Mein Sonntagsmenü 29.03.2020

Auch während der Corona Krise sollte man gut essen. Da es ja nicht möglich ist auswärts zu Speisen, wird der heimische Herd hochgedreht, damit der Sonntag nicht langweilig wird. Gegen 10.00 Uhr habe ich mit der Arbeit begonnen, der erste Gang dann gegen 12.00 Uhr und der letzte um 14.00 Uhr.

Wochenmarkt, Gemüsestand
„ Ein Bund Karotten bitte“
„ Soll das Grün abgemacht werden?“
„ Nein, natürlich nicht“
Marktbesucherin:
„ Sie haben wohl Kaninchen Zuhause?“
„ Nein, ich bin das Kaninchen.“

Suppe vom Karottengrün 

Was man mit Karottengrün so alles machen kann. Als Dekoration, als Pesto oder als Suppe.
Ein Bund vom Karottengrün, Kartoffeln geschält, etwas kleingeschnittenes Wurzelgemüse, Gemüsezwiebel, Wasser oder besser Gemüsebrühe, man kann natürlich auch Hühner- oder Kalbsfond nehmen. Zum Würzen, Salz, Pfeffer und Muskat. Sahne und Butter.
In Butterschmalz die kleingeschnittenen Gemüsezwiebeln sowie das Wurzelgemüse anschwitzen, die geschälten und gewürfelten Kartoffeln dazu geben, salzen und pfeffern. Etwas Gemüsebrühe dazugeben und ein reduzieren. Karottengrün einschließlich Stängel sehr fein schneiden, je feiner umso besser. Dann die Brühe so lange kochen bis die Kartoffeln weich sind. Anschließend portionsweise im Hochleistungsmixer pürieren und durch ein Sieb streichen. Wieder auf den Herd stellen und Sahne angewiesen. Anschließend nachwürzen. Ich habe in die Suppe  noch etwas Zucker, Muskat und ein Hauch von Ras el Hanout  nachgewürzt. Mit den Stabmixer anschließend mixen und in tiefe Teller geben. In die Suppe kommen noch geröstete Brotwürfel, frische Karottenstreifen und Blüten der Jahreszeit. Aus dem Garten kamen Blüten von der Schlüsselblume und Lungenkraut als Dekoration hinzu.
Rinderfilet, gebratene Polentascheiben, wilder Brokkoli. Rotweinsauce mit Thymian.
Käse
Stachelbeerkuchen mit Eischnee gratiniert.

Trattoria Toscana-Niedenstein 2020

Wir verfolgen die Entwicklung der Toskana seit der Eröffnung im Jahre 2013. Die Familie Noori hat hier ein kleines kulinarisches Kleinod aufgebaut. Es ist wichtig daran zu erinnern, dasses keine Pizzeria ist, was hier in Niedenstein steht, sondern eine Trattoria. Natürlich werden auch Pizzas (Pizzen) angeboten, der Haupt Augenmerk liegt allerdings auf der toskanischen Küche. Obwohl Ali Noori kein gelernter Koch ist, werden seine Kreationen immer besser und feiner. Bei unserem letzten Besucher Ende Januar2020 konnten wir uns wieder einmal davon überzeugen.

Als Einstieg, wie so oft, gibt es überbackene Aubergine. Die Tomatensauce ist ausbalanciert gewürzt und der geschmolzene Käse verbindet Sauce und Aubergine.
Dann der Höhepunkt dieses Mittagsessen. Spaghetti natürlich „al dente“ gekocht, dazu Spinat und Lachs. Auch hier ist es die Sauce, diesmal mit Curry gewürzt, die  alles harmonisch abrundet.
Als Hauptgang dann ein gut abgehangenes Rinderfilet, auf den Punkt gebraten. Dazu einen erfrischenden Salat und Rosmarinkartoffeln.
Als süsser Abschluss dann eine Panna Cotta mit Mango Püree.

Fazit: Man kann nur hoffen, dass die bisherige Entwicklung auch nach der momentan vorhandenen Krise fortgeführt wird. Entwicklungspotenzial ist jedenfalls sowohl in der Küche als auch im Service vorhanden.

Gasthaus Kraft – Breitenbach

Amuse Bouche: Lachstatar mit Meerrettichsahne und Rote Bete Couscous
Brot, selbstgebacken mit Griebenschmalz.
Pastinakencreme Suppe mit Lauch Öl
Nierenzapfen vom Schauenburger Hochlandrind | Wirsing | Kräuterseitling | Selleriepüree | Serviettenknödel
Buttermilchmousse Blutorangen | Baiser | Eis

Seit 7 Generationen ist der Landgasthof Kraft dem Gast und der regionalen Küche verpflichtet. Der Landgasthof steht  im Dorfkern von Breitenbach, heute Ortsteil der Gemeinde Schauenburg, ca. 20 km südwestlich von Kassel. Seit Generationen befindet sich dieses stattliche Fachwerkgebäude im Eigentum der Familie Kraft. Seit Jan. 2019 hat nun mit Tim Kraft die 7te Generation das Zepter übernommen.

Seit Anfang 2020 verstärkt nun auch Bruder Meik die Küchenmannschaft. Seine Lehre hat er bei Michael Fell im Egerner  Hof in Rottach Egern absolviert. Eine Küche mit Michelin Stern. Danach hatte er in so renommierten Häusern wie der „Ente“ in Wiesbaden, ebenfalls mit einem Michelin Stern ausgezeichnet und im Frankfurter Restaurant „King Kamehameha“ gearbeitet. nach einem kurzen Intermezzo im Elternhaus hat er die letzten Jahre im Restaurant Voit, Kassel gearbeitet. Er hat mit seinem Können geholfen den Michelin Stern nach Kassel zu holen und diesen auch zu verteidigen.

Wer nun meint eine kulinarische Revolution wäre im Gasthaus Kraft ausgebrochen,  der irrt sich. Auch weiterhin stehen Steaks oder  Schnitzel in den verschiedensten Ausführungen und den passenden Beilagen auf der Karte. Nicht zu vergessen der Jahreszeit entsprechend der knusprige Gänsebraten oder die Schlachteplatte aus eigener Schlachtung.

Keine radikale Veränderung sondern behutsame Erneuerung mit frischen und regionalen Produkten ist angesagt. Gerade Gerichte mit regionalen und saisonalen  Produkten sollen verstärkt ausgebaut werden.

Silvestermenü-Voit-Kassel

Sven Wolf (rechts) und seine Mannschaft in der offenen Küche. Wie immer, ruhig und auf die Sache konzentriert.
Es hat wieder Spaß gemacht im Voit zu essen. Ein kleiner Kritikpunkt ist beim Dessert anzumerken. Die Luftschokolade hat mir persönlich nicht gemundet.
Amuse Bouche: Jacobsmuschel Ceviche, Linsen mit Steinpilzschaum, Macron mit Leber
Hummer, gebratenen Blumenkohl, Habanero (Chili), Sellerie und Zitrus
Tatar vom Rind, mit Haselnussschaum und Beurre blanc.
Label Rouge Maishuhn, Ponzu und gegrillter Lauch
Essenz vom Hirschkalb, Wintertrüffel, Wintergemüse
Sorbet vom Sanddorn
Hirschkalb, Schwarzwurzel, Sauce Riche, Topinambur,
Berliner. Tahiti Vanille
Luftschokolade, Blutorange

Kochen am eigenen Herd

Rückblick auf das kulinarisches Jahr 2019

Amuse Bouche : Sauerteigbrot, Tomaten, Wildkräuter, Olivenöl
gebratenen Spargel, Wildkräuter aus dem eigenen Garten.
Garnelensuppe
Heilbutt mit Gemüse
Trou Normand
Lammfilet, Rösti, Kohlröschen
Mont-d’Or
Dialog von Früchten

Voit – Kassel 2019-07

Bei herrlichen Sommerwetter ein Menü der Extraklasse auf dem „Bürgersteig“  vor dem Restaurant. Sven Wolf und seine Mannschaft in Küche und Service werden immer besser.  Mein Fazit vom März des Jahres hat weiterhin Gültigkeit.

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Zum Auftakt selbst gebackene Brötchen sowie Kräuterquark und Rote Bete Creme. 

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Amuse Gueule: Zander, Tomaten Gel. Beef Tee. Taube auf Tabioca Cracker.

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Amuse Gueule: Wolfsbarsch, Gurke, Avocado Creme, mit eine Sud aus Gurke Apfel und Dill. Fast schon ein zusätzlicher Gang.

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Kalbsherz, junge Kartoffeln, Sauerampfer Püree, Radieschen, Parmesan Schaum. Ich liebe Innereien und das war genau nach meinem Geschmack. Das Ragout vom Kalbsherz war Sous Vide gegart und passte ausgezeichnet Parmesan Schaum.

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Hummer, nur leicht temperiert auf einer Scheibe Wassermelone mit Honig glasiert. Die Scheren als Tatar mit Melonenstückchen angerichtet. Mai Rüben und Rettich bringen zusätzliche Frische und Biss. Eine kalte Dashi-Panzu Sauce mit einem leichtem Umami Geschmack rundet das Gericht ab.

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Weißer Heilbutt, gebraten auf einer weißen Buttersoße. Dazu Karottennudeln gewürzt mit Holunderblütenessig sowie Karottenmousse und wilden Spargel.  Ein absolut stimmiger Gang.

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Sorbet, Sandorn auf Dillöl. Gehört zum Standardprogramm.

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Rücken vom Rehbock Sous Vide gegart und kurz gebraten. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Röstaromen gewünscht, ansonsten perfekt gegart. Dazu Spitzkohl, Blaubeeren und Morcheln. Optimal dazu die Sauce Riche (Rehsauce gebunden mit Gänsestopfleber).

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Erdbeeren: als Frucht und Baiser dazu Stachelbeeren, Kaffee Eis und Kefir Espuma.

Sosein – Heroldsberg

Menü „Blühen & Sprießen“ im Restaurant Sosein zu Heroldsberg bei Nürnberg am 26.06.2019.

„Ins Land der Franken fahren“.

An zwei Tagen 2 Restaurants und 4 Sterne. Zuerst das Sosein, es ist unsere erster Besuch, und ein Tag später das Essigbrätlein, dies Haus besuchen wir bereits seit über 10 Jahren. Beide bekannt für ihre saisonale und regionale Küche. Bei beiden sind die Gemüsege-richte prägend.
Von Nürnberg sind es ca. 10 Kilometer bis in die ländliche Marktgemeinde Heroldsberg. Hier in der Hauptstraße Nr. .. steht ein renoviertes Fachwerkhaus. „Landgasthof Schwarzer Adler seit 1530“ steht an der Fassade und spricht von einer langen kulinarischen Tradition. Erst beim näheren Hinsehen ist ein kleiner Hinweis für das „Neue“ erkennbar. Punkt 19.00 Uhr wird auf ein klingeln hin die Tür geöffnet, wird von der Mannschaft begrüßt und in den Gastraum geführt. Es geht einige Stufen nach unten in einen Gewölbekeller. Draußen knapp 37° innen angenehme 23°. Von 16 Plätzen sind 10 belegt. Mit fünf kleine „Häppchen“ beginnt kurz nach 19.00 beginnt der Abend mit dem „Prolog“.

01 Restaurant Sosein

Eingang

02 Saibling

Saibling: Auf Soja Sauce mit Ingwer. Einmal Filet (oben) und einmal Buch (unten)

03 Döner

Döhner: Viel „Grünzeug“ gewürzt mit Sumach.

04 Saiblingsleber

Leber vom Saibling: mit Molke und Schnittlauch. Hier wird das Prinzip von Felix Schneider und seiner Mannschaft sehr deutlich aufgezeigt. Verwertung des ganzen Tieres bzw. hier des Fisches. Ein Höhepunkt im Menü.

05 Mangalitzer Wollschwein

Bauchfett. Bauchfett vom Mangalitzer Wollschwein. Auch so ein Gang wo es heißt, alles wird verwertet. Das Fett wahrscheinlich Sous Vide gegart, exzellent gewürzt und zum Schluss abgeflämmt. Als Zugabe ein sehr scharfer Dipp. Basis ist bildet das Fruchtfleisch einer Zuckermelone, gewürzt mit Chili und Szechuanpfeffer.

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„Schinkenplatte“: Zusammen mit einem hervorragend gegarten Brot wird zum Abschluss des Prologes verschiedene Sorten Schinken und Käse serviert. Besonders der gekochte Schinken konnte gefallen.

Dieser Einstieg war gekonnt ausgesucht und gelungen.  

06 Salatstrünke

Salatstrünke:Das eigentliche Menü begann mit marinierten Salatstrünken, Kräutern, Blüten und gekochtem Rahm. Dieser Gang erinnerte uns ein wenig an unseren Besuch bei Michael und Sébastian Bras im Jahre 2015. Bras nennt sein Gang Gargouillou. Bei solchen gelungen Gängen könnte man glatt Vegetarier werden.

07 Forelle blau

„Forelle blau“ Der Fisch wird speziell nach der Ike Jime-Methode geschlachtet und zart gereift. Danach wird der Fisch für drei Stunden, mit der Haut nach unten, in eine Apfelessigbeize gelegt und kurz vor dem Servieren kurz geflämmt. Der Fisch mit feinem klarem Geschmack wurde nur mit Lauchöl und rohen Lauchringen serviert.

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Junges Gemüse: Was andere beim pikieren wegwerfen, wird hier verarbeitet. Karotten, Lauch, Fenchel, Blumenkohl etc. alles im Miniformat wurde zu einem wohlschmeckend ganzes verschmolzen.

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Waller: In der eigenen Dashi Brühe serviert, abgedeckt mit geraspelten „Bottarga“ vom Hecht. Austern -und Chrysanthemenblätter waren nicht nur Dekoration, sondern ergänzten diesen Gang.

10 Lamm

Lamm:  Scheiben von der Oberschale, Niere und Zucchiniblüte, dazu ein schlichter Lammsud.  Perfekt.

11 Erdbeere

Mieze Schindler Erdbeere: Die besten Erdbeeren die ich bisher gegessen habe. Dazu ein Agastachen Minzeeis auf einer Creme und Honig. Kastanie?

12 Fichte, Blaubeere

Fichte, Blaubeere: Es ging in Wald und Flur. Wohlschmeckend und der Magen wurde ein wenig beruhigt. Warum?  Siehe Fazit.

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Ausgezogene: Zum Abschluss keine Petit Fours wie sonst üblich sondern mit den fränkisch Ausgezogenen oder auch Knieküchle genannt, ein Produkt aus der Region.

Fazit: Jeder einzelne Gang für sich stimmig und wohlschmeckend. Im Ganzen war aber das Menü ein wenig saurelastig. Auch die Getränkebegleitung ging doch stark in Richtung Säure. Ein gelungener Abend. Höhepunkte des Menüs die Saiblingsleber in Molke und das junge Gemüse.