Foire à l’Andouille de Vire – 2014

Ein erster kleiner Rückblick auf 26ème édition de la Foire à l’Andouille de Vire.

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Mit Bürgermeister Marc Andreu am stand der Stadt Baunatal.

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Andouille de Vire

 

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Austern, 12 Stück für 8 €, dazu ein Glas Muscadet für 2 €

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Käse aus der Normandie

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Jean-Yves Cousin (Bürgermeister von 1989-2014 in Vire)

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Vire – September 2014

Vire

Nach der Kür die Pflicht.

Nach einem sehr guten Frühstück im Château d’Agneau fuhren wir bereits um 8:00 Uhr in Richtung unserer Partnerstadt Vire. Hier war um 9:30 Uhr eine Gesprächsrunde mit den beiden Bürgermeistern der Partnerstädte, den Vorsitzenden der Partnerschaftenkomitees und Vertreter von Vereinen der Stadt Vire terminiert.

12 im Rathaus
Eine sehr interessante Gesprächsrunde und ich hege die Hoffnung, dass neue Kontakte in der Partnerschaft geknüpft werden können.

2014-09-17 BNUm 11:00 Uhr gab es dann den gemeinsamen Startschuss von den Bürgermeistern und den Partnerschaftsvorsitzenden für das Radrennen „Prix cycliste du Jumelage Vire“.

Danach hatte Bürgermeister Marc Andreu Sabatier zum Mittagsessen im Hotel de France eingeladen.
Über das Restaurant habe ich ja bereits mehrmals berichtet, so dass ich mir Einzelheiten diesmal erspare.

Ich wählte ein drei Gang Menü aus. Hier war besonders der erste Gang interessant. Spezialitäten der Stadt Vire und der Normandie wurden hier eindrucksvoll von Chefkoch Jean-Michel Coccalotto verarbeitet.

02 Hotel de FranceGratin de véritable Andouille de Vire sur lit de pommes fruits au sabayon et camembert

03 Hotel de FranceSuggestion du marché

04 Hotel de FranceTrilogie de dessert maison
Crème brûlée et meringue, panna cotta et sa langue de chat, financier aux amandes.

P1080911Am Abend gab es eine Einladung zum Abendessen der Stadt Baunatal für die Delegation. Ausgesucht hatte ich das Restaurant La Pommeraie. Auch über dieses Restaurant habe ich mehrmals berichtet. Julien Guérard und Masako Guérard hatten wieder ein sehr schönes Menü zusammengestellt.

P1080915Pastete von Meeresfrüchten

P1080917Linsenrisotto

P1080920Schweinefilet mit Herbsttrompeten

P1080926Schokotarte

P1080913Am Sonntagmorgen wurde, bevor die Heimreise angetreten wurde, der Mont St. Michel besucht. Ich selbst habe das Bauwerk ja schon mehrmals aufgesucht, für Wolfgang und Herta war es aber eine Premiere. Besonders für Herta eine Herzensangelegenheit, war ihr Vater doch zwischen 1942 und 1943 hier stationiert.

P1080942Die neue Brücke ist ja mittlerweile fertig gestellt, aber es bleibt noch viel Arbeit bevor es so aussieht wie geplant.

Honfleur

04.09.2014
Honfleur

Wieder einmal ging die Fahrt in die Normandie und in unsere Partnerstadt Vire. Grund war der Prix cycliste du Jumelage Vire. Die Mannschaft des Regio Teams SF hat dabei hervorragend abgeschnitten. Ich hatte mit Wolfgang und seiner Frau zwei Personen dabei, die das erste Mal die Normandie besuchten. Neben Honfleur wurde dabei die gesamte Küste zwischen Honfleur und der Vire-Mündung sowie der Mont St. Michel besucht.

Ein Besuch in Honfleur gelegen an der Seine Mündung.

JENOPTIK DIGITAL CAMERANach ca. 8 h Autofahrt über die Autobahnen von Deutschland, Belgien und Nordfrankreich erreichen wir die bezaubernde Stadt Honfleur an der Seine Mündung. Besonders anstrengend war diesmal die Fahrt durch Belgien. Bei früheren Fahrten benötigten wir ca. 2 Std. für die 200 km, diesmal war die Fahrtzeit wegen den vielen Baustellen fast dreieinhalb Stunden.

Von Osten kommend, wird über die Pont de Normandie die ca. 8 000 zählende Stadt im Departement Calvados erreicht. Bei der Pont de Normandie, eine interessante Brückenkonstruktion als Schrägseil-brücke, ist das Beleuchtungssystem interessant. Bei Dunkelheit leuchtet die Brücke in Blau und Weiß.

Über die D 580 erreichen wir die Stadt und checken im Hotel ibis Styles, 3 Quai de la Tour, ein. Das Auto wird auf dem kostenpflichtigen Parkplatz zwischen dem „Bassin de L’ Est“ und der Straße „Quai de la Tour“ abgestellt. Das Hotel liegt sehr zentral, die wichtigsten Touristenattraktionen sind alle leicht zu Fuß zu erreichen.

Honfleur hat heute etwa 8000 Einwohnern und wurde im elften Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Stadt hat sich zu einer kleinen Touristenattraktion der Normandie entwickelt. Einige interessante Sehenswürdigkeiten, die Fachwerkarchitektur und die Geburtsstätten der impressionistischen Kunst locken Urlauber heute nach Honfleur.

Nach einer kleinen Ruhepause beginnen wir unseren Spaziergang über den Quai de la Quarantaine zum Vieux Bassin. Entlang der Straße reiht sich ein Restaurant an das andere. Das interessanteste ist für mich das „ L‘ Absinthe“. Hier wird für den Abend auch ein Tisch reserviert. Das alte Hafenbecken, heute Ankerplatz für Freizeitschiffe und Yachten, wird auf der Ostseite, dem Quai St-Etinne, von zweistöckigen Häusern und gegenüber am Quai Ste-Catherine von bis zu siebenstöckigen Häusern, umrahmt. Hier sind Restaurants aller Stilrichtungen, Boutiquen und Galerien untergebracht.

Bei einem Glas gut gekühlten Cidre kann man die vorbei schlenderten Gäste aus aller Welt beobachten.

Nach dieser kleinen Pause geht es weiter am ehemaligen Haus des Stadtgouverneurs, dem „La Lieutenance“ vorbei in das Zentrum des Stadtviertels auf den Place Ste-Catherine. In diesem Stadtviertel mit vielen Fachwerkhäusern in kleinen schmalen Gassen steht die Kirche „Èglise Ste – Catherina“ Die wohl älteste Holzkirche in Frankreich, errichtet im 15./16. Jahrhundert, hat einen getrennten Glockenturm und dient unter anderem als Museum für religiöse Kunst.

Chronik Vire 2007, Nov.07 020

Die Kirche ist vollständig aus Holz errichtet, die Fundamente natürlich ausgenommen, der Turm mit Holzschindeln verkleidet. Durch enge Gassen mit viel Kopfsteinpflaster erreichen wir das „Musée Eugene Boudin. Hier werden Werke der Maler aus dem Gebiet der Stadt gezeigt, herausragend natürlich die Sammlung des Namensgebers. Auch ein Besuch des „Maison Satie“ in der Rue Haute ist zu empfehlen.

Bevor es zum Hotel zurückgeht, wird noch ein kleiner Abstecher in die Rue de la Ville gemacht. Hier gibt es zwei interessante Läden mit Calvados Raritäten.

Sowohl in „Compagnie des Calvados“ als auch im “La Cave Normande“ hat man eine Auswahl von über 80 Sorten von Calvados. Flaschen von ca. 2 Jahren bis zum Jahrgang 1865 sind im Angebot. Letztere allerdings für den Preis eines Kleinwagens.

Für ein Mittagessen (natürlich auch für den Abend) wären z.B. die Restaurants „Le Bréard“, Au P’tit Mareyeur, Entre Terre Et Mer und Restaurant La Fleur de Sel zu empfehlen. Sie liegen alle im Herzen der Stadt. Vom Hafen sind es jeweils nur ca. 2-3 min. zu Fuß.

Wer über Nacht bleibt, könnte im „Les Maisons de Lea „ Place Ste-Catherine (gut und teuer) oder, so wie wir, im Hotel ibis Styles (preiswert für Honfleur) übernachten.

JENOPTIK DIGITAL CAMERAIst man in der Zeit von Donnerstag bis Sonntag in Honfleur und hat rechtzeitig gebucht sollte man bei Alexandre Bourdas im zwei Sternerestaurant Sa. Qua. Na zu Abend essen. Leider hatte ich nicht rechtzeitig gebucht, so dass auch diesmal kein Besuch möglich war.

„Eine neue Zukunft für Vire“

Unter dem Slogan „Eine neue Zukunft für Vire“ gewinnt  die Liste von die Kommunalwahl 2014 in unserer Partnerstadt Vire in der Normandie. 

Mit 59.20% fällt dieser Sieg überraschen deutlich aus. Von den 33 Ratsmitgliedern werden in Zukunft 27 Mitglieder der Liste „Eine neue Zukunft für Vire“ und 6 Mitglieder der Liste „Gemeinsam die Zukunft vorbereiten“ die Geschicke der Partnerstadt gestalten.

Damit gibt es nach 25 Jahren nicht nur einen neuen Bürgermeister, sondern auch eine Änderung der politischen Mehrheit. Bisher hatte das „bürgerliche“ Lager mit Jean Yves Cousin, der nicht mehr antrat, die Mehrheit in Vire.  Die Liste „Eine neue Zukunft für Vire“ ist ein Sammelbecken von verschiedenen linken Listen. Marc Andreu Sabater selbst gehört der  PRG an.

Die Parti radical de gauche (PRG, dt. Radikale Linkspartei) ist eine linksliberale und – im Gegensatz zu ihrem Namen – gemäßigte politische Partei in Frankreich. Das radical im Namen bezieht sich historisch auf die radikale Ablehnung von Monarchie und die Werte der französischen Revolution.

Die Anführerin der Liste “ Gemeinsam die Zukunft vorbereiten“ Catherine Godbarge, die bisher für die Kultur in Vire zuständig war, ist natürlich vom Wahlergebnis enttäuscht. Ihre Reaktion ist sehr kurz.

„Ich habe nicht viel hinzuzufügen. Herzlichen Glückwunsch Marc Andreu Sabater“, sagte Catherine Godbarge.

2014-06-08 Bürgermeister Marc Andreu SabaterMarc Andreu Sabater ist in Baunatal kein Unbekannter. Jahrelang war er Vorsitzender des Sportvereins USM Vire. Zusammen mit Hartmut Schäfer und Ursula Harms hob Marc Andreu 1997 die Sportpartnerschaft beider Vereine aus der Taufe.

In der Hoffnung, dass auch unter Marc Andreu Sabater die Partnerschaft sich weiter entwickeln wird, wünschen wir ihm im neuen Amt alles Gute und viel Erfolg. Wir hoffen, dass er im Mai das Partnerschaftstreffen in Baunatal begleiten wird.

Unser Dank geht aber auch an Jean Yves Cousin, der für die Partnerschaft immer ein offenes Ohr hatte und diese im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt unterstütz hat.

„La foire à l’andouille de Vire“

01 Stand Baunatal

Fahrt nach Vire 01.11. 2013 – Zweiter Tag/1

Durch  acht Schläge der Kirchenglocken von Notre-Dame werde ich aufgeweckt. Ich habe hervorragend geschlafen, nach dem langen gestrigen Tag auch kein Wunder. Nach den jahrelangen Erfahrungen erwartet uns ein anstrengender Tag. Zum Frühstück gibt es ein Pott Milchkaffee, frische Croissant  und Baguette  sowie Marmelade, natürlich selbstgemacht von Ginette und André.

Nach dem Frühstück ziehe ich mich fertig an und André  wundert sich. Da ich in offizieller Mission in Vire bin, habe ich, was selten vorkommt, einen feinen Anzug und Krawatte angezogen.

Kopie von P1070823 01In Frankreich ist der 1. November (Allerheiligen) Feiertag. Trotzdem findet wie jeden Freitag  der Wochenmarkt statt. Obwohl es leicht regnet, mache ich wie jedes Mal wenn ich in Vire bin und der Wochenmarkt stattfindet, einen kurzen Rundgang über den Markt.

Um 10:00 Uhr ruft allerdings die Pflicht und es geht zum Hippodrom wo die Messe stattfindet.

07 StandbesetzungDie Standbesetzung um Heike, Monika, und Wolfgang sowie unsere Dolmetscherin Frau Balzer haben bereits die letzten Feinheiten organisiert und die Messe kann für uns beginnen. Unser Busfahrer der eigentlich Freizeit hätte, hilft ebenfalls kräftig mit.

Auch die Mitglieder der Tanzgruppe und unsere Musiker sind eingetroffen und machen sich für ihre Einsätze fertig.

Um 11:00 Uhr wird dann die Messe durch Jean Yves Cousin dem Bürgermeister der Stadt Vire  offiziell eröffnet. Danach erfolgt der Rundgang der Honoratioren aus der Region Bass-Normandie und der Stadt Vire.

05 Stand BaunatalNatürlich ist an unserem Stand ein längerer Halt geplant. Als Vorsitzender des Arbeitskreises Städtepartnerschaft begrüße ich die Anwesenden und Verweise auf die 30 jährige Freundschaft der beiden Städte Vire und Baunatal.

03 Stand Baunatal Baunsberg Musikantenn Unsere sechs Musiker, die Baunsberg Musikanten, spielen zur Eröffnung das Hessenlied:

„ Ich kenne ein Land so reich und so schön…“  

04 Stand Baunatal Spitzbetzel TrachtDie „Spitzbetzel“ Trachtengruppe singt zur Überraschung aller das Lied der Normandie in französischer Sprache.

06 Stand BaunatalAnschließend wird Jean Yves Cousin von den Damen der Trachtengruppe zum Tanz aufgefordert.

Natürlich gibt es auch die kulinarischen Besonderheiten unserer Stadt und der Region zu Kosten. Da wäre in erster Linie die „Ahle Wurst“ und das Hütt Bier zu nennen. Anschließend erwartet uns ein anstrengender Messetag.

 

„La foire à l’andouille de Vire“

Fahrt nach Vire

31.10. 2013 – Erster Tag

Es ist Donnerstag der 30.10.2013 und es heißt früh aufstehen. Es geht wieder einmal in die Normandie in unsere Partnerstadt Vire. Grund dieser Fahrt ist „La foire à l’andouille de Vire“, die zum 25. Mal stattfindet. Die Stadt Baunatal bzw. die Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal beteiligt sich an dieser Messe seit 1993. Angefangen hat alles mit dem Besuch einer dreiköpfigen Delegation und drei Fässern Hütt Bier. Bei der diesjährigen Jubiläumsfeier tritt die Stadt Baunatal und die Region „GrimmHeimat“ als Partnerregion auf. Dies bedeutet, dass wir nicht wie bisher einen kleinen Stand von knapp 10 m² zu bewirten haben, sondern einen Stand von fast 36 m² steht uns zur Verfügung.

Es ist 03:30 Uhr als wir den Bus beladen. Rechtzeitig kommen auch unsere Metzgerei- und Bäckerbetriebe, die uns ihre Waren für die Messe zur Verfügung stellen. Es verläuft alles reibungslos, so dass wir um Punkt 04:00 Uhr in Richtung Frankreich fahren können.

Nach knapp 3 1/2 Stunden sind wir in der Nähe von Aachen angelangt und ein Fahrerwechsel findet statt. Weiter geht es über die belgische Autobahn und in Frankreich auf der A2 und A1 in Richtung Amiens.

Grenze zwischen Belgien und FrankreichAn der Autobahnraststätte „Aire d’Assevillers“  muss die notwendige Ruhepause eingelegt werden, bevor es dann über die A 29 weitergeht in Richtung Rouen. Einmal nicht richtig aufgepasst und schon verfährt sich unser Busfahrer. Das Navi Gerät zeigt ihm nicht die Richtung über die Pont de Normandie, sondern wir müssen uns durch den Stadtverkehr von Rouen quälen.

Über die A 13 der Normandie Autobahn und der A 28 geht es dann in Richtung der Partnerstadt Vire. Wir kommen gegen 17:00 Uhr an und fahren direkt zum Hippodrom. Hier findet wie seit vielen Jahren die Messe statt.

02 Stand BaunatalIn knapp 2 Std. ist unser Stand aufgebaut und es geht zum Hotel. Diesmal wird im Hotel Sankt Pierre übernachtet. Während die anderen Teilnehmer das Abendessen im Hotel de France einnehmen, bin ich wieder privat bei Ginette und André  untergebracht.

P1000535Nach einen ausgiebigen Vier Gang Menü mit den entsprechenden guten Weinen, die wie immer André entkorkt, liege ich um 23:00 Uhr im Bett.

P1070813Zum Abschluss des Tages ein Calvados Jahrgang 1965

Probemenü im Steinernen Schweinchen Kassel

09.09.2013 Steinerne Schweinchen

Besonderer Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Vom 1. bis 3. November 2013 wird in unserer Partnerstadt Vire (Normandie) die 25.Foire de Andouille stattfinden. Aus Anlass des 30 jährigen partnerschaftlichen Jubiläums zwischen unseren beiden Städten wird Baunatal bei dieser Messe als Partnerregion vertreten sein. Dies stellt für die Verantwortlichen in Baunatal aber auch in Vire eine besondere Herausforderung dar.

Ein Höhepunkt dieser Veranstaltung wird bestimmt das partnerschaftliche Essen am Samstagabend darstellen. Hier soll mit nordhessischen Produkten ein Abendessen „à la Française“ serviert werden.

Für eine erste Abstimmung des Menüs waren , Julien Guérard Chef de Cuisine Manoir de la Pommeraie, Vire Normandie und Jacky LEDUC, Président de l’association de la Foire à l’Andouille für zwei Tage in Baunatal. Julien Guérard ist verantwortlich für den gesamten gastronomischen Bereich während der Messe. Sein Restaurant in Vire hat seit 2012 ein BiB im Guide Michelin.

Für das Testmenü hatte ich das Steinerne Schweinchen Kassel ausgesucht. Chefkoch Jürgen Richter hatte vor einigen Jahren sein erstes Kochbuch mit dem Titel „Küchenherd trifft Gourmetküche“ herausgebracht. Er lässt sich gern von der traditionellen nordhessischen Küche inspirieren und bringt die althergebrachten nordhessischen Zutaten in ganz neue köstliche Zusammenhänge. Nach meiner Auffassung also genau der richtige Ort um zu sehen, können wir unsere Gedankengänge für das Abendmenü auch in die Tat umsetzen.

In Absprache mit mir wurde dann von Jürgen Richter folgendes Menü kreiert und serviert.

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Amuse Bouche: Gebackene Weckewerkpraline  auf Senfkartoffelsalat mit Balsamico

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Gebeizter Ederseezander mit Bittersalat und Honig-Limonen

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Alte Wurscht-Sauerkrautstrudel auf Kartoffeltatar

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Geschmortes Kalbsbäckchen in Rotweinsauce, Wirsingkompott uns Steckrübenstampf

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Hessisches Schmandmousse mit Apfelsalat

Nach dem Essen war man sich am Tisch einig, dass man den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht hatte. Natürlich ist es nicht möglich dieses Menü eins zu eins umzusetzen. Einig war man sich allerdings, dass man Weckewerk, Ahle Worscht, Steckrübe und Schmand als Bestandteile in das Menü einarbeiten sollte. Beim Fisch kommt entweder Zander oder Forelle infrage. Einig war man sich auch, dass die nordhessische Spezialität „Ahle Worscht“ nicht warm serviert werden soll. Anstatt des Kalbsbäckchen in Rotweinsauce ist angedacht, Schweinebäckchen in Biersauce zu servieren.

Einig war man sich auch, dass statt Wein das heimische Hütt Bier das Menü begleiten soll. Zum Dessert kann auch der Apfelschaumwein von Jürgen Döhne eine Alternative sein.

Ab sofort ist der kreative Kopf  von Julien Guérard gefragt.

30 Jahre Partnerschaft

Rede von Wilfried Albrecht, Vorsitzender des Arbeitskreises Vire, anlässlich des 30. Geburtstags der Städtepartnerschaft Vire – Baunatal(10.05.2013)

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Meine Damen und Herren,

liebe Freunde aus Vire und Baunatal.

Ein Wochenende nach Paris, Besichtigung des Eifelturms, eine Fahrt auf der Seine, danach ein Essen in einem guten Restaurant. Vielleicht auch nur ein Baguette mit Ginette und Babette.

Vielleicht auch ein Urlaub in der Provence  oder eine Bootsfahrt auf dem Canal du Midi. Oder es geht in den Norden in die Normandie mit ihren Kreidefelsen, eine Besichtigung des Städtchens Honfleur und die Besichtigung der Landungsstrände. Natürlich darf auch eine Besichtigung von  Mont-Saint-Michel nicht fehlen.

Betrachten wir aber auch die französische Seite. Eine Fahrt nach Berlin, eine Stadt die heute nicht mehr geteilt ist. Vielleicht auch die besondere Atmosphäre des Oktoberfestes in München genießen und erleben.

All dies sind heute 68 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges für uns fast zur Selbstverständlichkeit geworden.

Völlig anders dagegen das Verhältnis beider Völker beider Völker in den letzten Jahrhunderten.

Es ist daher ein besonderer Verdienst der beiden alten Männer Charles de Gaulle und Konrad Adenauer die diesen Vertrag ausgearbeitet und am 22. Januar 1963 unterschrieben haben.

Versöhnung, Jugend, Europa und Solidarität beschreiben im Wesentlichen die Grundzüge des deutsch französischen Vertrages. Es gab Zeiten da war man Rivale, Gegner  ja sogar so genannte Erbfeinde. Die beiden Weltkriege waren Tiefpunkte der Beziehung beider Völker. Besonders die Verbrechen der Nazi Herrschaft müssen immer in Erinnerung bleiben.

Botschaft dieses Vertrages ist, aus Feindschaft kann tiefe Freundschaft entstehen. Mehr als 85 %  der Bevölkerung in beiden Ländern haben ein gutes, ja ein sehr gutes Bild des jeweilig anderen Landes.

Zu den Grundlagen dieses guten Ergebnisses gehören zweifelsfrei auch die über 2000 bestehenden Städtepartnerschaften. Bereits acht Jahre vor dem Abschluss des Vertrages entstanden die ersten deutsch-französischen Partnerschaften. Besonders Dörfer und Städte in der Nähe der Grenzen beschlossen diese Partnerschaften.

Bei den Vorbereitungen auf den heutigen Tag habe ich  meine vielfältigen Unterlagen über die Städtepartnerschaft Vire – Baunatal durchforstet. Dabei bin ich auf nachfolgenden Beschluss gestoßen. Interessant, dieser Beschluss wurde exakt vor 30 Jahren am 10. Mai 1983 gefasst.

Ich zitiere:  Der Magistrat der Stadt Baunatal hat in seiner Sitzung am 10. Mai 1983 folgenden Beschluss gefasst:

Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, nachstehenden Beschluss zu fassen:

„Zur Förderung der freundschaftlichen Beziehungen und im Bestreben, das Zusammenleben der Menschen in Frieden und Freiheit zu sichern, ist mit der französischen Stadt Vire/Normandie eine  Städtepartnerschaft zu begründen.  Verbunden ist damit der Wunsch, dass die Bürger beider Städte, und insbesondere die Jugend, durch enge freundschaftliche Kontakte dazu beitragen mögen, das gegenseitige Verständnis unter Beachtung der Lebensformen beider Völker, zu vertiefen.

Am 16. Oktober 1983 war es dann so weit. Hier im Hochzeitsaal der Stadt Vire  wurden die Partnerschaftsurkunden unterschrieben.

Viele Frauen und Männer beider Städte haben sich um die Partnerschaft verdient gemacht. Ich möchte aber heute ins besonders zwei Männer hervorheben, ohne die diese Partnerschaft in dieser Form wahrscheinlich nicht das  Licht der Welt erblickt hätte.

Da ist auf der Seite der Stadt Vire der ehemalige Bürgermeister Olivier Stirn und auf seitens der Stadt Baunatal unser ehemalige Bürgermeister Heinz Grenacher. Ihnen gilt auch heute noch unser Dank und Anerkennung für diesen mutigen Schritt. Dank gilt auch den beiden Nachfolgern Jean Yves Cousin und Manfred Schaub.

Lassen Sie mich aus der Rede von Heinz Grenacher am 16. Oktober 1983 zitieren.

Wir sind überwältigt von der herzlichen Aufnahme und der Gastfreundschaft, die Sie uns entgegenbringen. Wir sind beeindruckt von der Atmosphäre und der Schönheit dieser Stadt wie auch von der Offenheit der Menschen, die hier leben. ………

Dem gilt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Die Gastfreundschaft, die herzliche Aufnahme und die Offenheit der Menschen in Vire sind heute noch genauso wie vor 30 Jahren vorhanden.

Aus der Rede von Olivier Stirn lassen Sie mich bitte folgende Sätze zitieren.

Es gibt in Frankreich 1200 Städte die verschwistert sind zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland. Die unsere zeichnet sich danach aus, dass alle Vorbereitungen und Begegnungen sehr herzlich waren, Es geschah nicht nur mit Vernunft, vielmehr aus großer Überzeugung, darum wird diese Partnerschaft ein großer Erfolg.

Natürlich gab es in diesen 30 Jahren auch Tiefpunkte in unsere Partnerschafft. Diese Tiefpunkte gibt es wahrscheinlich in allen Beziehungen. Wir haben es aber geschafft diese Tiefpunkte zu überwinden und können mit Stolz feststellen, diese Städtepartnerschaft ist ein großer Erfolg.

Lassen Sie mich einige Punkte dieses Erfolges aufzählen.

Da ist erstens die Schulpartnerschaft die seit 30 Jahren funktioniert. Bereits im Oktober 1983 fand  der erste Schüleraustausch statt. Dieser Austausch funktioniert auch deshalb, weil es engagierte Lehrerrinnen und Lehrer gab und gibt, die diese zusätzliche Arbeit auf sich nehmen und damit Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit geben, das jeweilige andere Land kennen zu lernen. Mein besonderer Dank gilt daher allen Lehrerrinnen und Lehrern die sich an diesem Schüleraustausch beteiligt haben und beteiligen.

Da ist zweitens der jeweilige Austausch im Bereich der Jugendzentren. Bereits am Anfang unserer Partnerschaft gab es diese Besuche, in den neunziger Jahren schliefen  diese Besucher leider teilweise ein, umso erfreulicher aber ist es aber, dass seit einigen Jahren diese Jugendpartnerschaft wieder auf gesunden Füßen steht. Geholfen haben wahrscheinlich gerade in diesem Bereich die Arbeiten im Rahmen des Europäischen Jahres.

Von Baunatals Seite möchte ich in diesem Zusammenhang unsere jetzige Dolmetscherin Amelie Dieckhoff sowie natürlich Dennis Vandrey nennen. Dieser hat nicht nur hier gearbeitet sondern letztendlich auch seine große Liebe gefunden, lebt ja mittlerweile in der Normandie und arbeitet im Partnerschaftskomitee Vire als stellvertretender Vorsitzender mit. Für die Stadt Vire war Danny Leplanois in Baunatal. Ich denke da, lieber Dannny, gern an unseren gemeinsam Kochabend zurück.

Da sind  drittens die jeweiligen Besuche im Bereich Musik und Sport. Im Bereich Musik gab es ja besonders in den 1980er und neunziger Jahren die jeweiligen Besuche des Männerchores Baunatal in Vire sowie die Gegenbesuche des Akkordeon Orchesters aus Vire in Baunatal. Diese gegenseitigen Besuche sind leider eingeschlafen. Dies hat auch viel damit zu tun, dass die beiden Akteure der jeweiligen Vereine entweder nicht mehr unter uns sind oder nicht mehr in Vire  leben. Da ist es auf der einen Seite Baunatals der leider viel zu früh verstorbene Hans-Dieter Thier, vielen als Monsieur „No Problem“ bekannt und auf der anderen Seite der nicht mehr in Vire lebende ehemalige Chef des Orchesters Gerard Lepage.

Mehrmals in Vire  war der Musikzug des KSV Baunatals und die Stadtmusik Vire hat Baunatal mehrmals besucht.

Die Musikfreundschaft hält seit einigen Jahren der Musikzug des GSV Eintracht Baunatal, unter der Leitung des Vorsitzenden Rainer Heine  sowie des Chefdirigenten Peter Cloos, hoch.

Auch seitens der Stadt Vire ist es die Musikgruppe Bagad, die mit ihrer keltischen Musik auch die Baunataler bei den letzten Stadtfesten begeistern konnte.

Hier mein Dank an beide Musikgruppen.

Im Bereich Sport gibt es leider zurzeit einen kleinen Durchhänger. Wir konnten trotz intensiver Suche leider keine Sportlerinnen und Sportler bewegen diesmal mit nach Vire zukommen. Auch hier müssen persönliche Beziehungen wieder aufgebaut werden.

Da ist viertens der Besuch der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatals  bei der Andouille Messe in Vire. Seit 1993 wird diese Messe von uns besucht. Ein besonderer Höhepunkt wird es im November diesem Jahr geben.  De Stadt Baunatal und die GrimmRegion Nordhessen werden als Partnerschaftsregion während der Messe die Stadt und die Region vorstellen. Ich persönlich freue mich bereits jetzt auf diesen besonderen Höhepunkt unserer Partnerschaft.

Der letzte Besucher einer Wirtschaftsdelegation aus Vire bei einer Wirtschaftsmesse in Baunatal fand letztmalig im Jahre 2003 statt. Ich hoffe dass trotz allen  wirtschaftlicher Schwierigkeiten in den nächsten Jahren wieder einmal Betriebe aus Vire  in Baunatal auftreten können.

Da sind fünftens natürlich die jährlichen offiziellen Besuche in unseren jeweiligen Partnerstädten. Hier sind seit drei Jahrzehnten persönliche Freundschaften entstanden. Wer alle Fahrten mitgemacht hat, hat jeweils 15mal die jeweilige Partnerstadt besucht. Mein Dank gilt daher an alle Familien die diese besondere Art der Freundschaft hegen und pflegen.

Lassen Sie mich bitte stellvertretend für diese Familien die bereits seit 1983 diese Freundschaften pflegen jeweils zwei Familien nennen.

Familie Neusel  mit der Familie Legoupil  sowie Familie Peter und Familie Briquet.

Lassen Sie mich zum Schluss meiner Ausführung ein ganz persönliches Fazit ziehen. Ich hatte das Glück bei der ersten Fahrt 1983 nach Vire mit dabei sein zu dürfen und wir mit Ginette und André Freunde fürs Leben gefunden haben. Ich habe meine unzähligen Fahrten in die Normandie und in die Stadt Vire zum Schluss nicht mehr gezählt. Ich vermute einmal es sind so ca. 80-85 Fahrten die ich mit Bus und Auto durchgeführt habe. Eine Fahrt möchte ich besonders hervor stellen. Das sind die 1100 km von Baunatal nach Vire mit dem Rennrad, die knapp 30 Sportbegeisterte aus Baunatal im Jahre 2008 gefahren sind. Diese besondere Fahrt werden wir, so sehe ich es lieber Manfred, bestimmt nicht vergessen. Ein neuer Höhepunkt wird es bestimmt Ende August diesen Jahres gebenn, wenn wir dann von Vire nach Baunatal radeln, aber das ist Zukunft.

Für die Zukunft hoffe ich, dass die Städtepartnerschaft zwischen unseren beiden Städten weiterhin bestehen bleibt und sich auch weiterhin gut entwickeln wird. Hier ist besonders die Jugend aufgerufen das begonnene fortzufahren. Ich rufe alle Jugendlichen beider Städte auf, führt bitte in euren Interesse diese Partnerschaft weiter.

Ich persönlich werde Ende des Jahres als Vorsitzender des Baunataler Partnerschaftskomitees zurücktreten. Ich begleite diese Partnerschaft seit 1983, war seit 1986 stellvertretender Partnerschaftsvorsitzender und seit 1991 Vorsitzender der Partnerschaft mit der Stadt Vire. Ich bin der Auffassung, dass es Zeit ist für Veränderungen, für neue Ideen und die 30 -jährige Partnerschaft ist der richtige Zeitpunkt diesen Schritt zu machen. Ich werde natürlich weiterhin in der Partnerschaft tätig sein, sie sehen, Sie werden mich nicht los.

Ich hoffe, dass mein Nachfolger bzw. Nachfolgerin, noch ist nicht gewählt, mit genauso Herzblut an die Sache herangeht wich ich. Ich bin davon überzeugt.

Mein ganz besonderer Dank gilt meinen Freunden Ginette und André ohne die ich diese vielen Fahrten bestimmt nicht unternommen hätte. Dieser Dank liebe Ginette, lieber André kommt natürlich auch von Irmtraud.

Für die vielen wunderbaren Jahre sage ich schlicht „Merci“.

Zum Schluss ein Satz von meinem Freund André aus dem Jahre 1983::  Vergeben ja, vergessen nein.

Es lebe die deutsch-französische Freundschaft und es lebe die Freundschaft der beiden Städte Baunatal und Vire. Es lebe die Vereinigten Staaten von Europa.