Nach dem Kurztrip in Erfurt dann Abendessen im St. Georg zu Dieterode. Die Übernachtung erfolgte wie auch im vergangenen Jahr in der Auberge Eichsfeld. Beschreibung siehe hier. Auch im St. Georg hat sich seit dem vergangenen Jahr nichts verändert.
Garten 01
Überdachter Balkon
Flammkuchen
Flammkuchen
Als Auftakt ein Tarte flambée. Reichlich belegt mit Pfifferlingen, Gemüsezwiebeln und Munsterkäse. Der Teig im Holzofen kross gebacken. Ein gelungener Auftakt.
Fischsuppe
Fischsuppe
Auch die Fischsuppe konnte überzeugen. Eine herzhaft gewürzte Fischbrühe, reichlich Einlage von Fisch und Gemüse.
Linsen
Linsen. Als Zwischengang. Linsen mit Pulpo und einem kleinen Salat.
Saibling
Saibling. Der Fisch saftig gegart, die Kartoffeln leider sehr, sehr al dente.
Taube
Taube. Die Taube auf den Punkt gebraten, dazu Pfifferlinge, Erbsen und Lorbeerkartoffeln.
Lammhaxe
Lammhaxe. Fast schon zu viel. Saftige Haxe mit geschmorten Fenchel und einer leichten Sauce.
Aprikosentarte
Aprikose. Als Abschluss Aprikosentarte und Aprikosensorbet. Das Sorbet ein wenig hart, die Tarte schmeckte nach mehr.
Zu den Weinen. Sommelier Markus hatte wieder eine gute Auswahl getroffen. Vom Riesling aus dem Elsass für die Tarte flambée, Silvaner vom Weingut Pawis (Saale/Unstrut) und Rotwein aus Baden für Taube und Haxe.
Wer als Syltbesucher und Gourmet Schwellenängste vor dem Gourmetrestaurant Jörg Müller hat, dem kann ich nur Empfehlen im Pesel den ersten Versuch bei Jörg Müller zu machen. Er wird es bestimmt nicht bereuen.
Leider war ich nur zu einer kurzen Stippvisite nach Sylt gekommen. Der es regnete hatte ich „Radfrei“. Bei Sonnenschein hätte ich der Insel mit dem Rennrad einen Besuch abgestattet, aber ohne Mittagessen.
Sehr freundlichen Empfang durch die Damen im Restaurant. Begleitung zum Tisch und die Frage nach einem Aperitif wurde mit “bitte den Hausaperitif“ beantwortet. Brot und kleine Brötchen kamen schnell an den Tisch, dazu Salzbutter. Als Amuse Bouche ein Artischockenmousse.
Aus dem Pesel-Menü wählte ich dann folgende Gänge:
Sashimi von Bonito mit Algensalat
Lachs-Zanderklößchen mit Nordseekrabben in Hummersauce
Deichlamm auf zwei Arten
Limonen – Panna Cotta
Dazu ein Weißburgunder von Hunn und ein Spätburgunder.
Der Abschluss dann mit einem Espresso sowie einen Mirabellenbrand. Beratung und Service durch die Damen überzeugten. Man merkte, dass es den Damen Spaß machte zu beraten und zu bedienen.
Für Sylter Verhältnisse ein günstiges Mittagsessen.
Sashimi von Bonito
Sashimi von Bonito mit Algensalat
Lachs-Zanderklößchen
Lachs-Zanderklößchen mit Nordseekrabben in Hummersauce
Deichlamm auf zwei Arten
Deichlamm auf zwei Arten mit mediterranem Gemüse und Rosmarinkartoffeln
Bei unserer Radtour in Richtung Norden wurde am dritten Tag im Hotel Cap Polonia in Pinneberg übernachtet und auch das Abendessen eingenommen. Mit der großen Gruppe (30 Personen) wurde in einem separaten Raum gespeist. Die runden Tische, mit weißen Tischdecken eingedeckt, waren sehr schön dekoriert ohne überfrachtet zu wirken. Bereits vorher hatten wir uns auf ein Menü verständigt.
Die Bedienung, bestehend aus jungen Damen und Herren, nahmen die Getränke, überwiegend nicht alkoholisch, auf und diese wurden dann auch recht flott serviert, auch die Temperaturen der Getränke stimmten.
Nach einem Amuse Bouche wurde der erste Gang serviert.
Erbsencremsuppe mit Kräutern
Eine Erbsencremesuppe mit Kräutern. Sehr schön abgeschmeckt, mit kleinen Fleischbällchen, die Kräuter nicht dominierend.
Poularde mit Kohlrabi
Nach einer wohltuenden Pause dann der Hauptgang.
Poulardenbrust mit Kohlrabi und Kartoffelpüree. Die Brust auf der Haut kross gebraten und schön saftig. Häufig wird ja gerade Poulardenbrust recht trocken serviert, hier allerdings nicht. Die Kohlrabiwürfel, in Sahne gegart, al dente serviert mit einer leichten braunen Sahnesauce. Das Püree schön schlotzig und leicht.
Ich bestellte mir noch ein Limonen- Joghurtmousse.
Zitronenschaum
Im Glas serviert mit Kompott von Blaubeeren und Vanille. Ein sehr leichtes Dessert zum Abschluss. Mit 8 € war lediglich der Preis ziemlich happig.
Insgesamt ein stimmiges Abendessen im Cap Polonia.
Wer in einem Dorf mit 2500 Einwohnern ein Restaurant mit gehobener Küche eröffnet und betreibt muss entweder ein wenig verrückt oder von seinem Können überzeugt sein. Auch wenn die Großstadt Frankfurt/Main im Rücken ist, wird immer ein wirtschaftliches Restrisiko bleiben. Grossfeld, der bei Schubeck gelernt und hier sowie u.a. im Tantris gearbeitet hat, bietet eine Küche mit Zutaten aus der Region an. Diese werden zu außergewöhnlichen Kreationen und auf höchstem Niveau zubereitet und serviert.
Neben der Speisekarte wird das Tagesmenü auf einer großen Schiefertafel angeboten.
Durch den Rosengarten betritt durch die weit geöffneten Fenstertüren den Gastraum. Der hohe Raum des Fachwerkgebäudes wird durch sichtbare Holzbalken und weißen Gefachen abgeschlossen. An den Wänden ist rot die dominierende Farbe. Die schwarze Schiefertafel wirkt auf der Wand wie ein Gemälde.
An den weiß eingedeckten Tischen ist Platz für ca. 30 bis 35 Personen. Der Gesamteindruck des Gastraumes macht Spaß auf das Kommende.
Bei noch angenehmen Wetter, da sollte sich im Laufe des Abends ändern, nehme ich Platz im Rosengarten. Da ich mit dem Auto unterwegs bin und noch einige Kilometer fahren muss, verzichte ich auf Alkohol. Als Aperitif wird mir ein sehr fruchtiger und wohlschmeckender Cocktail serviert, zum Essen trinke ich „stilles Wasser“.
Im Service arbeiten an diesem Abend ein junger Sommelier und Frau Stifanka Kurbasa, die Lebensgefährtin von Grossfeld. Beiden macht die Arbeit anscheinend sehr viel Spaß und beraten sehr kompetent.
Verschiedene Sorten Brot und Salzbutter stehen schnell auf dem Tisch. Nach dem Studium der Speisekarte entscheide ich mich für ein Viergang-Menü.
Vogelsberger Steinpilze mit Lauch-Nudelblatt-Wachtelei
Maishähnchen-Tomate-Kapern-Reisnudeln
Creme Brulee vom Ziegenkäse mit Zwetschge
Pfirsich und Himbeere
Amuse Bouche
Amuse Bouche
Als Gruß aus der Küche drei Kleinigkeiten. Gurkensorbet mit Wasabi. Ein cremiges Sorbet, Wasabi bringt eine leichte Schärfe ins Spiel. Sahne Jogurtmousse mit einer Gurkengelantine. Die Mousse sehr leicht und die Gelantine nicht gummiartig. Ein völlig anderer Geschmack dann beim Zitrussalat mit Flusskrebs. Beim Zirtussalat erahnte man an den Gewürzen bereits das kommende Weihnachtsfest.
Alle Texturen und Geschmacksrichtungen waren beim Gruß aus der Küche vorhanden. Ein gelungener Auftakt.
Lasagne von Steinpilzen
Vogelsberger Steinpilze mit Lauch-Nudelblatt-Wachtelei
Die ersten Steinpilze des jahres aus dem nahen Vogelsberg. Kurz gebraten und zusammen mit sehr dünnen Nudelblättern als Lasagne aufgebaut. Der frische Lauch brachte eine Gewisse schärfe und Biss an das Gericht. Umgossen wurde das ganze am Tisch mit einer sehr schmackhaften Steinpilz-Sahne Suppe. Ein Wachtel-Spiegelei krönte das Ganze.
Maishähnchen
Maishähnchen-Tomate-Kapern-Reisnudeln
Das Fleisch einem Bressehuhn fast ebenbürtig. Das saftige Brustfleisch in dünne Scheiben geschnitten, das Keulenfleisch in Strudelteig eingepackt, dazu die in Streifen geschnittene krosse Haut. Die reisnudeln mit den Tomaten als Risotto gegart passte mit seiner leichten Säure perfekt zum zarten Fleisch. Säure brachten auch die Kapern an das Gericht. Ein leichter und wohlschmeckender Gang,
Ziegenkäse
Crème brûlée vom Ziegenkäse mit Zwetschge
Man macht ja mittlerweile fast aus jedem Produkt eine Crème brûlée. Hier passten der leichte Käse und die knackige Süße hervorragend zusammen. Eine gewisse Säure brachte der Zwetschgenkompott.
Dessert
Pfirsich und Himbeere
Knackig süßer Pfirsich, die Himbeeren mit Vanillecreme gefüllt. Ist bestimmt eine „böse“ Arbeit. Dazu Eis von weißer Schokolade auf Pistazien und ein Tortenstück von der weißen Schokolade. Leider waren die Tupfer von der Pralinencreme viel zu wenig. Das wenige aber sehr lecker.
Zum Abschluss zum Espresso und den köstlichen Pralinen, hergestellt von Stifanka Kurbasa, dann doch noch ein kleiner Schluck Alkohol. Einer „Wilden Marille“ konnte ich nicht wiederstehen.
Ich war schon ein klein wenig enttäuscht bei meinem Mittagsbesuch in der Fischerhütte in Rehbach am Edersee. Zu den zwei ersten Enttäuschungen kann allerdings der Wirt nichts.
Erstens: Kaum Wasser im Edersee
Zweitens: Regen am Mittag
See ohne Wasser
Beim Blick auf die Speisekarte allerdings die dritte Enttäuschung. Wer erwartet, dass hier Fischgerichte überwiegen, hat das verkehrte Lokal ausgesucht. Lediglich vier Fischgerichte stehen auf der Karte und davon nur ein Fisch aus der Region. Warum Red Snepper, Matjes und Makrele? Diese kommen bestimmt nicht aus der Region. Warum muss man eine provenzalische Fischsuppe anbieten? Eine Fischsuppe mit heimischen Fischen wie z.B. Zander, Barsch, Forelle oder Saibling bietet sich hier doch an.
Lediglich Zander als heimischer Fisch stand auf der Karte und diesen bestellte ich dann auch.
Zander
Zanderfilet mit Kräuterbutter, Kartoffeln und Salat.
Das Filet auf der Haut gebraten und war noch recht saftig. Allerdings war das Filet schlecht präpariert. Insgesamt 8 relativ große Gräten holte ich aus dem Fisch heraus. Nach meinen Hinweis bei der Bedienung keine Reaktion aus der Küche.
Satt der Salzkartoffeln hatte ich Bratkartoffeln bestellt. Diese waren schön kross gebraten.
Viel zu viel Salat auf dem Teller und war außerdem mit zu viel Sauce ertränkt worden. Es würde sich anbieten, den Gast zu fragen welche Zubereitungsart er wünscht (Öl, Essig) und den Salat auf einen separaten Teller zu servieren.
Als Dessert bestellte ich „Milchreis mit Waldbeer Grütze“. Erfrischend und entschädigte ein wenig für den Fischgang.
Öffnungszeiten:
Montag und Dienstag Ruhetag,
Mittwoch bis Sonntag von 11.30 – 14.30 Uhr und von 17.30 – 24.00 Uhr
Poststube
Es sind ca. 15 km von der Kasseler Innenstadt bis in das beschauliche Habichtswald Ehlen. Hier steht an der Kasseler Straße der Gasthof „Ehlener Poststuben“. Miroslav Graša, der aus Kroatien stammt und im Schwarzwald seine Ausbildung absolviert hat, ist seit 1994 Inhaber und Chefkoch dieses Gasthofes. Das große Fachwerkhaus, ausgestattet mit Antiquitäten, hat er in dieser Zeit zu einer guten Adresse für Genießer gemacht. Dabei setzt er auf frische Produkte, die möglichst aus der Region kommen.
Die Speisekarte spiegelt diese Philosophie auch wieder. Bei meinen Besuch sah die Karte wie folgt aus:
Ein Menü für 38,50 €, je zwei Gerichte vom Schwein, Lamm, Rind, Geflügel sowie Fisch und Dessert. Alle Gerichte werden auch als „kleine Portionen“ angeboten. Die Preise bewegen sich zwischen 22.80 € für Zander(große Portion) und 7,80 € für Dessert.
In den vier verschiedenen Speiseräumen sitzt man recht gemütlich. Im Raum 1 mit kleiner Theke können ca. 16-20 Personen sitzen. An diesem Abend war das Haus gut besucht. An den Autokennzeichen war zu erkennen, dass der Gasthof auch überregional bekannt ist.
Da ich mit dem Auto unterwegs war, habe ich an diesem Abend auf Wein etc. verzichtet. Die Flasche Mineralwasser, 0,7 l, kostete 4,30 €.
Aus der Karte und dem Menü habe ich mir ein Drei-Gang-Menü zusammengestellt.
Vorspeise: (Kleine Portion 12.80 €)
Lammbratwurst mit kleinen Salat und Steinpilzen.
Die Wurst sehr schmackhaft, aber etwas zu trocken. Der Salat, mit einer leichten Vinaigrette angemacht, war gut sortiert. Die ersten Steinpilze in der Saison waren auf meinen Wünsch in das Gericht mit aufgenommen worden.
Lammbratwurst mit Steinpilzen
Hauptgericht (Kleine Portion 17.80 €)
Zander in der Silberhaut mit geschmortem Gemüse.
Die „Silberhaut“ stellte sich als Alufolie heraus. In dieser war der Fisch gegart worden. Bei dieser Garmethode bleibt der Fisch saftig. Beim Öffnen der Folie entströmte ein wunderbarer Geruch von Kräutern, Wein und Tomate. Das geschmorte Gemüse schmackhaft, aber ein wenig zu kalt.
Zander
Dessert (4,50 €)
Aprikosen-Marsala-Sorbet
Im Original gehören noch Früchte der Saison dazu. Cremiges und nach reifen Aprikosen schmeckendes Sorbet. Vom Marsala Geschmack war leider kaum etwas zu spüren.
Sorbet
Fazit: Ein leichtes und wohlschmeckendes Essen. Ein Wiederbesuch ist bestimmt geplant. Ach ja, zum Schluss doch noch etwas negatives. Zum Auftakt gab es etwas Baguette mit Frischkäse. Das Baguette war leider einseitig angetrocknet. Waren es die aufgeschnittenen Reste vom Mittagstisch? Ich hatte jedenfalls den Eindruck.
Die nordhessische Metropole ist nach wie vor eine kulinarische Diaspora. Blickt man in die Gastroführer, ist von Kassel wenig zu lesen. In den Restaurant Ranglisten 2011 taucht lediglich das Santéim Steinernen Schweinchen, das Restaurant Park Schönfeld und die Osteria in der Jordanstr. auf.
Bei einem Besuch im Steinernen Schweinchen sollte man allerdings genau hinsehen wo man Speisen will. Drei sehr unterschiedliche Richtungen von Restaurants werden angeboten.
Da ist erstens die Gaststube des Steinernen Schweinchens. Im urgemütlichen ehemaligen Gesindehaus bietet die Küche neben leckeren Grillgerichten, die direkt am offenen Kamin zubereitet werden, auch allerlei nordhessische Spezialitäten an.
Da ist zweitens das Santé. Es ist das Hauptrestaurant des Steinernen Schweinchens und hat im Michelin 2011 den begehrten Bib erhalten. Bib Gourmand, ein Prädikat für sorgfältig zubereitete Mahlzeiten zu einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis. In Deutschland sind es insgesamt 386 Häuser, die diese Auszeichnung 2011 erhalten haben.
Da ist drittens das Gourmet Restaurant im Steinernen Schweinchen. Es ist das kulinarische Aushängeschild des Hauses. Hier bietet Chefkoch Jürgen Richter eine leichte und innovative Küche an. Geöffnet ist das Gourmet Restaurant allerdings nur abends und zwar von Mittwoch bis Samstag.
Unser Besuch diesmal galt dem Santé. Jeden Freitag wird ein Tête-à-Tête Menü angeboten, Drei Gänge, dazu eine Flasche Wein werden für 55,00 € angeboten und dies für zwei Personen.
Wir waren zu viert und hatten, wie es sich auch eigentlich gehört, vorbestellt. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und an den Tisch geleitet. Der Tisch war sehr festlich gedeckt und zwei Speisekarten lagen bereits auf dem Tisch.
Brot etc.
Als Aperitif wurde uns u.a. auch das Kultgetränk „Hugo“ empfohlen. In einen echten Hugo gehören Prosecco, Holundersirup, Mineralwasser, Limetten und Minze sowie Eiswürfel. Ein sehr erfrischender und wohlschmeckender Auftakt. Anzumerken ist, dass der Aperitif wie auch später der Espresso, nicht zum Pauschalpreis gehört. Gegen den ersten Hunger standen sehr schnell dreierlei Brot sowie Butter, Schnittlauchquark und geschmorte Perlzwiebeln auf den Tisch. Ein Amuse Bouche wird nicht serviert und ist bei dem Preis auch nicht zu erwarten.
1. Gang 01
Nach einer angenehmen Wartezeit kam der erste Gang auf den Tisch.
Auf einer Schiefertafel wurde „Glasnudelsalat Asiatischer Art mit gedämpften Kabeljau und Orangen-Mango-Chutney im Sojafond“ serviert. Dazu eine Currycremesauce und Salatspitzen.
Ein ausgewogener Gang mit seinen asiatischen Gewürzen und einem perfekt gegarten Kabeljau. Der Fisch lauwarm serviert. Dies sollte man dann auch auf der Karte ausweisen. Leider steckte in meinen Stück noch eine Gräte und bei einem Salat war ein Blatt nicht mehr ganz frisch. Es schmeckte „muffig“.
Dazu gab es einen Weißwein. 2009 Johanniger, ein Gutscuvée aus dem gleichnamigen Weingut zu Biebelsheim. Ein Wein für alle Tage, leicht und angenehm trocken. Nach Aussage des Services der Hauswein des Restaurants.
2. Gang
Der zweite Gang wurde nach angenehmen 25 Min. serviert.
„Rücken vom Salzgraslamm in Mozzarella- Oliven-Pinienkruste auf gebratenen Zucchini und Polenta-Thymiansauce.“
Ein wohl durchdachter Gang mit den Gewürzen und dem Geschmack des Südens. Lediglich der kurz gegarte Frühlingslauch passte geschmacklich nicht ganz zum Gericht. Den Rücken hätte ich gern etwas mehr „Medium gegart“ gewünscht. Die anderen am Tisch fanden ihn allerdings in Ordnung.
Dazu „Ursprung“, ein Rotwein von M. Schneider / Pfalz, mit kleinen Aufpreis zum Menü. Den ursprünglich in der Karte ausgewiesenen Rotwein von Johanninger fanden wir als zu leicht zum Lamm.
Dessert 01
Als Dessert schließlich „Gebackene Feige auf Physalis-Kompott und Honig Milcheis in Cassismark“
Ein gelungener Abschluss, lediglich die Feigen fand ich etwas fad. Wer einmal eine gut gereifte Feige direkt vom Baum gegessen hat, wird die nachgereiften immer als „etwas fad“ empfinden. Also weniger ein Problem des Hauses.
Danach noch Espresso und einen „kleinen Absacker“.
Fazit: Ein gelungener Abend mit kleinen Mängeln, die den Gesamteindruck aber kaum schmälern. Zum Schluss standen dann 89 € pro Paar satt 55 € auf der Rechnung. Dies ist allerdings selbst verschuldet. Das Santé war an diesem Abend gut besucht, allerdings sollte es bei diesem Preis Freitagsabend im Santé Platzmangel geben.
Wieder einmal ein außergewöhnliches Genusserlebniss in der Altstadt von Nürnberg. Ein Besuch bei Andree Köthe und Yves Ollich ist weniger Nahrungsaufnahme, es ist vielmehr Genuss auf höchstem Niveau.
Natürlich hatten wir reserviert und so standen wir kurz nach 12.00 Uhr am Weinmarkt in der Altstadt zu Nürnberg vor der schlichten Hausfassade des Restaurants. Die Tür ist wie immer verschlossen und man wird erst nach dem ziehen der Glocke hereingelassen. Der Service um Sommelier Ivan Jakir empfängt uns im Flur und begleitet uns zum Tisch.
Als Aperitif wird ein Champagner bzw. der Hausaperitif gewählt. Dazu ein Möhrenbrot mit Erbsenbutter.
Danach drei Amuse Bouche, diese werden, leicht abgewandelt, immer serviert .
Teigröllchen
Gebackenes Teigröllchen mit Blumenkohlcreme und weißen Mohn. Eine knusprig-weiche Einleitung zum Mittagessen mit einer sehr heißen Füllung und einer dezenten Mohnhülle. Bei unseren letzten Besuch im Oktober 2010 gab es das Teigröllchen mit Erbspüreefüllung und „grüner Currymischung“
Gedämpftes Brot
Gedämpftes Brot mit Petersilienwurzelcreme und gebeiztes Eigelb.
Kalbskopf
Kalbskopf mit Essiggurke
Anschließend kam nicht Andreas Köthe an den Tisch, sondern Yves Ollich erläuterte diesmal das Mittagsmenü. Er erklärte die vier Gänge für das Mittagsmenü. Auf unseren Wunsch hin wird noch ein Fischgang eingeschoben. Nach einer ausgiebigen Diskussion mit Ivan Jakir entscheiden wir uns doch für ein Weinmenü.
Das Menü:
Saibling
Wildsaibling mit Gurken und Dillblüten
Der Saibling innen noch leicht glasig. Grundlage für die Sauce war Apfel- und Gurkensaft. Dazu eine leichte Meerrettichcreme. Die Dillblüten brachten den Biss an das Gericht.
Zander
Zander mit Brokkoli
Diese Art von Gemüsebeilage scheint langsam ein Klassiker zu werden. Entweder mit Blumenkohl oder wie hier mit Brokkoli. Einmal als Mousse und darüber angeordnet feine Scheiben von Brokkoli. Dezent gewürzt. Die Sauce auf Grundlage von Mandeln. Dazu noch ein kleines säuerliches Gelee.
Melone
Melone mit Zwiebel
Auf der karamellisierten Zwiebelscheibe lagen Würfel von der Charentais-Melone. Dazu Salatstengel. Leider konnte man uns nicht sagen, um welche Sorte Salat es sich handelte. Es war jedenfalls keine „klassische“ Salatsorte.
Reh
Reh mit Aprikose und Pfifferlingen
Das Rehfilet auf den Punkt gegart lag auf einem Bett von Aprikosen. Dazu bissfeste Pilze und eine Schnittlauchsauce.
Himbeeren
Himbeeren mit Rahmeis
Dazu eine Rucolasauce. Andreas Köthe sowie Yves Ollich verarbeiten Rucola ja gern zu Saucen
2007 Bricco dell‘ Uccelone – Barbera d‘ Asti – Giacomo Bologna – Piemonte
In einer Seitenstraße der noblen KÖ befindet sich das Victorian. Im Erdgeschoss das Bistro und im Ober Restaurants in Düsseldorf. Geschoß das Restaurant. Das Victorian gehört bereits seit den 1980zigern Jahren zu den Sterne Restaurants in Düsseldorf.
Bis 2002 wurde das Restaurant von Günter Scherer geprägt. Danach wechselten die Küchenchefs im Zweijahresrhythmus.
Bobby Bräuer bis 2004, danach übernahm Burkhard Lindlar das Kommando und gab dies an Christian Penzhorn ab. Seit 2009 ist nun Volker Drkosch als Patron und Küchenchef im Victorian.
Der Service wird geprägt von Maître Michael Noack, Ich habe Noack schon im grand cru zu Lippstadt und im Schwarzen Adler in Nürnberg kenngelernt. Ein Servicechef, wie man ich selten erlebt. Souverän, kompetent und sehr sympathisch kommt er rüber.
Die Einrichtung hat fast Kultcharakter. Schwarze Lederbänke, viel Glas und weißer Schleiflack an Wänden und Decke. Die große Glasfront liegt zur Königsstraße und man sollte sich auch für diesen Teil seinen Tisch reservieren.
Die Mittagskarte enthält zwei Vorspeisen bzw. Dessert, sowie jeweils drei Zwischengerichte und Hauptgerichte.
Man kann sich seine Menüs daraus selber zusammenstellen.
Das 2-Gang Menü für 39 €, das 4-Gang Menü für 52 €. Für das gebotene eine moderate Preisge-staltung.
Auf Empfehlung von Noack verzichteten wir auf einen typischen Aperitif. Stattdessen ein Glas Sauvigon blanc den auch den ersten Gang begleitete. Ein 2010 vom Weingut Jürgen Hofmann aus Rheinhessen war erfrischend und mit einer tollen Säurestruktur.
Endlich kam wieder einmal ein richtiger Brotkorb mit Salzbutter auf den Tisch und keine abgezählten Brötchen wie ich es in letzter Zeit häufig erlebt habe.
Als Amuse Bouche eine Wachtelconsommé sowie Farfalle? von Bohnen.
Das Consommé etwas schwach auf der Brust, es fehlte die richtige Würzung. Die Bohnen dagegen exzellent gewürzt und gegart.
Bei den Gängen bleibt besonders die Wachtel mit Blutwurst in Erinnerung. Perfekt gegart und die Begleiter passten zur krossen Keule bzw. zur optimal gegarte Brust. Der 2008 Grauburgunder Jaspis vom Weingut Ziereisen war eine Wucht. Cremig, am Gaumen mit einer feinen und reifen Säure.
Probleme hatte ich mit der Zubereitung des Kaninchens. Die Keule war ausgelöst, kaum Konsistenz am Gaumen, es schmeckte „schmierig“. Auch die orientalischen Gewürze kamen kaum zur Geltung. Spitze dagegen der 2007 Barbera d‘ Asiti von Braida di Bologna Giacomo.
Ein gelungenes Mittagsessen. Nur die 11 € für ein Mineralwasser war übertrieben. Aber die Preisgestaltung beim Mineralwasser ist eine andere Diskussion wert.