Restaurantlisten

Es beginnen die Monate, in denen die neuen Restaurantsführer auf den Markt kommen. Der „Feinschmecker“ macht meistens den Anfang. Die erste längere Auflistung hat „Der Feinschmecker“bereits 1983 herausgebracht. Jürgen Dollhase hat sie in dem Blog https://www.eat-drink-think.de/ veröffentlicht. Allerdings nur von 1-50, die anderen sind schlecht lesbar. Hier nun die Auflistung 1-200.

Auch Klaus Besser, Restaurantkritiker der ersten Stunde, hat in seinem Gourmetbrief Nr. 1, Januar 1983 eine Bestenliste veröffentlicht. Beide Listen werden angeführt von „Aubergine“ München und „Schweizer Stuben“ Wertheim.

Beide Listen führen mich zurück in meine „Lehrzeit“ in der Gourmetszene. Dabei sind besonders zu erwähnen, Schweizer Stuben, Friedrichsruhe, Grand Cru Lippstadt, Burghotel Nörten-Hardenberg und Hotel Hohenhaus, um nur einige aufzuzählen. Dann die „Weiterbildung“ u.a. in der Normandie und auf Sylt.

Rückblick 02

Franz Kellers Restaurant, Köln

Und auf dem Weg in die Normandie liegt immer irgendwo ein mit Michelin-Sternen geadeltes Restaurant am Wege. Dieser Spruch 2001 von I. Jünemann geschrieben, stimmte bereits für das Jahr 1982. Bereits damals waren solche Fahrten für uns auch Genussreisen. In Köln wurde der erste Stopp in Richtung Normandie gemacht.

Ziel war

Lüders Bar und

Franz Kellers Restaurant   Aachener Straße 21  zu Köln.  Franz Keller jun., einer der besten Köche Deutschland, hatte sich 1979 in Köln selbständig gemacht. Anlass Keller zu besuchen und nicht ein anders Sterne Restaurant in Köln war eine Anzeige im „Feinschmecker“ Heft 2 1980. Keller jun. Mitbegründer der neuen deutschen Küche, 2 Sterne in Oberbergen, Schüler von Paul Bocuse und so weiter….

Sein Wahlspruch versprach doch einiges: Nicht andere Leute Ideen verwirklichen, sondern meine eigenen. Nicht anderer Leute Geld verdienen, sondern mein eigenes.

Hohe Ansprüche die er da formulierte.

Klaus Besser, hatte in seiner Gourmet Zeitung Nr. 6 vom 15 09.1980 kein gutes Haar an seiner Küche gelassen. Teilweise nur 8 oder 9 Punkte von 20. Er verzichtete auf eine Gesamtbewertung.

Nun aber zu unseren besuch. Das „Restaurant“ in der Nähe des Millowitsch Theater gelegen. Bevor man in das Restaurant kommt, muss man durch Lüders Bar. Diese ist mit Gitterrosten ausgelegt und man muss sich in tiefe, enge und knallrote Ledersessel zwängen. Hier nehmen wir zunächst ein Aperitif ein, erhalten die Speiskarte und die nächsten Minuten vertiefen wir uns in diese.

1982 Franz Keller Köln innen

Dabei steht eigentlich schon fest, dass wir das große Menü mit Weinbegleitung nehmen. Dann kommt aber für mich die Überraschung. Unsere Tochter, damals 11 Jahre alt, erklärte, dass auch sie das Menü nehmen würde, natürlich ohne Wein. Man muss dabei wissen, dass sie bei den vorherigen Besuchen in Sternerestaurant immer nur 1 oder 2 Gänge genommen hatte. Es wäre ihr zu langweilig, so ihre Begründung, immer zu warten und wir würden die schönsten Dinge essen. Fazit: Ab diesen Zeitpunkt wurden unsere Besuche in Sternerestaurants noch einmal um fast ein Drittel teurer.

1982 Franz Keller Köln aussen

Danach ging es in das Restaurant. Das Restaurant als fensterloser Raum mit dunklen Holzfußboden, umlaufender dunkler Holzverkleidung ca. 1,00 hoch. Die Wände aus Holz mit Schnitzereien und mit Blattgold überzogen.

Mein Fazit: Ein etwas anderes Restaurant sowohl in der Küchenausrichtung, aber auch ein neues Raumgefühl. Kein steifes Luxusrestaurant mit Kellnern in Frack und Zylindern, sondern auf der Höhe der Zeit. Vieleicht auch 5 bis 10 Jahre vor raus.

Uns hat es gefallen, die Kritik von Besser konnte ich nicht nachvollziehen. Wichtig, unsere Tochter hat das gesamte Menü ohne Probleme geschafft.