Ali Noori bietet, zusammen mit seiner Frau im Service, eine italienische Gastronomie mit viel Herzblut. Die Trattoria Toscana in Niedenstein (Schwalm Eder Kreis) ist ein beliebter Treffpunkt für alle geworden, die eine toskanische Küche mit frischen regionalen Zutaten entsprechend der Jahreszeiten zu schätzen wissen. In gemütlichem Ambiente werden Pizza und Pasta Variationen, frisch zubereitete Fleisch- und Fischkreationen zubereitet und serviert. Desserts und Spezialitäten außerhalb der regulären Karte runden das Angebot ab. Verwandtschaftliche Beziehungen zur Familie Da Cocca und Ferhad Kemal (italienische Feinkost, Kassel) sorgen u.a. dafür, dass beste Zutaten für die Küche zur Verfügung stehen. Passend zu den Gerichten empfehlen die Inhaber natürlich interessante italienische Tropfen.
Zu den Spezialitäten des Hauses gehören zweifelsfrei die gegrillte Dorade und die ebenfalls gegrillten Lammkoteletts.
Eine Geburtstagsfeier war Grund, nach ca. 3 Monaten wieder einmal in Niedenstein vorbei zuschauen.
Folgendes kleine Menü wurde serviert.
Vorab gab es Pizzabrot, gewürzt mit Rosmarin und Knoblauch.
Mit Melenzane parmigiana ein gelungener Auftakt der uns begeisterte. Die gegrillte Aubergine mit Mozzarella und Tomatensauce überbacken, führte uns gedanklich in die ferne Toskana.
Als Zwischengang Pulpo mit bunten Nudeln. Die Nudeln waren wohl al dente, wurden aber leider etwas zu kalt serviert.
Als Höhepunkt des Abend dann der Hauptgang.
Geschmorte Lammkeule mit einer phantastischen Sauce (u.a. Thymian, Ingwer, Knoblauch, Peperoncino), dazu Mangoldgemüse und Rosmarin Kartoffeln.
Niedenstein, ist die nördlichste Stadt im Schwalm-Eder-Kreis und liegt ca. 25 km südlich der Stadt Kassel. Im Stadtteil Niedenstein mit ca. 2100 Einwohnern gab es einmal 3 Gaststätten, die aber seit Jahren geschlossen sind. Anfang August wurde nun eine Trattoria eröffnet. Diese liegt an der Hauptstraße zwischen einer Apotheke und einer Bank. Der Inhaber ist Ali Noori, der verwandtschaftliche Beziehungen zur Familie Da Cocca und Ferhad Kemal (italienische Feinkost, Kassel) hat, verspricht auf seiner Speisekarte eine toskanische Küche mit frischen regionalen Zutaten entsprechend der Jahreszeiten.
Wir waren kurz nach der Eröffnung zweimal in der Trattoria Toscana und sind beide Male sehr zufrieden nach Hause gegangen.
Zum Auftakt gab es Focaccia und ein toskanisches Olivenöl.
Als Vorspeise Melenzane parmigiana, gegrillte Aubergine mit Mozzarella und Tomatensauce überbacken. Bereits dieser Auftakt konnte begeistern und führte uns gedanklich in die ferne Toskana.
Bei den Hauptgerichten wurde einmal Dorade und einmal Lamm Kotelett ausgewählt.
Die Dorade gewürzt mit mediterranen Kräutern und reichlich Knoblauch. Dazu Rosmarinkartoffel, diese waren leider nicht warm genug, sowie ein Salatteller.
Die Lammkoteletts, ebenfalls sehr gut gewürzt, waren leider fast durchgebraten. Nach meiner Reklamation entschuldigte sich Ali Noori und erklärte, dass die Lammkoteletts die er medium rare serviere, fast immer zurück kommen mit der Begründung, das Fleisch wäre noch halb roh.
Zum Abschluss ein wohlschmeckendes Tiramisu.
Fazit: Man kann nur hoffen, dass Ali Noori seine Linie durchhält und genügend Gäste kommen. In den ersten Wochen war das Lokal jedenfalls immer gut besucht. Die Weinauswahl beschränkt sich natürlich auf Italien. Im Service läuft noch nicht alles rund.
Der erste Restaurantführer für das Jahr 2014 ist auf dem Markt. „Der Feinschmecker“ hat, wie auch in den letzten Jahren, den Anfang gemacht. Für Nordhessen gibt es zwei „Neueinträge“
Kassel ist in den Restaurantführern wie Michelin und Gault Millau eine kulinarische Diaspora. Von Sternen und Hauben ist man weit entfernt. Wie sieht es aber eine Etage darunter aus.
Unter andern wird im Michelin auch das El Erni erwähnt.
Kommentare: Beeinflusst von der andalusischen Herkunft des Chefs, bietet das Restaurant spanisch-internationale Küche. Der Service ist freundlich, das Ambiente gemütlich und dennoch elegant.
Wir waren, vier Erwachsene und zwei Kinder, nach langer Zeit wieder einmal in diesem Restaurant und können dem Kommentar nur beipflichten.
Etwas schwierig in diesem Wohnquartier ist es, ein Parkplatz zu finden. Ich selbst bin mit meinem Enkel mit der Straßenbahn gefahren. Hier gibt es kein Problem. Die Entfernung Haltestelle Friedrich Ebert Straße / Querallee bis zum Restaurant beträgt nur ca. 100 m. Mein Schwiegersohn musste fast 500 m entfernt vom Restaurant parken. Wer also das Restaurant aufsuchen will, soll besser die Straßenbahn nehmen. Dies ist ja auch deshalb sinnvoll und richtig, da man ja vielleicht auch Wein etc. trinken will.
Das Restaurant ist in grau weiß gehalten, Kerzenlicht auf und über den Tischen. Dies bringt eine angenehme Atmosphäre, jedoch für das Betrachten der Speisen nicht optimal.
Neben der doch recht umfangreichen Speisekarte werden auf einer separaten Karte zwei Menüs und entsprechende Weine angeboten.
Wir entschieden uns für ein dreigängiges Menü. Zusätzlich wurde zum Auftakt “Variacion de Tapas” bestellt.
Der vorgeschlagene Weiswein „Mas Rabell 2011 Penedes“ aus dem Hause TORRES war uns doch zu flach. Wir entschieden uns daher für einen „Baron de ley“. Dieser passte zu den nachfolgenden Speisen, ohne das er uns allerdings von den Stuhlen riss. Ein frischer, wohl balancierter Wein für jede Gelegenheit!.
Zum Aperitif, Portwein und Sherry, gab es Baguette und drei verschiedene Dips.
Die große Tapasplatte mit Calamares, fritierten und eingelegten Sardellen, Artischocken, Wildcalamar, Muscheln, Alioli und Brot reichte für uns vier Erwachsene als „Amuse Bouche“ völlig aus. Es fehlte für eine typische Tapasplatte eigentlich nur der Schinken.
Carpaccio vom Rinderfilet mit Rucola, Champignons und Parmesan.
Gut gewürzt, mit Olivenöl recht sparsam(gut so), gute Fleichqualität.
Gegrillte Filets vom Seeteufel, auf einer Chabilsflusskrebssauce, Dauphinkartoffeln
Hier wäre es bestimmt sinnvoller gewesen, den Seeteufel in etwas größer Scheiben zu schneiden. Teilweise waren die kleinen Stücke an den Rändern doch trocken.
Hausgemachte „Crema Catalana“
Diese Crema Catalana, die typische spanische Vanillecreme mit Karamelkruste, ist nicht zu beanstanden. Was allerdings das viele Obst auf dem Teller soll, entzieht sich meiner Kenntnis und Erfahrung.
Fazit: Flotter angenehmer Service, wohltuende Atmosphäre, das Essen in Ordnung mit kleinen Schwächen. Schwachpunkt die Weinauswahl, viele Weine aus dem Hause TORRES.
Wer sich in der Gastro Szene von Kassel auskennt, der kennt auch Toni Nadalet. „Da Bruno“ und Marco’s Bar in der Königs-Galerie waren u.a. seine Stationen in Kassel. Nach überstandener Krankheit hat er endlich sein neues Domizil gefunden.
Den Neustart erfolgt im beliebt-belebten Vorderen Westen. An der Friedrich Ebert Straße, in der unmittelbaren Nähe des Bebelplatzes, ist nun die neue Heimat von Marco’s Bar. Auch eine kleine Außenterrasse ist vorhanden.
Parkplätze muss man in unmittelbarer Nähe suchen, aber kaum Hundertmeter von der Gaststätte entfernt, befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle.
Auf der feinen kleinen Karte findet man bewährtes aus Nadalets italienischer Heimat.
Nun zu meinen Besuch am 21.06.2012. Die Plätze der Außenterrasse waren leider alle belegt, so dass wir im Innenraum Platz nahmen. Der Raum ist in braun-grau gehalten und bietet ca. 25-30 Plätze. Auf den Stühlen sitz man sehr bequem.
Die sehr freundliche Bedienung war schnell zur Stelle, und wir bestellten zuerst einmal einen Wein. Die Wahl fiel auf einen Weisswein „ Bianco di Custoza „ zu 3,60 € / 0,2l.
Auf der Karte werden 5 Vorspeisen, 6 Pasta, 3 Salate sowie 5 Fleischgerichte angeboten. Außerdem gibt es Tagesgerichte, die mündlich vorgetragen werden.
Zum Essen bestellten wir: Penne ai gamberetti di Fium – 9,90 € (Penne mit Flusskrebsen und frischen Tomaten) sowie Tagliatelle agli asparagi verdi – 10.80 € (T agliatelle mit frischem grünen Spargel und einer cremigen Tomatensoße.
Penne – Flusskrebse
Beide Nudelsorten wohl als Convenience Produkte, aber beide al dente serviert. Die Soßen pikant abgeschmeckt. Die Zutaten, wie Flusskrebse bzw. Spargel waren auf den Punkt gegart und sehr reichlich.
Tagliatelle – Spargel
Zum Dessert ein Schokoktörtchen und Schokokirsch. Die Desserts bekommt Toni von der Pralinen Werkstatt, Kassel, die in unmittelbarer Nähe beheimatet ist. Zum Abschluss noch einen Espresso sowie einen Grappa.
SchokoMarco’s Bar
Toni ist am 13.08.2018 nach langer Krankheit leider verstorben. Ich habe ihn in den vielen Jahren häufig besucht. Von Da Bruno über die Königsgalerie bis zu seinem „Wohnzimmer“ in der Friedrich Ebert Str. Die vielen netten Gespräche werden fehlen.
Nach dem anstrengendem Tag in Sangerhausen hatte ich keine Lust mehr mich in die Küche stellen. Daher ging es mit den französischen Gästen nach Kassel in das Restaurant Raffaello.
Zum Auftakt ein spritzigen Prosecco mit frischen Mandarinensaft, dazu ofenfrisches Pizzabrot mit Olivenöl und Rosmarin.
Das Restaurant Philipp Soldan ist das gastronomische Aushängeschild des Hotels Sonne Frankenberg. Das Restaurant ist seit November 2010 mit einem Stern im Michelin und seit November 2011 mit 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Das 24 Plätze umfassende Restaurant liegt im Untergeschoss des Hotels und wird von einem achtköpfigen Küchen- und Serviceteam betreut. Chefkoch ist Florian Hartmann, der dem Hause seit ca. zwei Jahren vorsteht, Chefsommelier ist Mario Hönighausen.
Ein Sohn der Stadt Frankenberg ist Namensgeber des Restaurants. Der Holzschnitzer und Formenschneider Philipp Soldaten hat vor mehr als 500 Jahren seine Spuren in Frankenberg hinterlassen.
Die Innenausstattung hat eine dezente Farbgebung aus Sandstein und bordeauxfarbenen Stoffen. Die Raumaufteilung ist sehr großzügig. Die sechs Tische stehen sehr weit auseinander, so dass man Gespräche vom Nachbartisch kaum mitbekommt.
Unser Silvestermenü 2011 begann gegen 18:00 Uhr und endete nach 15 kleinen Gängen kurz vor Mitternacht. Hier ist eine kleine Kritik anzumerken. 18:00 Uhr war nach meiner Auffassung sehr früh. 1 Std. später wäre sinnvoller gewesen und die ersten fünf Gänge kamen in einen zu schnellen Abstand auf den Tisch.
Nach der netten Begrüßung durch Mario Hönighausen wurde mit einem Winzersekt von Stefan Breuer der Abend eröffnet. Danach kamen fünferlei Brötchen, zwei interessante Aufstriche sowie Salzbutter auf den Tisch. Bei den Aufstrichen handelte es sich erstens um ein Tomatenkompott mit Basilikum mit fantastischer Frische, sowie zweitens um einen Olivenaufstrich mit intensiven Oliven Geschmack.
Mit Mario Hönighausen einigten wir uns auf ein Weinmenü. Sieben verschiedenen Weinen für die 15 Gänge. Sieben Weine mit einer interessanten Reihenfolge. Nach zwei Weißweinen kam ein leichter Rotwein, gefolgt von einem Grünen Veltliner. Darauf folgte ein Spätburgunder von Bernhard Huber, dann wiederum ein Sprung auf einen sehr trockenen Riesling aus der Pfalz und endete dann mit einer Trockenbeerenauslese von Kracher. Diese Reihenfolge war wohl dem Menü geschuldet, Gaumen und Magen mussten aber dabei Schwerstarbeit leisten.
01 Terrine
Terrine von Enten-Rillettes und Entenleber.
Die Leber war umhüllt von dem Rillettes und begleitet von einem Amarena-Kirsch-Chutney. Geschmacklich fein abgestimmt, allerdings war das Verhältnis Terrine zu Chutney nicht ausgewogen. Es war zu viel Chutney auf dem Teller.
Langoustine auf Mango – Anans – Chutney (leider ohne Bild)
Nach dem geschmacklich doch intensiven Einstieg ein sehr leichter Gang mit einer noch glasigen Langoustine und ein in der Süße zurückhalten Chutney.
03 Froschschenkel
Froschschenkel und Schneckenleber mit Petersilie.
Ein Höhepunkt des Abends, völlig neue Geschmacks Nuance wurden serviert. Die Schneckenleber mit sehr intensiven Lebergeschmack und der Kaviar mit einem leichten Touch von Meerwasser.
Zu den ersten drei Gängen gab es einem Schwarz-Weiß 2009vom Weingut Hans Schwarz vom Neusiedlersee.
Ein kraftvoller und opulenter Auftakt. Mit 14 % Alkohol für einen Auftakt eines Menüs zu schwer. Der Wein konnte allerdings mit seinen Mineralien und seiner feinen Säure überzeugen.
04 Auster
Zweierlei von der Auster.
Überzeugend die überbackene Auster mit Algen, die im eigenen Saft gelierte Auster hätte ich allerdings gern durch eine frische Auster ersetzt gehabt
05 Buttermakrele
Buttermakrele im Chorizo Sud
Hier konnte der Fisch im Geschmack voll überzeugen. Leider war der Chorizo Geschmack durch die doch geringe Dosierung auf dem Teller kaum spürbar.
06 Wolfsbarsch
Handgeangelter Wolfsbarsch, Bouillabaissercreme und Oliven- Fenchelragout
Der nächste Höhepunkt. Ein Wolfsbarsch auf der Haut gebraten und noch leicht glasig, dazu eine Creme die nach den Früchten des Meeres schmeckte. Leider kam der Fenchelgeschmack beim Ragout nicht richtig zur Geltung.
Dazu: Ein Grauburgunder Winklerberg GG 2008, Stigler, Baden
Bis hierher war die Reihenfolge des Menüs nachvollziehbar. Die nachfolgenden Gänge hätte ich allerdings in umgekehrter Reihenfolge serviert. Also zuerst Backhendl, Kalb und Chicorée mit dem Weißwein und danach Beeftea und Jungschweinebäckchen mit dem Rotwein.
07 Beeftea
Beeftea
Sehr intensiverer und konzentrierter Rindfleischgeschmack. Diesen Gang hätte ich mir vor dem Rehrücken gewünscht. Beeftea wird ja sehr oft statt eines Sorbets serviert.
08 Jungschweinebäckchen
Jungschweinebäckchen auf Blutwurstgraupen
Ein sehr schmackhaftes aber doch rustikales Gericht. Das Bäckchen war sehr gut gegart, dazu Popcorn von der Schweinehaut.
Dazu: Rosen Tradition 2008, Richard Östreicher, Franken
Die Lagerung im Eichenfass verleiht körperreiche Eleganz, schmeckt dabei rund und weich.
09 Backhendl
Backhendl vom Stubenküken mit Kartoffelsalat.
Krosse Panierung, saftiges Fleisch.
10 Kalb
Niedertemperaturgegarte Oberschale vom Gold Label Kalb, Bittermandelcrème und weißer Trüffel.
Die Aromen harmonisch abgestimmt, leider war das Stück Fleisch sehr klein geraten.
11 Chicoree
Geschmorter Chicree, Bergamotte, Pomelo und Sauce Maltaise
Dazu: Grüner Velltiner Ried Lamm Kamptal DAC Reserve, Bründelmeyer, Kamptal
12 Rehrücken
Rehrücken in Wachholdermilch pochiert, Tannennadelaroma
Gelungen, der beste Gang des Abends. Chefkoch Florian Hartmann brachte den Gang selbst an den Tisch. Das Wildfleisch auf den Punkt gegart. Dazu ein Früchtebrot und ein sehr gut gewürztes Rotkraut.
Dazu: Spätburgunder Bienenberg R 2005, Bernhard Huber, Baden.
Eine wahre Pracht dieser Rotwein von Bernhard Huber. Fein würzige Duftaromen.
13 La Ratte
Gebackene La Ratte Kartoffel mit Munster gefüllt
Dieser Gang, auch zusammen mit dem Riesling, konnte uns nicht überzeugen. Für uns der schwächste Gang des Abends.
Dazu: Riesling WachenheimerBöhling PC 2008, Dr. Bürklin-Wolf, Pfalz
14 Schokolade
Variationen von der Manjarischokolade, Pasionsfrucht
15 Eiszapfen
Eisapfel und Kardamon
Dazu: Grand Cuvee No. 6 Trockenbeerenauslese, Alois Kracher, Neusiedlersee
Die Gaststätte Hessenklause in Altenritte, ein Stadtteil der Stadt Baunatal, hat eine fast 300 -jährige Tradition. Bereits 1690 stand ein Haus an dieser Straßenkreuzung. Die Anfänge der Gastronomie lassen sich auf die Jahre vor dem Bau des Herkules in Kassel festlegen, dieser wurde 1717 fertig gestellt. Nicht nur das Haus befindet sich seitdem im Besitz der Familie, sondern auch die Gastronomie wird von der Familie seitdem geführt.
Seit ca. drei Jahren führt nun Ellen Werner die Tradition der Familie fort. Sie hat ein recht schwieriges Erbe übernommen. Ihr Vater Horst, der ist leider vor ca. drei Jahren verstorben, war eine Institution in Altenritte. Ihre Mutter Edith war Chefin in der Küche und sie verstand es die nordhessischen Spezialitäten auf den Teller zu bringen.
Ellen hatte es am Anfang nicht einfach in diese großen Fußstapfen zu treten. Anscheinend sind diese Schwierigkeiten mittlerweile überwunden. Den Beweis legte sie uns vor kurzem auf die Teller.
Das traditionelle Gänseessen hatte unseren Stammtisch bewogen die Hessenklause aufzusuchen. Einige von uns hatten den Gänsebraten bestellt, andere wiederum bestellten à la Carte. Im Nebenzimmer war unser Tisch recht weihnachtlichen eingedeckt. Die Aufnahme der Getränke und das Servieren des ersten Bieres erfolgte Recht flott. Hier ist sollte man auf alle Fälle das Hütt Bier trinken. Diese Brauerei befindet sich in Rengershausen, ebenfalls ein Stadtteil der Stadt Baunatal. Besonders das Hütt Natur kann empfohlen werden.
Vorab wurde eine gehaltvolle Rindfleischsuppe mit Gemüseeinlage, sowie ein Feldsalat ein Schmand- Dressing serviert. Beides handwerklich in Ordnung. Allerdings hätte es beim Feldsalat etwas weniger Schmand sein können.
Die Teile der Gans wurden in zwei Gängen serviert. Als erstes die Keule.
Keule
Das Fleisch recht mürbe und löste sich schön von den Knochen. Allerdings hätte die Haut etwas krosser sein können. Auch eine Reklamation meinerseits und das Nachgrillen unter dem Salamander, brachten leider nicht den erwünschten Erfolg. Als Beilagen gab es Apfelrotkohl, Grünkohl, Kartoffelklöße und Apfelmus mit Preiselbeeren. Besonders der Apfelrotkohl war gut gewürzt. Auch die Sauce, mit Orangengeschmack, schmeckte vorzüglich.
Nach einer kurzen Pause wurde dann eine halbe Gänsebrust auf neuen Tellern serviert. Auch hier das Fleisch in Ordnung, aber leider fehlte auch hier die krosse Haut.
Gans Hessenklause
Zum Abschluss dann Rote Grütze mit Vanillesauce.
Vom Haus wurde dann eine Runde Marillenschnaps spendiert.
Ein gelungenes Abendessen in der altehrwürdigen Hessenklause zu Altenritte. Ellen Werner, die jetzige Chefin, hat in den beiden letzten Jahren sehr viel dazu gelernt. Weitere Verbesserungen sollten aber folgen.
Der Landgasthof Kraft steht im Dorfkern von Breitenbach, Ortsteil der Gemeinde Schauenburg, ca. 20 km südwestlich von Kassel. Seit sechs Generationen befindet sich dieses stattliche Fachwerkgebäude im Eigentum der Familie Kraft. Dem Gast und der regionalen Küche verpflichtet und dies seit fast 170 Jahren.
Seit nunmehr fast zwei Jahren weht ein neuer Wind im Gasthaus. Meik Kraft ist von seinen Lehr- und Wanderjahren in seinen Heimatort zurückgekehrt. Seine Lehre hat er bei Michael Fell im Egerner Hof in Rottach Egern absolviert. Eine Küche mit Michelin Stern. Danach hatte er in so renommierten Häusern wie der „Ente“ in Wiesbaden, ebenfalls mit einem Michelin Stern ausgezeichnet und im Frankfurter Restaurant „King Kamehameha“ gearbeitet.
Wer nun meint eine kulinarische Revolution wäre im Gasthaus Kraft ausgebrochen, der irrt sich. Auch weiterhin gibt es die frische und schmackhafte Küche für die der Vater von Meik, Günter Kraft, bisher verantwortlich war. Da stehen also auch weiterhin Steaks oder Schnitzel in den verschiedensten Ausführungen und den passenden Beilagen auf der Karte. Nicht zu vergessen der Jahreszeit entsprechend der knusprige Gänsebraten oder die Schlachteplatte aus eigener Schlachtung.
Keine radikale Veränderung sondern behutsame Erneuerung mit frischen und regionalen Produkten ist angesagt. Gerade die regionalen Produkte stehen bei Meik im Vordergrund. Das nordhessische Weckewerk kommt bei ihm wieder zu Ehren. So füllt er zum Beispiel Kartoffelklöße mit diesem Weckewerk und serviert diese Köstlichkeit auf einem Rahmwirsing. Auch Blut- und Leberwurst kommen bei ihm zum Einsatz. Heraus kommen Gerichte mit Überraschungseffekten und besonderen Geschmackserlebnissen.
Seit Meik Kraft in der Küche steht, war ich nun zum dritten Mal im Gasthaus und stelle fest, dass sich Meik anscheinend frei geschwommen hat. Seine besonderen Kreationen bietet er auf einer besonderen Wochenempfehlung seinen Gästen an. Diesmal waren es eine Vorspeise, zwei Suppen, sieben Hauptgerichte und ein Dessert.
Aus diesen Gerichten stellte ich mir ein drei Gang Menü zusammen.
Kartoffelsuppe mit Blutwurstpraline 3,90 €
geschmorte Ochsenbacke, Serviettenknödel und Rotkohl 14,50 €
Lebkuchen Crème Brûlée mit Bratapfelkompott und Spekulatiuseis 5,50 €
Kartoffelsuppe
Kartoffelsuppe mit Blutwurstpraline
Eine sämige Suppe, der leider der letzte Pfiff in Punkto Würze fehlte. Etwas Muskat z.B. hätte den letzten Pfiff gegeben. Sehr interessant die Praline. Die Blutwurst in einer frittierten Kartoffelhülle. Gute Umsetzung von regionalen Produkten
Ochsenbacke mit Rotkraut
geschmorte Ochsenbacke, Serviettenknödel und Rotkohl
Mürbes Fleisch, schmackhafter Rotkohl. Lediglich die gebratenen Serviettenknödel waren etwas belanglos. (Fertigprodukt?)
Lebkuchen
Lebkuchen Crème Brûlée mit Bratapfelkompott und Spekulatiuseis
Vorweihnachtliche Geschmackssymphonie. Beim Anrichten wäre es wahrscheinlich sinnvoller gewesen, das Eis nicht direkt auf den Kompott zu legen. Die Gewürze bei Eis und Kompott waren fast identisch.
Fazit: Für die nordhessische Region eine gute Küche. Dies kann aber nach meiner Auffassung nur der erste Schritt sein, Meik Kraft hat noch weiteres Potenzial um die Küche weiter voranzubringen.
Getrunken an dem Abend habe ich alkoholfreies Bier, da ich mit dem Auto unterwegs war. Durch die beiden anderen Besuche im Gasthaus Kraft weiß ich allerdings, dass die Weinauswahl nicht besonders ist. Hier sollte sich die Familie Kraft doch einige gute, preiswerte deutsche Weiß- und Rotweine in den Keller legen.
Der Anfang ist gemacht, man ist auf dem richtigen Wege.