Aux Armes de Bruxelles -2026

Am Montagabend hatten viele Restaurants geschlossen – darunter auch das Sternerestaurant Comme chez Soi. Andere machten noch Betriebsferien oder lagen zu weit von meinem Hotel entfernt. Schließlich wählte ich das Aux Armes de Bruxelles, ein legendäres Traditionshaus im historischen Herzen Brüssels. Den Hinweg ging ich zu Fuß, zurück nahm ich ein Taxi.

Die Brasserie, 1921 gegründet, steht im Viertel Ilôt Sacré, nur wenige Schritte von der Grand-Place entfernt, und gilt als echte Brüsseler Institution. Ich wollte Austern, Muscheln und ein gutes Steak mit Pommes – also genau die Klassiker, für die Brüssel berühmt ist.

Ich hatte reserviert und wurde herzlich empfangen. Von meinem Platz aus blickte ich in einen der beiden Gasträume. Der Abend begann mit leisem Stimmengewirr, an den Tischen herrschte konzentrierte Gelassenheit. Gäste aus nah und fern genossen den Moment, bevor die Kellner mit routinierter, aber aufmerksamer Präsenz erschienen.

Auf einen Aperitif verzichtete ich und bestellte zunächst drei Austern und ein Glas Muscadet sur Lie. Beides kam nach angenehmer Wartezeit in perfekter Temperatur auf den Tisch. Dazu reichte man Baguette und Salzbutter.

Nach den Austern folgte eine dampfende Schüssel Muscheln in Weißwein-Sauce. Die Muscheln zeigten sofort ihren salzigen Charakter, gepaart mit der feinen Säure des Weins. Dazu gab es ein weiteres Glas Muscadet sur Lie.  Vor vielen Jahren hatte ich in Brüssel gelernt, wie man Muscheln isst: ganz einfach mit der Hand. Die erste Muschel löst man für den ersten Bissen ausnahmsweise mit einer Gabel. Die leere Doppelschale dient dann als kleine Zange. Mit dieser „Schalenzange“ zieht man die nächsten Muscheln mit einer leichten Drehung heraus.

Als Hauptgericht kam ein zartes Steak, medium rare, mit einer großzügigen Portion Pommes Frites. Das Fleisch war leicht marmoriert, sämig im Kern und außen fein angegrillt. Dazu gab es einen kleinen Salat und eine gefüllte Tomate. Die Pommes waren außen extrem knusprig, innen wunderbar weich und luftig – so, wie man sie in Belgien erwartet.

Dazu trank ich eine 0,375-l-Flasche Rotwein aus Saint-Émilion.

Zum Abschluss ein Klassiker der französischen Küche: Crêpes Suzette mit einer Kugel Vanilleeis. Der Kellner bereitete das Dessert gekonnt am Tisch zu.

Fazit: Ein schöner, ruhiger Abend in angenehmem Ambiente. Es müssen nicht immer Sterne über dem Restaurant schweben.

Tag 7 – Sylt im August 2026

Sylt Tag 7

Kaum zu glauben, aber unser Sylt-Urlaub 2026 ist tatsächlich vorbei! Diesmal waren es leider nur acht Tage auf dieser traumhaften Insel – und doch war fast alles dabei.  Wir haben die Sonne genossen, an den herrlichen Stränden entspannt und natürlich war auch ein Regentag dabei. Das wechselhafte Wetter gehört zu Sylt und macht den besonderen Reiz der Insel aus.

Kulinarisch blieben ein paar Wünsche offen. Kein Besuch im eleganten Söl’ring Hof in Rantum, auch Sansibar und Samoa standen diesmal nicht auf dem Programm. Trotzdem: Jede Mahlzeit in den anderen Restaurants war ein Genuss. Nach langer Zeit kehrten wir auch wieder in die Kupferkanne ein.

Den letzten Abend verbrachten wir wie fast immer im Hause JM. Irmtraud stieß mit einem Glas Champagner an, ich wählte den Hauscocktail. Es folgte Beef Tatar mit Reibekuchen und Crème fraîche – fein gewürzt, die Crème herrlich frisch. Danach „Dreierlei von der Gänseleber“ mit hausgebackenem Brioche und Apfelsalat.

Natürlich durften die hausgemachte Maultasche und die Lammbratwurst mit Kartoffelsalat nicht fehlen. Zum Abschluss genossen wir ein Weinbergpfirsich-Sorbet, aufgegossen mit Champagner.  Ben empfahl uns dazu einen Riesling von der Mosel und einen Rotwein von der Rhone.  Den Abend ließen wir in der Bar bei „Mo“ mit einem Zibärtle ausklingen. Der Service war wie immer erstklassig: Ben, sein Schwager Jan-Sören und natürlich die Chefin Jane Müller, die im Hintergrund leise und souverän alles lenkte.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück unter bedecktem Himmel zurück in Richtung Heimat.

Fazit: Sylt hat unsere Erwartungen wieder übertroffen. Wir nehmen wunderbare Erinnerungen mit. Nach Sylt ist vor Sylt. Bis bald, Sylt!

Tag 4 – Sylt im August 2026

Nach dem Frühstück steht eine Walking-Tour an. Bei angenehmen Temperaturen führt uns der Weg heute zum Strand. Da wir keine Fans von Strandkörben sind, machen wir es uns auf den Bänken bequem. Ein kurzer Spaziergang durch den Sand bis ans Wasser rundet den Ausflug ab. Die frische Meeresluft und der Blick auf die Wellen entspannen – und machen schnell wieder hungrig.  Da wir am Abend im „Web Christel“ reserviert haben, begnügen wir uns mit einem Crêpe mit Zimt und Zucker und einem Glas Weißwein.

Sylt Tag 4

Unsere Reservierung für 17.30 Uhr war natürlich bestätigt, doch man wies uns mehrfach darauf hin, dass wir nach zwei Stunden fertig sein müssten. Diese ständigen Wiederholungen nervten. Bei schönem Wetter saßen wir draußen unter einem großen Schirm. Nach dem obligatorischen Brot mit Griebenschmalz folgte ein Carpaccio aus Jakobsmuschel und Lachs. Mit der Rollentechnik gelingen hauchdünne Scheiben, das Mango-Limetten-Dressing unterstrich den feinen Geschmack des Fisches. Ob der kleine Salat dazu nötig war, sei dahingestellt. Gestört haben mich der Dill und die unvermeidlichen Erbsensprossen.

Die Tafelspitzconsommé mit Sherry war gut abgeschmeckt, voller Umami, doch der Sherry blieb geschmacklich unauffällig. Dazu gab es ein gefülltes Strudelteigtäschchen.

Das Rinderfilet kam wie bestellt medium rare auf den Tisch, begleitet von frischen Pfifferlingen und Kartoffelgratin. Der Soße fehlte jedoch die Tiefe.

Zum Dessert gab es ein schmelzendes Tonkabohnenparfait mit Beeren.

Als Weißwein wählte ich einen Sauvignon Blanc, der leider nicht zum Carpaccio passte – mein Fehler. Der 2022er Spätburgunder R vom Weingut Hansjörg Rebholz (0,375 l) harmonierte hingegen perfekt mit dem Filet. Erfreulich: Die Weinkarte bot viele 0,375-l-Flaschen, sowohl Weiß- als auch Rotwein – eine Seltenheit in Restaurants. Als Abschluss noch eine Wildkirsch vom Martin Albrecht. Weder verwandt noch verschwägert – leider.

Fazit: Gemütliches Ambiente, starke Weinauswahl in halben Flaschen, solide Küche mit Luft bei Saucen, ideal für sommerliche Abende draußen.

Tag 3 – Sylt im August 2026

Tag 3 – Sylt

Nach dem Frühstück ließ ich meine Walking-Tour ausfallen. Stattdessen fuhr ich um 10.30 Uhr nach Wenningstedt zur Friesenkapelle. Dort begann um 11.00 Uhr die Trauerfeier für Jörg Müller, der nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben war.

1992 besuchte ich zum ersten Mal sein Restaurant. Zwischen 1995 und 2004 nahm ich regelmäßig an seinen Kochkursen teil, die jeweils vier Tage dauerten. Die Termine lagen im Februar oder November, wenn es auf Sylt ruhiger zuging. Die Themen reichten von „Seminar für Fortgeschrittene“ über „Italienische Küche“ bis zu „Spezialitäten von Land und Meer“. Übernachtet wurde stets im Hotel, das zum Restaurant gehörte. Trotz des Stresses waren es immer angenehme Tage.

Müller leitete die Kurse persönlich, obwohl er gleichzeitig das Tagesgeschäft bewältigen musste. Damals hatte sein Restaurant auch mittags geöffnet. Er erklärte jeden Gang, gab Zubereitungstipps und achtete darauf, dass während der Vorbereitungen kein Alkohol floss. Beeindruckend war sein wirtschaftliches Denken: Ohne Sponsor musste er seine Investitionen selbst erwirtschaften. Anhand eines Lammgerichts zeigte er, wie er vorging. Er kaufte ein ganzes Lamm von der Insel und verwertete es vollständig. Das Gourmetrestaurant bekam den Rücken, während Schulter und Keule im „Pesel“, seinem Bistro, landeten. Die Knochen schabte er gründlich ab und verarbeitete sie zu Lammfrikadellen oder seinen legendären Bratwürsten, die er auch als Amuse-Bouche im Gourmetrestaurant servierte. Aus den Knochen kochte er in einem aufwendigen Verfahren eine sämige Sauce.

Viele Jahre waren wir Gäste in seinem Restaurant und später auch im Hotel. Es waren stets schöne Aufenthalte. Hoffen wir, dass es ohne ihn weitergeht – ich bin zuversichtlich.

Am späten Nachmittag kehrten wir ins „Fisch Hüs“ ein. Eigentlich wollte Irmtraud bei Blum „Grüne Heringe“ essen, doch die gab es an diesem Tag nicht.

Sie bestellte stattdessen Wolfsbarsch, der gut gebraten und gewürzt war.

Ich wählte eine Bouillabaisse aus Nordseefischen, die leider etwas Würze vermissen ließ,

und anschließend Labskaus. Dazu tranken wir einen Grauburgunder vom Weingut Dr. von Bassermann-Jordan. Auf der Karte entdeckte ich den Wildkirsch Nr. 1 von Ziegler – in den 1980er-Jahren ein Kult-Digestif. Natürlich bestellte ich ihn, und Erinnerungen wurden wach. Es war ein angenehmer Aufenthalt auf der Terrasse.

Storchen – Bad Krozingen 2026-04-24

Die letzte Station unserer Gourmet-Tour war das Restaurant Storchen in Bad Krozingen-Schmidhofen. Das etablierte Haus trägt einen Michelin-Stern. Er steht für Qualitätsbewusstsein und Konstanz. Kreative Interpretationen ergänzen die regionale Herkunft der Zutaten. So entstehen ausgewogene Geschmackserlebnisse. Der Service wirkte fachkundig und aufmerksam. Eine passende Weinbegleitung unterstützt ihn. Der badische Gasthof von 1764 hat geschmackvolle Stuben die ländlich eingerichtet sind. Ein alter Kachelofen und die umlaufende Holtäfelung unterstreichen diesen Stil. Vater und Sohn Helfesrieder stehen mit zusätzlichen Personal in der Küche, während die Ehefrauen servieren.

Das Menü verbindet regionale Tradition mit moderner Küche in perfekter Balance. Mit Liebe zum Detail entstehen neu interpretierte Klassiker:

Als Amuse-Bouche gab es hausgebackenes Brot mit Griebenschmalz und Kräuter-Hüttenkäse – ein rustikaler Auftakt.

Es folgte hausgebeizter Island-Saibling mit Spargel, Buttermilch und Kräutern.

Besonders beeindruckte das raffinierte Storchenwirt’s Sandwich, das Hummer und Schwarzwaldhuhn in einem harmonischen Zusammenspiel vereint.

Junge Karotten mit Hummus und der feinen Bitterkeit von Berberitzen spielten gekonnt mit süß-säuerlichen Aromen.

Der Zander brachte die Frische heimischer Gewässer auf den Teller.

Eine kleine Erfrischung bereitete den Gaumen auf das Finale vor:

Dreierlei vom Glottertäler Weiderind, begleitet von cremiger Kartoffel mit Waldkräutern, Erbsen und gebratenem Spargel – ein Fest für die Sinne.

Den süßen Abschluss bildete eine dekonstruierte Version des Bienenstichs: Topfenmousse, geschorter Rhabarber und erfrischendes Sauerampfer-Eis. Ein zartes, doch ausdrucksstarkes Finale, das den Abend stilvoll abrundete.

Gesamzeindruck: ein guter Stern 7.3/10. Es war ein verlässlicher, hochwertiger Abschluss einer Reise durch die feine Küche. Ruhig, konzentriert und genussvoll. Ein Muss für Liebhaber stilvoller, regional inspirierter Kreationen in gehobenem Ambiente.

Troisgros – Ouches 2026-04-23

Die Gourmet-Tour ging am nächsten Mittag weiter. Ziel war das Drei-Sterne-Haus Troisgros in Ouches, in der Nähe von Roanne. Über Autobahnen und Département-Straßen erreichten wir das Haus. Es liegt irgendwo im Nirgendwo.

Vom sonnenbeschienenen Eingangshof mit duftenden Blumen und Kräutern führt der Weg zunächst durch einen recht dunklen, schmalen Flur. Rechts und links lagern Weinflaschen. Dann geht es weiter zum Empfangsraum und in die Küche.

Die Küche ist sehr groß und bietet einen Blick in die Natur. Ob die vielen fleißigen Hände das genauso sehen?

Hier empfing uns Küchenchef César Troisgros, Jahrgang 1986, sehr herzlich. Seine Mannschaft arbeitete bereits an den verschiedenen Vorspeisen. Bei einem Teller sah ich genau hin: Der Koch zählte die vorhandenen Gemüse Teile sehr sorgfältig ab.

Weiter ging es in den Speisesaal. Der gläserne, U-förmige Raum lässt die Gäste fühlen, als säßen sie mitten in der Natur. In der Mitte des U ragt ein beeindruckender, 150 Jahre alter Baum empor. Er gibt dem Raum seine unverwechselbare Atmosphäre.

Das Design nimmt den Bezug zur Natur auf. Metallsäulen erinnern an Baumstämme und verbinden die Architektur mit der Umgebung. Der Holzboden verstärkt das Naturerlebnis und lässt die Gäste die Nähe zur Umwelt spüren.

Die Gestaltung erinnerte mich an das Restaurant La Grenouillère in La Madelaine-sous-Montreuil. Auch dort verschmelzen Innenraum und Natur nahtlos. Dieses Restaurant haben wir 2015 besucht und in den „Hütten“ auch übernachtet. Eine genauere Recherche zeigt: Beide Bauwerke stammen vom Architekten Patrick Bouchain. Er ist bekannt für seine Fähigkeit, Räume zu schaffen, die Natur und Architektur harmonisch verweben.

Mit einem Glas Champagner „Billecart-Salmon starteten wir ins Menü.

Dazu reichte man uns verschiedene Amuse-Bouches, die hier liebevoll „Premières choses“ hießen. Besonders beeindruckten die hauchdünnen, gefüllten Tartelettes – eine wahre Gaumenfreude. Eines der Häppchen, wohl als Hommage an den berühmten Lachs, war Sauerampfer. Das Highlight bildete ein frittiertes Element, gekrönt von einem kleinen, frischen Blatt, das optisch wie geschmacklich glänzte. Dazu noch Brioche und Brot. Ein perfekter Auftakt zu einem kulinarischen Erlebnis.

Der erste Gang des Menüs hat mich begeistert – ein kleines Meisterwerk auf dem Teller! Die tiefrote Sauce, deren intensive Farbe sofort ins Auge springt, verbindet sich großartig mit den hauchdünn geschnittenen Jakobsmuscheln. Besonders beeindruckt hat mich der zarte Schleier aus Jakobsmuschelfond: Er wirkt nicht nur filigran, sondern rundet das Gericht geschmacklich perfekt ab. Seine intensive Jakobsmuschel-Note harmoniert wunderbar mit der Sauce und hebt den reinen Geschmack der Meeresfrucht hervor. Ein Auftakt, der Appetit auf mehr macht!

Beim nächsten Gang stehen die Blüten klar im Mittelpunkt – ein farbenfroher Akzent, der dem Gericht Leichtigkeit verleiht. Doch der grüne Spargel, die eigentliche Hauptzutat, fehlt auf der Karte. Dabei kommt er bereits vorgeschnitten und perfekt al dente auf den Teller. Darauf türmen sich Blüten, bedeckt von einer hauchdünnen Scheibe weißen Specks, vermutlich Lardo. Eine geschmacklich reizvolle Kombination, doch die Karte sollte das Gericht vollständig beschreiben – Spargel und Speck gehören nicht nur auf den Teller, sondern auch ins Menü. So wüsste man bei der Bestellung genau, was einen erwartet.

Das nächste Gericht polarisiert. Manche verabscheuen Kutteln, andere – wie ich – lieben sie. Sofort denke ich an Kuttelgerichte aus der Normandie oder an die Küche von Vincent Klink. „Textures, l’une avec l’autre“ präsentiert Kutteln aber in einer modernen, eleganten Form, die sie kaum wiedererkennen lässt. Die Kombination aus Kutteln, Morcheln und hellem Gemüse ist ein Meisterwerk der Kontraste – puristisch und raffiniert zugleich.

Hier versteht man, warum dieses Haus seit 50 Jahren drei Sterne trägt – und das über drei Generationen hinweg. Für mich ein Gericht, das ich mit 10 von 10 Punkten bewerte.

Ein vegetarisches Gericht, das mit Worten spielt: Muscade, roule en Bouche. Hier rollt nicht riskant viel Muskat, sondern verschiedene Komponenten buchstäblich „im Mund“. Das Gericht lebt vom Gleichgewicht aus Textur und Präzision.

Weiter geht’s mit Zander. Sein zartes, helles Fleisch passt perfekt zu Gerichten, die Zurückhaltung mit Raffinesse vereinen. Besonders saftig wird er, wenn man ihn, wie hier, schonend gart. So entfaltet er seinen milden, leicht süßlichen Geschmack.

Das i-Tüpfelchen: die aromatisch-pikante Tomatenbutter. Sie bringt Frische und eine angenehme Würze, ergänzt den zarten Zander und lässt ihm dennoch den Vortritt.

Ein Gericht von schlichter Eleganz – ideal für alle, die feine Aromen lieben.

Wieder eine Innerei, die begeistert und polarisiert: Kalbsbries mit Strohkartoffeln. Diese Kombination verwöhnt den Gaumen. Das zarte, buttrige Bries entfaltet seinen einzigartigen Geschmack und harmoniert perfekt mit den knusprig-goldbraunen Kartoffeln. Ein delikates Kräuteröl verleiht Frische und Aroma, während ein Hauch Orange das Gericht elegant abrundet und ihm Raffinesse schenkt. Dieses Meisterwerk zeigt, wie vielseitig und köstlich Innereien sein können – ein Genuss, der überzeugt und jeden Feinschmecker begeistert! 10 von 10

Ein unvergesslicher Nachmittag, der kulinarisch und atmosphärisch begeistert. Der Käsewagen bot eine beeindruckend breite Auswahl regionaler Sorten, die in Qualität und Stil das hohe Niveau des Menüs hielten. Desserts und Petit Fours rundeten das Erlebnis harmonisch ab, bevor der Genuss im wunderschönen Garten seinen perfekten Abschluss fand.

Weinbegleitung: Die Weine harmonierten hervorragend mit den Gerichten und unterstrichen die Aromen jeder Speise. Ob kräftige Weißweine oder leichte, aromatische Tropfen im Hintergrund – die Auswahl prägte die Gesamtstimmung entscheidend.

Gesamteindruck: Ein durchweg gelungenes Essen, das den Anspruch eines Drei-Sterne-Plus-Erlebnisses mit entspannter Gartenatmosphäre vereint. Eine klare Empfehlung für Feinschmecker, die die perfekte Balance von Speisen, Wein und Ambiente schätzen.

Bewertung: 9/10

Vier Tagen-sieben Michelin-Sterne – 2026

Hinter uns liegt eine faszinierende Reise. In vier Tagen besuchten wir vier außergewöhnliche Restaurants und genossen insgesamt sieben Michelin-Sterne.

Unsere Tour begann im Schwarzen Adler in Oberbergen, einem idyllischen Ort, der uns mit seiner Stille und malerischen Landschaft sofort verzauberte.

Von dort ging es weiter nach Lyon, die französische Metropole, die kulturell und kulinarisch beeindruckt. Hier verbrachten wir zwei Nächte.

Ein Höhepunkt war das legendäre L’Auberge du Pont de Collonges, einst geführt vom verstorbenen Paul Bocuse. Mit seinen zwei Michelin-Sternen bleibt es ein Tempel der Kochkunst. Die zubereiteten Gerichte und die elegante Atmosphäre hinterließen trotz kleiner Schwächen einen bleibenden Eindruck.

Weiter führte uns die Reise nach Ouches, wo das mit drei Sternen ausgezeichnete Troisgros auf uns wartete. Hier verschmolzen regionale Zutaten und kreative Kochkunst zu einem unvergesslichen Erlebnis, das unsere kulinarische Entdeckungsreise krönte.

Zum Abschluss kehrten wir in Bad Krozingen ein, einem charmanten Kurort, dessen gemütliche Gasthäuser uns mit herzlicher Gastfreundschaft empfingen. Im Sternerestaurant Storchen fanden wir den perfekten Ausklang für diese genussreichen Tage.

Fünf Tage voller kulinarischer Höhepunkte und bezaubernder Landschaften – eine Erfahrung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Frieda Kassel: Frische Ideen in der Friedrich-Ebert-Straße 2026-01-29

Moderne Küche im ehemaligen Voit – gut, aber nicht barrierefrei

In der lebhaften Friedrich-Ebert-Straße im vorderen Westen Kassels lockt ein neues Restaurant Feinschmecker und Genießer: Frieda Kassel. Es tritt in die Fußstapfen des früheren Spitzenrestaurants Voit und verbindet Tradition mit frischem Elan.

Schon beim Betreten spürt man den Charme der Vergangenheit. Der Eingang erinnert an das Voit: großzügig, mit markantem Tresen;  funktional und zugleich Treffpunkt:

Ein besonderes Highlight ist die offene Küche. Sie gewährt Einblicke in die Arbeit der Köche und schafft Nähe. Hier wird nicht nur gekocht, sondern inszeniert: Gäste erleben, wie kreative Gerichte entstehen.

Doch Frieda bleibt nicht nostalgisch. Das Restaurant überrascht mit modernen Akzenten und frischen Ideen. Die Speisekarte kombiniert Tradition mit zeitgemäßen Interpretationen und setzt auf saisonale, regionale Zutaten.

Bei unserem Besuch waren wir zu acht, darunter ein Freund im Rollstuhl. Leider zeigte sich, dass das Restaurant nicht barrierefrei ist. Stufen im Eingangsbereich und im Inneren erschweren den Zugang, auch zu den Toiletten. Diese Einschränkungen sollte man bei einer Reservierung bedenken.

Trotzdem war der Empfang herzlich. Das Personal begrüßte uns freundlich und kümmerte sich aufmerksam um unsere Wünsche. Die Bestellungen wurden zügig per Netbook aufgenommen – ein moderner Touch, der die Wartezeit verkürzte.

Die übersichtliche Speisekarte bietet acht Vorspeisen und Salate, eine Auswahl an Pasta, fünf Hauptgerichte und vier Desserts. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten.

Als Vorspeise wählte ich das Auberginen-Tatar mit Fetakäse und Oliven-Espuma. Die Gewürze waren hervorragend abgestimmt, doch das Gericht wurde etwas zu kalt serviert, was den Genuss leicht trübte. Geschmacklich überzeugte es dennoch.

Mein Hauptgericht, ein Medium rare gebratenes Rumpsteak, traf genau meinen Wunsch: zart und saftig. Dazu gab es Smash Potatoes und geschorten Feldsalat. Während das Steak ein Genuss war, hätten die Kartoffeln etwas mehr Würze vertragen können.

Zum Abschluss wählte ich zwei Petit Fours – süße kleine Kunstwerke, die den Abend perfekt abrundeten.

Zum Getränkeangebot kann ich nichts sagen, da ich im Januar auf Alkohol verzichtete. Das minderte mein Erlebnis jedoch nicht. Ich freue mich schon darauf, bei meinem nächsten Besuch die Weinkarte zu erkunden.

Insgesamt bot der Abend kulinarischen Genuss, trotz kleinerer Schwächen. Die kreativen Gerichte und die durchdachte Speisekarte machen Frieda Kassel zu einem Ort, den ich gerne weiterempfehle.

Mein Schiff Relax: Eine kulinarische Entdeckungsreise

Auf dem Mein Schiff Relaxe laden verschiedene Restaurants, Bistros und Bars täglich zu einer kulinarischen Entdeckungsreise ein. Hier verwöhnt man jeden Gaumen und entdeckt neue Geschmackserlebnisse. Doch seien wir ehrlich: In nur sieben Tagen alle Highlights zu probieren, ohne den Magen zu überfordern, ist schlicht unmöglich.

Beginnen wir mit den positiven Eindrücken. Das Atlantik habe ich bereits an anderer Stelle beschrieben, daher widme ich mich hier meinen weiteren Favoriten. Das Pool Bistro punktet mit entspannter Atmosphäre und frisch zubereiteten internationalen Teigtaschen. Ein Gläschen Wein dazu – perfekt für einen sonnigen Tag am Pool. Auch das Pane e Sole Bistro überzeugte mit frischen Zutaten: Paninis mit Rucola und Lachs, gegrilltem Gemüse und einer Auswahl an Salaten. Der Harbour Market beeindruckte mit Vielfalt und lebhaftem Marktcharakter, auch wenn es zu den Hauptmahlzeiten eng wird und das Nachfüllen der Speisen Zeit braucht. Die Osteria  bot solide italienische Küche, wie man sie aus deutschen Pizzerien kennt.

Leider gab es auch Enttäuschungen.

Die Taverne Dionysos blieb in Qualität und Service hinter den Erwartungen zurück und wirkte uninspiriert.

Ähnlich ernüchternd war das Sur Mer Bistrot, das weder mit seinem Namen noch mit seinem Design überzeugen konnte. Von französischem Flair ganz zu Schweigen.

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildete das Fugu by Tim Raue. Dieses Restaurant spielt in einer eigenen Liga und hebt das kulinarische Erlebnis auf ein neues Niveau. Die Gerichte beeindrucken mit Kreativität und exzellenter Präsentation.

Da unsere Enkeltochter und Freund nicht die großen Fleischesser sind, haben wir auf das Høfde sowie auf das Chalet verzichtet.

Insgesamt bot man an den sieben Tagen ein kulinarisches Abenteuer mit genussvollen Höhen und einigen Tiefen. Jeder Gast wird seine eigenen Favoriten entdecken. Es lohnt sich, Neues auszuprobieren und sich überraschen zu lassen!

Restaurant Qapaq 2025 – Teneriffa

Av. la Habana, 14, 38650 Arona. Besucht Oktober 2025

Das Restaurant vereint peruanische und mediterrane Fusionsküche, zubereitet mit lokalen Zutaten.

Nahe der Playa de las Vistas liegt das Restaurante Qapaq – kein Ort mit spektakulärem Meerblick, aber eine Adresse für authentische peruanische Genüsse. Der Bau wirkt unscheinbar, doch dieser Eindruck täuscht. Beim Betreten empfängt den Gast eine schlichte, gemütliche Einrichtung. Der Raum ist funktional gestaltet, damit die Aufmerksamkeit den Speisen und Getränken gilt. Besonders reizvoll: die offene Küche. Hier kann man dem Team zusehen, wie es frische Zutaten verarbeitet – ein Erlebnis für alle Sinne.

Links der Küche liegt ein weiterer Bereich, moderner und geschmackvoll eingerichtet. Ob Liebhaber peruanischer Küche oder Neugierige auf der Suche nach neuen Aromen – im Qapaq fühlt sich jeder willkommen. Das Serviceteam sorgt dafür, dass der Besuch in Erinnerung bleibt.

Die Empfehlung kam von unserer Tochter und unserem Schwiegersohn. Auch die Michelin-Empfehlung für das Lokal sprach für sich.

Der Service ist äußerst freundlich. Die Speisekarte ist klar strukturiert: Sie bietet rein peruanische Gerichte und solche mit spanischem Einfluss, aber peruanischen Akzenten.

Der Abend begann mit einem köstlichen Amuse-Bouche: zarter Oktopus, kunstvoll in knusprigen Filoteig gewickelt und perfekt frittiert. Eine würzige rote Mojo-Soße setzte einen spannenden Akzent.

Es folgte eine Jakobsmuschel, überbacken mit Parmesan. Ihre leicht glasige Textur und ein feiner Rauchgeschmack unterstrichen die frischen Aromen. Ein Meeralgensalat fügte maritime Frische hinzu und rundete den Gang ab.

Das Highlight des Abends war das Ceviche, serviert in zwei Variationen. Die klassische Version überzeugte mit zartem Weißfisch, mariniert in Limettensaft, verfeinert mit roten Zwiebeln, Koriander und feurigen Chilischeiben. Süße Süßkartoffelwürfel und knusprige Maiskörner setzten harmonische Kontraste.

Die zweite Variation kombinierte Weißfisch mit saftigen Garnelen. Eine Marinade aus Passionsfrucht verlieh dem Gericht eine exotische Note. Ein erfrischendes Limetten-Sorbet balancierte die intensiven Aromen mit leichter Frische.

Das Hauptgericht präsentierte zartes Schweinefleisch, begleitet von Hühnererbsenkroketten und gebratener Kochbanane. Die Kombination überraschte mit einem neuen Geschmackserlebnis. Jedes Element harmonierte perfekt und zeigte die Kreativität der Küche.

Zum Abschluss Dessert und Espresso

Ein feinherber Weißwein aus Lanzarote, sorgfältig ausgewählt, begleitete die Speisen und rundete den Abend ab.

Fazit: Das Restaurante Qapaq ist mehr als ein Ort zum Essen – es ist ein Erlebnis für Feinschmecker und Liebhaber der Fusionsküche. Lassen Sie sich von der Kreativität der Küche und der Qualität der Zutaten begeistern. Ein Besuch lohnt sich!