Aux Armes de Bruxelles -2026

Am Montagabend hatten viele Restaurants geschlossen – darunter auch das Sternerestaurant Comme chez Soi. Andere machten noch Betriebsferien oder lagen zu weit von meinem Hotel entfernt. Schließlich wählte ich das Aux Armes de Bruxelles, ein legendäres Traditionshaus im historischen Herzen Brüssels. Den Hinweg ging ich zu Fuß, zurück nahm ich ein Taxi.

Die Brasserie, 1921 gegründet, steht im Viertel Ilôt Sacré, nur wenige Schritte von der Grand-Place entfernt, und gilt als echte Brüsseler Institution. Ich wollte Austern, Muscheln und ein gutes Steak mit Pommes – also genau die Klassiker, für die Brüssel berühmt ist.

Ich hatte reserviert und wurde herzlich empfangen. Von meinem Platz aus blickte ich in einen der beiden Gasträume. Der Abend begann mit leisem Stimmengewirr, an den Tischen herrschte konzentrierte Gelassenheit. Gäste aus nah und fern genossen den Moment, bevor die Kellner mit routinierter, aber aufmerksamer Präsenz erschienen.

Auf einen Aperitif verzichtete ich und bestellte zunächst drei Austern und ein Glas Muscadet sur Lie. Beides kam nach angenehmer Wartezeit in perfekter Temperatur auf den Tisch. Dazu reichte man Baguette und Salzbutter.

Nach den Austern folgte eine dampfende Schüssel Muscheln in Weißwein-Sauce. Die Muscheln zeigten sofort ihren salzigen Charakter, gepaart mit der feinen Säure des Weins. Dazu gab es ein weiteres Glas Muscadet sur Lie.  Vor vielen Jahren hatte ich in Brüssel gelernt, wie man Muscheln isst: ganz einfach mit der Hand. Die erste Muschel löst man für den ersten Bissen ausnahmsweise mit einer Gabel. Die leere Doppelschale dient dann als kleine Zange. Mit dieser „Schalenzange“ zieht man die nächsten Muscheln mit einer leichten Drehung heraus.

Als Hauptgericht kam ein zartes Steak, medium rare, mit einer großzügigen Portion Pommes Frites. Das Fleisch war leicht marmoriert, sämig im Kern und außen fein angegrillt. Dazu gab es einen kleinen Salat und eine gefüllte Tomate. Die Pommes waren außen extrem knusprig, innen wunderbar weich und luftig – so, wie man sie in Belgien erwartet.

Dazu trank ich eine 0,375-l-Flasche Rotwein aus Saint-Émilion.

Zum Abschluss ein Klassiker der französischen Küche: Crêpes Suzette mit einer Kugel Vanilleeis. Der Kellner bereitete das Dessert gekonnt am Tisch zu.

Fazit: Ein schöner, ruhiger Abend in angenehmem Ambiente. Es müssen nicht immer Sterne über dem Restaurant schweben.

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