Am Montagabend hatten viele Restaurants geschlossen – darunter auch das Sternerestaurant Comme chez Soi. Andere machten noch Betriebsferien oder lagen zu weit von meinem Hotel entfernt. Schließlich wählte ich das Aux Armes de Bruxelles, ein legendäres Traditionshaus im historischen Herzen Brüssels. Den Hinweg ging ich zu Fuß, zurück nahm ich ein Taxi.
Die Brasserie, 1921 gegründet, steht im Viertel Ilôt Sacré, nur wenige Schritte von der Grand-Place entfernt, und gilt als echte Brüsseler Institution. Ich wollte Austern, Muscheln und ein gutes Steak mit Pommes – also genau die Klassiker, für die Brüssel berühmt ist.
Ich hatte reserviert und wurde herzlich empfangen. Von meinem Platz aus blickte ich in einen der beiden Gasträume. Der Abend begann mit leisem Stimmengewirr, an den Tischen herrschte konzentrierte Gelassenheit. Gäste aus nah und fern genossen den Moment, bevor die Kellner mit routinierter, aber aufmerksamer Präsenz erschienen.
Auf einen Aperitif verzichtete ich und bestellte zunächst drei Austern und ein Glas Muscadet sur Lie. Beides kam nach angenehmer Wartezeit in perfekter Temperatur auf den Tisch. Dazu reichte man Baguette und Salzbutter.
Nach den Austern folgte eine dampfende Schüssel Muscheln in Weißwein-Sauce. Die Muscheln zeigten sofort ihren salzigen Charakter, gepaart mit der feinen Säure des Weins. Dazu gab es ein weiteres Glas Muscadet sur Lie. Vor vielen Jahren hatte ich in Brüssel gelernt, wie man Muscheln isst: ganz einfach mit der Hand. Die erste Muschel löst man für den ersten Bissen ausnahmsweise mit einer Gabel. Die leere Doppelschale dient dann als kleine Zange. Mit dieser „Schalenzange“ zieht man die nächsten Muscheln mit einer leichten Drehung heraus.
Als Hauptgericht kam ein zartes Steak, medium rare, mit einer großzügigen Portion Pommes Frites. Das Fleisch war leicht marmoriert, sämig im Kern und außen fein angegrillt. Dazu gab es einen kleinen Salat und eine gefüllte Tomate. Die Pommes waren außen extrem knusprig, innen wunderbar weich und luftig – so, wie man sie in Belgien erwartet.
Dazu trank ich eine 0,375-l-Flasche Rotwein aus Saint-Émilion.
Zum Abschluss ein Klassiker der französischen Küche: Crêpes Suzette mit einer Kugel Vanilleeis. Der Kellner bereitete das Dessert gekonnt am Tisch zu.
Fazit: Ein schöner, ruhiger Abend in angenehmem Ambiente. Es müssen nicht immer Sterne über dem Restaurant schweben.
Drei Tage Brüssel – das klingt nach einer ordentlichen Portion Hauptstadt. Doch zwei davon gingen fast vollständig für An- und Abreise drauf. Übrig blieben zwei Übernachtungen, ein voller Tag mit Programm und eine Einladung in der belgischen Hauptstadt. Viel war das nicht, aber genug, um einen ersten Eindruck von Brüssel zu gewinnen.
Die Anreise mit der Deutschen Bahn begann entspannt. Von Kassel ging es nach Frankfurt, dann direkt weiter nach Brüssel Nord. Fast wären wir pünktlich angekommen – doch in Köln stürmten Rucksacktouristen ohne Sitzplatzreservierung die Abteile. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis alle entweder einen Platz gefunden hatten oder den Zug wieder verließen.
Nach dem Einchecken im Motel ONE blieb Zeit für einen ersten Spaziergang durch die Stadt. Brüssel wirkt geschäftig und zugleich gemütlich: prächtige Fassaden säumen enge Straßen, dazwischen reihen sich Cafés – und überall locken belgische Schokolade und Waffeln.
Zum Abendessen ging es ins Restaurant Aux Armes de Bruxelles. Dazu folgt ein eigener Bericht.
Am nächsten Morgen gab es in der nahen Patisserie Paul ein kleines Frühstück: Croissants, Pain au chocolat und Pain aux raisins, dazu einen Cappuccino.
Vor dem offiziellen Termin blieb noch Zeit, die Stadt auf sich wirken zu lassen. Der Weg führte an der Kathedrale St. Michael und St. Gudula sowie am Parc de la statue roi Baudouin vorbei. Zunächst ging es zur Noordzee, einem Bistro und Fischladen am Rand des Grand-Place. Dort bestellte ich eine Portion Austern.
Der Ablauf dort ist unkompliziert. Man bestellt und bezahlt direkt am Tresen. Sobald das Essen fertig ist, rufen die Mitarbeiter den Namen laut über den Platz. Gegessen wird anschließend an hohen Stehtischen unter freiem Himmel, am besten mit einem Glas kühlem Weißwein.
Gerade rund um den Grand-Place zeigte sich Brüssel von seiner schönsten Seite. Die historische Kulisse ist wirklich beeindruckend, auch wenn natürlich viele Besucher unterwegs waren. Ein Stadtrundgang macht hungrig. Zum Glück fand ich in der Nähe des Grand-Place ein japanisches Restaurant. Es gab Sake, frisches Sashimi und leckeres Sushi – genau das Richtige nach einem langen Spaziergang.
Am Abend ging es zur Einladung in die Hessische Landesvertretung in Brüssel. Sie rundete den Tag ab. Seit einigen Jahren bekomme ich diese Einladung und nutze sie. Rund 350 Gäste waren an diesem Dienstagabend in die Hessische Landesvertretung in Brüssel gekommen. Ministerpräsident Rhein und Europaminister Pentz, beide CDU, warben dort für ein „starkes und geeintes Europa“.
Besonders Ministerpräsident Boris Rhein sprach sich in seiner Rede für eine starke europäische Verteidigungsfähigkeit aus. Deutschland und Europa müssten angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen handlungsfähig sein, sagte Rhein. „Das große Versprechen Europas ist ein Leben in Frieden und Freiheit. Gerade in Zeiten multipler Bedrohungen müssen wir unsere Freiheit selbst sichern und dafür mehr Resilienz, mehr Sicherheit und eine starke Industrie schaffen“, so Boris Rhein.
Bei kleinen Häppchen aus den hessischen Regionen, Wein aus hessischen Weingütern und interessanten Gesprächen verging die Zeit schnell.
Auf der Rückreise wurde noch ein Zwischenstopp in Köln eingelegt. Das gab der kurzen Reise einen zusätzlichen Höhepunkt: Nach Brüssels internationalem Flair ging es noch für einige Stunden in die Domstadt, bevor schließlich die Heimreise anstand. (Siehe separaten Bericht)
Für eine ausführliche Stadterkundung in Brüssel blieb zwar kaum Raum. Aber gerade die Mischung aus Programm, Begegnungen und kleinen Momenten dazwischen machte den Aufenthalt abwechslungsreich.
Ein Aufenthalt der besonderen Art. Eine Gasstätte Mitten im Ort gelegen wie so viele in Deutschland. Die meisten dieser Gaststätten bieten aber meistens nur Speis und Trank aus der Gefriertruhe oder servieren für viel Geld Convenience -Produkten an.
Dieses Haus ist aus der Art geschlagen. Weine, Restaurant und Hotel unter einem Dach. Diese Reihenfolge ist vom Haus Keller wahrscheinlich auch bewusst gewählt. In erster Linie ein Weingut mit nationaler und internationaler Bedeutung. Dann eine örtliche Gaststätte, aus der im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ein anerkanntes Restaurant wurde und da man nach dem Weingenuss nicht mehr aus dem Haus muss, gibt es auch entsprechende Zimmer. Seit 1969 leuchten die Sterne des Guide Michelin über dem Haus. Mit einer Ausnahme.
1969: Erster Michelin-Stern unter Irma Keller.
1974–1976: Das Restaurant hielt unter Franz Keller jun. zwei Sterne
2020: Der Stern wurde nicht mehr vergeben.
2021: Ein Jahr später bekam man wieder den Stern
Hat man sich zu einem Besuch im Schwarzen Adler durchgerungen, sollte man folgendes beachten:
Natürlich einen Tisch bestellen und gleichzeitig auch ein Zimmer reservieren. Die Weinkarte im Internet herunterladen und aufmerksam studieren. Es ist fast unmöglich diesen dicken Wälzer am Tisch in Ruhe durchzulesen. Auch sollte man die Speisekarte im Internet lesen. Man wird, so wie wir, einen unvergesslichen Abend erleben. Besser wäre es vielleicht, dieses Vergnügen auf den Mittag legen und dann im Sommer auf dem Freisitz zu speisen.
Zuerst wird aber die berühmte WM-Ecke angesehen. Der Patenonkel von Fritz Keller ist ja Fritz Walter. Er feierte mit der Nationalmannschaft 1954 den WM-Sieg im Restaurant Schwarzer Adler in Oberbergen
Das Menü umfasst fünf bis sieben Gänge. Zu jedem Gang gibt es einen passenden Wein. À la carte stehen drei Vorspeisen oder Zwischengänge, zwei Hauptgerichte, ein Käsegang und Desserts zur Wahl. Für zwei Personen gibt es Spezialitäten wie Bresse-Huhn von Odefey & Töchter oder Huhn in der Blase.
Wir wählen sechs Gänge von der Karte, lassen den Käsegang aus und teilen uns die ersten beiden. Schließlich wissen wir, was die nächsten drei Tage bringen.
Zum Start trinken wir ein Glas Grande Cuvée aus dem Hause Keller, 0,1 Liter. Dazu kommt eine Scheibe Ententerrine. Brot und Butter folgen rasch. Vorab knabbern wir an Blätterteigstangen.
Der Frühling meldet sich auf dem Teller. Gebeizter Wolfsbarsch, hauchdünn geschnitten und kunstvoll angerichtet, trifft auf knackige Mairübchen und die sanft pfeffrige Frische der Brunnenkresse. Die Sauce verbindet alles. Chorizo-Öl bringt würzige Tiefe. Ein Frühlingsgruß, der die Sinne weckt und das Menü eröffnet.
Der zweite Gang vereint die feinen Aromen der blauen Garnele mit der Würze einer Café-de-Paris-Butter. Gewürfelter Kalbskopf bringt eine herzhafte Note ein, Hechtklößchen eine leichte fischige Nuance. Frische grüne Erbsen setzen farbliche Akzente und sorgen für angenehm süße Frische. Zusammen ergibt das eine stimmige Komposition. Dazu kommt ein Weißburgunder „Scherben“ 2022 vom Weingut am Klotz im Markgräflerland. Der Wein überzeugt mit feiner Säure und einer dezent zitronigen Frucht.
Der Seeteufel ist fest im Biss und zugleich wunderbar zart. Grüne Oliven, Dal-Linsen und Joghurt begleiten ihn. Seine besondere Textur bringt den Geschmack des Meeres klar zur Geltung, ohne an Saftigkeit zu verlieren. Die Oliven und Linsen setzen einen angenehmen Kontrast. Ihre weiche Konsistenz harmoniert mit der Bissfestigkeit des Fisches. Der Joghurt fügt eine frische, cremige Note hinzu. Das Gericht verbindet unterschiedliche Elemente zu einem ausgewogenen Geschmackserlebnis. Dazu passt ein Château Carbonnieux blanc 2013, ein würziger, leuchtender Weißwein mit intensiven Pfirsichnoten und mineralischem Charakter. Vollmundig und lebendig durch seine frische Säure.
Das Kalbsbries ist für mich der Höhepunkt des Menüs. Zart und fein fängt es die Frische des Frühlings perfekt ein. Frische Morcheln und knackiger grüner Spargel ergänzen das Gericht mit erdigen und grünen Aromen. Eine mit Vin Jaune verfeinerte Sauce gibt dem Ganzen nussige Tiefe und rundet die Aromen harmonisch ab. Dazu wird ein Grauburgunder Selection „A“ 2002 vom eigenen Weingut serviert. Der Wein zeigt sich komplex und tiefgründig, mit kaum noch spürbarer Säure. Sein Charakter erinnert an Sherry und macht die Kombination mit dem Kalbsbries und der delikaten Sauce zu einem unvergesslichen Genuss. Ein Frühlingsgruß auf dem Teller und im Glas.
Der nächste Gang, Wachtel aus Challans im Blätterteig, wirkt dagegen etwas schwer. Das Fleisch ist zwar perfekt gegart, doch der Teig überdeckt die feine Zartheit. Bärlauch, Kohlrabi und Shiitake begleiten das Gericht. Ein Château Nenin 1992 rundet es ab. Er hat eine brillante Farbe und entfaltet ein fruchtig-frisches, blumiges Bouquet.
Auf den Käsegang verzichten wir. Wir wissen ja, was in den nächsten Tagen auf uns zukommen soll.
Statt der Gariguette-Erdbeere wählen wir aus dem À-la-carte-Programm Tarte Tatin flambée mit Vanilleeis und Calvados. Ich bekenne: Normandie-Fan; deshalb die Tarte Tatin – flambiert, mit Calvados.
Ein Gläschen Calvados und ein Espresso runden den süßen Abschluss eines Menüs ab, das nach meiner Auffassung knapp unterhalb des zweiten Sternes steht. 7.6 von 10
Das Hotel Nassauer Hof, das Sterne-Restaurant „Ente“ und das Entenbistro gehören untrennbar zusammen und werden oft in einem Atemzug genannt. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass das Hotel noch ein weiteres, durchaus bemerkenswertes Restaurant bietet: die Orangerie. Hier lohnt es sich, die Küche zu entdecken, die eine echte Alternative darstellt. Zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen serviert die Orangerie eine abwechslungsreiche Auswahl, die regionale und internationale Klassiker modern interpretiert. Gäste speisen entweder im lichtdurchfluteten Rondell mit raumhohen Fenstern oder, bei schönem Wetter, auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf Stadtpark und Kurhaus.
Bevor wir mit dem Speisen beginnen, verdient das Servicepersonal besondere Anerkennung – allen voran Gauthier Bührer. Mit Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Kompetenz sorgt er dafür, dass wir willkommen und bestens umsorgt fühlten. Sein Lächeln macht den Aufenthalt in der Orangerie zu einem rundum angenehmen Erlebnis.
Nun zu den Speisen.
Schnell kamen Brot, Butter und Olivenöl auf den Tisch. Dazu ein Glas gut gekühlter, perlender Bollinger Rosé Champagner.
Das zarte Carpaccio vom Carabinero überraschte mit frischem, intensivem Geschmack. Zusammen mit dem Kaviartoast entstand eine harmonische Symphonie der Meeresaromen, veredelt durch die luxuriöse Safrancreme. Das Wachtel-Ei krönte das Gericht, während das feine Krustentieröl ihm Tiefe verlieh.
Die perfekt gebratene Jakobsmuschel ruhte auf cremigem Piemonteser Risotto, umgeben von aromatischem Bouillabaissefond. Buntes Gemüse ergänzte das Gericht farblich und geschmacklich, während die Aioli den Gang abrundete.
3. Gang: Filet von der Bodensee-Färse, Süßkartoffel, Feige, Szechuanpfeffer, Kokos-Ponzusoße
Das zarte, medium rare servierte Filet der Bodensee-Färse überzeugte mit seiner Qualität. Die Süßkartoffel und die süße Feige schufen ein harmonisches Zusammenspiel, während der Szechuanpfeffer eine pikante Schärfe beisteuerte.
4. Gang: Roquefort, Brie de Meaux, Reblochon, Bergkäse, Feigensenf, Früchtebrot
Eine erlesene Käseauswahl bildete den vierten Gang. Feigensenf und Früchtebrot setzten geschmackvolle Akzente und rundeten das Erlebnis ab.
Das Yuzu Delice bestach durch fruchtige Frische, während weiße Schokolade und knusprige Pistazien eine harmonische Textur boten. Der zitronen-pfeffrige Kaviar überraschte mit Würze, und das erfrischende Yuzu-Sorbet setzte den perfekten Schlusspunkt.
Die Gänge 2 bis 5 wurden auf Wunsch geteilt.
Ein Weißburgunder vom Weingut St. Antony und ein Spätburgunder von Robert König begleiteten das Menü und intensivierten das Geschmackserlebnis.
Zum Abschluss gab es Espresso, begleitet von einem Wildkirsch Nr. 1 von Ziegler – ein Hauch von Nostalgie schwang mit.
Im Herzen von Wiesbaden, im renommierten Nassauer Hof, liegt das Restaurant „Ente“, seit Jahrzehnten eine Institution der Kulinarik. Hier entsteht nicht bloß Essen, sondern Kunst. Wer erinnert sich z.B. noch an „Dialog von Früchten“. Die Verbindung von Tradition und Offenheit für moderne Einflüsse macht die „Ente“ zu einem besonderen Ziel für Feinschmecker.
Seit 1980 trägt das Restaurant ununterbrochen einen Stern im Guide Michelin – ein Beweis für die Qualität der Speisen und die Leidenschaft, die in jedem Gericht steckt. Küchenchefs wie Hans-Peter Wodarz, Herbert Langendorf, Gerd M. Eis und der heutige Chef Michael Kammermeier haben der „Ente“ ihren Stempel aufgedrückt und sie geprägt.
Michael Kammermeier, der seit 2006 die Küche führt, hat das Restaurant mit Hingabe und höchsten Ansprüchen weiterentwickelt. Unter seiner Leitung verbindet die „Ente“ Tradition mit neuer Innovation. Seine Kreationen begeistern die Sinne und zeigen Kreativität und Feinsinn. Im August 2023 übernahm Jimmy Ledemazel die Rolle des Restaurantchefs. Mit Erfahrung und Enthusiasmus bringt er frische Impulse und bereichert das kulinarische Angebot.
Auch das Ambiente beeindruckt: Die stilvolle Einrichtung und die elegante Treppe, die die beiden Ebenen des Gastraums verbindet, schaffen eine exklusive Atmosphäre.
Bei unseren Besuchen in der „Ente“ haben wir uns in den letzten Jahren durch die Köstlichkeiten probiert – ob à la carte, das Entenmenü oder das opulente 7-Gang-Menü. Dieses Mal fiel unsere Wahl auf ein ganz besonderes Gericht:
Die Barbarie-Maisente „Prince de Dombes Jean Claude Miéral“.
Dieses Gericht für zwei Personen wird in drei Gängen serviert. Die Ente wird am Tisch präsentiert und anschließend tranchiert.
Zum Auftakt gab es kleine Amuse-Bouches und auf meinen besonderen Wunsch eine „Escalope“ von der Leber mit gebratenem Pfirsich. Dazu genossen wir einen 2023er Grauburgunder vom Weingut Kopp.
Der erste Gang: ein Brustteil, halbiert und in einer raffinierten Sauce serviert. Dazu frisches Gemüse und knusprige Beilagen. Das Gemüse – eine bissfeste Spitzkohlroulade – unterstreicht den vollmundigen Geschmack der Ente, die durch artgerechte Aufzucht und sorgfältige Zubereitung überzeugt.
Nach angemessener Pause folgte der zweite Gang: das zweite Brustteil. Außen knusprig, innen saftig – die Qualität blieb makellos. Als Beilagen gab es wilden Brokkoli, Wirsingblätter, Pfifferlinge und einen kleinen Knödel.
Der dritte Gang brachte die Keulen, zart und saftig, das Fleisch löste sich mühelos vom Knochen. Schwarze Trüffelscheiben veredelten diesen großartigen Abschluss.
Mit einem feinen Rotwein wurde das Gericht zum unvergesslichen Erlebnis. Gemeinsam mit dem Sommelière Sebastian Schupp wählten wir eine Flasche Spätburgunder Cuvée Max trocken, Jahrgang 2014, vom Weingut August Kesseler. Der Wein überzeugte mit reifen Beerennoten, mineralischer Tiefe und kräutriger Würze.
Zum krönenden Abschluss genossen wir das Dessert: die „kalte Ente“. Diese kreative Nachspeise überraschte mit Leichtigkeit und Frische. Sie rundete das Menü harmonisch ab. Besonders amüsant: das Sorbet in Entenform. Zum Schluss gab es noch Süßigkeiten – teils ebenfalls in Entenform –, Espresso und eine 2019er Mirabelle vom Guglhof.
Fazit: Dieses Menü ist nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern auch ein Abend voller Genuss und Geselligkeit. Die geschmorte Barbarie-Maisente „Prince de Dombes“ bleibt unvergesslich. Hier speist man nicht nur hervorragend, sondern genießt auch die Zeit in einem besonderen Rahmen. Die Kombination aus exzellenter Küche, erstklassigem Service und stilvollem Ambiente macht die „Ente“ zu einem Erlebnis, das lange nachhallt.
Nach über 35 Jahren der kulinarischen Prägung im Herzen von Vire hat Michael Wahl mit seinem Restaurant „Vrai Normand“ nicht nur die Geschmäcker der Region, sondern auch die Herzen der Gäste erobert. Seit Februar 2015 trägt das Haus stolz den Titel „Maître Restaurateur“, ein Zeichen für hohe Gastronomie und echte Leidenschaft. Hier setzt man konsequent auf regionale und saisonale Küche – ein Konzept, das wir immer wieder gerne aufs Neue erleben.
Die Atmosphäre im Restaurant ist durchweg einladend. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Valerie Wahl, der charmanten Gastgeberin, und ihrem aufmerksamen Team wie alte Freunde empfangen. Man erkennt sich sofort wieder und diese persönliche Note macht das Restaurant zu einem ganz besonderen Ort. Das ist es, was uns immer wieder zurückkommen lässt!
Neben einer umfangreichen à la carte-Auswahl bietet das Vrai Normand zwei Menüs für 34,50 € bzw. 45 € an, sowie ein Kindermenü für 14,50 €. Unsere Wahl fiel auf einige regionale Klassiker: Andouille de Vire, den Käse der Normandie und die berühmte Apfeltarte. Diese Gerichte zelebrieren die kulinarische Vielfalt der Region.
Allerdings muss ich gestehen, dass der Abend diesmal nicht ganz das gewohnte Niveau erreichte.
Wir starteten mit Schnecken nach Burgunder Art, gratiniert mit einer köstlichen Kräuterbutter. Diese Vorspeise war wirklich gelungen – aromatisch und perfekt, um mit etwas frischem Baguette getunkt zu werden. Ein gelungener Auftakt, könnte man sagen!
Als Hauptgericht wählten wir die Spezialität der Stadt: die Andouille de Vire. Ich entschied mich für die warme Wurst mit Porree, während Irmtraud die Version mit Ananas-Chutney und Cidre-Sauce probierte. Beide Gerichte waren solide, doch der gewisse „Wow-Faktor“ fehlte dieses Mal. Das Anrichten war leider nicht ganz überzeugend – und das habe ich bei früheren Besuchen ganz anders erlebt.
Auch das Apfelsorbet mit Calvados, (Trou Normand) konnte uns nicht ganz überzeugen. Es hatte einige Eiskristalle, und die Cremigkeit, die wir so schätzten, fehlte dieses Mal.
Der Käse aus der Normandie war jedoch wie gewohnt ein Genuss, und die Apfeltarte mit Caramelleis bildete den Abschluss unseres Essens.
Zum Ausklang gönnten wir uns noch einen Café Noire, mit drei kleinen Süßigkeiten sowie einen Schluck Calvados.
Fazit: Trotz kleiner Mängel bleibt das Vrai Normand für uns ein kulinarisches Juwel. Vielleicht war es nur ein Ausrutscher. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um zu sehen, ob das Restaurant an einem anderen Abend sein volles Potenzial entfaltet. Schließlich gehört es zu unseren Traditionen, neue Geschmäcker zu entdecken und alte Bekanntschaften zu pflegen – und genau das macht den Charme dieses Ortes aus!
Wir leben und wohnen in einer kulinarischen Diaspora. Wollen wir in einem mit Michelin Sternen ausgezeichnetem Restaurant speisen, müssen wir immer weit fahren und dann natürlich auch übernachten. Bei unseren Reisen wird anhand von Michelin unsere Restaurantbesuche geplant. Bei unserem Berlinaufenthalt Anfang Juli 2024 kamen für uns 2 Restaurants in Frage. Nobelhart & schmutzig oder Tulus Totrek. Andere Sterne Restaurants in Berlin, wie Facil, Tim Raue oder Rutz hatten wir in den vergangenen Jahren bereits besucht. Ausschlaggebend letztendlich war eine interessante Werbung von Max Strohe und „Big Ben“ über ein Treffen der beiden im Restaurant Jörg Müller Westerland Sylt.
Die Taxifahrt von unserem Hotel in Berlin Stadtmitte zum Restaurant in Kreuzberg kostete mit Trinkgeld 18€. Bevor man die schönen Altbau Räume betritt, ist eine kleine begrünte Terrasse vorgelagert. Bedingt durch das Wetter konnte man diese leider nicht benutzen.
Beim Betreten des Restaurants wird man von viel Holz, einem Urwald an der Wand und viel Gemütlichkeit empfangen. Basis für einen schönen Abend verspricht auch das junge und ausgesprochen herzliche Serviceteam. Auf dem blanken Holztisch ist unser Namen mit Kreide aufgetragen. Zur Auswahl stehen 2 Menüs. Einmal klassisch mit Fisch und Fleisch und einmal ein vegetarisches Menü. Außerdem gibt es noch einige a la carte Gerichte, die man nachbestellen kann, sollte man nicht satt werden. Dazu gibt es hochwertige und bestens abgestimmte Weine, die man zum Menü genießen kann. Wir verzichteten allerdings auf die vorgeschlagene Weinbegleitung und besprachen mit Sommelière Felix Fuchs unsere ganz eigene Weinwünsche. Wir wollten mit unserer Weinauswahl in Deutschland bleiben und Felix Fuchs hat mit großen Wissen immer die passenden Weine serviert.
Fazit: es war ein höchst vergnüglicher Abend zudem nicht nur die Küche, sondern auch der Service in erheblichem Maße beigetragen hat. Man agierte äußerst locker und mit großer Begeisterung. Nichts wirkte aufgesetzt. Nicht nur die Wandtapete hat Dschungel Kulinarik Motiven, sondern auch die lässige Kleidung der Servicekräfte ziert diese Motive. Kein Gericht war enttäuschend. Hervorzuheben ist die soufflierte Poulardenbrust so wie das Kalbsbries. Ein sehr interessanter Abend mit angenehmen Essen und ausgezeichneten Service.
Nach dem Frühstück wurden „kleine“ Bereiche von Barcelona erkundet. Mit Bus, Metro und natürlich zu Fuß. Meine Uhr zeigte mir am Abend 21.5 km zurück gelegte Fußstrecke an und dass trotz Kniebeschwerden. Altstadt, das Meer, Montjuïc, aufwärts mit der Standseilbahn, abwärts über Rolltreppen. Bevor es zum verspäteten Mittagessen ging, durfte eine Besichtigung der Sagrada Família von Antoni Gaudi nicht fehlen. Wir hatten Glück, meistens strahlend blauer Himmel und um die 18°. Abends wurde es merklich kühler.
Kurztrip nach Barcelona. Es war schon anstrengend, dieser Aufenthalt in Barcelona. Es war eine Einladung beziehungsweise Geschenk von Tochter und Schwiegersohn zu meinen 75. Geburtstag.
Samstagmittag holten die beiden mit dem Auto mich ab und es ging in Richtung Flughafen Aachen Maastricht. Pünktlich um 17:30 Uhr stieg die Maschine in Richtung Barcelona in den Himmel und wir landeten nach zirka 1 Stunde 45 Minuten. Weitere 20 Minuten benötigten wir, bis nach dem Auschecken die Metrostation erreicht wurde. 45 Minuten benötigte die Metro vom Flughafen, inklusiv einmal Umsteigen, bis zur Nähe unseres Hotels. Schnell einchecken und jetzt ging die circa 600 Meter in die Altstadt von Barcelona in das Restaurant RAO.
Hier hatte Dirk für 21:30 Uhr den Tisch bestellt. Und tatsächlich mit nur 5 Minuten Verspätung erreichten wir das Restaurant. Sehr freundlicher Empfang und wir wurden an den Tisch begleitet. Kurze Zeit später kam die Speisekarte und wir bestellten auf Wunsch meiner Tochter zuerst einmal eine Flasche Cava. Bei der Bestellung wurde uns empfohlen, dass jeder mindestens 2 Teller bestellen sollte. Man möchte beachten, dass die Portionen mittelgroß sind und das Konzept darin besteht, alles zu teilen. Für uns also insgesamt 6 Teller zum Schluss waren es dann doch 9 Teller.
Sehr entspanntes Ambiente, das Essen sehr gut, alles war auf den Punkt gegart. Das Personal sehr kompetent . Das einzige Manko, die ersten Speisen(Tapas) kamen viel zu schnell nacheinander auf den Tisch. Nach einer kleinen Reklamation hat es sich dann freundlicherweise gebessert. Sehr süffiger Cava und Weißwein. Besser hätte der erste Abend in Barcelona nicht laufen können.
Kurz nach Mitternacht machten wir uns auf den kurzen Weg ins Hotel.
Brot, Tomate, natives Olivenöl extra und Salz
IBERISCHER SCHINKEN aus Eichelmast
GEGRILLTER OKTOPUS, cremige Maiskolben und Chimichurri-Sauce
CEVICHE RAÓ, Wolfsbarsch mariniert in Tigermilch, Süßkartoffelchips und Sellerie-Limetten-Sorbet
STEINBUTT DONOSTIARRA, Gebackener Steinbutt mit geröstetem Gemüse
IBERISCHE WANGE , Bei niedriger Temperatur gegart, Demi-Glace mit Pedro Ximénez, cremiger Polenta und einem Hauch Gremolata
ENTENBRUST, aus Freilandhaltung, karamellisierte Zwiebelreduktion und Erbsen
LAMM, bei niedriger Temperatur gekocht, Joghurt-Minz-Gurken-Sauce
Vire Normandie hat eine neues Gourmetrestaurant. Aus Chez Maman wurde im Oktober 2021 das L’Atelier du goût. Mitten in der Pandemie hatten zwei junge Kochkollegen den Mut ein neues Abenteuer zu beginnen.
Clément Gosselet und Jordan Lebascle, hatten diesen Mut. Neben der Ausbildung zum Koch hatten beide zum Schluss interessante Arbeitgeber. Der eine, Clément Gosselet, im Manoir de la Pommeraie in Vire der zweite, Jordan Lebascle, bei Ivan Vautier in Caen. La Pommeraie mit BIB-Auszeichnung, Ivan Vautier mit 1 Stern.
Bereits im vergangenem Jahr(Juni 22) wollte ich das Haus besuchen, aber ohne Reservierung nicht möglich.
Das Restaurant hat im Speisesaal dreißig Sitzplätze, diese lassen sich erweitern durch Plätze mit einer im Sommer geöffneten Außenterrasse. In der Woche gibt es u.a. ein Mittagsmenü für 24 €. Am Abend, auch mit edlen Produkten, gibt es drei Menüs zur Auswahl von 36 € bis 62 €. Man arbeitet mit saisonalen, hochwertigen Produkten. Dabei ist die Auswahl guter lokaler Produzenten sehr wichtig
Sehr professionelle Begrüßung durch die beiden Kellnerinnen, charmant und diskret zugleich. Das Lokal war ausgebucht und dass am Freitagmittag.
Wir wählten das 4 Gang Menü für 45 € aus, dazu die Weinbegleitung, 3 Gläser 0.1l für 25 €. Zusätzlich wurde noch ein Käsegang bestellt, wir sind ja schließlich in der Normandie.
Fazit: Ein Restaurant welches nach höherem strebt. Bereits jetzt Sterneverdächtigt.
Zum Champagner bzw. Kir Normand wurden kleine Häppchen gereicht. Einmal mit Champignon, einmal mit Andouille de Vire. Als eigentliches Amuse-Bouche Variationen vom Champignon de Paris. Als Mousse, rohe gehobelte Scheiben und gerieben. Die Verbindung war eine phantastische Pilzbrühe, Umami lässt grüßen.
Das Menü begann mit grünem Spargel, Morcheln aus der Normandie und Wachtelei.
Höhepunkt des Menüs eine Variation von der Languste: Langustinen-Tartar mit einer Sauce von der Langustinen und roh als Carpaccio mit einer fein leicht säuerlich abgestimmten Vinaigrette und frischem Obst
Die Kalbsschulter 18 Stunden Sous Vide gegart, Portweinsaft, mit Orangenkarotten.
Käsegang mit den drei großen der Normandie, wie immer mit Salat.
Eine Blätterteigschnitte kunstvoll gedreht, dazu Eis mit Vanillegeschmack.