Loumi Berlin

Loumi Berlin 03/2025

In Berlin stellt sich bei jedem Besuch die Frage: Wohin zum Essen? Im Juli 2024 landeten wir mit dem Tulus Totrek einen Volltreffer. Den Ausschlag diesmal gab ein Blogbeitrag von Julien Walther auf *Trois Etoiles* über das Loumi in Kreuzberg. Wer seinen Blog kennt, staunt über sein Urteil: Für ein bislang unprämiertes Restaurant vergibt er 8 von 10 Punkten – das entspricht in seinem System zwei Michelin-Sternen. So lobt er selten ein deutsches Restaurant. Walther weiß, wovon er spricht. Er gehört zu den wenigen, die alle damaligen Drei-Sterne-Restaurants des Guide Michelin besucht haben (149 von 149, Stand Januar 2025).

Das Loumi liegt unscheinbar an einer Ecke in Kreuzberg, im Erdgeschoss. Unser Taxifahrer fuhr erst daran vorbei. Nach einer Wendung an der nächsten Kreuzung entdeckten wir die rote Markise und die Hausnummer 2.

An diesem Samstagabend waren wir gegen 18.30 Uhr die ersten Gäste. Man begrüßte uns herzlich und führte uns zu unserem Tisch. Auf dem Weg dorthin passierten wir die offene, L-förmige Küche mit zehn Tresenplätzen davor. Wer dort sitzt, hat den besten Blick auf die vier Köche bei der Arbeit. Der Chef, Karl-Lous Kömmeler, steht am Pass, mit dem Rücken zur Küche und dem Blick auf den schlicht eingerichteten Gastraum mit 14 Sitzplätzen. Hier verleiht er den Gerichten den letzten Schliff – sein wichtigstes Werkzeug: die Pinzette.

Das Menü umfasst acht Gänge plus Amuse-Bouche für 130 Euro. Wer möchte, kann es mit Extras ergänzen, etwa einer gegrillten Auster mit Buttersauce und fein abgestimmter Zitronenzeste.

Zusätzlich kam Kalbsbries auf den Tisch, allerdings ohne den vorgesehenen Kaviar. Das Bries war perfekt gegart: innen zart, außen mit würzigem Chiliaroma und einer angenehmen, knusprigen Säure. Eine fantastische Sauce rundete das Gericht ab.

Ein Gang verdient besondere Erwähnung: knusprig gegrillte Wachtel mit frischem grünem Spargel und einer gefüllten Morchel. Die Füllung aus Entenleber, Sardelle und Salzzitrone harmonierte perfekt mit dem Wachteljus – Umami in Reinform.

Alle Gänge überzeugten durch ein außergewöhnlich hohes Niveau. Die Portionen waren so bemessen, dass man am Ende satt, aber nicht übersättigt war.

Fazit: Ich vergebe 7,5 bis 8 von 10 Punkten und bin gespannt auf die Sternevergabe im Juni.

Amuse Bouche

Auster

Tatar

Makrele

Garnele, Erbsen

Abalone, Bärlauch

Kinmedia, Spargel

Kalbsbries

Wachtel

Rhabarber

Braunes Butter Eis

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