Die Grundidee für diesen Gang mit regionalen Produkten stammt aus dem Restaurant „Altes Forsthaus“ in Morschen.
Man nehme: eine gute abgehangene Stracke „Ahle Worscht“ in meinem Fall kam diese von einem Stammtischbruder, der Schweine züchtet und noch selbst schlachtet. Dazu Roggenbrot aus einer Bio-Bäckerei, Nordhessischen Schmand sowie verschiedene Sorten Kresse.
Das Roggenbrot in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden und dann Scheiben vom 5 cm Ø ausstechen, diese werden im in einer beschichteten Pfanne von beiden Seiten kurz angeröstet. Die Wurst dann in ca. 6-7 mm dicke Scheiben schneiden.
Der Aufbau: Als „Bindemittel zwischen den einzelnen Scheiben dient der Schmand. Auf den Boden des Tellers zuerst ein „Klacks“ Schmand, darauf eine Wurstscheibe und eine Brotscheibe. Dies zweimal wiederholen. Der Abschluss bildet eine Wurstscheibe.
Die Kresse wird mit Walnussöl angemacht und dekorativ um das „Türmchen“ angerichtet.
Das zweite Wochenende im neuen Jahr bedeutete für mich und Frau A. Schwerstarbeit in der Küche. Nach langem Zögern hatte ich meine Stammtischfreunde zum Menü eingeladen. So standen dann am Sonntagmittag 10 hungrige Herren bereit und warteten auf das Essen.
Ein Siebengangmenü war vorbereitet worden. Dazu noch drei kleine Amuse Bouche vorab.
Der „Stress „ begann bereits drei Tage vorher. In der Markthalle und beim Metzgermeister wurden entsprechende Zutaten vorbestellt. Zum Beispiel Kalbsbäckchen (keine gefrosteten) Fisch, Kresse, Sprossen etc.
Am Samstagmorgen den sehr früh zur Markthalle und alles einkaufen. Mit einer kleinen Kaffeepause dauerte dies immerhin fast 2,5 Stunden. Für den Markteinkauf nehme ich mir immer viel Zeit. Danach noch zum Metzgermeister um die Bäckchen abzuholen.
Dann nach Hause und nach einer kleinen Pause begannen die Vorbereitungen für das große Menü.
Zuerst wurde ein Suppenhuhn aufgesetzt um eine gute Hühnerbrühe zu erhalten. (Für Suppe und Risotto). Die anderen Vorbereitungen ,Ausführungen und Bilder bei den jeweiligen Gängen.
Das Menü :
Amuse-Bouche
Grissini mit Parmaschinken(ohne Bild) – Thunfischtatar – Himmel u. Erde
Knapp 20 km südlich von Kassel liegt das Dorf Breitenbach, ein Ortsteil der Gemeinde Schauenburg. Hier hat sein einigen Jahren Joachim Döhne eine Apfelkellerei und Brennerei aufgebaut. Äpfel von hofeigenen Steuobstwiesen im nordhessischen Bergland sind seine Grundprodukte für Apfelschaumweine und Apfelbrände.
Der Apfel-Schaumwein wird im traditionellen Flaschengärverfahren (Champagne) ausgebaut, von Hand gerüttelt und degorgiert. Die zwei Varianten Brut und Trocken sind Cuve Schaumweine. Seit 2011, hat er auch eine sortenreine (Boskop) Variante.
Auch die Etiketten auf der Flasche sind vom Feinsten. Entworfen hat sie Albert Schindehütte, der in Breitenbach geboren wurde und heute in Hamburg lebt. Verbunden mit seinem Heimatort ist er über die „Schauenburger Märchenwache“.
Döhnes Apfelschaumwein ist über den Grenzen Hessens hinaus bekannt. Auch Stuart Pigott hat ihn entdeckt.
Er schreibt in seinem „kleinen genialen Weinführer 2010“ u.a.:
Überraschende revolutionäre Schaumweine …die feine Apfelaromen mit erstaunlichem Körper und Schliff besitzen.
Er vergibt 3 von 5 Pigott – Punkte.
Brennerei & Sektmanufaktur Joachim Döhne
Hauptstraße 31
34270 Schauenburg
Entrecôte vom Wagyu Rind mit Kartoffel Risotto, Fenchel sowie Zucchini.
Das Fleisch wurde eingekauft in der Metro Kassel. Es stammt aus Neuseeland. Sehr zartes Fleisch. Es wurde auf beiden Seiten sehr scharf angebraten, ca. 2 Minuten je Seite, und dann bei 80° im Ofen fertig gegart.
Nach Sternen, Hauben, FF etc. werden die Küchen in Deutschland jetzt auch mit „Pfannen“ leben müssen. War „Gusto“ bisher regional tätig, (Bayern, Baden Württemberg) ist man seit dem 17.12.2010 auch bundesweit tätig. Bei Druck und Auslieferung gab es anscheinend einige Probleme. In der Bahnhofsbuchhandlung Fehlanzeige, in zwei weiteren war Gusto kein Begriff, erst in der dritten wurde im Großhandel nachgefragt und dann auch bestellt.
Für mich stellte sich die Frage, was gibt es in meiner Region (Nordhessen, Südniedersachsen, Ostwestfalen) neues aus „Gusto“ Sicht.
Mein Fazit vorweg: Nichts neues, viele Fragezeichen und einige Restaurants die nicht getestet oder den Ansprüchen, mindestens 5 Pfannen, nicht gerecht wurden.
Nordhessen
Kassel: Hier wird nur das „Steinerne Schweinchen“ mit Fragezeichen aufgeführt. Die späte Wiedereröffnung des Gourmetrestaurants wird als Grund aufgeführt. Allerdings sind 6 Pfannen und mehr denkbar.
Bad Hersfeld: Auch über „L’étable“ im Romantikhotel Zum Stern ein Fragezeichen. Grund hier ist der Küchenchefwechsel. Patrick Spies wird im März Nachfolger von Benedikt Faust.
8 Pfannen-Niveau
Herleshausen: Das Hotel „Hohenhaus“ erhält 6 Pfannen.
Marburg: Auch das Sternerestaurant Bel Etage erhält, für mich überraschenderweise, auch nur 6 Pfannen. Das „Kleine Restaurant“ 5 Pfannen mit Aufstiegssymbol.
Willingen: Chefkoch Detlef Hohl erhält im „Gutshof Itterbach“ 5 Pfannen.
Frankenberg: Hier fehlt überraschenderweise das neue Sterne Restaurant Philipp Soldan im Hotel „Die Sonne Frankenberg“
Südniedersachsen
Friedland: Der „Schillinghof“ in Groß Schneen wird mit 6 Pfannen und Aufstiegssymbol ausgezeichnet.
Hier fehlt das „Restaurant Biewald“, immerhin im Gault Millau 2011 mit 16 Punkten ausgezeichnet.
Göttingen: Hier erhalten das „Gauss“ 6 Pfannen und das „Planea“ 5 Pfannen.
Nörten-Hardenberg: Keine Auszeichnung bzw. Erwähnung für das Burghotel.
Ostwestfalen
Paderborn: 7 Pfannen für Elmar Simon und dem „Balthasar“.
Ein neues Magazin über Essen und Trinken in Nordhessen. Eigentlich erfreulich, benötigt doch die nordhessische Gastronomie neue Anstöße.
Ist Nordhessen wirklich eine kulinarisch aufstrebende Region? Die Wirklichkeit sieht doch etwas anders aus. Schaut man in die Restaurantführer des Jahres 2011 kommt Nordhessen nicht vor.
Jürgen Richter ist sowohl im Feinschmecker als auch im Gault Millau rausgeflogen. Dies hängt, nach meiner Auffassung, mit der unglücklich gewählten Wiedereröffnung des Gourmetrestaurants zusammen. Erfreulich allerdings ist die BIB Auszeichnung für das Sante im Michelin.
Danach kommt in Kassel doch lange Zeit nichts.
Erfreulich natürlich der Stern über der Sonne in Frankenberg und trotz Küchenchefwechsel behält auch der Stern in Bad Hersfeld seinen Stern. Ach ja, da ist ja auch noch Hotel Hohenhaus mit seinem Stern. So schnell mal in ein „Sternerestaurant“ zu fahren ist also von Kassel aus nicht möglich. Frankenberg gut eine Stunde Fahrzeit, auch nach Bad Hersfeld und Hohenhaus sind etwa 60 – 90 Minuten notwendig.
Wird sich „Essensart“ mit der kulinarischen Landschaft in Nordhessen, hoffentlich auch kritisch, auseinander setzen, oder ist es ein weiteres „Werbemagazin“ mit bezahlten Beiträgen der vorgestellten Häuser?