Wieder einmal mit dem Rennrad unterwegs. Auf der Fahrt aus dem Nordhessischen nach St. Johann in Tirol war Rothenburg /Tauber die dritte Station dieser Tour. Unser Hotel lag an dem „Würzburger Tor“, genau gegenüber liegt die Villa Mittermeier. Ich habe die Gelegenheit genutzt und in der Enoteca „Die blaue Sau“ das Abendessen eingenommen. Besser gesagt nicht in der Enoteca sondern bei herrlichen Wetter auf der Terrasse. Das Gourmetrestaurant hatte Ruhetag.
Villa Mittermeier
Bei der Reservierung habe ich auch Christian Mittermeier kennen gelernt. Ein kurzes Gespräch über alte Zeiten bei „Volkenborn“ folgte. Ein interessanter Satz folgte. „Im Internet nie wieder mit Nicknamen.“
Ich entschied mich für das Tagesmenü mit drei Gängen für 29.50 €. Für das Dargebotene ein fairer Preis.
Vorab saftiges Ciabatta Brot mit Olivenöl zu eintunken.
Brotsalat
Der toskanische Brotsalat schmeckt vorzüglich. Schöner Tomatenge-schmack, das Brot noch recht kross, dazu dünne Parmesanscheiben und Basilikum.
Poulardenbrust
Die Poularde kam vom Grill. Die Küche war im übrigen im Vorgarten aufgebaut und man konnte den Köchen bei der Arbeit zusehen.
Die Poulardenbrust noch recht saftig. Dazu Mangoldgemüse, sowohl Stiel als auch Blatt und rustikale Röstkartoffeln mit Rosmarin.
Crème brûlée
Als Dessert Crème brûlée von der Schokolade mit Erdbeeren.
Als Aperitif etwas ohne Alkohol. Gut gekühlter Traubensaft von den Tauberhasen. Eigentlich wollte ich nur ein Glas trinken, es schmeckte aber so gut, dass ich die 0.5 l insgesamt getrunken habe. Zur Poulardenbrust dann 0.1 Tauberschwarz, ein Rotwein der sehr gut zur Poularde passte,
Freundliche Bedienung, ein schöner Abend. Das Gourmetrestaurant wird bestimmt besucht.
Jörg Müller zählt seit Jahrzehnten zu den Spitzenköchen Deutschlands und wird in allen Gastronomie-Führern hoch gelobt. In den 1970 igern Jahren in den legendären Schweizer Stuben zu Wertheim und seit 1982 auf Sylt hat Müller die deutsche Gourmetküche mitentwickelt und geformt. Im Restaurant „Jörg Müller“ wird eine klassische Küche ohne modernen Schnickschnack aufgetischt. Für den gastronomischen Teil ist Jörg Müller mit seiner Brigade verantwortlich, während im Service und im Hotelbereich die Handschrift von Barbara Müller sichtbar ist. Im großen Friesenhaus in der Süderstraße 8 zu Westerland kann man seine Kreationen im Restaurant und im Pesel sowie in der Bar genießen. Ein Hotel ist ebenfalls angeschlossen.
Ein Besuch auf der Insel bedeutet für mich auch ein Besuch im Restaurant und im Pesel. Obwohl ich im laufe der Jahre auch die anderen Sterne Häuser auf der Insel besucht habe, erste Wahl bleibt für mich aber Jörg Müller.
Wie immer bei meinen Besuchen ein freundlicher Empfang im Foyer des Hauses. Rechts geht es in das „Zweitrestaurant Pesel“, links in das „Gourmetrestaurant Jörg Müller“. Von einem Mitarbeiter werde ich zu meinen Tisch geführt. Der Raum, er wurde im letzten Jahr aufgefrischt, mit jetzt heller Holzdecke hat Platz für ca. 30 Gäste, die an diesen Abend alle belegt sind. Außerdem gibt es noch den Wintergarten, Hier können größere Gruppen ungestört ihre Familienfest oder ähnliches feiern.
Drei Menüs stehen zur Auswahl, außerdem kann jeder Gang a la Carte bestellt werden.
Das „Menü von Land und Meer“ mit vier Gängen kostet 98 €, das „Menü du Marche „ für 120 € und fünf Gängen sowie „Klassiker Jörg Müller“ mit sechs Gängen und 130 €.
Nach Rücksprache mit dem Maitre stelle ich mein eigenes Menü zusammen.
Als Aperitif wähle ich den erfrischenden Hauscocktail. Dazu kommen verschiedene Brote mit Salzbutter, sowie fünf kleine Köstlichkeiten als Amuse Bouche auf den Tisch.
Amuse Bouche
Amuse Bouche
Wie auch bei meinen letzten Besuchen kamen fünf kleine Köstlichkeiten auf den Tisch.
Mousse von Fenchel. Leicht und locker, leider fehlte der Fenchelgeschmack, da alles von einem Fischgelle überdeckt war.
Krabben aus Avocados
Matjestatar
Waldpilzknödel
5. Paprikasüppchen. Hier gilt was ich bereits bei meinen letzten Besuch geschrieben habe. Schön schaumig, die kleine Löwenkopfterrine nicht gerade ideal die Suppe auszulöffeln.
Gute Produkte, saubere Verarbeitung, eigentlich war alles tadellos, nur der letzte Pfiff fehlte.
Beef Tatar mit Holstenstör - Kaviar
Beef Tatar mit Holstenstör – Kaviar
Gute Grundprodukte, das Fleisch war nach meiner Auffassung etwas „schmierig“ geraten. Gute Würzung. Rösti und ein kleiner Salat rundeten diesen ersten Gang ab.
Rotbarbe auf Bärlauchrisotto mit Tomatensugo
Rotbarbe auf Bärlauchrisotto mit Tomatensugo
Herrlicher Tomatengeschmack, dazu „schlotziger“ Risotto mit leichtem Bärlauchgeschmack. Der Fisch auf den Punkt gegart.
Saute von Kalbsnierchen und Bries mit Artischocken und Blattspinat
Saute von Kalbsnierchen und Bries mit Artischocken und Blattspinat
Ja, die Menüfolge ist etwas Fleischlastig. Diesen Gang habe ich aber selbst in das Menü gewählt. Bei Innereien werde ich schwach, da sie leider recht selten in den Restaurants serviert werden. Die Beilagen passten sehr gut zu Nieren und Bries. Kräftige Sauce.
Maibockrücken im Gewürzmantel mit Morcheln,Wirsing und Schupfnudeln
Maibockrücken im Gewürzmantel mit Morcheln, Wirsing und Schupfnudeln
Ein Gang ohne Fehl und Tadel. Das Fleisch wunderbar rosa gebraten mit einer phantastischen Gewürzumhüllung.
Der beste Gang des Abends.
Friesisch blue
Friesisch blue
Zwei Anmerkungen:
1. Wohlschmeckend, aber für ein Menügang viel zu viel.
2. Für ein „Ein Sterne Haus“ ein recht langweiliger Gang,
Vordessert - Süppchen und Sorbet von Champagner
Vordessert
Ein Klassiker im Hause Müller. Ein leicht geliertes Champagnersüppchen und ein Sorbet. Nach dem mächtigen Käsegang, die richtige Erfrischung und Erholung für den Magen. Passt in dieser Reihenfolge in übrigen besser als zwischen Fisch- und Fleischgang.
Verschiedenes von Valrhonaschokolade und Mango mit Bananen-Toffee-Eis
Verschiedenes von Valrhonaschokolade und Mango mit Bananen – Toffee – Eis
Hier und auch bei den „süßen Versuchen“ zum Espresso hat die Küche noch einmal alle Register ihres Könnens gezogen. Warm, kalt, schmelziges, luftiges, knackiges, alles war in den Variationen enthalten.
Als Abschluss zum Kaffee
Fazit: Ein wundervoller Abend, fast perfekt. Im Vergleich zu Becker Trier und Essigbrätlein, die im vergangenem Jahr besucht wurden,ist Müller im Michelin unterbewertet, wo bleibt der zweite Stern, die 18Punkte im GM sind gerechtfertigt. Beim Service merkt man deutlich, den Damen und Herren macht ihre Arbeit Spaß. Barbara Müller dirigiert lautlos die Brigade.
Klassische französische Hochküche, ein Fan der Molekularküche wird Jörg Müller bestimmt nicht, und das ist auch gut so.
Kartoffeln schälen ca. 5 Minuten vorkochen und anschließend in ca. 5-7 mm dicke Scheiben schneiden. Salzen und pfeffern. aus einem Blätterteig ca. je 6 cm bzw. 8 cm große Scheiben ausstechen. Auf die 6 cm Scheibe ein Klacks Creme Fraiche bzw. Schmand geben, Knoblauch in Scheiben schneiden und in den Schmand geben. Die Kartoffelscheiben als Rosette auf den Blätterteig schichten. Die 8 cm große Platte in der ein kleines Loch mittig ausgeschnitten wird, über die Kartoffel geben und mit der unteren Scheibe gut fest drücken. Mit Eigelb einstreichen und für ca. 35-40 Minuten in den 175° heißen Ofen schieben.
Die Idee stammt aus der Zeitschrift „Maison COTE SUD“