Der erste Restaurantführer für das Jahr 2014 ist auf dem Markt. „Der Feinschmecker“ hat, wie auch in den letzten Jahren, den Anfang gemacht. Für Nordhessen gibt es zwei „Neueinträge“
Kassel ist in den Restaurantführern wie Michelin und Gault Millau eine kulinarische Diaspora. Von Sternen und Hauben ist man weit entfernt. Wie sieht es aber eine Etage darunter aus.
Unter andern wird im Michelin auch das El Erni erwähnt.
Kommentare: Beeinflusst von der andalusischen Herkunft des Chefs, bietet das Restaurant spanisch-internationale Küche. Der Service ist freundlich, das Ambiente gemütlich und dennoch elegant.
Wir waren, vier Erwachsene und zwei Kinder, nach langer Zeit wieder einmal in diesem Restaurant und können dem Kommentar nur beipflichten.
Etwas schwierig in diesem Wohnquartier ist es, ein Parkplatz zu finden. Ich selbst bin mit meinem Enkel mit der Straßenbahn gefahren. Hier gibt es kein Problem. Die Entfernung Haltestelle Friedrich Ebert Straße / Querallee bis zum Restaurant beträgt nur ca. 100 m. Mein Schwiegersohn musste fast 500 m entfernt vom Restaurant parken. Wer also das Restaurant aufsuchen will, soll besser die Straßenbahn nehmen. Dies ist ja auch deshalb sinnvoll und richtig, da man ja vielleicht auch Wein etc. trinken will.
Das Restaurant ist in grau weiß gehalten, Kerzenlicht auf und über den Tischen. Dies bringt eine angenehme Atmosphäre, jedoch für das Betrachten der Speisen nicht optimal.
Neben der doch recht umfangreichen Speisekarte werden auf einer separaten Karte zwei Menüs und entsprechende Weine angeboten.
Wir entschieden uns für ein dreigängiges Menü. Zusätzlich wurde zum Auftakt “Variacion de Tapas” bestellt.
Der vorgeschlagene Weiswein „Mas Rabell 2011 Penedes“ aus dem Hause TORRES war uns doch zu flach. Wir entschieden uns daher für einen „Baron de ley“. Dieser passte zu den nachfolgenden Speisen, ohne das er uns allerdings von den Stuhlen riss. Ein frischer, wohl balancierter Wein für jede Gelegenheit!.
Zum Aperitif, Portwein und Sherry, gab es Baguette und drei verschiedene Dips.
Die große Tapasplatte mit Calamares, fritierten und eingelegten Sardellen, Artischocken, Wildcalamar, Muscheln, Alioli und Brot reichte für uns vier Erwachsene als „Amuse Bouche“ völlig aus. Es fehlte für eine typische Tapasplatte eigentlich nur der Schinken.
Carpaccio vom Rinderfilet mit Rucola, Champignons und Parmesan.
Gut gewürzt, mit Olivenöl recht sparsam(gut so), gute Fleichqualität.
Gegrillte Filets vom Seeteufel, auf einer Chabilsflusskrebssauce, Dauphinkartoffeln
Hier wäre es bestimmt sinnvoller gewesen, den Seeteufel in etwas größer Scheiben zu schneiden. Teilweise waren die kleinen Stücke an den Rändern doch trocken.
Hausgemachte „Crema Catalana“
Diese Crema Catalana, die typische spanische Vanillecreme mit Karamelkruste, ist nicht zu beanstanden. Was allerdings das viele Obst auf dem Teller soll, entzieht sich meiner Kenntnis und Erfahrung.
Fazit: Flotter angenehmer Service, wohltuende Atmosphäre, das Essen in Ordnung mit kleinen Schwächen. Schwachpunkt die Weinauswahl, viele Weine aus dem Hause TORRES.
Wer sich in der Gastro Szene von Kassel auskennt, der kennt auch Toni Nadalet. „Da Bruno“ und Marco’s Bar in der Königs-Galerie waren u.a. seine Stationen in Kassel. Nach überstandener Krankheit hat er endlich sein neues Domizil gefunden.
Den Neustart erfolgt im beliebt-belebten Vorderen Westen. An der Friedrich Ebert Straße, in der unmittelbaren Nähe des Bebelplatzes, ist nun die neue Heimat von Marco’s Bar. Auch eine kleine Außenterrasse ist vorhanden.
Parkplätze muss man in unmittelbarer Nähe suchen, aber kaum Hundertmeter von der Gaststätte entfernt, befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle.
Auf der feinen kleinen Karte findet man bewährtes aus Nadalets italienischer Heimat.
Nun zu meinen Besuch am 21.06.2012. Die Plätze der Außenterrasse waren leider alle belegt, so dass wir im Innenraum Platz nahmen. Der Raum ist in braun-grau gehalten und bietet ca. 25-30 Plätze. Auf den Stühlen sitz man sehr bequem.
Die sehr freundliche Bedienung war schnell zur Stelle, und wir bestellten zuerst einmal einen Wein. Die Wahl fiel auf einen Weisswein „ Bianco di Custoza „ zu 3,60 € / 0,2l.
Auf der Karte werden 5 Vorspeisen, 6 Pasta, 3 Salate sowie 5 Fleischgerichte angeboten. Außerdem gibt es Tagesgerichte, die mündlich vorgetragen werden.
Zum Essen bestellten wir: Penne ai gamberetti di Fium – 9,90 € (Penne mit Flusskrebsen und frischen Tomaten) sowie Tagliatelle agli asparagi verdi – 10.80 € (T agliatelle mit frischem grünen Spargel und einer cremigen Tomatensoße.
Penne – Flusskrebse
Beide Nudelsorten wohl als Convenience Produkte, aber beide al dente serviert. Die Soßen pikant abgeschmeckt. Die Zutaten, wie Flusskrebse bzw. Spargel waren auf den Punkt gegart und sehr reichlich.
Tagliatelle – Spargel
Zum Dessert ein Schokoktörtchen und Schokokirsch. Die Desserts bekommt Toni von der Pralinen Werkstatt, Kassel, die in unmittelbarer Nähe beheimatet ist. Zum Abschluss noch einen Espresso sowie einen Grappa.
SchokoMarco’s Bar
Toni ist am 13.08.2018 nach langer Krankheit leider verstorben. Ich habe ihn in den vielen Jahren häufig besucht. Von Da Bruno über die Königsgalerie bis zu seinem „Wohnzimmer“ in der Friedrich Ebert Str. Die vielen netten Gespräche werden fehlen.
Das Restaurant Philipp Soldan ist das gastronomische Aushängeschild des Hotels Sonne Frankenberg. Das Restaurant ist seit November 2010 mit einem Stern im Michelin und seit November 2011 mit 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Das 24 Plätze umfassende Restaurant liegt im Untergeschoss des Hotels und wird von einem achtköpfigen Küchen- und Serviceteam betreut. Chefkoch ist Florian Hartmann, der dem Hause seit ca. zwei Jahren vorsteht, Chefsommelier ist Mario Hönighausen.
Ein Sohn der Stadt Frankenberg ist Namensgeber des Restaurants. Der Holzschnitzer und Formenschneider Philipp Soldaten hat vor mehr als 500 Jahren seine Spuren in Frankenberg hinterlassen.
Die Innenausstattung hat eine dezente Farbgebung aus Sandstein und bordeauxfarbenen Stoffen. Die Raumaufteilung ist sehr großzügig. Die sechs Tische stehen sehr weit auseinander, so dass man Gespräche vom Nachbartisch kaum mitbekommt.
Unser Silvestermenü 2011 begann gegen 18:00 Uhr und endete nach 15 kleinen Gängen kurz vor Mitternacht. Hier ist eine kleine Kritik anzumerken. 18:00 Uhr war nach meiner Auffassung sehr früh. 1 Std. später wäre sinnvoller gewesen und die ersten fünf Gänge kamen in einen zu schnellen Abstand auf den Tisch.
Nach der netten Begrüßung durch Mario Hönighausen wurde mit einem Winzersekt von Stefan Breuer der Abend eröffnet. Danach kamen fünferlei Brötchen, zwei interessante Aufstriche sowie Salzbutter auf den Tisch. Bei den Aufstrichen handelte es sich erstens um ein Tomatenkompott mit Basilikum mit fantastischer Frische, sowie zweitens um einen Olivenaufstrich mit intensiven Oliven Geschmack.
Mit Mario Hönighausen einigten wir uns auf ein Weinmenü. Sieben verschiedenen Weinen für die 15 Gänge. Sieben Weine mit einer interessanten Reihenfolge. Nach zwei Weißweinen kam ein leichter Rotwein, gefolgt von einem Grünen Veltliner. Darauf folgte ein Spätburgunder von Bernhard Huber, dann wiederum ein Sprung auf einen sehr trockenen Riesling aus der Pfalz und endete dann mit einer Trockenbeerenauslese von Kracher. Diese Reihenfolge war wohl dem Menü geschuldet, Gaumen und Magen mussten aber dabei Schwerstarbeit leisten.
01 Terrine
Terrine von Enten-Rillettes und Entenleber.
Die Leber war umhüllt von dem Rillettes und begleitet von einem Amarena-Kirsch-Chutney. Geschmacklich fein abgestimmt, allerdings war das Verhältnis Terrine zu Chutney nicht ausgewogen. Es war zu viel Chutney auf dem Teller.
Langoustine auf Mango – Anans – Chutney (leider ohne Bild)
Nach dem geschmacklich doch intensiven Einstieg ein sehr leichter Gang mit einer noch glasigen Langoustine und ein in der Süße zurückhalten Chutney.
03 Froschschenkel
Froschschenkel und Schneckenleber mit Petersilie.
Ein Höhepunkt des Abends, völlig neue Geschmacks Nuance wurden serviert. Die Schneckenleber mit sehr intensiven Lebergeschmack und der Kaviar mit einem leichten Touch von Meerwasser.
Zu den ersten drei Gängen gab es einem Schwarz-Weiß 2009vom Weingut Hans Schwarz vom Neusiedlersee.
Ein kraftvoller und opulenter Auftakt. Mit 14 % Alkohol für einen Auftakt eines Menüs zu schwer. Der Wein konnte allerdings mit seinen Mineralien und seiner feinen Säure überzeugen.
04 Auster
Zweierlei von der Auster.
Überzeugend die überbackene Auster mit Algen, die im eigenen Saft gelierte Auster hätte ich allerdings gern durch eine frische Auster ersetzt gehabt
05 Buttermakrele
Buttermakrele im Chorizo Sud
Hier konnte der Fisch im Geschmack voll überzeugen. Leider war der Chorizo Geschmack durch die doch geringe Dosierung auf dem Teller kaum spürbar.
06 Wolfsbarsch
Handgeangelter Wolfsbarsch, Bouillabaissercreme und Oliven- Fenchelragout
Der nächste Höhepunkt. Ein Wolfsbarsch auf der Haut gebraten und noch leicht glasig, dazu eine Creme die nach den Früchten des Meeres schmeckte. Leider kam der Fenchelgeschmack beim Ragout nicht richtig zur Geltung.
Dazu: Ein Grauburgunder Winklerberg GG 2008, Stigler, Baden
Bis hierher war die Reihenfolge des Menüs nachvollziehbar. Die nachfolgenden Gänge hätte ich allerdings in umgekehrter Reihenfolge serviert. Also zuerst Backhendl, Kalb und Chicorée mit dem Weißwein und danach Beeftea und Jungschweinebäckchen mit dem Rotwein.
07 Beeftea
Beeftea
Sehr intensiverer und konzentrierter Rindfleischgeschmack. Diesen Gang hätte ich mir vor dem Rehrücken gewünscht. Beeftea wird ja sehr oft statt eines Sorbets serviert.
08 Jungschweinebäckchen
Jungschweinebäckchen auf Blutwurstgraupen
Ein sehr schmackhaftes aber doch rustikales Gericht. Das Bäckchen war sehr gut gegart, dazu Popcorn von der Schweinehaut.
Dazu: Rosen Tradition 2008, Richard Östreicher, Franken
Die Lagerung im Eichenfass verleiht körperreiche Eleganz, schmeckt dabei rund und weich.
09 Backhendl
Backhendl vom Stubenküken mit Kartoffelsalat.
Krosse Panierung, saftiges Fleisch.
10 Kalb
Niedertemperaturgegarte Oberschale vom Gold Label Kalb, Bittermandelcrème und weißer Trüffel.
Die Aromen harmonisch abgestimmt, leider war das Stück Fleisch sehr klein geraten.
11 Chicoree
Geschmorter Chicree, Bergamotte, Pomelo und Sauce Maltaise
Dazu: Grüner Velltiner Ried Lamm Kamptal DAC Reserve, Bründelmeyer, Kamptal
12 Rehrücken
Rehrücken in Wachholdermilch pochiert, Tannennadelaroma
Gelungen, der beste Gang des Abends. Chefkoch Florian Hartmann brachte den Gang selbst an den Tisch. Das Wildfleisch auf den Punkt gegart. Dazu ein Früchtebrot und ein sehr gut gewürztes Rotkraut.
Dazu: Spätburgunder Bienenberg R 2005, Bernhard Huber, Baden.
Eine wahre Pracht dieser Rotwein von Bernhard Huber. Fein würzige Duftaromen.
13 La Ratte
Gebackene La Ratte Kartoffel mit Munster gefüllt
Dieser Gang, auch zusammen mit dem Riesling, konnte uns nicht überzeugen. Für uns der schwächste Gang des Abends.
Dazu: Riesling WachenheimerBöhling PC 2008, Dr. Bürklin-Wolf, Pfalz
14 Schokolade
Variationen von der Manjarischokolade, Pasionsfrucht
15 Eiszapfen
Eisapfel und Kardamon
Dazu: Grand Cuvee No. 6 Trockenbeerenauslese, Alois Kracher, Neusiedlersee
Der Landgasthof Kraft steht im Dorfkern von Breitenbach, Ortsteil der Gemeinde Schauenburg, ca. 20 km südwestlich von Kassel. Seit sechs Generationen befindet sich dieses stattliche Fachwerkgebäude im Eigentum der Familie Kraft. Dem Gast und der regionalen Küche verpflichtet und dies seit fast 170 Jahren.
Seit nunmehr fast zwei Jahren weht ein neuer Wind im Gasthaus. Meik Kraft ist von seinen Lehr- und Wanderjahren in seinen Heimatort zurückgekehrt. Seine Lehre hat er bei Michael Fell im Egerner Hof in Rottach Egern absolviert. Eine Küche mit Michelin Stern. Danach hatte er in so renommierten Häusern wie der „Ente“ in Wiesbaden, ebenfalls mit einem Michelin Stern ausgezeichnet und im Frankfurter Restaurant „King Kamehameha“ gearbeitet.
Wer nun meint eine kulinarische Revolution wäre im Gasthaus Kraft ausgebrochen, der irrt sich. Auch weiterhin gibt es die frische und schmackhafte Küche für die der Vater von Meik, Günter Kraft, bisher verantwortlich war. Da stehen also auch weiterhin Steaks oder Schnitzel in den verschiedensten Ausführungen und den passenden Beilagen auf der Karte. Nicht zu vergessen der Jahreszeit entsprechend der knusprige Gänsebraten oder die Schlachteplatte aus eigener Schlachtung.
Keine radikale Veränderung sondern behutsame Erneuerung mit frischen und regionalen Produkten ist angesagt. Gerade die regionalen Produkte stehen bei Meik im Vordergrund. Das nordhessische Weckewerk kommt bei ihm wieder zu Ehren. So füllt er zum Beispiel Kartoffelklöße mit diesem Weckewerk und serviert diese Köstlichkeit auf einem Rahmwirsing. Auch Blut- und Leberwurst kommen bei ihm zum Einsatz. Heraus kommen Gerichte mit Überraschungseffekten und besonderen Geschmackserlebnissen.
Seit Meik Kraft in der Küche steht, war ich nun zum dritten Mal im Gasthaus und stelle fest, dass sich Meik anscheinend frei geschwommen hat. Seine besonderen Kreationen bietet er auf einer besonderen Wochenempfehlung seinen Gästen an. Diesmal waren es eine Vorspeise, zwei Suppen, sieben Hauptgerichte und ein Dessert.
Aus diesen Gerichten stellte ich mir ein drei Gang Menü zusammen.
Kartoffelsuppe mit Blutwurstpraline 3,90 €
geschmorte Ochsenbacke, Serviettenknödel und Rotkohl 14,50 €
Lebkuchen Crème Brûlée mit Bratapfelkompott und Spekulatiuseis 5,50 €
Kartoffelsuppe
Kartoffelsuppe mit Blutwurstpraline
Eine sämige Suppe, der leider der letzte Pfiff in Punkto Würze fehlte. Etwas Muskat z.B. hätte den letzten Pfiff gegeben. Sehr interessant die Praline. Die Blutwurst in einer frittierten Kartoffelhülle. Gute Umsetzung von regionalen Produkten
Ochsenbacke mit Rotkraut
geschmorte Ochsenbacke, Serviettenknödel und Rotkohl
Mürbes Fleisch, schmackhafter Rotkohl. Lediglich die gebratenen Serviettenknödel waren etwas belanglos. (Fertigprodukt?)
Lebkuchen
Lebkuchen Crème Brûlée mit Bratapfelkompott und Spekulatiuseis
Vorweihnachtliche Geschmackssymphonie. Beim Anrichten wäre es wahrscheinlich sinnvoller gewesen, das Eis nicht direkt auf den Kompott zu legen. Die Gewürze bei Eis und Kompott waren fast identisch.
Fazit: Für die nordhessische Region eine gute Küche. Dies kann aber nach meiner Auffassung nur der erste Schritt sein, Meik Kraft hat noch weiteres Potenzial um die Küche weiter voranzubringen.
Getrunken an dem Abend habe ich alkoholfreies Bier, da ich mit dem Auto unterwegs war. Durch die beiden anderen Besuche im Gasthaus Kraft weiß ich allerdings, dass die Weinauswahl nicht besonders ist. Hier sollte sich die Familie Kraft doch einige gute, preiswerte deutsche Weiß- und Rotweine in den Keller legen.
Der Anfang ist gemacht, man ist auf dem richtigen Wege.
La Galleria, ein Restaurant mit italienischer Küche, gelegen in Kassel Wilhelmshöhe. Verkehrstechnisch gut zu erreichen.
Auto: Parkplätze in einer Tiefgarage unter dem Gebäude. Parkgebühren werden vom Restaurant erstattet.
Straßenbahn/Bahn: Gegenüber liegt der ICE Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe mit diversen Anbindungen.
Unter einer Kuppel, in einem vier geschossigen Einkaufszentrum, ist das Restaurant untergebracht. Die Tische, weiß eingedeckt mit Stoffservietten, stehen auf einer Art Piazza. Getrennt vom übrigen Publikumsverkehr wird das ganze durch gläserne Schränke. In diesen stehen geleerte Weinflaschen. Bei voll besetztem Haus ist die Geräuschkulisse doch recht hoch, Gemütlichkeit kommt bestimmt nicht auf, ist vielleicht von den Inhabern auch gar nicht gewollt.
01 Bruschetta
Bruschetta Claudio Ciabatta – Brot mit Gorgonzola, Mascarpone und Honig
02 Bruschetta
Bruschetta Caprese Ciabatta – Brot mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum überbacken
03 Jacobsmuschel
Gemüsestampf mit Basilikumschaum und Jacobsmuscheln
Neu im Bücherregal. Die nordhessische Küche einmal anders vorgestellt. Ein Märchenbuch – nein, ein kochbuch-nein, eine Reisebuch-nein. Von allen etwas und das auf hohen Niveau. Günther Koseck und Pierre Schlosser, als Herausgeber, stellen die Brüder Grimm Heimat Kassel und Nordhessen kulinarisch vor.
Da dürfen natürlich Rezepte von und mit der Ahlen Worscht, Gerichte mit Wild aus den nordhessischen Wäldern oder Desserts mit Schmand nicht fehlen. Vom Gourmetrestaurant bis zur Jausen Station reicht die Spanne der vorgestellten Häuser.
Seit einigen Tagen ist die Nr.2 auf dem Markt. Noch opulenter als Nr. 1 wird auf 160 Seiten Essen in der GrimmHeimat Nordhessens zelebriert. Die Aufmachung in Hochglanz ist vom feinsten. Da eine Werbeagentur als Herausgeber auftritt, ist eigentlich auch nichts anders zu erwarten.
Berichte von heimkehrenden Söhnen und Töchtern, die in Sternehäusern gelernt und gearbeitet haben und jetzt das gelernte versuchen um zusetzten, ohne das Stammpublikum zu verlieren, bilden einen Schwerpunkt der Ausgabe. Ein anderer Schwerpunkt ist das Interview mit Florian Hartmann, Sternekoch in der Sonne zu Frankenberg.
Ein neues Magazin über Essen und Trinken in Nordhessen. Eigentlich erfreulich, benötigt doch die nordhessische Gastronomie neue Anstöße.
Ist Nordhessen wirklich eine kulinarisch aufstrebende Region? Die Wirklichkeit sieht doch etwas anders aus. Schaut man in die Restaurantführer des Jahres 2011 kommt Nordhessen nicht vor.
Jürgen Richter ist sowohl im Feinschmecker als auch im Gault Millau rausgeflogen. Dies hängt, nach meiner Auffassung, mit der unglücklich gewählten Wiedereröffnung des Gourmetrestaurants zusammen. Erfreulich allerdings ist die BIB Auszeichnung für das Sante im Michelin.
Danach kommt in Kassel doch lange Zeit nichts.
Erfreulich natürlich der Stern über der Sonne in Frankenberg und trotz Küchenchefwechsel behält auch der Stern in Bad Hersfeld seinen Stern. Ach ja, da ist ja auch noch Hotel Hohenhaus mit seinem Stern. So schnell mal in ein „Sternerestaurant“ zu fahren ist also von Kassel aus nicht möglich. Frankenberg gut eine Stunde Fahrzeit, auch nach Bad Hersfeld und Hohenhaus sind etwa 60 – 90 Minuten notwendig.
Wird sich „Essensart“ mit der kulinarischen Landschaft in Nordhessen, hoffentlich auch kritisch, auseinander setzen, oder ist es ein weiteres „Werbemagazin“ mit bezahlten Beiträgen der vorgestellten Häuser?