Manoir de Rétival bei David Goerne

Manoir de Rétival – Caudebec-en-Caux

Für Samstagmittag hatten wir im Manoir de Rétival bei David Goerne reserviert. Ein besonderer Ort mit einem großartigen Restaurant, das schon öfters besucht wurde und als wir schließlich den Entschluss fassten wieder einmal dort einzukehren, war die Vorfreude groß. Auf der A13 begegneten wir erstmals dem neuen Bezahlsystem – eine echte Überraschung, denn es war überraschend unkompliziert. Nach unserer Rückkehr nach Baunatal funktionierte die Abrechnung reibungslos.

Gegen Mittag erreichten wir unser Ziel und bezogen das sogenannte Dschungelhaus. Das war ein Erlebnis für sich! Es bot alle modernen Annehmlichkeiten, obwohl der Weg dorthin durch dichtes Gebüsch und über unebenen Boden ganz schön abenteuerlich war.

David Goerne hatten wir bereits 2011, 2014 und zuletzt 2022 besucht. Nach dem Besuch 2014 hatte ich begeistert geschrieben: „David Goerne ist auf dem Weg zum Stern. Ein Menü ohne Schwachpunkte.“ Zwei Jahre später, 2016, wurde er tatsächlich mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Und 2020 folgte der „Grüne Stern“ für Nachhaltigkeit – ein echt beeindruckender Werdegang!

Oft liest man, dass David der erste Deutsche war, der in Frankreich einen Stern erkocht hat. Das stimmt so nicht – Michaela Peters, Lutz Janisch und Fabian Feldmann hatten bereits zuvor mit ihren Restaurants Michelin-Sterne erworben.

Das Mittagsmenü durften wir dann auf der Terrasse des Restaurants Platz nehmen und genossen ein mehrgängiges französisches Menü von 12:45 Uhr bis fast 17:00 Uhr. Besonders die Weinauswahl war ein Genuss für sich! Der Blick auf die Seine und die Pont de Brotonne war einfach herrlich.

Der Auftakt begann mit Champagner und einer Sichuan-Pfefferblume als ersten Gruß aus der Küche. Danach kam eine überbackene Auster mit Kaviar – ein wahrer Gaumenschmaus. Es folgte Tomatenschaum mit Basilikum-Sorbet und Heilbutt, der einfach perfekt abgestimmt war.

Das folgende Menü war dann wirklich sinnlich und überraschend! David liebt es zu experimentieren und präsentiert lokale Produkte immer aufregend anders. Ein Highlight war sicherlich die Variation von der Gänseleber, die diesmal mit Birne statt Apfel serviert wurde – einfach zart schmelzend. Auch die Ravioli gefüllt mit Leber und viel Trüffel waren ein Gedicht. Er legt wert drauf, dass  die Foie gras nicht gestopft ist, er bezieht diese von einem Bio Bauern aus der Umgebung.

Ein weiterer Gang lieferte eine Schale mit 10-15 verschiedenen Gemüsesorten, passend zur Jahreszeit und mit reichlich Spargel. Auf die kalten Gänge folgte heißes Chawanmushi, garniert mit Kaviar, bevor der Fischgang mit grünem Spargel und einer intensiven Sauce auf den Tisch kam. Das für die Normandie typische Apfelsorbet rundete das Ganze ab. Bevor die Taube serviert wurde, gönnten wir uns noch eine Scheibe Wagyu Beef und eine ganze Trüffel – ein eher luxuriöses Vergnügen!

Das Dessert? Seine eigene Interpretation eines Käsekuchens, gefolgt von Café Noire, gereiftem Calvados und hausgemachten Pralinen.

Bei den Weinen wechselte David gekonnt zwischen französischen Tropfen (Sauternes 2001), einem Riesling von der Mosel und Rotweinen von der Rhône sowie einem Merlot aus dem Veneto. Alle Gänge waren fein abgestimmt, und die verwendeten Produkte standen immer im Vordergrund.

Es war ein großartiges Erlebnis. Obwohl zwischen der Baunatal und Caudebec-en-Caux fast 760 km liegen, werden wir definitiv das Restaurant G.a., das Manoir de Rétival und David Goerne mit seiner Mannschaft wieder besuchen.

 L’Atelier du goût- Vire Normandie 2025/05

Am Stadtrand von Vire Normandie glänzt ein kulinarisches Juwel: „L’Atelier du goût“, geführt von den talentierten Köchen Clément Gosselet und Jordan Lebascle. Das Restaurant hat sich rasch einen Namen gemacht und strebt nach Höherem. Schon jetzt genießen die beiden positive Kritiken im Michelin-Guide und im Gault Millau. Letzterer hat ihnen eine Haube verliehen – ein Beweis für ihre Qualität und Innovationskraft. Diese Auszeichnung spiegelt ihr Engagement für exzellente Kochkunst und ihren Willen zur ständigen Weiterentwicklung wider.

Die Chefköche verbinden gekonnt die Tradition der französischen Küche mit modernen Einflüssen und schaffen so einen unverwechselbaren Stil. Ihre moderne und saisonale Regionalküche schöpft aus dem reichen Angebot der Normandie und ihrer lokalen Erzeuger. Die Gerichte überzeugen nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch – ein Markenzeichen, das sie in der Gastronomie von Vire heraushebt.

L’Atelier du goût unter der Leitung von Gosselet und Lebascle ist auf dem besten Weg, die kulinarische Landschaft der Normandie nachhaltig zu prägen. Die bisherigen Auszeichnungen und hervorragenden Kritiken belegen das Talent und die Ambitionen des Hauses. Es bleibt spannend, ob bald ein Michelin-Stern und weitere Ehrungen folgen.

Der Gastraum

Amuse Bouche

Marmorierte Foie Gras mit Rotwein, Veilchen-, Birnen- und Pekannuss-Senf

Langustinen in Texturspielen, Frische Kräuter, spritziger Granny Smith und Bergamotte

Edler Fisch aus heimischer Fischerei (Adlerfisch) Mit den Aromen einer Carbonara, Morcheln und zarten Kartoffeln mit Wakame

Ente auf zwei Arten – Niedrigtemperaturbrust, Ketchup aus schwarzen Johannisbeeren
– kandierte Keule in Zibet, Kakao und grünem Spargel.

Dabei hat uns die Keule besonders gut gefallen

knusprige Timbale, alles aus Schokolade, Gianduja-Praliné bzw.

Erdbeeren in allen Formen, Knuspriges Shortbread und Basilikum

Die Weine

Vrai Normand-Vire 2025/05

Ein kulinarischer Abend bei Michel Wahl

Nach über 35 Jahren der kulinarischen Prägung im Herzen von Vire hat Michael Wahl mit seinem Restaurant „Vrai Normand“ nicht nur die Geschmäcker der Region, sondern auch die Herzen der Gäste erobert. Seit Februar 2015 trägt das Haus stolz den Titel „Maître Restaurateur“, ein Zeichen für hohe Gastronomie und echte Leidenschaft. Hier setzt man konsequent auf regionale und saisonale Küche – ein Konzept, das wir immer wieder gerne aufs Neue erleben.

Die Atmosphäre im Restaurant ist durchweg einladend. Bei unserem letzten Besuch wurden wir von Valerie Wahl, der charmanten Gastgeberin, und ihrem aufmerksamen Team wie alte Freunde empfangen. Man erkennt sich sofort wieder und diese persönliche Note macht das Restaurant zu einem ganz besonderen Ort. Das ist es, was uns immer wieder zurückkommen lässt!

Neben einer umfangreichen à la carte-Auswahl bietet das Vrai Normand zwei Menüs für 34,50 € bzw. 45 € an, sowie ein Kindermenü für 14,50 €. Unsere Wahl fiel auf einige regionale Klassiker: Andouille de Vire, den Käse der Normandie und die berühmte Apfeltarte. Diese Gerichte zelebrieren die kulinarische Vielfalt der Region.

Allerdings muss ich gestehen, dass der Abend diesmal nicht ganz das gewohnte Niveau erreichte.

Wir starteten mit Schnecken nach Burgunder Art, gratiniert mit einer köstlichen Kräuterbutter. Diese Vorspeise war wirklich gelungen – aromatisch und perfekt, um mit etwas frischem Baguette getunkt zu werden. Ein gelungener Auftakt, könnte man sagen!

Als Hauptgericht wählten wir die Spezialität der Stadt: die Andouille de Vire. Ich entschied mich für die warme Wurst mit Porree, während Irmtraud die Version mit Ananas-Chutney und Cidre-Sauce probierte. Beide Gerichte waren solide, doch der gewisse „Wow-Faktor“ fehlte dieses Mal. Das Anrichten war leider nicht ganz überzeugend – und das habe ich bei früheren Besuchen ganz anders erlebt.

Auch das Apfelsorbet mit Calvados, (Trou Normand) konnte uns nicht ganz überzeugen. Es hatte einige Eiskristalle, und die Cremigkeit, die wir so schätzten, fehlte dieses Mal.

Der Käse aus der Normandie war jedoch wie gewohnt ein Genuss, und die Apfeltarte mit Caramelleis bildete den Abschluss unseres Essens.

Zum Ausklang gönnten wir uns noch einen Café Noire, mit drei kleinen Süßigkeiten sowie einen Schluck Calvados.

Fazit: Trotz kleiner Mängel bleibt das Vrai Normand für uns ein kulinarisches Juwel. Vielleicht war es nur ein Ausrutscher. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um zu sehen, ob das Restaurant an einem anderen Abend sein volles Potenzial entfaltet. Schließlich gehört es zu unseren Traditionen, neue Geschmäcker zu entdecken und alte Bekanntschaften zu pflegen – und genau das macht den Charme dieses Ortes aus!

Ich bewerte diesmal mit 6.5 von 10 Punkten

La Mère Poulard 2025/05

3 Boulevard de l’Avancée, 50170 Le Mont-Saint-Michel, Frankreich

Einmal Mère Poulard – und nie wieder

Endlich war es so weit: Der Moment, auf den wir so lange gewartet hatten. Vor dem legendären Restaurant Mère Poulard standen wir, voller Vorfreude – vor allem auf das berühmte Omelett. Der Eingang mit dem offenen Kamin, in dem das Omelett zubereitet wird, versprach eine besondere Atmosphäre. Über die Preise? Kein Kommentar. Wer will, kann sich online informieren.

Unser Tisch am Fenster mit Blick auf die Rue war um 19 Uhr bereit. Die neugierigen Blicke der Passanten ließen wir gelassen an uns abprallen. Traditionell starteten wir mit einem Glas Champagner – diesmal ein gut gekühlter Taittinger Brut Réserve für  17 Euro. Bis hierhin lief alles glatt.

Dann kam die Weinkarte. Schweigen wir lieber. Manchmal ist es klüger, nichts zu sagen, als über etwas zu sprechen, das man nicht genießen konnte. Zum Omelett bestellte ich ein Glas Chablis für 14 Euro, das zusammen mit dem Champagner serviert wurde. Als ich mich beschwerte, dass der Wein immer wärmer wurde und kaum noch trinkbar war, blieb der Service stumm.

Das Omelett selbst? Ja, ich habe es probiert. Ich wählte „La Paysanne“ mit Speck, Kartoffeln und Salz. Das Hummer-Omelett war – am frühen Abend! – bereits ausverkauft. Obwohl ich froh bin, diesen Klassiker endlich gekostet zu haben, muss ich sagen: Es war nichts Besonderes. Fluffig, ja, und handwerklich gut gemacht, aber der Hype hatte meine Erwartungen zu hochgeschraubt. Irmtraud und ich teilten uns das Omelett, das ich selbst aufteilen musste, da der Oberkellner sich nicht zuständig fühlte. Ein wenig enttäuschend.

Zusätzlich bestellten wir das berühmte Kotelett vom Salzwiesenlamm und die Seezunge als Tagesgericht. Kurz gesagt: Beide Gerichte waren eine Katastrophe. Das Lamm war zäh und ungenießbar, also schickte ich es zurück – ohne jegliche Reaktion des Personals. Es tauchte zwar nicht auf der Rechnung auf, aber das war nur ein schwacher Trost.

Die Seezunge, mehliert und in Streifen geschnitten, kam mit grünem Spargel – unspektakulär und mittelmäßig.

Der Tiefpunkt? Ein Steak, das uns serviert wurde, obwohl wir es nicht bestellt hatten. Es war ungenießbar: optisch Medium rare, aber voller Sehnen und Muskeln, sodass es sich nicht schneiden ließ.

Das Dessert hingegen rettete den Abend ein wenig: Das flambierte süße Omelett nach Suzette-Art war ein Genuss.

Der Service bemühte sich, doch der Zauber eines echten kulinarischen Erlebnisses fehlte völlig. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, aber trotz der Enttäuschungen bleibt der Abend unvergesslich – wenn auch aus den falschen Gründen. Insgesamt war es eine Erfahrung, die man abhaken kann. Einmal und nie wieder, wie man so schön sagt.

Beim nächsten Mal vielleicht woanders auf dem Mont – ich denke schon an „Le Logis Sainte Catherine by Mauviel“, dass DER FEINSCHMECKER gerade als „Neueröffnung des Monats“ mit 3 von 5 Punkten ausgezeichnet hat.

Auberge du Val au Cesne 2025/05

Rückkehr zur Auberge du Val au Cesne

2007 besuchten wir bereits die Auberge du Val au Cesne und fühlten uns dort rundum wohl. Die Nachricht vom Eigentümerwechsel 2024 beunruhigte uns nicht – die schönen Erinnerungen blieben lebendig.

Die Anreise zur idyllischen Auberge war ein Vergnügen. Sanfte Hügel und üppiges Grün boten eine willkommene Auszeit vom Alltag. Bei unserer Ankunft empfing uns der Hausherr herzlich und führte uns zu unserem Zimmer, nur 100 Meter entfernt.

Zimmer Nr. 5 im Dachgeschoss hatte seinen eigenen Charme. Die Stofftapete mit Jagdmotiven verlieh dem Raum eine rustikale Note. Die Dusche war zwar eng, doch das separate WC machte das wett. Wir fühlten uns sofort wohl und entspannten nach der langen Fahrt.

Kulinarische Erlebnisse im Restaurant

Um 19:00 Uhr betraten wir das Restaurant im charmanten normannischen Fachwerkstil. Es strahlte einladende Gemütlichkeit aus. Wir wählten das Menü für 50 € und freuten uns auf die kulinarischen Genüsse.

Ein Glas prickelnder Champagner sorgte für gute Laune. Zwei köstliche Amuse-Bouche verkürzten die Wartezeit auf das Hauptgericht.

Irmtraud genoss als ersten Gang zarten Thunfisch-Tataki in knuspriger Mehrkornkruste mit leichter Gemüsesauce – frisch und leicht!

Ich wählte die Gänseleberpastete des Chefs, ergänzt mit Himbeerkonfit und geröstetem Toast. Ein wahrer Genuss!

Irmtraud freute sich auf ein Steinbutt Filet mit Thymian-Zitronensauce. Der Fisch war fantastisch, schmolz auf der Zunge – doch warum verdeckte die Sauce den Fisch? Schade, denn er hätte mehr Aufmerksamkeit verdient!

Für mich gab es ein Lammkarree mit Kräuterkruste und reduziertem Lammjus. Das Fleisch war medium rare, doch der Teller sehr überladen.

Natürlich durfte der Käsegang in der Normandie nicht fehlen!

Nach den Hauptgerichten folgten zwei interessante Desserts:

Irmtraud genoss eine neu interpretierte Zitronentarte mit Baiser – erfrischend und lecker!

Ich wählte Profiteroles mit Pistaziencreme und heißer Schokolade – ein süßer Traum!

Zum Dinner wählten wir einen Chablis und zum Lamm einen Côtes du Rhône. Zum süßen Abschluss gab es Kaffee und Calvados.

Fazit: Zufrieden und glücklich lehnten wir uns zurück und genossen die wunderbare Atmosphäre. Prost auf eine interessante normannische  Küche, ich gebe 6.25 von 10 Punkten, und die schönen Momente, die wir hier erlebten!

La Vallée Verte – Hohenhaus 2025/05

Der Abend im Restaurant Le Valle de Verte begann vielversprechend in der Kamin Lounge, der bereits die Vorfreude auf das folgende Menü anheizte. Mit einem Glas prickelndem Champagner in der Hand wurden wir von einer Auswahl an Amuse-Bouches empfangen, die wie kleine kulinarische Kunstwerke daherkommen. Doch trotz dieser verheißungsvollen Auftaktstimmung war der positive Eindruck nur von kurzer Dauer.

Die kleinen Häppchen, die kunstvoll auf den Tellern angerichtet waren, gaben einen ersten Hinweis auf die kreative Herangehensweise der Küche. Eine Kombination aus regionalen und überregionalen Produkten sollte uns auf den späteren Gang einstimmen. Dennoch kam schnell der Gedanke auf, dass weniger vielleicht mehr gewesen wäre. Die Portionen waren derart winzig, dass einige der exquisiten Spezialitäten, darunter der gebeizte Rehrücken aus dem eigenen Forst und die Rinderstracke von der Metzgerei Opper, kaum zur Geltung kommen konnten. Auch wenn es charmant ist, Vielfalt zu bieten, hätte ich mir gewünscht, dass die Aromen der einzelnen Komponenten besser zur Geltung kämen.

Besonders die gehaltvolle Consommé vom Hohenhauser Wild, Praline vom Braunen Bergschaf, Lachstatar und das Gazpacho schienen, trotz ihrer handwerklichen Qualität, im Getümmel der Miniaturen unterzugehen. Das Konzept, eine Vielzahl an Speisen zu servieren, führte dazu, dass man letztlich wenig Eindruck von den einzelnen Gerichten gewann. Insgesamt hinterließ der Beginn des Abends ein gemischtes Gefühl. Die Ambitionen der Küche sind unbestreitbar – insbesondere die Unterstützung lokaler Produzenten ist lobenswert.

Das Menü servierte man im Gourmetrestaurant. Von den 15 Plätzen waren an diesem Abend nur vier besetzt. Am nächsten Abend war das Gourmet Restaurant  geschlossen. Das Menü umfasste sechs Gänge, dazu Pralinés und Petit Fours. Zusätzlich schob man einen Gang mit Steinbutt ein. Wir entschieden uns für die Weinreise. Besonders gefiel uns der 2023er Sauvignon Blanc vom Weingut Aldinger und der 2023er Viognier vom Weingut Zeter. Enttäuscht waren wir vom 2022er Oberberger Bassgeige Grauburgunder von Franz Keller.

Das Menü begann mit Makrele aus Skagen, Dänemark, begleitet von Karotten und Bachkresse. Weiter ging es mit Kaisergranat aus Dänemark, Stachelbeeren, Nussbutter und Apfel. Besonders gut gefiel uns der geflämmte Lachs, in Honig gegart, mit Bucheckerncreme, Beurre Blanc und Pfeffer.

Danach schob man den zusätzlichen Gang mit Steinbutt ein.

Während die bisherigen Produkte überwiegend aus Dänemark stammten, kamen die nächsten beiden Gänge aus der Region. So etwa das Bioland-Huhn vom Nordhof Willershausen mit Petersilienwurzel und Frühlingssalat. Der beste Gang war der Rehrücken aus eigener Jagd mit Rhabarber und Cumberlandsauce. Als Dessert dann geräucherte Schokolade, etwas Blauschimmel und schwarzem Trüffel. Danach folgten Pralinés und Petit Fours.

Zum Abschluss gab es Kaffee und zwei interessante Digestifs: einen 25 Jahre alten Nordhäuser Korn, der überraschend dunkel war und hervorragend schmeckte. Noch übertroffen wurde dieser von einem fast 50 Jahre alten Calvados aus dem Hause Dupont in der Normandie. Laut Etikett wurden die Äpfel 1975 geerntet, bis 2016 im Holzfass gelagert und dann abgefüllt. Besonders angenehm war die feine Ausgewogenheit zwischen Frucht und Holz.

Fazit: Ein Menü, das insgesamt gefiel. Produkte aus Dänemark und der Region dominierten. Der Service an diesem Abend war tadellos. Meine Bewertung: 7+.

Amuse Bouche

Makrele

Kaisergranat

Lachs & Honig

Biolandhuhn

Steinbutt

Rehrücken

Schokolade

Pralinés und Petit Fours.

Am Samstagabend ging es zum Essen in den Grill. Zur Vorspeise gab es Beuscherl – Zunge, Herz und Lunge vom Kalb – mit Wurzelgemüse und Rahm. Eine seltene Delikatesse, die mir ausgezeichnet schmeckte. Als Hauptgang folgte geschmortes Bergschaf mit Kartoffelstampf und Bohnengemüse. Das Fleisch hätte allerdings zarter sein können. Den Abschluss bildete eine warme Apfeltarte mit Butterstreuseln und Schokoladeeis. Dazu ein Rotwein von Meyer-Näkel und zum Ausklang ein Nordhäuser Korn. Ein rundum gelungener Samstagabend.

Callao Gastro im Hotel Faro

Callao Gastro & Ocean Lounge

Das À-la-carte-Restaurant setzt auf eine Kombination aus hochwertiger Küche und erstklassigem Service. Die Entscheidung, das Restaurant in eigener Regie zu führen, zeigt das Bestreben, den Gästen ein unverwechselbares kulinarisches Erlebnis zu bieten. Der Fokus liegt auf frischen, regionalen Zutaten, die kreativ und geschmackvoll zu interessanten Gerichten verarbeitet werden. Die Speisekarte bietet eine ausgewogene Auswahl an Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts, die sowohl traditionellen kanarischen als auch moderne Einflüsse widerspiegeln.

Bei einem Besuch des Restaurants kann man die  Aussicht auf das Meer genießen, was das Mittagessen zu einem besonderen Erlebnis macht. Die Atmosphäre ist angenehm und einladend, mit einer geschmackvollen Einrichtung, die das maritime Ambiente unterstreicht. Das Lichtspiel des Sonnenlichts auf dem Wasser verleiht der Terrasse eine besondere Note.

Das Personal ist durchweg aufmerksam und hilfsbereit, was den Besuch zusätzlich bereichert. Die Mitarbeiter sind bestens geschult und verfügen über umfangreiche Kenntnisse der Speisen und Weine, sodass sie den Gästen bei der Auswahl der Gerichte und der passenden Begleitgetränke kompetent zur Seite stehen können. Diese Kombination aus exzellentem Essen und erstklassigem Service sorgt dafür, dass jeder Besuch im Restaurant zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Obwohl das Restaurant derzeit nur mittags geöffnet ist, lädt die angrenzende Bar bis 19:00 Uhr dazu ein, den Nachmittag bei einem Drink ausklingen zu lassen. Hier können die Gäste eine Auswahl an erfrischenden Cocktails, erlesenen Weinen und anderen Getränken genießen, während sie die entspannte Atmosphäre und den Blick auf das Meer weiter genießen. Diese gelungene Symbiose aus Gastronomie und Gastfreundschaft macht das À-la-carte-Restaurant zu einem neuen Highlight in der Region.

Carpaccio vom Rind

Tunfisch

Carpaccio von der Garnele, mit fritierten Köpfen

Carpaccio  vom Goldbrasse

Restaurant Kabuki – Gran Canaria

Restaurant Kabuki

Gran Canaria ist nicht gerade als Paradies für Feinschmecker bekannt. Derzeit gibt es  fünf Michelin-Sterne-Restaurants in Gran Canaria. Zwei im Süden  und drei in der Hauptstadt. Maspalomas und Playa de Ingles sind bisher leer ausgegangen. In Maspalomas/  Meloneras gibt es mit dem Restaurant Kabuki ein Geheimtipp, den man nicht verpassen sollte. Direkt an der Promenade von Maspalomas gelegen, vereint es japanische und mediterrane Küche auf meisterhafte Weise. Ein japanisches Restaurant am Strand von Gran Canaria mag ungewöhnlich klingen, doch das Kabuki, Teil der renommierten Kabuki-Kette und im Hotel Lopesan Costa Meloneras beheimatet, überzeugt vom Gegenteil.

Schon beim Betreten beeindruckt der Blick auf das Meer und den ikonischen Leuchtturm von Maspalomas. Die große Fensterfront flutet den Raum mit Licht und schafft ein einladendes Ambiente – ideal für ein kulinarisches Abenteuer. Die Speisekarte verbindet japanische und mediterrane Einflüsse und setzt auf die besten lokalen Zutaten, um unvergleichliche Geschmackserlebnisse zu bieten. Ob à la carte oder als Degustationsmenü: Jedes Gericht begeistert mit raffinierten Aromen und kunstvoller Präsentation. Es macht Freude, die kreativen Kompositionen zu entdecken und sich von der Fantasie der Küche überraschen zu lassen.

Ein weiteres Highlight ist die erlesene Auswahl an Kanarischen Weinen, Sake und japanischem Whiskey, die jedes Gericht perfekt ergänzt. Der aufmerksame, freundliche Service rundet das Erlebnis ab und lässt Gäste sich willkommen fühlen.

Sashimi

Lachs Tatar picante

Wagyu nigiri

Thunfisch tataki

Mango

Sake

Essen im Hotel Faro – April 2024

Wir hatten diesmal Halbpension gebucht und mussten am Tag der Anreise wohl angeben, zu welcher Uhrzeit wir frühstücken und Abendessen wollten. Beide Zeiten wurden jedoch nie kontrolliert, was uns die Freiheit gab, zu den Mahlzeiten zu gehen, wann es uns am besten passte. Diese Flexibilität trug erheblich zu unserem entspannten Aufenthalt bei.

Das Frühstück bot alles, was man von einem 5-Sterne-Hotel erwarten kann. Sowohl à la carte als auch am Büffet war die Auswahl groß und vielfältig. Die Qualität der Speisen war durchweg hoch, und wir genossen es, jeden Morgen ein Glas Cava zu uns zu nehmen, was den Start in den Tag besonders festlich machte. Von frischen Früchten über verschiedene Brot- und Gebäcksorten bis hin zu einer Auswahl an warmen Speisen war für jeden Geschmack etwas dabei.

Abends erfreuten wir uns an der köstlichen Küche des Hotels, die uns stets aufs Neue begeisterte. Die Atmosphäre im Restaurant und auf der Terrasse war angenehm und einladend, und während wir die exquisiten Gerichte genossen, hatten wir die Möglichkeit, die atemberaubenden Sonnenuntergänge zu beobachten, die Gran Canaria so berühmt machen. Diese kleinen, aber bedeutenden Momente machten unseren Urlaub unvergesslich.

Ein weiteres Highlight war die Aufmerksamkeit des Servicepersonals. Ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, betrifft meinen letzten Aufenthalt vor drei Jahren, als ich ein Filetsteak dreimal zurückgeben musste, da es nicht wie bestellt medium rare war. Diesmal jedoch war das Steak sofort perfekt zubereitet. Auf meinen Hinweis, dass das Fleisch optimal gegart sei, meinte die Servicekraft, sie sei mittlerweile mit meinem Geschmack vertraut. Solche kleinen Gesten zeigen, wie sehr sich das Personal um das Wohl der Gäste bemüht.

Die Erinnerungen an unsere Zeit im Hotel Faro sind nach all den Jahren immer noch lebendig. Wir wissen jetzt, dass wir auch mit ein paar Unannehmlichkeiten eine großartige Zeit verbringen können. Gran Canaria und auch das Hotel Faro bleibt unser Lieblingsziel, und wir freuen uns schon auf das nächste Mal, um erneut in diese wunderbare Atmosphäre einzutauchen und die herzliche Gastfreundschaft zu erleben.

Bouillabaisse, Rouille

Kleiner Salat vom Büfett

Filetsteak medium rare, Pilze

Käse- Schinkenteller

Süßes vom Büfett

Sonnenuntergang

ENO Kassel

Wir leben in Kassel und Umgebung in einer kulinarischen Diaspora. Nur wenige Restaurants schaffen es in die bekannten Restaurantführer. Im Gault Millau 2025 erhält die Tapas- und Weinbar Eno eine schwarze Haube. Auch die Weinkarte wird gelobt.

Vor den schönen Altbauräumen am Kasseler Goethestern, mit blanken Tischen unter hohen Stuckdecken, liegt eine kleine Terrasse. Im Sommer haben wir sie bereits genutzt. Die Atmosphäre ist locker und entspannt, voller Altbau-Charme.

Beim Eintreten fällt der Blick auf die offene Küche. Hier kann man dem engagierten Team beim Zubereiten der Gerichte zusehen. Neben den Einsteiger-Tapas auf kleinen Tellern gibt es auch Fleisch- und Fischgerichte. Die Karte ist klein, bietet aber eine interessante Vielfalt: vom Arktischen Saibling über Tatar vom Weiderind bis hin zum Duroc Iberico Schweinebauch. Die Preise sind angemessen: Tapas kosten zwischen 15 und 17 €, Hauptgerichte zwischen 18 und 29 €, Desserts zwischen 8 und 12 €.

Zum Auftakt gab es ein sehr gutes Brot mit kleinen Dips.

Arktischer Saibling (versteckt) unter Birne , Radieschen und Senfsaat.

Gelbschwanzmakrele gebeizt

Pulpo aus der Tagesempfehlung

Schweinebauch mit Rotkraut (Der beste Gang des Abends)

Tagliata vom Rind, Pimentos del piquuillo und und Kürbis ( Das Fleisch optimal gebraten)

Apfel-Mandel Tartellete mit Feigen Eis.