2026-04-21 Schwarzer Adler, Oberbergen

 Franz Keller

Ein Aufenthalt der besonderen Art. Eine Gasstätte Mitten im Ort gelegen wie so viele in Deutschland. Die meisten dieser Gaststätten bieten aber meistens nur Speis und Trank aus der Gefriertruhe oder servieren für viel Geld Convenience -Produkten an.

Dieses Haus ist aus der Art geschlagen. Weine, Restaurant und Hotel unter einem Dach. Diese Reihenfolge ist vom Haus  Keller wahrscheinlich auch bewusst gewählt. In erster Linie ein Weingut mit nationaler und internationaler Bedeutung. Dann eine örtliche Gaststätte, aus der im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein anerkanntes Restaurant wurde und da man nach dem Weingenuss nicht mehr aus dem Haus muss, gibt es auch entsprechende Zimmer. Seit 1969 leuchten die Sterne des Guide Michelin über dem Haus.  Mit einer Ausnahme.

1969: Erster Michelin-Stern unter Irma Keller.

1974–1976: Das Restaurant hielt unter Franz Keller jun. zwei Sterne

2020: Der Stern wurde nicht mehr vergeben.

2021: Ein Jahr später bekam man wieder den Stern

Hat man sich zu einem Besuch im Schwarzen Adler durchgerungen, sollte man folgendes beachten:

Natürlich einen Tisch bestellen und gleichzeitig auch ein Zimmer reservieren. Die Weinkarte im Internet herunterladen und aufmerksam studieren. Es ist fast unmöglich diesen dicken Wälzer am Tisch in Ruhe durchzulesen. Auch sollte man die Speisekarte im Internet lesen. Man wird, so wie wir, einen unvergesslichen Abend erleben. Besser wäre es  vielleicht, dieses Vergnügen auf den Mittag legen und dann im Sommer auf dem Freisitz zu speisen.

Zuerst wird aber die berühmte WM-Ecke angesehen. Der Patenonkel von Fritz Keller ist ja Fritz Walter. Er feierte mit der Nationalmannschaft 1954 den WM-Sieg im Restaurant Schwarzer Adler in Oberbergen

Das Menü umfasst fünf bis sieben Gänge. Zu jedem Gang gibt es einen passenden Wein. À la carte stehen drei Vorspeisen oder Zwischengänge, zwei Hauptgerichte, ein Käsegang und Desserts zur Wahl. Für zwei Personen gibt es Spezialitäten wie Bresse-Huhn von Odefey & Töchter oder Huhn in der Blase.

Wir wählen sechs Gänge von der Karte, lassen den Käsegang aus und teilen uns die ersten beiden. Schließlich wissen wir, was die nächsten drei Tage bringen.

Zum Start trinken wir ein Glas Grande Cuvée aus dem Hause Keller, 0,1 Liter. Dazu kommt eine Scheibe Ententerrine. Brot und Butter folgen rasch. Vorab knabbern wir an Blätterteigstangen.

Der Frühling meldet sich auf dem Teller. Gebeizter Wolfsbarsch, hauchdünn geschnitten und kunstvoll angerichtet, trifft auf knackige Mairübchen und die sanft pfeffrige Frische der Brunnenkresse. Die Sauce verbindet alles. Chorizo-Öl bringt würzige Tiefe. Ein Frühlingsgruß, der die Sinne weckt und das Menü eröffnet.

Der zweite Gang vereint die feinen Aromen der blauen Garnele mit der Würze einer Café-de-Paris-Butter. Gewürfelter Kalbskopf bringt eine herzhafte Note ein, Hechtklößchen eine leichte fischige Nuance. Frische grüne Erbsen setzen farbliche Akzente und sorgen für angenehm süße Frische. Zusammen ergibt das eine stimmige Komposition. Dazu kommt ein Weißburgunder „Scherben“ 2022 vom Weingut am Klotz im Markgräflerland. Der Wein überzeugt mit feiner Säure und einer dezent zitronigen Frucht.

Der Seeteufel ist fest im Biss und zugleich wunderbar zart. Grüne Oliven, Dal-Linsen und Joghurt begleiten ihn. Seine besondere Textur bringt den Geschmack des Meeres klar zur Geltung, ohne an Saftigkeit zu verlieren. Die Oliven und Linsen setzen einen angenehmen Kontrast. Ihre weiche Konsistenz harmoniert mit der Bissfestigkeit des Fisches. Der Joghurt fügt eine frische, cremige Note hinzu. Das Gericht verbindet unterschiedliche Elemente zu einem ausgewogenen Geschmackserlebnis. Dazu passt ein Château Carbonnieux blanc 2013, ein würziger, leuchtender Weißwein mit intensiven Pfirsichnoten und mineralischem Charakter. Vollmundig und lebendig durch seine frische Säure.

Das Kalbsbries ist für mich der Höhepunkt des Menüs. Zart und fein fängt es die Frische des Frühlings perfekt ein. Frische Morcheln und knackiger grüner Spargel ergänzen das Gericht mit erdigen und grünen Aromen. Eine mit Vin Jaune verfeinerte Sauce gibt dem Ganzen nussige Tiefe und rundet die Aromen harmonisch ab. Dazu wird ein Grauburgunder Selection „A“ 2002 vom eigenen Weingut serviert. Der Wein zeigt sich komplex und tiefgründig, mit kaum noch spürbarer Säure. Sein Charakter erinnert an Sherry und macht die Kombination mit dem Kalbsbries und der delikaten Sauce zu einem unvergesslichen Genuss. Ein Frühlingsgruß auf dem Teller und im Glas.

Der nächste Gang, Wachtel aus Challans im Blätterteig, wirkt dagegen etwas schwer. Das Fleisch ist zwar perfekt gegart, doch der Teig überdeckt die feine Zartheit. Bärlauch, Kohlrabi und Shiitake begleiten das Gericht. Ein Château Nenin 1992 rundet es ab. Er hat eine brillante Farbe und entfaltet ein fruchtig-frisches, blumiges Bouquet.

Auf den Käsegang verzichten wir. Wir wissen ja, was in den nächsten Tagen auf uns zukommen soll.

Statt der Gariguette-Erdbeere wählen wir aus dem À-la-carte-Programm Tarte Tatin flambée mit Vanilleeis und Calvados. Ich bekenne: Normandie-Fan; deshalb die Tarte Tatin – flambiert, mit Calvados.

Ein Gläschen Calvados und ein Espresso runden den süßen Abschluss eines Menüs ab, das nach meiner Auffassung knapp unterhalb des zweiten Sternes steht. 7.6 von 10

Speisekarte https://speisekarten.wordpress.com/2026/04/27/schwarzer-adler-oberbergen/

2026-04-03 Restaurante la Aquarela

Apartamentos Aquamarina,

35129 Barranco de la Verga, Las Palmas, Spanien

Auf Gran Canaria leuchten derzeit fünf Michelin-Sterne über ebenso vielen Restaurants. Drei davon befinden sich in der Inselhauptstadt, eines in Mogán und eines in Barranco de la Verga. In den touristischen Zentren wie Playa del Inglés und Maspalomas/Meloneras sucht man Sternerestaurants jedoch vergeblich.

Das Restaurant La Aquarela liegt in Barranco de la Verga, eingebettet in den Apartmentkomplex Aquamarina – ein ungewöhnlicher Standort. Es zu finden, war eine Herausforderung: Unsere Taxifahrerin setzte uns am Ende des Komplexes ab, wo ein Schild auf das Restaurant hinweist. Doch der Wegweiser führt in die Irre. Der Zugang erfolgt über den Eingang der Apartments, der keinen Hinweis auf das Lokal bietet. Von dort führt eine Treppe hinunter zum Restaurant. Trotz dieser versteckten Lage zählt La Aquarela heute zu den Spitzenadressen der Inselgastronomie. Nach einem freundlichen Empfang wurden wir auf die Terrasse geleitet. Von hier schweift der Blick über den Atlantik und einen markanten Hotelkomplex, der an einem steilen Hang thront. Vom Tisch aus sahen wir zudem das Schwimmbecken der Anlage. Das Restaurant selbst beeindruckt mit moderner, klarer Innengestaltung.

Die Speisekarte, präsentiert auf einem Tablett, bietet drei Menüs: „Erfahrung“ mit acht Gängen, zwei Desserts und Amuse-Bouche, ein reduziertes Menü mit „weniger Erfahrung“ und das vegetarische Menü „Ernte“. Wir entschieden uns für die volle „Erfahrung“. Auf die Weinbegleitung verzichteten wir und wählten stattdessen eine Flasche kanarischen Wein. Für die Fleischgänge bestellten wir zusätzlich offene Weine von den Kanaren. Der Abend begann mit einem gut gekühlten Glas Cava 2023 Corpinnat Brut Reserva von Llopart.

Dazu wurden drei Amuse-Bouche gereicht: Makrele und geräucherte Sardine, überraschend neu interpretiert. Ein gelungener Auftakt.

Der erste Gang zeigte die Handschrift von Küchenchef Germán Ortega, der in Schweden, England und Spanien (El Bulli) sein Handwerk verfeinerte. Blumenkohl, außen glatt und fest wie eine Schale, verbarg im Inneren eine luftige Mousse. Obenauf thronte eine Nocke Kaviar.

Es folgte klassisches Thunfischtatar, abgeschmeckt mit Sardine und Ingwer.

Der nächste Gang irritierte zunächst: Ein weißer, unbekannter Ballen und eine Sauce im separaten Schälchen. Auf der Karte stand „Breaking Rules“ – Regeln brechen. Der Service forderte uns auf, mit den Händen zu essen. Ich hob den Zuckerwatten artigen Ballen, tunkte ihn in die Mojo-Sauce und biss ab: erst süß, dann knackiger Pak-Choi, schließlich Lachs. Ein mutiger Gang, bei dem die Süße weder Gemüse noch Fisch überdeckte.

Weiter ging es mit gebratenen Tintenfisch sowie Garnelen aus Mogán, serviert in einem schaumigen Sud, der die Frische und feine Meeresnote der Garnelen bewahrte.

Danach begeisterte ein Basilikum-Risotto: bissfester Reis, intensive Kräuteraromen und dezente Würze durch kanarischen Käse. Leicht und locker angerichtet, weckte es den Wunsch nach mehr.

Bis dahin genossen wir unseren Favoritenwein von Lanzarote, El Griffo. Sein Bouquet aus tropischen Früchten und die frische, harmonische Note passten perfekt zu Fisch und Meeresfrüchten. Für die Fleischgänge wechselten wir zu einem Rotwein, dem 2023 Almirez Toro. Mit Aromen von reifen roten Früchten, edlen Gewürzen und Bitterschokolade harmonierte er ausgezeichnet mit den folgenden Gerichten.

Zart gebratenes kanarisches Schweinefleisch mit krosser Kruste, begleitet von aromatischer Pflaumensauce und würzigem kanarischen Käse, überzeugte durch die gelungene Balance aus herzhaft, fruchtig und würzig. Danach folgte glasierte Milchlammschulter, zart und saftig, serviert mit cremigem Püree und einer intensiven Lammsauce, verfeinert mit Senfkörnern. Ein Gericht, das durch Tiefe und feine Schärfe bestach.

Den Abschluss bildeten die Desserts: Apfel mit Sauerampfer und Gewürzen sowie Schokolade mit Mandel und Banane. Espresso und Petits Fours rundeten den Abend ab. Auf einen Digestif verzichtete ich diesmal.

Die Küche von La Aquarela verbindet mediterrane und kanarische Einflüsse mit Kreativität und hochwertigen Zutaten. Tradition und Moderne verschmelzen zu einem besonderen Geschmackserlebnis. Die internationalen Erfahrungen von Germán Ortega und die Aromen der Kanaren machen den Abend zu einem kulinarischen Höhepunkt in entspannter Atmosphäre.

2026-04-02 Bamira

Ein Besuch im Restaurante Bamira auf Gran Canaria wird 2026 zu einem besonderen Erlebnis. Das Lokal ist eng mit der Geschichte und dem Schicksal der Inhaberfamilie Eder verbunden.

Bamira März 2019

Seit 2005 kennen wir Anna und Herbert Eder und waren stets begeistert. Unser letzter Besuch lag 2019, vor der Pandemie. Danach scheiterten Treffen immer wieder an Terminkonflikten. Im Januar 2025 erreichte uns die Nachricht: Anna Eder war gestorben. Die Umstände blieben unklar. Im April 2025, zurück auf Gran Canaria, wollten wir das Restaurant besuchen. Doch Herbert Eder schrieb, er sei erst im Mai wieder da. Wieder kein Wiedersehen.

Inzwischen hat Herbert Eder einen Neuanfang gewagt – auf der Terrasse. Er führt das Restaurant in kleinerem Rahmen weiter. Der Innenraum bleibt geschlossen, der Service konzentriert sich auf die Terrasse. Gemeinsam mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Theresa bewirtet er täglich nur 15 bis 17 Gäste. Für ihn ist die Arbeit Trost und zugleich ein Weg, den Verlust zu verarbeiten.

Kulinarisch bleibt die „Adventure Cuisine“ das Markenzeichen – eine kreative Mischung aus regionalen Zutaten und weltweiten Einflüssen, inspiriert von den Reisen des Paares. Herbert erzählte, dass er und Anna über 180 Länder bereist haben.

Der Abend begann wie gewohnt: mit einer Suppe. Diesmal eine Kartoffel-Kresse-Suppe, fein mit Muskat gewürzt. Das Muskat verlieh ihr eine warme, leicht nussige Note. Ein einfaches, aber perfekt abgestimmtes Zusammenspiel von Aromen, das den Abend stimmungsvoll einleitete.

Herbert Eder bietet neben einer kleinen festen Karte mit 10 bis 15 Gerichten auch eine handgeschriebene Tageskarte an, die den aktuellen Einkauf widerspiegelt.

Wir entschieden uns für Fisch mit dicken weißen Bohnen, verfeinert mit Gewürzen aus Fernost.

Dazu ein Gulasch vom Iberico-Schwein mit dezenter Kräuternote.

Zum Abschluss gab es Crêpes mit Eis und Schokolade. Nach dem Espresso lud uns Herbert Eder zu einem Glas Marille aus seiner Heimat ein.

Dabei erzählte er von Annas Tod. Sie erkrankte in Sierra Leone an der schwersten Form von Malaria und verlor den Kampf. Sie starb an ihrem 60. Geburtstag. „Es war eigentlich nur eine Kurzreise“, sagte er. „Zehn fantastische Tage, wie im Paradies – und dann diese Endgültigkeit. “

Besuchstipp: Wegen der begrenzten Plätze sollte man mehrere Tage im Voraus reservieren. Etwas für Entdecker, die Ruhe und individuelle Küche suchen.

Das Ambiente beeindruckt weiterhin mit seiner individuellen, fast musealen Dekoration, die Anna Eder einst mit großer Liebe zum Detail gestaltete.

2026-03/04 Gran Canaria – Freitag bis Sonntag

Freitag bis Sonntag der Folgewoche inkl. Rückreise

Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel dauert etwa 30 Minuten. Schon beim Betreten des Hotels spürt man: „Wir sind wieder da. “ Das Personal begrüßt uns herzlich, erledigt die Formalitäten schnell und reibungslos. Diesmal haben wir nur Übernachtung mit Frühstück gebucht. Das Team strahlt eine ansteckende Freude aus. Zur Begrüßung gibt es ein Glas gut gekühlten Cava. Wir fühlen uns sofort angekommen.

Die Lage bleibt unverändert: Der Blick schweift über den Sandstrand, und in weniger als einer Minute steht man im Meer. Doch der Strand hat sich nach dem Unwetter vor einer Woche stark verändert. Aus Erfahrung wissen wir, dass er sich erholen wird – wie lange, entscheidet allein die Natur.

Da wir diesmal nur Frühstück gebucht haben, mussten wir vorab überlegen, wo wir abends essen wollen. Neben unseren Stammrestaurants probierten wir auch neue Adressen aus.

Am Freitagabend führte uns der erste Weg ins „Casa Antonio“, direkt am Strand von Maspalomas. Es ist dieses unschlagbare Gefühl: Meeresrauschen, Salzluft und dazu frischer Fisch – ein Genuss.

Für Samstag hatten wir das „Cumbres“ in Playa del Inglés geplant. Doch schon im Taxi warnte uns der Fahrer: „Das wird nichts, Karneval! “ Wegen des Unwetters war er um eine Woche verschoben worden. Er behielt recht – kein Durchkommen. Also kehrten wir um und aßen im Hotel. Trotz der ungeplanten Änderung war das Abendessen wie immer hervorragend. Diesmal gab es ein Drei-Gänge-Menü: Bouillabaisse, Lachs mit Pastinake und Dill. Allerdings fehlte der angekündigte Lachsrogen, und die Küche reichte ihn trotz Reklamation nicht nach. Beim Dessert – weiße Schokolade, Joghurt-Biskuit und wilde Beeren – suchte ich vergeblich nach den wilden Beeren. Stattdessen gab es nur klein geschnittene Erdbeeren.

Der Sonntagabend hielt ein besonderes Highlight bereit: das Kabuki an der Promenade von Maspalomas. Zugegeben – ein japanisches Restaurant direkt am Strand von Gran Canaria klingt ungewöhnlich. Doch genau diese Kombination macht den Reiz aus. Das Kabuki liegt im stilvollen Hotel Lopesan Costa Meloneras und gehört zur renommierten Kabuki-Gruppe, bekannt für ihre kreative Fusion aus japanischer und mediterraner Küche. Schon beim Ankommen spürt man: Hier geht es nicht nur ums Essen, sondern um ein Erlebnis. Nachdem wir bei früheren Besuchen à la carte gegessen hatten, entschieden wir uns diesmal für das Menü – und überließen die Auswahl dem Chefkoch. Eine Entscheidung, die sich als Volltreffer erwies. Der Abend begann entspannt mit einem Sake als Aperitif, begleitet von einem perfekt passenden Wein von den Kanarischen Inseln. Dann nahm das Menü Fahrt auf: kunstvoll angerichtetes Sushi und Sashimi, gefolgt von zartem Thunfisch-Tatar. Besonders in Erinnerung blieben das knusprige Steinbutt-Tempura und die aromatischen Gyoza mit Entenfüllung. Ein echtes Highlight waren die hauchdünnen Scheiben vom Wagyu – butterzart und voller Geschmack. Jeder Gang überraschte, jede Kombination war durchdacht und harmonisch. Ein Abend, der nicht nur kulinarisch, sondern auch atmosphärisch in Erinnerung bleibt.

Schon am Montagmorgen war klar: Das wird kein gewöhnlicher Tag. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte es – der berüchtigte Calima hatte die Insel fest im Griff. Feiner Saharastaub lag in der Luft, das Licht wirkte gedämpft, fast surreal, und alles schien in einen warmen Schleier gehüllt.

Am Abend zog es uns ins „Cumbres“ nach Playa del Inglés – ein bewusster Kontrast zur ruhigen, staubigen Stimmung des Tages. Hier war es lebendig, vertraut und angenehm geschäftig, genauso, wie wir es über die Jahre lieben gelernt haben. Kulinarisch blieben wir unserer Tradition treu: Pata Negra, zartes Lomo, Lammbries und eine herrlich aromatische Lammschulter kamen auf den Tisch. Dazu ein roter Hauswein – unkompliziert und genau richtig. Und wie so oft zeigte sich: Hier kann man nichts falsch machen. Zum Abschluss wurde es klassisch: eine feine Creme, ein kräftiger Espresso und – als nette Geste des Hauses – ein Brandy. Ein rundum stimmiger Abend, der den besonderen Charakter dieses Tages perfekt einfing.

Auch am Dienstag hielt sich der Calima, wenn auch abgeschwächt. Am Spätnachmittag kehrten wir ins „Casa Antonio“ zurück. Irmtraud wollte unbedingt wieder einen ganzen Fisch essen. Die Wahl fiel auf eine Dorade, die geteilt wurde. Vorher gab es Garnelen in Knoblauch und frittierte kleine Tintenfische. Dazu einen Weißwein aus Lanzarote.

Für die Besuche am Mittwoch: Bevir; Donnerstag: Bamira; Freitag: Aquarela. gibt es separate Berichte.

Am Samstag genossen wir mittags noch einmal kanarische Küche im „Casa Antonio“ und abends das „Cumbres“.

Hier hatten wir uns bereits für 19.00 Uhr angemeldet, da es am nächsten Morgen nach Hause ging. Bis 20.00 Uhr waren wir die einzigen Gäste. Dann füllte sich das Restaurant innerhalb von zehn Minuten. Wie man hören konnte, waren es überwiegend spanische Gäste.

Am Sonntag war der Urlaub leider zu Ende. Frühstück, Koffer packen, bezahlen – um 11.00 Uhr fuhr das Taxi Richtung Flughafen. Fast pünktlich hob der Flieger um 13.45 Uhr ab. Nach 4 Stunden und 5 Minuten landeten wir in Düsseldorf. Um 22.15 Uhr waren wir wieder zu Hause. Der nächste Urlaub auf Gran Canaria kann hoffentlich bald kommen.

2026/02 Land Gasthaus Kraft – Schauenburg Breitenbach

Bereits der erste Gang war ein Meisterwerk der Küche. Zwei Königsberger Klopse aus feinstem Hirschfleisch, kunstvoll zubereitet, verwöhnten Auge und Gaumen gleichermaßen. Die zarte Konsistenz der Klopse verschmolz mit der cremigen Rahmschwarzwurzel, die dem Gericht eine feine, erdige Note verlieh. Die Schwarzwurzel behielt einen leichten Biss, der das Geschmackserlebnis perfekt abrundete.

Eine samtige Velouté vollendete das Ensemble und verband die Aromen zu einem harmonischen Ganzen. Jeder Bissen zeugte von der Sorgfalt und dem Können des Küchenchefs. Dieses Gericht war mehr als eine Mahlzeit – eine kulinarische Reise mit geschmacklichen Höhen. Eine exzellente Neuinterpretation eines deutschen Klassikers, der traditionell aus Kalbfleisch besteht, hier jedoch in einer edlen Variation glänzte.

Auch der nächste Gang hielt das hohe Niveau. Ein geschmorter Rinderbraten aus der Schulter, zart und saftig, harmonierte mit cremigem Rahmwirsing. Ein fluffige Kartoffelknödel rundeten das Gericht ab. Dazu reichte man einen intensiven Jus, der mit seiner Umami-Tiefe jedem Bissen zusätzliche Raffinesse verlieh.

Den krönenden Abschluss bildete ein weißes Schokoladenmousse, begleitet von einer fruchtigen Pflaumensauce und einem dunklen Schokosorbet. Diese Kombination, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau der vorherigen Gänge, bot dennoch ein genussvolles Finale. Das Dessert war nicht nur eine Gaumenfreude, sondern auch ein optisches Vergnügen. Die cremige Textur des Mousse verband sich mit der Frische der Pflaume und der Bitterkeit des Sorbets. Hier zeigte sich erneut die Kreativität des Küchenchefs, der traditionelle Elemente mit außergewöhnlichen Zutaten verfeinerte.

Ein kräftiger Espresso und fünf handgemachte Pralinen rundeten den Abend ab. Diese kleinen Meisterwerke der Patisserie, jede ein Ausdruck von Handwerkskunst und Liebe zum Detail, erreichten erneut das hohe Niveau der vorangegangenen Gänge.

Der Abend verkörperte die Philosophie des Küchenchefs: Tradition achten und zugleich kreativ hinterfragen. Der Service war makellos. Ein Erlebnis, das geschmacklich und ästhetisch lange nachwirkte.

Lief alles perfekt? Gab es Kritikpunkte? Vielleicht einen – und daran trage ich eine Mitschuld. Beide Gemüse, Schwarzwurzel und Wirsing, waren mit Rahm zubereitet. Das hätte mir und auch Meik auffallen müssen.

Und nun fragen Sie sich sicher: Wo liegt dieser Gasthof, und wer führt ihn? Im Herzen von Breitenbach, einem Ortsteil der Gemeinde Schauenburg, etwa 20 Kilometer südwestlich von Kassel, steht der Landgasthof Kraft. Das historische Fachwerkhaus ist seit sieben Generationen in Familienbesitz. Seit 2019 führt Tim Kraft die Tradition fort und steht für Gastfreundschaft sowie hochwertige, saisonale und regionale Küche.

Seit Anfang 2020 leitet sein Bruder Meik Kraft die Küche. Er lernte bei Spitzenköchen wie Achim Hack und Michael Fell im Michelin-prämierten Egerner Hof in Rottach-Egern. Weitere Stationen führten ihn in renommierte Häuser wie die „Ente“ in Wiesbaden (ebenfalls Michelin-Stern) und das Frankfurter Restaurant „King Kamehameha“. Nach Erfahrungen im Elternhaus und dem Restaurant Voit in Kassel kehrte er zurück in den Familienbetrieb.

Die behutsame Modernisierung mit frischen, regionalen Produkten ist gelungen. Besonders Gerichte mit saisonalen Zutaten prägen die Karte. Klassiker wie Steaks und Schnitzel in verschiedenen Variationen bleiben erhalten, ebenso wie der knusprige Gänsebraten oder die Schlachteplatte aus eigener Schlachtung – je nach Jahreszeit.

Der Landgasthof Kraft verbindet gelebte Familientradition mit anspruchsvoller Kochkunst. Ein kulinarisches Erlebnis inmitten idyllischer Fachwerkromantik.

Die Weinkarte ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und bietet vor allem deutsche Weine. Darunter finden sich Juwel Weine von Juliane Eller aus Rheinhessen sowie Grauburgunder und ein Rotweincuvée vom Weingut Manz, exklusiv abgefüllt unter dem Namen 7Kraft. Apfelsaft und Apfelschaumwein stammen von der Kellerei Döhne, die direkt gegenüber dem Landgasthof liegt. Aus dem Zapfhahn fließen Pülleken und Grevensteiner von Veltins. Ergänzt wird das Angebot durch eine bemerkenswerte Gin-Sammlung aus ganz Europa.

2026-01 Frieda Kassel: Frische Ideen in der Friedrich-Ebert-Straße

Moderne Küche im ehemaligen Voit – gut, aber nicht barrierefrei

In der lebhaften Friedrich-Ebert-Straße im vorderen Westen Kassels lockt ein neues Restaurant Feinschmecker und Genießer: Frieda Kassel. Es tritt in die Fußstapfen des früheren Spitzenrestaurants Voit und verbindet Tradition mit frischem Elan.

Schon beim Betreten spürt man den Charme der Vergangenheit. Der Eingang erinnert an das Voit: großzügig, mit markantem Tresen;  funktional und zugleich Treffpunkt:

Ein besonderes Highlight ist die offene Küche. Sie gewährt Einblicke in die Arbeit der Köche und schafft Nähe. Hier wird nicht nur gekocht, sondern inszeniert: Gäste erleben, wie kreative Gerichte entstehen.

Doch Frieda bleibt nicht nostalgisch. Das Restaurant überrascht mit modernen Akzenten und frischen Ideen. Die Speisekarte kombiniert Tradition mit zeitgemäßen Interpretationen und setzt auf saisonale, regionale Zutaten.

Bei unserem Besuch waren wir zu acht, darunter ein Freund im Rollstuhl. Leider zeigte sich, dass das Restaurant nicht barrierefrei ist. Stufen im Eingangsbereich und im Inneren erschweren den Zugang, auch zu den Toiletten. Diese Einschränkungen sollte man bei einer Reservierung bedenken.

Trotzdem war der Empfang herzlich. Das Personal begrüßte uns freundlich und kümmerte sich aufmerksam um unsere Wünsche. Die Bestellungen wurden zügig per Netbook aufgenommen – ein moderner Touch, der die Wartezeit verkürzte.

Die übersichtliche Speisekarte bietet acht Vorspeisen und Salate, eine Auswahl an Pasta, fünf Hauptgerichte und vier Desserts. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten.

Als Vorspeise wählte ich das Auberginen-Tatar mit Fetakäse und Oliven-Espuma. Die Gewürze waren hervorragend abgestimmt, doch das Gericht wurde etwas zu kalt serviert, was den Genuss leicht trübte. Geschmacklich überzeugte es dennoch.

Mein Hauptgericht, ein Medium rare gebratenes Rumpsteak, traf genau meinen Wunsch: zart und saftig. Dazu gab es Smash Potatoes und geschorten Feldsalat. Während das Steak ein Genuss war, hätten die Kartoffeln etwas mehr Würze vertragen können.

Zum Abschluss wählte ich zwei Petit Fours – süße kleine Kunstwerke, die den Abend perfekt abrundeten.

Zum Getränkeangebot kann ich nichts sagen, da ich im Januar auf Alkohol verzichtete. Das minderte mein Erlebnis jedoch nicht. Ich freue mich schon darauf, bei meinem nächsten Besuch die Weinkarte zu erkunden.

Insgesamt bot der Abend kulinarischen Genuss, trotz kleinerer Schwächen. Die kreativen Gerichte und die durchdachte Speisekarte machen Frieda Kassel zu einem Ort, den ich gerne weiterempfehle.

Mein Schiff Relax: Eine kulinarische Entdeckungsreise

Auf dem Mein Schiff Relaxe laden verschiedene Restaurants, Bistros und Bars täglich zu einer kulinarischen Entdeckungsreise ein. Hier verwöhnt man jeden Gaumen und entdeckt neue Geschmackserlebnisse. Doch seien wir ehrlich: In nur sieben Tagen alle Highlights zu probieren, ohne den Magen zu überfordern, ist schlicht unmöglich.

Beginnen wir mit den positiven Eindrücken. Das Atlantik habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben, daher widme ich mich hier meinen weiteren Favoriten. Das Pool Bistro punktet mit entspannter Atmosphäre und frisch zubereiteten internationalen Teigtaschen. Ein Gläschen Wein dazu – perfekt für einen sonnigen Tag am Pool. Auch das Pane e Sole Bistro überzeugte mit frischen Zutaten: Paninis mit Rucola und Lachs, gegrilltem Gemüse und einer Auswahl an Salaten. Der Harbour Market beeindruckte mit Vielfalt und lebhaftem Marktcharakter, auch wenn es zu den Hauptmahlzeiten eng wird und das Nachfüllen der Speisen Zeit braucht. Die Osteria  bot solide italienische Küche, wie man sie aus deutschen Pizzerien kennt.

Leider gab es auch Enttäuschungen.

Die Taverne Dionysos blieb in Qualität und Service hinter den Erwartungen zurück und wirkte uninspiriert.

Ähnlich ernüchternd war das Sur Mer Bistrot, das weder mit seinem Namen noch mit seinem Design überzeugen konnte. Von französischem Flair ganz zu Schweigen.

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildete das Fugu by Tim Raue. Dieses Restaurant spielt in einer eigenen Liga und hebt das kulinarische Erlebnis auf ein neues Niveau. Die Gerichte beeindrucken mit Kreativität und exzellenter Präsentation.

Da unsere Enkeltochter und Freund nicht die großen Fleischesser sind, haben wir auf das Høfde sowie auf das Chalet verzichtet.

Insgesamt bot man an den sieben Tagen ein kulinarisches Abenteuer mit genussvollen Höhen und einigen Tiefen. Jeder Gast wird seine eigenen Favoriten entdecken. Es lohnt sich, Neues auszuprobieren und sich überraschen zu lassen!

Restaurant Qapaq 2025 – Teneriffa

Av. la Habana, 14, 38650 Arona. Besucht Oktober 2025

Das Restaurant vereint peruanische und mediterrane Fusionsküche, zubereitet mit lokalen Zutaten.

Nahe der Playa de las Vistas liegt das Restaurante Qapaq – kein Ort mit spektakulärem Meerblick, aber eine Adresse für authentische peruanische Genüsse. Der Bau wirkt unscheinbar, doch dieser Eindruck täuscht. Beim Betreten empfängt den Gast eine schlichte, gemütliche Einrichtung. Der Raum ist funktional gestaltet, damit die Aufmerksamkeit den Speisen und Getränken gilt. Besonders reizvoll: die offene Küche. Hier kann man dem Team zusehen, wie es frische Zutaten verarbeitet – ein Erlebnis für alle Sinne.

Links der Küche liegt ein weiterer Bereich, moderner und geschmackvoll eingerichtet. Ob Liebhaber peruanischer Küche oder Neugierige auf der Suche nach neuen Aromen – im Qapaq fühlt sich jeder willkommen. Das Serviceteam sorgt dafür, dass der Besuch in Erinnerung bleibt.

Die Empfehlung kam von unserer Tochter und unserem Schwiegersohn. Auch die Michelin-Empfehlung für das Lokal sprach für sich.

Der Service ist äußerst freundlich. Die Speisekarte ist klar strukturiert: Sie bietet rein peruanische Gerichte und solche mit spanischem Einfluss, aber peruanischen Akzenten.

Der Abend begann mit einem köstlichen Amuse-Bouche: zarter Oktopus, kunstvoll in knusprigen Filoteig gewickelt und perfekt frittiert. Eine würzige rote Mojo-Soße setzte einen spannenden Akzent.

Es folgte eine Jakobsmuschel, überbacken mit Parmesan. Ihre leicht glasige Textur und ein feiner Rauchgeschmack unterstrichen die frischen Aromen. Ein Meeralgensalat fügte maritime Frische hinzu und rundete den Gang ab.

Das Highlight des Abends war das Ceviche, serviert in zwei Variationen. Die klassische Version überzeugte mit zartem Weißfisch, mariniert in Limettensaft, verfeinert mit roten Zwiebeln, Koriander und feurigen Chilischeiben. Süße Süßkartoffelwürfel und knusprige Maiskörner setzten harmonische Kontraste.

Die zweite Variation kombinierte Weißfisch mit saftigen Garnelen. Eine Marinade aus Passionsfrucht verlieh dem Gericht eine exotische Note. Ein erfrischendes Limetten-Sorbet balancierte die intensiven Aromen mit leichter Frische.

Das Hauptgericht präsentierte zartes Schweinefleisch, begleitet von Hühnererbsenkroketten und gebratener Kochbanane. Die Kombination überraschte mit einem neuen Geschmackserlebnis. Jedes Element harmonierte perfekt und zeigte die Kreativität der Küche.

Zum Abschluss Dessert und Espresso

Ein feinherber Weißwein aus Lanzarote, sorgfältig ausgewählt, begleitete die Speisen und rundete den Abend ab.

Fazit: Das Restaurante Qapaq ist mehr als ein Ort zum Essen – es ist ein Erlebnis für Feinschmecker und Liebhaber der Fusionsküche. Lassen Sie sich von der Kreativität der Küche und der Qualität der Zutaten begeistern. Ein Besuch lohnt sich!

Teneriffa 2025-Restaurant Almar

Degustationsmenü im Almar Tenerife, Costa Adeje

Auf Empfehlung unserer Tochter und unseres Schwiegersohnes besuchten wir das Almar in Costa Adeje. Sie reisen seit Jahren regelmäßig nach Teneriffa und kehren dort immer wieder ein.

Das Almar Tenerife bot uns ein außergewöhnliches kulinarisches Erlebnis. Besonders beeindruckte uns das Degustationsmenü für nur 90 Euro – in Deutschland hätte ich dafür wohl das Doppelte gezahlt. Ein erstaunlicher Unterschied.

Das Restaurant ist ein Muss für alle, die Aromen und Texturen einer besonderen Küche entdecken wollen. Uns erwartete mediterrane Küche, verfeinert mit einem Hauch japanischer Eleganz. Jedes Gericht war mit Sorgfalt zubereitet und kunstvoll angerichtet. Nicht nur der Geschmack, auch die Liebe zum Detail begeisterte uns.

Zum Glas Cava gab es Grüße aus der Küche, die die Nähe des Meeres widerspiegelten – ein gelungener Auftakt. Allerdings habe ich bei solchen Kleinigkeiten oft Schwierigkeiten, die einzelnen Zutaten geschmacklich zu erfassen. Eine Diskussion auf hohem Niveau.

Schon der erste Gang entpuppte sich als Höhepunkt des Menüs: eine kurz angebratene Jakobsmuschel, noch leicht glasig, bedeckt mit einem Schaum aus Kokosnuss und Bergamotte. Die Bergamotte verlieh dem Gericht eine frische, zitronige und leicht herbe Note. Der Cava reichte auch noch für diesen Gang.

Es folgte Thunfisch-Tatar, gewürzt mit Papaya, Avocado und Tamarindensauce. Die Kombination aus der Frische des Thunfischs, der Süße der Papaya, der Cremigkeit der Avocado und der Säure der Tamarindensauce war ein Geschmackserlebnis, das uns begeisterte. Dazu wurde ein Weißwein gereicht, der perfekt harmonierte.

Der nächste Gang war puristisch: geräucherter Aal mit Gofio-Crumble, einem Hauch Palmhonig und Avocado-Senf-Sauce. Ein gut gekühlter Rosé aus Navarra begleitete das Gericht. Obwohl ich kein großer Rosé-Fan bin, passte dieser hervorragend zum Fisch.

Danach kam ein saftiger Wolfsbarsch, der Japan mit den Kanaren verband. Das intensive, leicht bittere Aroma der Yuzu-Frucht verschmolz mit der kanarischen grünen Mojo-Sauce. Als Überraschung diente eine Popcorn-Sauce. Auch hier blieb der Rosé die passende Wahl.

Die Ravioli, ist gefüllt mit Hummer und lagen in einer gelben Cherrytomatensauce. Sie wurden  von grünem Apfelgel begleitet. Die mild-süße Sauce harmonierte perfekt mit der Ravioli. Der dazu gereichte Weißwein aus Galicien beeindruckte nicht nur durch sein Etikett, sondern auch durch die Balance von Frische und Textur. Mit moderaten 12,5 Prozent Alkohol war er ein gelungener Abschluss der Weißweine.

Die nächsten Gänge führten uns zurück in die japanische Küche. Ein Nigiri mit A5-Wagyu diente als Zwischengang.

Das Wagyu-Tenderloin wurde nicht kurz angebraten, sondern langsam gegart. Dazu gab es Maiscreme und eine Demi-Glace-Sauce, leicht mit Kaffee abgeschmeckt. Leider war das Fleisch etwas zu lange gegart und dadurch leicht faserig – der schwächste Gang des Menüs. Der dazu gereichte Rotwein „El Lomo“ von der Insel überzeugte mit Noten von Kaffee und Schokolade sowie kräftigen, aber angenehmen Tanninen.

Frische brachte das Pre-Dessert: eine Kombination aus Kokos, Mango und Yuzu.

Das anschließende Dessert war kräftig und schokoladig, mit verschiedenen Texturen schwarzer Schokolade und einer Creme aus kanarischen Bananen. Dazu wurde ein leicht süßlicher Muskatwein serviert.

Fazit: Unser Besuch im Almar Tenerife war ein voller Erfolg und übertraf unsere Erwartungen. Wir empfehlen dieses Restaurant jedem, der das Besondere sucht und die Vielfalt einer modernen kanarischen Küche erleben möchte. Zu jedem Gang gab es eine sorgfältig ausgewählte Weinbegleitung, die die Aromen harmonisch unterstrich und das Erlebnis abrundete. Vom ersten Moment an fühlten wir uns willkommen. Das Restaurant präsentiert sich mit einer Begrüßung, einem Service und einer Präsentation, die fast Michelin-würdig sind!

Sonnenuntergang

Philipp Soldan-Frankenberg

Freitagabend im Gourmetrestaurant Philipp Soldan – ein Fest für die Sinne. Das Menü entführt auf eine köstliche Reise, bei der mutige und raffinierte Geschmackskombinationen ein unverwechselbares Erlebnis schaffen. Jeder Gang begeistert: Texturen, Aromen und Timing harmonieren perfekt.

Der Service glänzt mit Professionalität, Herzlichkeit und unaufdringlicher Eleganz. Das Team umsorgt die Gäste aufmerksam und kompetent, ohne je aufdringlich zu wirken. Wir fühlten uns rundum willkommen und bestens betreut.

Ein Highlight ist die offene Küche. Zwar trennt eine Glasscheibe sie vom Gastraum, doch erlaubt sie spannende Einblicke. Die Köche arbeiten ruhig und konzentriert, während sie die Gerichte kunstvoll anrichten. Unter Hochdruck entstehen kreative Kompositionen, und Chefkoch Erik Arnecke bleibt dabei stets der ruhende Pol.

Auch die Weinkarte beeindruckt und lädt zu einer Entdeckungsreise ein. Dank des Coravin-Systems können selbst edelste Weine glasweise genossen werden, ohne die Flasche zu öffnen. So lassen sich exklusive Tropfen probieren, die sonst unerschwinglich blieben. Die Preise für 0,1 Liter reichten von 12 bis 38 Euro und bieten eine exquisite Auswahl, die perfekt zu den Gerichten passt.

Fazit: Eine außergewöhnliche kulinarische Reise – kreative Küche, makelloser Service, spannende Einblicke in die offene Küche und eine Weinauswahl, die überrascht und begeistert. Ein Ort für Genießer, die das Besondere suchen und sich gerne über Zutaten, Techniken und Aromen austauschen.

Bewertung: 7.5 von 10

Statt Champagner, nach langer Zeit wieder mal ein Sherry als Aperitif

Käsecreme – Schnittlauch Öl – Butter dazu selbstgebackenes Brot

Amuse Bouche

Amuse Bouche – Rindertatar – Salat (fast ein zusätzlicherGang)

In Nussbutter marinierter Kingfisch – Austernmousse – Kaviar

Getauchte Norwegische Jakobsmuschel – Sepia – Risotto Nero

Crepinet vom mild geräucherte. Perlhuhn – Mangold – Trauben Sauce

Sorbet

Duett vom Angnus Beef – Mais – Pfifferlinge

Eingeweckte Zuckeraprikosen – Mandeleis – Fenchelsud

Petit Four