Suppe vom Karottengrün
Scheiben vom Kottelet (Schwäbisch-Hällische Landschwein), mit Rapshonig glasierte Karotten, Kartoffelgratin.
Sauce aus Weißwein, Gemüsefond und Karottengrün.

Genuss, Reisen und mehr
Seit 2008 wird Ende Juni Nürnberg ein Besuch abgestattet. Seitdem wird auch, meistens zur Mittagszeit, das Essigbrätlein besucht. Diesmal war es doch in einigen Punkten anders als sonst. Das Restaurant im Erdgeschoss war durch eine Gruppe belegt, so dass wir in ein Séparée im Obergeschoss ausweichen mussten. Dies hatte auch positive Seiten. Während der gesamten Zeit stand uns eine junge Dame im Service zur Verfügung. Auch Chef Andree Köthe ließ es sich nicht nehmen die einzelnen Gänge selbst zu servieren und im Detail zu erläutern.
Neben den obligatorischen Karottenbrot und Erbsenbutter gab es zum Aperitif einen Winzersekt mit Quitte und Gin.
Dann folgten in rascher Reihenfolge die drei Amuse Bouche:
Auf einen Löffel serviert kamen Saubohnen, Kopfsalat, Minze und Öl vom Schwarzen Johannisbeerstrauch. Danach in einem Schälchen Brokkoli Saft und zum Schluss wieder auf einen Löffel serviert Radieschen mit Meerretichmolke.
Der erste Gang des Menüs, Gemüse „eingelegt und mariniert“ hört sich schlicht und einfach an, aber Aromen und Texturen waren vom feinsten. Die grünen Blumenkohlblätter wurden zusammen mit Macadamia-Nüssen zur einer Sauce gemixt und bildeten als Spiegel den Untergrund für die verschiedensten Gemüsesorten. Roher Blumenkohl, Staudensellerie, Tomate und Blätter der Brunnenkresse waren die Hauptbestandteile dieses interessanten ersten Ganges.
Seeforelle mit Bohne. Drei Streifen von der Seeforelle waren von Streifen der Erbsenschotte umwickelt. Braune Zwiebel brachten eine gewisse süße und Stachelbeeren mit einer Dillblüte abgedeckt eine leichte Säure an diesen Gang. Abgerundet wurde alles durch einen intensiv schmeckenden Bohnensaft.
Wir hatten den 26. Juni und daher kam laut Aussage von Köthe für das Jahr 2015 zum letzten Mal weißer Spargel auf den Tisch. Spargel in drei Variationen. Einmal roher Spargelkopf mariniert mit Zitrone. Danach Spargel gebraten auf einer Spargelcreme und drittens Spargel in seinem Sud abgeschmeckt mit Asche. Auch hier waren Aromen und Texturen stimmig gewählt.
Als“ Hauptgang“ dann Lamm mit Lauch. Ein Stück aus der Lamm Hüfte war durch und durch rosa gegart und hatte endlich mal einen leichten Lammgeschmack. Andreas Köthe erläuterte auf meine Frage hin, dass er nach langen Suchen sich für das Poltinger Lamm entschieden hätte. Der Lauch dann in den verschiedenen Zubereitungsarten. Roh, gebraten oder als Creme.
Danach Schokoladeneis mit Sauerampfer und Gurke. Was sich ein wenig abgedreht anhört, war eine stimmige Komposition eines durchdachten Gerichtes.
Zum Espresso und einem Wildkirsch von Haas gab es dann die obligatorischen Schokoladentafeln mit Früchten.
Es war wieder ein interessantes und durchdachtes Mittagsmenü was die Mannschaft um André Köthee und Yves Ollech an diesen Tag servierten.
Eine feine regionale und saisonale Küche die in Deutschland und auch in Europa Maßstäbe setzt.
Speisekarte: https://speisekarten.wordpress.com/2015/06/27/essigbratlein-nurnberg-3/
Amuse Bouche:
Saubohne, Kopfsalat, Minze und Öl vom schwarzen Johannisbeerstrauch.
Brokkoli Saft
Radieschen. Meerretichmolke
Das Menü:
Gemüse „eingelegt und mariniert“
Seeforelle mit Bohne
Spargel

Schokoladeneis mit Sauerampfer
Schokolade

Die Weine
Vor einigen Wochen Abendessen in der Hessenklause- Baunatal-Altenritte
Karotten- Ingwer Süppchen. Bravo sehr gut abgeschmeckt und gewürzt.
Deutsches Beefsteak mit Zwiebeln und Bratkartoffeln. Das Beefsteak sehr saftig, die Bratkartoffeln hätten noch etwas mehr Röstaromen vertragen können.
Dazu Hütt- Naturtrüb.
Kabeljau mit Wildkräutern, grüner Spargel und einer Gemüsesauce. Die Sauce basierend auf Weisswein, Gemüsefond und Creme de Normandie.
Lammschulter, Rösti, Bohnen und einer Rotwein – Thymiansauce.
Käse aus der Normandie. Eingekauft in Vire (Calvados). Der Käse hatte jetzt den richtigen Reifegrad.
Dazu ein Rotwein aus Sizilien.
Miro Graša und sein Team von den Ehlener Poststuben haben seit einiger Zeit die Speisekarte entschlackt. Das Angebot an regionalen Speisen und Zutaten wurden vergrößert. So stammt zum Beispiel das Rindfleisch vom örtlichen Bio Metzger Martin. Eine weitere Bezugsquelle ist zum Beispiel der Eschenhof im nahe gelegenen Altenhasungen. Warum allerdings das Lammfleisch aus Neuseeland kommen muss, bleibt sein Geheimnis. Auch hier sollte Miro Graša auf Regionalität setzen. Geblieben ist die Wohnzimmer Atmosphäre, die einen in das vergangene Jahrhundert zurückversetzt und das schöne Fachwerk mit kleinen Biergarten.
Der Jahreszeit angepasst war die Karte sehr Spargel betont.
Der erste Gang bestand aus einem Erdbeer Avocado Salat mit dreierlei Schinken. Der Schinken sehr wohlschmeckend und nur leicht geräuchert. Auch hier hätte man mehr auf Regionalität und der Saison huldigen und statt Avocado Spargel anbieten können.
Ob das Schweinefleisch (Lende) auch vom Bio Metzger Martin stammt konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Es war jedenfalls optimal auf den Punkt gebraten sehr gut gewürzt. Dazu ein Spargelragout in einer Sahnesauce und Spätzle.
Auch der Zander mit Spargel und kleinen Kartoffeln war wohl geraten.
Es ist schon interessant, woraus man mittlerweile Crème brûlée herstellt. Diesmal war es eine Crème brûlée von der Löwenzahnblüte mit geminzten Erdbeerspieß. Leider war der Geschmack von der Löwenzahnblüte kaum heraus zu schmecken.
Als weiteres Dessert ein karamellisieren der Apfelpfannkuchen mit Vanille Eis. Ein Dessert was bereits seit Jahren auf der Karte steht und immer hervorragend zubereitet ist.
Aus der kleinen aber interessant zusammengestellten Weinkarte wählte ich zwei Weine aus dem badischen. Sowohl Weiß als auch Rot kamen von der Oberberger Winzergenossenschaft. Während der Rotwein optimal temperiert war, wurde der Weißwein leider zu warm serviert.
Fazit: Miro Graša und sein Team sind anscheinend auf dem richtigen Weg. Er sollte den Weg der Regionalität weiter konsequent fortsetzen.
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