Hotel Aldier – Sent

Willkommen im Herzen von Sent – Ein Ort für Genießer und Entdecker

Im malerischen Dorf Sent im Unterengadin wird das Hotel zum Erlebnisort für alle Sinne. Hier verschmelzen Tradition und Purismus zu einem Ambiente, das Entspannung und kulturelle Entdeckungen vereint.

Das Restaurant setzt auf hochwertige, regionale Küche. Die Gäste genießen die Aromen des Engadins in entspannter Atmosphäre. Statt ein „Gourmet-Tempel“ mit Sternen zu sein, bleibt man bewusst eine „Bergbeiz“. Frische und Qualität stehen im Mittelpunkt, traditionelle Rezepte der Region werden mit modernen Akzenten verfeinert.

Doch das Haus bietet mehr als kulinarische Freuden: Es inspiriert auch den Geist. In der kleinen Bibliothek stöbert man in Büchern oder vertieft sich in die Geschichte des Engadins. Ein kleines Museum ergänzt das Angebot.

In den stimmungsvollen Gewölbekellern hängen grafische Werke des großen Bergeller Künstlers Alberto Giacometti sowie Arbeiten von Ernst Scheidegger und Diego Giacometti.

Das Hotel strahlt Gemütlichkeit und Sorgfalt aus. Es ist nicht nur eine Unterkunft, sondern ein Ort voller Geschichten, Aromen und echter Herzlichkeit. Selbst die Speisekarte trägt künstlerische Handschrift: Sie ist mit Bildern des Malers Marius Borgeaud (*1861 †1924) gestaltet.

Nach der langen Autofahrt von fast 750 Kilometern und einem anregenden Gespräch mit dem Gemeindearchivar Beat Hofmann freuten wir uns auf leichte, regionale und saisonale Gerichte.

Das Abendessen fand in der Bibliothek statt – ein Paradies für Literaturfreunde mit über 1.000 Büchern.

Neben der regulären Karte lockte eine Tageskarte mit Pfifferlings Gerichten. Als Aperitif genossen wir den hausgemachten Wermut, der Erinnerungen an die Kultgetränke der 1970er-Jahre weckte.

Irmtraud wählte eine halbe Portion handgeschnittenes Tatar vom Engadiner Kalb, nach Piemonteser Art mit Olivenöl, einem Hauch Knoblauch und Zitrone.

Als Hauptgang entschied sie sich für Pappardelle mit Pfifferlingen von der Tageskarte.

Ich begann mit getoastetem Brot, Olivenöl und Pfifferlingen und wählte als Hauptgericht

Engadiner Kalbspaillard mit Safran-Risotto und Saisongemüse. Das Paillard war perfekt gebraten, das cremige Risotto ein Genuss, und das Gemüse hatte genau den richtigen Biss.

Zum Abschluss teilten wir eine kleine Käseauswahl von lokalen Produzenten sowie eine

Nusstorte, die mit Walnüssen, Pistazien, Pinienkernen, einem Hauch Orangenabrieb und getrockneten Aprikosen überraschte.

Fazit: Das Essen, der Merlot Sinfonia Barrique aus dem Tessin und die Mirabelle Nr. 5 waren ein Hochgenuss.

Restaurant im Waldhotel Elfbuchen-Kassel

In der heutigen Gastronomie ringen viele Betriebe darum, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Besonders schwierig ist es, eine traditionelle Ausflugsgaststätte mit einem modernen Restaurantkonzept zu vereinen. Das Restaurant Waldhotel Elfbuchen versucht genau diesen Spagat. Bisher zog es vor allem Familien und Wanderer an. Mit zeitgemäßen Gerichten könnte es jedoch auch Gourmets und jüngere, trendbewusste Gäste gewinnen. Die Balance zwischen traditioneller und moderner Küche zu finden, verlangt Fingerspitzengefühl. Ein überladenes Menü schreckt ab, ein zu knappes enttäuscht. In der Region Kassel und Nordhessen, die nicht als Hochburg für Feinschmecker gilt, ist das eine besondere Herausforderung. Nach unserem Besuch an einem Donnerstagabend lässt sich sagen: Die Herausforderung wurde angenommen. Noch läuft nicht alles rund, aber der Anfang ist gemacht.

Der Empfang war freundlich, unser Tisch bot einen schönen Blick ins Grüne. Doch schon beim Aperitif gab es den ersten Stolperstein: Champagner nur flaschenweise, der angebotene Winzersekt aus dem Rheingau zwar wohlschmeckend, aber zu warm serviert. Aus dem angebotenen Sieben-Gänge-Menü wählten wir fünf Gänge.

Das Menü trägt den Titel „Rudis Waldspaziergang“.

Es begann mit bunten Tomaten von der Gärtnerei Ulrich, kombiniert mit Ziegenkäse, Oliven und roten Zwiebeln – ein gelungener, leichter Sommergang.

Weiter ging es mit einem Tatar von der Lachsforelle, begleitet von Buttermilch, Kohlrabi und Dill. Hier fehlte es etwas an Würze, doch insgesamt ein ansprechender Gang.

Der Höhepunkt des Abends folgte: Tortellini von der hessischen Landgarnele, serviert mit Weinbergpfirsich und Estragon. Die Landgarnele stammt aus der Aquakultur Damm in Niedenstein-Wichdorf. Der Nudelteig hatte die perfekte Dicke, die Würzung war dank Estragon hervorragend.

Der nächste Gang ließ mich ratlos zurück: rosa gebratener Rücken aus dem Habichtswald, serviert mit Bohnen, Löwenzahn, Maiwipfeln und Bucheckern. Der Rücken war wie bestellt medium rare, doch die Konsistenz irritierte. War er Sous-vide gegart oder zuvor gefroren?

Das Dessert bestand aus Schokoladenmousse mit Kirschholz-Eis und eingelegten Kirschen. Die Mousse war mir etwas zu süß.

Zu den Preisen: Der „Große Waldspaziergang“ mit sieben Gängen kostet 123 Euro, der „Kleine Waldspaziergang“ mit drei Gängen 59 Euro. Jeder weitere Gang schlägt mit 16 Euro zu Buche.

Die Weine blieben in Deutschland: Sowohl Weiß- als auch Rotwein stammten vom Weingut Bernhard Huber in Malterdingen, bekannt für anspruchsvolle Tropfen – und so schmeckten sie auch.

Fazit: Ein gelungener Abend mit Höhen und kleinen Tiefen, die sich sicher beheben lassen. Der Service war ruhig und sorgfältig. Saisonale und regionale Ausrichtung in der Küche. Nach dem Essen führte ich ein angenehmes Gespräch mit Küchenchef Rüdiger Mehlgarten, der zuvor unter anderem im „Jacobs“ in Hamburg und im „Freigeist“ in Göttingen gearbeitet hat. Eine kulinarische Reise, die sicher nicht die letzte war. Spannend bleibt die Frage, wie das Konzept im Winter funktioniert, wenn in dieser Höhenlage oft Schnee liegt. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

Bewertung: 6,75/10

Amuse Bouche

Brot mit Butter und Salz. Für 4 Personen sehr wenig Butter.

Tomatensalat

Tatar von der Lachforelle

Tortellini von der Hessischen Landgarnele

Rehrücken aus dem Habischtswald

Schokolade und Kirsche

Manoir de Rétival bei David Goerne

Manoir de Rétival – Caudebec-en-Caux

Für Samstagmittag hatten wir im Manoir de Rétival bei David Goerne reserviert. Ein besonderer Ort mit einem großartigen Restaurant, das schon öfters besucht wurde und als wir schließlich den Entschluss fassten wieder einmal dort einzukehren, war die Vorfreude groß. Auf der A13 begegneten wir erstmals dem neuen Bezahlsystem – eine echte Überraschung, denn es war überraschend unkompliziert. Nach unserer Rückkehr nach Baunatal funktionierte die Abrechnung reibungslos.

Gegen Mittag erreichten wir unser Ziel und bezogen das sogenannte Dschungelhaus. Das war ein Erlebnis für sich! Es bot alle modernen Annehmlichkeiten, obwohl der Weg dorthin durch dichtes Gebüsch und über unebenen Boden ganz schön abenteuerlich war.

David Goerne hatten wir bereits 2011, 2014 und zuletzt 2022 besucht. Nach dem Besuch 2014 hatte ich begeistert geschrieben: „David Goerne ist auf dem Weg zum Stern. Ein Menü ohne Schwachpunkte.“ Zwei Jahre später, 2016, wurde er tatsächlich mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Und 2020 folgte der „Grüne Stern“ für Nachhaltigkeit – ein echt beeindruckender Werdegang!

Oft liest man, dass David der erste Deutsche war, der in Frankreich einen Stern erkocht hat. Das stimmt so nicht – Michaela Peters, Lutz Janisch und Fabian Feldmann hatten bereits zuvor mit ihren Restaurants Michelin-Sterne erworben.

Das Mittagsmenü durften wir dann auf der Terrasse des Restaurants Platz nehmen und genossen ein mehrgängiges französisches Menü von 12:45 Uhr bis fast 17:00 Uhr. Besonders die Weinauswahl war ein Genuss für sich! Der Blick auf die Seine und die Pont de Brotonne war einfach herrlich.

Der Auftakt begann mit Champagner und einer Sichuan-Pfefferblume als ersten Gruß aus der Küche. Danach kam eine überbackene Auster mit Kaviar – ein wahrer Gaumenschmaus. Es folgte Tomatenschaum mit Basilikum-Sorbet und Heilbutt, der einfach perfekt abgestimmt war.

Das folgende Menü war dann wirklich sinnlich und überraschend! David liebt es zu experimentieren und präsentiert lokale Produkte immer aufregend anders. Ein Highlight war sicherlich die Variation von der Gänseleber, die diesmal mit Birne statt Apfel serviert wurde – einfach zart schmelzend. Auch die Ravioli gefüllt mit Leber und viel Trüffel waren ein Gedicht. Er legt wert drauf, dass  die Foie gras nicht gestopft ist, er bezieht diese von einem Bio Bauern aus der Umgebung.

Ein weiterer Gang lieferte eine Schale mit 10-15 verschiedenen Gemüsesorten, passend zur Jahreszeit und mit reichlich Spargel. Auf die kalten Gänge folgte heißes Chawanmushi, garniert mit Kaviar, bevor der Fischgang mit grünem Spargel und einer intensiven Sauce auf den Tisch kam. Das für die Normandie typische Apfelsorbet rundete das Ganze ab. Bevor die Taube serviert wurde, gönnten wir uns noch eine Scheibe Wagyu Beef und eine ganze Trüffel – ein eher luxuriöses Vergnügen!

Das Dessert? Seine eigene Interpretation eines Käsekuchens, gefolgt von Café Noire, gereiftem Calvados und hausgemachten Pralinen.

Bei den Weinen wechselte David gekonnt zwischen französischen Tropfen (Sauternes 2001), einem Riesling von der Mosel und Rotweinen von der Rhône sowie einem Merlot aus dem Veneto. Alle Gänge waren fein abgestimmt, und die verwendeten Produkte standen immer im Vordergrund.

Es war ein großartiges Erlebnis. Obwohl zwischen der Baunatal und Caudebec-en-Caux fast 760 km liegen, werden wir definitiv das Restaurant G.a., das Manoir de Rétival und David Goerne mit seiner Mannschaft wieder besuchen.

 L’Atelier du goût- Vire Normandie 2025/05

Am Stadtrand von Vire Normandie glänzt ein kulinarisches Juwel: „L’Atelier du goût“, geführt von den talentierten Köchen Clément Gosselet und Jordan Lebascle. Das Restaurant hat sich rasch einen Namen gemacht und strebt nach Höherem. Schon jetzt genießen die beiden positive Kritiken im Michelin-Guide und im Gault Millau. Letzterer hat ihnen eine Haube verliehen – ein Beweis für ihre Qualität und Innovationskraft. Diese Auszeichnung spiegelt ihr Engagement für exzellente Kochkunst und ihren Willen zur ständigen Weiterentwicklung wider.

Die Chefköche verbinden gekonnt die Tradition der französischen Küche mit modernen Einflüssen und schaffen so einen unverwechselbaren Stil. Ihre moderne und saisonale Regionalküche schöpft aus dem reichen Angebot der Normandie und ihrer lokalen Erzeuger. Die Gerichte überzeugen nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch – ein Markenzeichen, das sie in der Gastronomie von Vire heraushebt.

L’Atelier du goût unter der Leitung von Gosselet und Lebascle ist auf dem besten Weg, die kulinarische Landschaft der Normandie nachhaltig zu prägen. Die bisherigen Auszeichnungen und hervorragenden Kritiken belegen das Talent und die Ambitionen des Hauses. Es bleibt spannend, ob bald ein Michelin-Stern und weitere Ehrungen folgen.

Der Gastraum

Amuse Bouche

Marmorierte Foie Gras mit Rotwein, Veilchen-, Birnen- und Pekannuss-Senf

Langustinen in Texturspielen, Frische Kräuter, spritziger Granny Smith und Bergamotte

Edler Fisch aus heimischer Fischerei (Adlerfisch) Mit den Aromen einer Carbonara, Morcheln und zarten Kartoffeln mit Wakame

Ente auf zwei Arten – Niedrigtemperaturbrust, Ketchup aus schwarzen Johannisbeeren
– kandierte Keule in Zibet, Kakao und grünem Spargel.

Dabei hat uns die Keule besonders gut gefallen

knusprige Timbale, alles aus Schokolade, Gianduja-Praliné bzw.

Erdbeeren in allen Formen, Knuspriges Shortbread und Basilikum

Die Weine

Vrai Normand-Vire 2025/05

Ein kulinarischer Abend bei Michel Wahl

Nach über 35 Jahren der kulinarischen Prägung im Herzen von Vire hat Michael Wahl mit seinem Restaurant „Vrai Normand“ nicht nur die Geschmäcker der Region, sondern auch die Herzen der Gäste erobert. Seit Februar 2015 trägt das Haus stolz den Titel „Maître Restaurateur“, ein Zeichen für hohe Gastronomie und echte Leidenschaft. Hier setzt man konsequent auf regionale und saisonale Küche – ein Konzept, das wir immer wieder gerne aufs Neue erleben.

Die Atmosphäre im Restaurant ist durchweg einladend. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Valerie Wahl, der charmanten Gastgeberin, und ihrem aufmerksamen Team wie alte Freunde empfangen. Man erkennt sich sofort wieder und diese persönliche Note macht das Restaurant zu einem ganz besonderen Ort. Das ist es, was uns immer wieder zurückkommen lässt!

Neben einer umfangreichen à la carte-Auswahl bietet das Vrai Normand zwei Menüs für 34,50 € bzw. 45 € an, sowie ein Kindermenü für 14,50 €. Unsere Wahl fiel auf einige regionale Klassiker: Andouille de Vire, den Käse der Normandie und die berühmte Apfeltarte. Diese Gerichte zelebrieren die kulinarische Vielfalt der Region.

Allerdings muss ich gestehen, dass der Abend diesmal nicht ganz das gewohnte Niveau erreichte.

Wir starteten mit Schnecken nach Burgunder Art, gratiniert mit einer köstlichen Kräuterbutter. Diese Vorspeise war wirklich gelungen – aromatisch und perfekt, um mit etwas frischem Baguette getunkt zu werden. Ein gelungener Auftakt, könnte man sagen!

Als Hauptgericht wählten wir die Spezialität der Stadt: die Andouille de Vire. Ich entschied mich für die warme Wurst mit Porree, während Irmtraud die Version mit Ananas-Chutney und Cidre-Sauce probierte. Beide Gerichte waren solide, doch der gewisse „Wow-Faktor“ fehlte dieses Mal. Das Anrichten war leider nicht ganz überzeugend – und das habe ich bei früheren Besuchen ganz anders erlebt.

Auch das Apfelsorbet mit Calvados, (Trou Normand) konnte uns nicht ganz überzeugen. Es hatte einige Eiskristalle, und die Cremigkeit, die wir so schätzten, fehlte dieses Mal.

Der Käse aus der Normandie war jedoch wie gewohnt ein Genuss, und die Apfeltarte mit Caramelleis bildete den Abschluss unseres Essens.

Zum Ausklang gönnten wir uns noch einen Café Noire, mit drei kleinen Süßigkeiten sowie einen Schluck Calvados.

Fazit: Trotz kleiner Mängel bleibt das Vrai Normand für uns ein kulinarisches Juwel. Vielleicht war es nur ein Ausrutscher. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um zu sehen, ob das Restaurant an einem anderen Abend sein volles Potenzial entfaltet. Schließlich gehört es zu unseren Traditionen, neue Geschmäcker zu entdecken und alte Bekanntschaften zu pflegen – und genau das macht den Charme dieses Ortes aus!

Ich bewerte diesmal mit 6.5 von 10 Punkten

La Mère Poulard 2025/05

3 Boulevard de l’Avancée, 50170 Le Mont-Saint-Michel, Frankreich

Einmal Mère Poulard – und nie wieder

Endlich war es so weit: Der Moment, auf den wir so lange gewartet hatten. Vor dem legendären Restaurant Mère Poulard standen wir, voller Vorfreude – vor allem auf das berühmte Omelett. Der Eingang mit dem offenen Kamin, in dem das Omelett zubereitet wird, versprach eine besondere Atmosphäre. Über die Preise? Kein Kommentar. Wer will, kann sich online informieren.

Unser Tisch am Fenster mit Blick auf die Rue war um 19 Uhr bereit. Die neugierigen Blicke der Passanten ließen wir gelassen an uns abprallen. Traditionell starteten wir mit einem Glas Champagner – diesmal ein gut gekühlter Taittinger Brut Réserve für  17 Euro. Bis hierhin lief alles glatt.

Dann kam die Weinkarte. Schweigen wir lieber. Manchmal ist es klüger, nichts zu sagen, als über etwas zu sprechen, das man nicht genießen konnte. Zum Omelett bestellte ich ein Glas Chablis für 14 Euro, das zusammen mit dem Champagner serviert wurde. Als ich mich beschwerte, dass der Wein immer wärmer wurde und kaum noch trinkbar war, blieb der Service stumm.

Das Omelett selbst? Ja, ich habe es probiert. Ich wählte „La Paysanne“ mit Speck, Kartoffeln und Salz. Das Hummer-Omelett war – am frühen Abend! – bereits ausverkauft. Obwohl ich froh bin, diesen Klassiker endlich gekostet zu haben, muss ich sagen: Es war nichts Besonderes. Fluffig, ja, und handwerklich gut gemacht, aber der Hype hatte meine Erwartungen zu hochgeschraubt. Irmtraud und ich teilten uns das Omelett, das ich selbst aufteilen musste, da der Oberkellner sich nicht zuständig fühlte. Ein wenig enttäuschend.

Zusätzlich bestellten wir das berühmte Kotelett vom Salzwiesenlamm und die Seezunge als Tagesgericht. Kurz gesagt: Beide Gerichte waren eine Katastrophe. Das Lamm war zäh und ungenießbar, also schickte ich es zurück – ohne jegliche Reaktion des Personals. Es tauchte zwar nicht auf der Rechnung auf, aber das war nur ein schwacher Trost.

Die Seezunge, mehliert und in Streifen geschnitten, kam mit grünem Spargel – unspektakulär und mittelmäßig.

Der Tiefpunkt? Ein Steak, das uns serviert wurde, obwohl wir es nicht bestellt hatten. Es war ungenießbar: optisch Medium rare, aber voller Sehnen und Muskeln, sodass es sich nicht schneiden ließ.

Das Dessert hingegen rettete den Abend ein wenig: Das flambierte süße Omelett nach Suzette-Art war ein Genuss.

Der Service bemühte sich, doch der Zauber eines echten kulinarischen Erlebnisses fehlte völlig. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, aber trotz der Enttäuschungen bleibt der Abend unvergesslich – wenn auch aus den falschen Gründen. Insgesamt war es eine Erfahrung, die man abhaken kann. Einmal und nie wieder, wie man so schön sagt.

Beim nächsten Mal vielleicht woanders auf dem Mont – ich denke schon an „Le Logis Sainte Catherine by Mauviel“, dass DER FEINSCHMECKER gerade als „Neueröffnung des Monats“ mit 3 von 5 Punkten ausgezeichnet hat.

La Vallée Verte – Hohenhaus 2025/05

Der Abend im Restaurant Le Valle de Verte begann vielversprechend in der Kamin Lounge, der bereits die Vorfreude auf das folgende Menü anheizte. Mit einem Glas prickelndem Champagner in der Hand wurden wir von einer Auswahl an Amuse-Bouches empfangen, die wie kleine kulinarische Kunstwerke daherkommen. Doch trotz dieser verheißungsvollen Auftaktstimmung war der positive Eindruck nur von kurzer Dauer.

Die kleinen Häppchen, die kunstvoll auf den Tellern angerichtet waren, gaben einen ersten Hinweis auf die kreative Herangehensweise der Küche. Eine Kombination aus regionalen und überregionalen Produkten sollte uns auf den späteren Gang einstimmen. Dennoch kam schnell der Gedanke auf, dass weniger vielleicht mehr gewesen wäre. Die Portionen waren derart winzig, dass einige der exquisiten Spezialitäten, darunter der gebeizte Rehrücken aus dem eigenen Forst und die Rinderstracke von der Metzgerei Opper, kaum zur Geltung kommen konnten. Auch wenn es charmant ist, Vielfalt zu bieten, hätte ich mir gewünscht, dass die Aromen der einzelnen Komponenten besser zur Geltung kämen.

Besonders die gehaltvolle Consommé vom Hohenhauser Wild, Praline vom Braunen Bergschaf, Lachstatar und das Gazpacho schienen, trotz ihrer handwerklichen Qualität, im Getümmel der Miniaturen unterzugehen. Das Konzept, eine Vielzahl an Speisen zu servieren, führte dazu, dass man letztlich wenig Eindruck von den einzelnen Gerichten gewann. Insgesamt hinterließ der Beginn des Abends ein gemischtes Gefühl. Die Ambitionen der Küche sind unbestreitbar – insbesondere die Unterstützung lokaler Produzenten ist lobenswert.

Das Menü servierte man im Gourmetrestaurant. Von den 15 Plätzen waren an diesem Abend nur vier besetzt. Am nächsten Abend war das Gourmet Restaurant  geschlossen. Das Menü umfasste sechs Gänge, dazu Pralinés und Petit Fours. Zusätzlich schob man einen Gang mit Steinbutt ein. Wir entschieden uns für die Weinreise. Besonders gefiel uns der 2023er Sauvignon Blanc vom Weingut Aldinger und der 2023er Viognier vom Weingut Zeter. Enttäuscht waren wir vom 2022er Oberberger Bassgeige Grauburgunder von Franz Keller.

Das Menü begann mit Makrele aus Skagen, Dänemark, begleitet von Karotten und Bachkresse. Weiter ging es mit Kaisergranat aus Dänemark, Stachelbeeren, Nussbutter und Apfel. Besonders gut gefiel uns der geflämmte Lachs, in Honig gegart, mit Bucheckerncreme, Beurre Blanc und Pfeffer.

Danach schob man den zusätzlichen Gang mit Steinbutt ein.

Während die bisherigen Produkte überwiegend aus Dänemark stammten, kamen die nächsten beiden Gänge aus der Region. So etwa das Bioland-Huhn vom Nordhof Willershausen mit Petersilienwurzel und Frühlingssalat. Der beste Gang war der Rehrücken aus eigener Jagd mit Rhabarber und Cumberlandsauce. Als Dessert dann geräucherte Schokolade, etwas Blauschimmel und schwarzem Trüffel. Danach folgten Pralinés und Petit Fours.

Zum Abschluss gab es Kaffee und zwei interessante Digestifs: einen 25 Jahre alten Nordhäuser Korn, der überraschend dunkel war und hervorragend schmeckte. Noch übertroffen wurde dieser von einem fast 50 Jahre alten Calvados aus dem Hause Dupont in der Normandie. Laut Etikett wurden die Äpfel 1975 geerntet, bis 2016 im Holzfass gelagert und dann abgefüllt. Besonders angenehm war die feine Ausgewogenheit zwischen Frucht und Holz.

Fazit: Ein Menü, das insgesamt gefiel. Produkte aus Dänemark und der Region dominierten. Der Service an diesem Abend war tadellos. Meine Bewertung: 7+.

Amuse Bouche

Makrele

Kaisergranat

Lachs & Honig

Biolandhuhn

Steinbutt

Rehrücken

Schokolade

Pralinés und Petit Fours.

Am Samstagabend ging es zum Essen in den Grill. Zur Vorspeise gab es Beuscherl – Zunge, Herz und Lunge vom Kalb – mit Wurzelgemüse und Rahm. Eine seltene Delikatesse, die mir ausgezeichnet schmeckte. Als Hauptgang folgte geschmortes Bergschaf mit Kartoffelstampf und Bohnengemüse. Das Fleisch hätte allerdings zarter sein können. Den Abschluss bildete eine warme Apfeltarte mit Butterstreuseln und Schokoladeeis. Dazu ein Rotwein von Meyer-Näkel und zum Ausklang ein Nordhäuser Korn. Ein rundum gelungener Samstagabend.

Essen im Hotel Faro – April 2024

Wir hatten diesmal Halbpension gebucht und mussten am Tag der Anreise wohl angeben, zu welcher Uhrzeit wir frühstücken und Abendessen wollten. Beide Zeiten wurden jedoch nie kontrolliert, was uns die Freiheit gab, zu den Mahlzeiten zu gehen, wann es uns am besten passte. Diese Flexibilität trug erheblich zu unserem entspannten Aufenthalt bei.

Das Frühstück bot alles, was man von einem 5-Sterne-Hotel erwarten kann. Sowohl à la carte als auch am Büffet war die Auswahl groß und vielfältig. Die Qualität der Speisen war durchweg hoch, und wir genossen es, jeden Morgen ein Glas Cava zu uns zu nehmen, was den Start in den Tag besonders festlich machte. Von frischen Früchten über verschiedene Brot- und Gebäcksorten bis hin zu einer Auswahl an warmen Speisen war für jeden Geschmack etwas dabei.

Abends erfreuten wir uns an der köstlichen Küche des Hotels, die uns stets aufs Neue begeisterte. Die Atmosphäre im Restaurant und auf der Terrasse war angenehm und einladend, und während wir die exquisiten Gerichte genossen, hatten wir die Möglichkeit, die atemberaubenden Sonnenuntergänge zu beobachten, die Gran Canaria so berühmt machen. Diese kleinen, aber bedeutenden Momente machten unseren Urlaub unvergesslich.

Ein weiteres Highlight war die Aufmerksamkeit des Servicepersonals. Ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, betrifft meinen letzten Aufenthalt vor drei Jahren, als ich ein Filetsteak dreimal zurückgeben musste, da es nicht wie bestellt medium rare war. Diesmal jedoch war das Steak sofort perfekt zubereitet. Auf meinen Hinweis, dass das Fleisch optimal gegart sei, meinte die Servicekraft, sie sei mittlerweile mit meinem Geschmack vertraut. Solche kleinen Gesten zeigen, wie sehr sich das Personal um das Wohl der Gäste bemüht.

Die Erinnerungen an unsere Zeit im Hotel Faro sind nach all den Jahren immer noch lebendig. Wir wissen jetzt, dass wir auch mit ein paar Unannehmlichkeiten eine großartige Zeit verbringen können. Gran Canaria und auch das Hotel Faro bleibt unser Lieblingsziel, und wir freuen uns schon auf das nächste Mal, um erneut in diese wunderbare Atmosphäre einzutauchen und die herzliche Gastfreundschaft zu erleben.

Bouillabaisse, Rouille

Kleiner Salat vom Büfett

Filetsteak medium rare, Pilze

Käse- Schinkenteller

Süßes vom Büfett

Sonnenuntergang

ENO Kassel

Wir leben in Kassel und Umgebung in einer kulinarischen Diaspora. Nur wenige Restaurants schaffen es in die bekannten Restaurantführer. Im Gault Millau 2025 erhält die Tapas- und Weinbar Eno eine schwarze Haube. Auch die Weinkarte wird gelobt.

Vor den schönen Altbauräumen am Kasseler Goethestern, mit blanken Tischen unter hohen Stuckdecken, liegt eine kleine Terrasse. Im Sommer haben wir sie bereits genutzt. Die Atmosphäre ist locker und entspannt, voller Altbau-Charme.

Beim Eintreten fällt der Blick auf die offene Küche. Hier kann man dem engagierten Team beim Zubereiten der Gerichte zusehen. Neben den Einsteiger-Tapas auf kleinen Tellern gibt es auch Fleisch- und Fischgerichte. Die Karte ist klein, bietet aber eine interessante Vielfalt: vom Arktischen Saibling über Tatar vom Weiderind bis hin zum Duroc Iberico Schweinebauch. Die Preise sind angemessen: Tapas kosten zwischen 15 und 17 €, Hauptgerichte zwischen 18 und 29 €, Desserts zwischen 8 und 12 €.

Zum Auftakt gab es ein sehr gutes Brot mit kleinen Dips.

Arktischer Saibling (versteckt) unter Birne , Radieschen und Senfsaat.

Gelbschwanzmakrele gebeizt

Pulpo aus der Tagesempfehlung

Schweinebauch mit Rotkraut (Der beste Gang des Abends)

Tagliata vom Rind, Pimentos del piquuillo und und Kürbis ( Das Fleisch optimal gebraten)

Apfel-Mandel Tartellete mit Feigen Eis.

2024 Silvester

Etwas verspätet unser Silvester Menü 2024.

Während unseres Urlaubs auf Rhodos beschlossen wir, Silvester 2024 gemütlich zu Hause statt im Restaurant zu feiern. Schnell waren wir uns einig, dass ich das Menü festlegen und kochen sollte. Da ich den Abend nicht nur in der Küche verbringen wollte, plante ich ein Menü, das sich gut vorbereiten ließ. Das kam auch Hanne und Herbert entgegen, die ungern Fleisch medium rare essen.

Am Samstag vor Silvester ging ich auf den Markt, um die Zutaten zu besorgen. Die Kalbsbäckchen fand ich nur im Kasseler Metro Markt, alles andere kaufte ich auf dem Markt in Baunatal. Von Heiligabend hatte ich noch Garnelenschalen, die ich gewaschen und eingefroren hatte.

Hanne, Herbert und Irmtraud mögen Feldsalat, den wir mit Joghurt und etwas Olivenöl anmachten. Das Thunfischtatar bereitete ich am Silvesternachmittag zu und bewahrte es im Kühlschrank auf. Beim Servieren streute ich Sprossen darüber.

Echte Jakobsmuscheln sind hier schwer zu bekommen, daher entschied ich mich für Kamm-Muscheln, die ich auf dem Markt fand. Dazu gab es gebratenen Fenchel und eine Sauce aus Fischfond, Sahne und Gewürzen.

Die Kalbsbäckchen briet ich am Vortag an, fügte Wurzelgemüse und Tomatenmark hinzu, goss Rotwein auf und ließ alles mehrmals einkochen. Dann schob ich es für drei Stunden bei 125 Grad in den Ofen. Am nächsten Tag erwärmte ich die Bäckchen in der Sauce und servierte sie mit Kartoffelpüree und grünen Bohnen.

Die Desserts kaufte ich bei der Konditorei Bonpâtis in Kassel. Zum Aperitif und Anstoßen beim Jahreswechseln gab es Champagner, dazu Weiß- und Rotweine aus Spanien. Wie immer reichte ich zwischen Fisch und Fleisch einen Calvados .