Euro zu Buche.

Die Weine blieben in Deutschland: Sowohl Weiß- als auch Rotwein stammten vom Weingut Bernhard Huber in Malterdingen, bekannt für anspruchsvolle Tropfen – und so schmeckten sie auch.

Fazit: Ein gelungener Abend mit Höhen und kleinen Tiefen, die sich sicher beheben lassen. Der Service war ruhig und sorgfältig. Saisonale und regionale Ausrichtung in der Küche. Nach dem Essen führte ich ein angenehmes Gespräch mit Küchenchef Rüdiger Mehlgarten, der zuvor unter anderem im „Jacobs“ in Hamburg und im „Freigeist“ in Göttingen gearbeitet hat. Eine kulinarische Reise, die sicher nicht die letzte war. Spannend bleibt die Frage, wie das Konzept im Winter funktioniert, wenn in dieser Höhenlage oft Schnee liegt. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Bewertung: 6,75/10

Amuse Bouche

Brot mit Butter und Salz. Für 4 Personen sehr wenig Butter.

Tomatensalat

Tatar von der Lachforelle

Tortellini von der Hessischen Landgarnele

Rehrücken aus dem Habischtswald

Schokolade und Kirsche