Restaurant Philipp Soldan – Frankenberg

Das Restaurant Philipp Soldan ist das gastronomische Aushängeschild des Hotels Sonne Frankenberg. Das Restaurant ist seit November 2010 mit einem Stern im Michelin und seit November 2011 mit 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Das 24 Plätze umfassende Restaurant liegt im Untergeschoss des Hotels und wird von einem achtköpfigen Küchen- und Serviceteam betreut. Chefkoch ist Florian Hartmann, der dem Hause seit ca. zwei Jahren vorsteht, Chefsommelier ist Mario Hönighausen.

Ein Sohn der Stadt Frankenberg ist Namensgeber des Restaurants. Der Holzschnitzer und Formenschneider Philipp Soldaten hat vor mehr als 500 Jahren seine Spuren in Frankenberg hinterlassen.

Die Innenausstattung hat eine dezente Farbgebung aus Sandstein und bordeauxfarbenen Stoffen. Die  Raumaufteilung ist sehr großzügig. Die sechs Tische stehen sehr weit auseinander, so dass man Gespräche vom Nachbartisch kaum mitbekommt.

Unser Silvestermenü 2011 begann gegen 18:00 Uhr und endete nach 15 kleinen Gängen kurz vor Mitternacht. Hier ist eine kleine Kritik anzumerken. 18:00 Uhr war nach meiner Auffassung sehr früh. 1 Std. später wäre sinnvoller gewesen und die ersten fünf Gänge kamen in einen zu schnellen Abstand auf den Tisch.

Nach der netten Begrüßung durch Mario Hönighausen wurde mit einem Winzersekt von Stefan Breuer der Abend eröffnet. Danach kamen fünferlei Brötchen, zwei interessante Aufstriche sowie Salzbutter auf den Tisch. Bei den Aufstrichen handelte es sich erstens um ein Tomatenkompott mit Basilikum mit fantastischer Frische, sowie zweitens um einen Olivenaufstrich mit intensiven Oliven Geschmack.

Mit Mario Hönighausen einigten wir uns auf ein Weinmenü. Sieben verschiedenen Weinen für die 15 Gänge. Sieben Weine mit einer interessanten Reihenfolge. Nach zwei Weißweinen kam ein leichter Rotwein, gefolgt von einem Grünen Veltliner. Darauf folgte ein  Spätburgunder von Bernhard Huber, dann wiederum ein Sprung auf einen sehr trockenen Riesling aus der Pfalz und endete dann mit einer Trockenbeerenauslese von Kracher. Diese Reihenfolge war wohl dem Menü geschuldet, Gaumen und Magen mussten aber dabei Schwerstarbeit leisten.

01 Terrine
01 Terrine
Terrine von Enten-Rillettes und Entenleber.

Die Leber war umhüllt von dem Rillettes und begleitet von einem Amarena-Kirsch-Chutney. Geschmacklich fein abgestimmt, allerdings war das Verhältnis Terrine zu Chutney nicht ausgewogen. Es war zu viel Chutney auf dem Teller.

Langoustine auf Mango – Anans – Chutney (leider ohne Bild)

Nach dem geschmacklich doch intensiven Einstieg ein sehr leichter Gang mit einer noch glasigen Langoustine  und ein in der Süße zurückhalten Chutney.

03 Froschschenkel
03 Froschschenkel

Froschschenkel und Schneckenleber mit Petersilie.

Ein Höhepunkt des Abends, völlig neue Geschmacks Nuance wurden serviert. Die Schneckenleber mit sehr intensiven Lebergeschmack und der Kaviar mit einem leichten Touch  von Meerwasser.

Zu den ersten drei Gängen gab es  einem Schwarz-Weiß 2009vom Weingut Hans Schwarz vom Neusiedlersee.

Ein kraftvoller und opulenter Auftakt. Mit 14 % Alkohol für einen Auftakt eines Menüs zu schwer. Der Wein konnte allerdings mit seinen Mineralien und seiner feinen Säure überzeugen.

 

04 Auster
04 Auster

Zweierlei von der Auster.

Überzeugend die überbackene Auster mit Algen, die im eigenen Saft gelierte  Auster hätte ich allerdings gern durch eine frische Auster ersetzt gehabt

 

05 Buttermakrele
05 Buttermakrele

 

Buttermakrele im Chorizo Sud

Hier konnte der Fisch im Geschmack voll überzeugen. Leider war der Chorizo Geschmack durch die doch geringe Dosierung auf dem Teller kaum spürbar.

 

06 Wolfsbarsch
06 Wolfsbarsch

 Handgeangelter Wolfsbarsch, Bouillabaissercreme und  Oliven- Fenchelragout

Der nächste Höhepunkt. Ein Wolfsbarsch auf der Haut gebraten und noch leicht glasig, dazu eine Creme die nach den Früchten des Meeres schmeckte. Leider kam der Fenchelgeschmack beim Ragout nicht richtig zur Geltung.

 Dazu: Ein Grauburgunder Winklerberg GG 2008, Stigler, Baden

Bis hierher war die Reihenfolge des Menüs nachvollziehbar. Die nachfolgenden Gänge hätte ich allerdings in umgekehrter Reihenfolge serviert. Also zuerst Backhendl, Kalb und Chicorée mit dem Weißwein und danach Beeftea  und Jungschweinebäckchen mit dem Rotwein.

07 Beeftea
07 Beeftea
Beeftea

Sehr intensiverer und konzentrierter Rindfleischgeschmack. Diesen Gang hätte ich mir vor dem Rehrücken gewünscht. Beeftea wird ja sehr oft statt eines Sorbets serviert.

 

08 Jungschweinebäckchen
08 Jungschweinebäckchen

Jungschweinebäckchen auf Blutwurstgraupen

Ein sehr schmackhaftes aber doch rustikales Gericht. Das Bäckchen war sehr gut gegart, dazu Popcorn von der Schweinehaut.

 Dazu: Rosen Tradition 2008, Richard Östreicher, Franken

Die Lagerung im Eichenfass verleiht körperreiche Eleganz, schmeckt dabei rund und weich.

 

09 Backhendl
09 Backhendl

Backhendl vom Stubenküken mit Kartoffelsalat.

Krosse Panierung, saftiges Fleisch.

 

10 Kalb
10 Kalb

Niedertemperaturgegarte Oberschale vom Gold Label Kalb, Bittermandelcrème und weißer Trüffel .

Die Aromen harmonisch abgestimmt, leider war das Stück Fleisch sehr klein geraten.

 

11 Chicoree
11 Chicoree

Geschmorter Chicree, Bergamotte, Pomelo und Sauce Maltaise

Dazu: Grüner Velltiner Ried Lamm Kamptal DAC Reserve, Bründelmeyer, Kamptal

 

12 Rehrücken
12 Rehrücken

Rehrücken in Wachholdermilch pochiert, Tannennadelaroma

Gelungen, der beste Gang des Abends. Chefkoch Florian Hartmann brachte den Gang selbst an den Tisch. Das Wildfleisch auf den Punkt gegart. Dazu ein Früchtebrot und ein sehr gut gewürztes Rotkraut.

Dazu: Spätburgunder Bienenberg R 2005, Bernhard Huber, Baden.

Eine wahre Pracht dieser Rotwein von Bernhard Huber. Fein würzige Duftaromen.

 

13 La Ratte
13 La Ratte

 

Gebackene La Ratte Kartoffel mit Munster gefüllt

Dieser Gang, auch zusammen mit dem Riesling, konnte uns nicht überzeugen. Für uns der schwächste Gang des Abends.

 Dazu: Riesling WachenheimerBöhling PC 2008, Dr. Bürklin-Wolf, Pfalz

 

14 Schokolade
14 Schokolade

 Variationen von der Manjarischokolade, Pasionsfrucht

 

15 Eiszapfen
15 Eiszapfen

Eisapfel und Kardamon

Dazu: Grand Cuvee No. 6 Trockenbeerenauslese, Alois Kracher, Neusiedlersee

 

16 Süsser Abschluss
16 Süsser Abschluss

Süsser Abschluss

Speisekarte siehe hier.

 

Die Sonne Frankenberg

01 Zimmer
01 Zimmer

Man nehme: eine interessante Urlaubsregion, eine historische Altstadt aus dem 16. Jahrhundert, renovierungsbedürftige Fachwerkhäuser, natürlich genügend Geld  und renoviert und saniert dieser Häuser behutsam zu einem Hotel. Dies Hotel liegt in Frankenberg an der Eder direkt in der Altstadt  und „Die Sonne Frankenberg“ bildet zusammen mit dem historischen Fachwerk Rathaus das Zentrum von Frankenberg. Sieben Fachwerkhäuser mit historischen Fassaden wurden zu einem Hotel der Extra-Klasse zusammengefasst.

Die 60 Zimmer sind mit viel Liebe zum Detail und auch mit hochwertigen Materialien ausgestattet. Unser Zimmer im Dachgeschoss war großzügig geschnittenen und auch im Bad war genügend Platz vorhanden. Beim Betreten des Zimmers fiel ein sofort das mediterrane Wohnambiente in Sonnen-Gelber Farbharmonie ins Auge. Rote Bettdecken und die roten Sitzgelegenheiten bildeten einen interessanten Kontrast.

02 Bad
02 Bad

Das Zimmer war eingerichtet u.a. mit einem Flachbildfernseher, genügend Ablagemöglichkeiten und selbst für den Koffer war noch genügend Platz vorhanden. WLAN ist kostenlos möglich.

Gegenüber dem Haupthaus liegt der große Spa & Wellness Bereich. Dieser ist über einen unterirdischen Gang mit dem Haupthaus verbunden. In  Kürze  der Zeit konnten wir leider nicht alle angebotenen Wellnesskonzepte ausprobieren. Genutzt wurde das Solebecken, mit 35 °C eine schöne Wohltat. Auch der Saunabereich mit finnischer Sauna wurde ausgiebig genutzt. Leider ist bei Vollbelegung der Ruhebereich doch sehr klein geraten. Die vorhandenen Liegen waren relativ schnell belegt.

Von Anfang an haben wir uns in diesem Haus wohl gefühlt. Dies begann mit der telefonischen Reservierung und endete mit dem auschecken nach einem ausgiebigen Frühstücksbüffet. Das Personal, ob im Empfang, im Spa Bereich, beim Frühstücksbüffet oder in den Restaurants war immer freundlich und hilfsbereit. Dabei war diese Hilfsbereitschaft nicht künstlich aufgesetzt, wie es so häufig in Hotels der Fall ist, sondern man merkte, dass die Arbeit den MitarbeiterInnen Spaß machte. Auch beim größten Stress war immer ein Lächeln vorhanden.

Den Abend haben wir im Gourmetrestaurant Philipp Soldan verbracht. Das Restaurant Philipp Soldan ist mit einem Michelin Stern sowie 16 Punkte im Gault Millau ausgezeichnet.

Außerdem gibt es noch die „Sonnestuben“ mit frischen einheimischen Spezialitäten, das „Bistro Philippo“ mit einer leicht italienischen Küche und dem „StadtWeinKeller“.

Gourmetrestaurant Philipp Soldan  siehe hier.

Lebkucheneis auf Kumquatkompott

Lebkucheneis
Lebkucheneis

Lebkucheneis auf Kumquatkompott

Kumquatkompott:

250g Kumquats

70g Zucker

30g Honig

Nelken, Zimtstange

200g Orangensaft

50g Cointreau

Die Kumquats im warmen Wasser waschen, danach der Länge nach halbieren und die Kerne entfernen. Den Honig in einer Sauteuse karamellisieren lassen und mit Cointreau ablöschen. Nun die Kumquats, den Zucker, die Nelken und die Zimtstange  hinzufügen und mit Orangensaft auffüllen. 5 Min. leicht köcheln lassen und dann vom Herd ziehen. Das Kompott erkalten lassen. Den  Orangensaft mit etwas Stärke binden.

Lebkucheneis

200 ml Milch

100 ml Schlagsahne

75 g Zucker

25 g Lavendelhonig

2 Eigelbe

1 TL Lebkuchengewürz

100 g Lebkuchen, zerbröselt

Zubereitung:

Die Eigelbe mit dem Zucker, dem Honig und dem Lebkuchengewürz schaumig rühren. Anschließend die  Milch und die Sahne untermengen und zur „Rose“ aufschlagen.  Die Masse abkühlen lassen und in die Eismaschine füllen und etwa 20 Minuten darin gefrieren lassen.

Die Lebkuchenbrösel nach und nach in die Eismasse streuen.

Das Eis portionsweise auf dem Kompott  anrichten und servieren.

 

Fenchel-Orangen Suppe mit Scampis

Fenchel Suppe
Fenchel Suppe

Fenchel-Orangen Suppe mit Scampis

250 g Fenchel

2 Schalotten

3 EL Olivenöl

2 cl Pernod

2 cl Noilly Prat

¼ l Orangensaft

1 Kartoffel

½ l Gemüsebrühe

1 TL Fenchelgrün

Salz, Pfeffer

Den Fenchel in Scheiben schneiden, die Kartoffel in Würfel schneiden, mit den Schalotten in Olivenöl leicht anschwitzen und mit Pernod und Noilly Prat ablöschen.

Mit Orangensaft  und der Hühnersuppe aufgießen und weich kochen. Mixen und durch ein Sieb streichen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, in ein Teller geben und das gehackte Fenchelgrün sowie Orangenzesten darüber streuen.

Dazu gebratene Scampis

Amuse Bouche

 

Amuse Bouche
Amuse Bouche

Amuse Bouche

–       Lachstatar mit bunter Kresse und gewürzt mit  Quatre-épices

–       Entenleber auf karamellisierter Apfelscheibe

Neu im Bücherregal

apicius Ausgabe 2-2011

Schwerpunkte

elBulli – das letzte Abendmahl

Interessant – Kobe Desramaults, die neue flämische Küche

2011- 2 Apicius
2011- 2 Apicius

Schweinebauch

Schweinebauch
Schweinebauch
 
Schweinebauch, acht Stunden im Bratschlauch bei 80° gegart. Danach fünf Minuten unter dem Grill, für die krosse Haut. Dazu Butter-Rosmarinkartoffeln und Rosenkohlblätter mit Speck. 

Linsensalat mit Scampi

Linsensalat
Linsensalat

Linsensalat mit Scampi (4 Personen)

 1 Schalotte

Je 50 g Möhren, Sellerie, Lauch, Petersilienwurzel

Olivenöl

200 g braune Linsen

1 Bund glatte Petersilie

Balsamico-Essig

Salz, Pfeffer

12 rohe Scampis

Olivenöl, Butter

Noilly Prat, Pastis

Zubereitung von Linsensalat mit Scampi

Linsen ca. 30 Min. in reichlich Wasser einweichen. Schalotten schälen und fein würfeln. Das Gemüse schälen, waschen und sehr fein würfeln.

Olivenöl in einem Topf erhitzen, Schalotten darin andünsten, das Gemüse  zufügen und kurz mit andünsten. Linsen zufügen, mit Gemüsebrühe ablöschen. Aufkochen und zugedeckt 25-30 Minuten bei mittlerer Hitze garen.

Petersilie waschen, trocken schütteln und schneiden. Linsen in eine Schüssel geben. Essig zufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Petersilie untermengen.

Scampis  bis auf die Schwanzflosse schälen und den Darm entfernen. Scampis waschen und trocken tupfen. Olivenöl-Buttermischung in einer Pfanne erhitzen, Scampis  zufügen und unter Wenden 3-4 Minuten braten. Kurz vor Ende der Bratzeit Noilly Prat und Pastis  hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Portionsweise auf Tellern anrichten.

Gänsessen in der Hessenklause

Die Gaststätte Hessenklause in Altenritte, ein Stadtteil der Stadt Baunatal, hat eine fast 300 -jährige Tradition. Bereits 1690 stand ein Haus an dieser Straßenkreuzung. Die Anfänge der Gastronomie lassen sich auf die Jahre vor dem Bau des Herkules in Kassel festlegen, dieser wurde 1717 fertig gestellt. Nicht nur das Haus befindet sich seitdem im Besitz der Familie, sondern auch die Gastronomie wird von der Familie seitdem geführt.

Seit ca. drei Jahren führt nun Ellen Werner die Tradition der Familie fort. Sie hat ein recht schwieriges Erbe übernommen. Ihr Vater Horst, der ist leider vor ca. drei Jahren verstorben, war eine Institution in Altenritte. Ihre Mutter Edith war Chefin in der Küche und sie verstand es die nordhessischen Spezialitäten auf den Teller zu bringen.

Ellen hatte es am Anfang nicht einfach in diese großen Fußstapfen zu treten. Anscheinend sind diese Schwierigkeiten mittlerweile überwunden. Den Beweis legte sie uns vor kurzem auf die Teller.

Das traditionelle Gänseessen hatte unseren Stammtisch bewogen die Hessenklause aufzusuchen. Einige von uns hatten den Gänsebraten bestellt, andere wiederum bestellten à la Carte. Im Nebenzimmer war unser Tisch recht weihnachtlichen eingedeckt. Die Aufnahme der Getränke und das Servieren des ersten Bieres erfolgte Recht flott. Hier ist sollte man auf alle Fälle das Hütt Bier trinken. Diese Brauerei befindet sich in Rengershausen, ebenfalls ein Stadtteil der Stadt Baunatal. Besonders das Hütt Natur kann empfohlen werden.

Vorab wurde eine gehaltvolle Rindfleischsuppe mit Gemüseeinlage, sowie ein Feldsalat ein Schmand- Dressing serviert. Beides handwerklich in Ordnung. Allerdings hätte es beim Feldsalat etwas weniger Schmand sein können.

Die Teile der Gans wurden in zwei Gängen serviert. Als erstes die Keule.

Keule
Keule

Das Fleisch recht mürbe und löste sich schön von den Knochen. Allerdings hätte die Haut etwas krosser sein können. Auch eine Reklamation meinerseits und das Nachgrillen unter dem Salamander, brachten leider nicht den erwünschten Erfolg. Als Beilagen gab es Apfelrotkohl, Grünkohl, Kartoffelklöße und Apfelmus mit Preiselbeeren. Besonders der Apfelrotkohl war gut gewürzt. Auch die Sauce, mit Orangengeschmack, schmeckte vorzüglich.

Nach einer kurzen Pause wurde dann eine halbe Gänsebrust auf neuen Tellern serviert. Auch hier das Fleisch in Ordnung, aber leider fehlte auch hier die krosse Haut.

Gans Hessenklause
Gans Hessenklause

Zum Abschluss dann Rote Grütze mit Vanillesauce.

Vom Haus wurde dann eine Runde Marillenschnaps spendiert.

Ein gelungenes Abendessen in der altehrwürdigen Hessenklause zu Altenritte. Ellen Werner, die jetzige Chefin, hat in den beiden letzten Jahren sehr viel dazu gelernt. Weitere Verbesserungen sollten aber folgen.

 

Entrecôte (dry-aging gereift)

Trockenreifung
Trockenreifung

„Gut Ding will Weile haben…“

Fast fünf Wochen hing das Rückenstück des Deutschen Fleckviehs in der Kühlkammer von Metzgermeister Björn W. Die alte traditioneller Handwerkskunst das Fleisch am Knochen zu reifen, kommt wieder in Mode. Bei dieser Trockenreifung (dry-aging) wird das Fleisch viel zarter und hat einen viel intensiveren vollmundigeren Fleischgeschmack. Diese Methode verlangt aber auch viele Erfahrung und insbesondere viel Zeit. Deshalb ist gut gereiftes Fleisch heute sehr selten geworden. Die Reifung im Vakuum hat die Trockenreifung leider abgelöst.

Scheiben vom Entrecôte
Scheiben vom Entrecôte

Scheiben vom Entrecôte, Kartoffelpüree mit Olivenöl, Brokkoli

Björn hat mir aus dem Rückenstück zwei Scheiben vom Entrecôte herausgeschnitten.

Die Frage für mich war natürlich wie bereite ich so ein gutes Stück zu. Ich entschied mich für Niedrigtemperatur und Nachbraten.

Das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und  Zimmertemperatur annehmen lassen. Den Ofen auf 80° stellen. Das Fleisch habe ich nur mit ein wenig Olivenöl eingerieben, aber nicht gewürzt. Anschließend ein Fleischthermometer in das Fleisch gesteckt und die Kerntemperatur auf 55° gestellt. Dies dauerte bei meinem Herd ca. 45 min. Danach herausnehmen und in der sehr heißen Pfanne von beiden Seiten ca. 30 sek. braten. Dem Olivenöl hatte ich etwas Rosmarin, Knoblauch und Ingwer zugefügt. Gewürzt wurde das Fleisch mit Pfeffer. Nach dem anrichten wurde noch grobes Meersalz auf das Fleisch gestreut. Das Fleisch im ausgeschalteten Herd noch einmal kurz durchziehen lassen.

In der Zwischenzeit wurden die Beilagen zubereitet. Der Brokkoli wurde in der Mitte durchgeschnitten, der Stil geschält und Fächerförmig aufgeschnitten. Anschließend über Dampf gegart, danach im Eiswasser abgeschreckt. Vor dem Servieren in Butter erwärmt. Gewürzt wurde in diesem Fall nur mit Salz und Pfeffer.

Für das Kartoffelpüree wurden die Kartoffeln geschält, gewaschen und in kleine Würfel geschnitten. Anschließend in Salzwasser, zusammen mit einer Knoblauchzehe und etwas Ingwer, gegart. Das Wasser abschütten und die Kartoffeln durch eine Presse in einen Topf drücken. Diesmal habe ich kein klassisches Püree mit Milch und Butter hergestellt sondern mit Olivenöl. Dazu wurde Olivenöl in die Kartoffelmasse gegeben, bis eine homogene Masse entstand. Gewürzt wurde mit etwas Chili und  Pfeffer.