JM-Westerland-Sylt-2023

JM Westerland

Urlaub auf Sylt, da darf ein Besuch bei Jörg Müller (JM) natürlich nicht fehlen. Wir haben nicht nur ausgezeichnet gespeist, sondern haben auch diesmal im Hotel übernachtet. Vom Empfang bis zur Verabschiedung war alles ohne Fehl und Tadel. Man fühlte sich gut aufgehoben. Das Frühstück muss man hervorheben. Alles hausgemacht, lediglich das Brot wird von der Bäckerei Lund aus Hörnum geliefert. Besonders die Fischvariationen und die Meeresfrüchte waren Klasse. Alles wurde rechtzeitig nachgereicht und Frau Wuller war die Freundlichkeit in Person.

Auch ohne Auszeichnungen immer wieder ein Genuss. Der Service, angeführt von Schwiegersohn Ben Birkholz (Big Ben), Tochter Jane Müller und dem übrigen Personal, die teilweise seit Jahren ihren Job bei JM machen, man kann nur loben. Die kreativen Sylter Frischeküche mit französischem Einschlag sorgt dafür, dass wir uns im ehemaligen „Gourmetrestaurant“ sehr wohlgefühlt haben.

Originell  seit Jahren das Amuse – Bouche: Frisches Gemüse mit Dips. Völlig anderes zum Auftakt als sonst üblich. Uns hat es gefallen.

Ob Tatar mit Reibekuchen, Ceviche vom Dorsch oder die Seezungenvariationen wie das gratinierte Seezungenfilets „Noilly Prat“ oder die Seezunge im Ganzen serviert ist bodenständig und klassische Küche zugleich. Auch hat er den Mut, die bei vielen verpönte Gänseleber auf die Karte zusetzen.

Der obligatorische Abschluss des Urlaubes dann mit Lammbratwurst, Maultaschen und Käseplatte. Mit einem Gläschen „Zibärtle“ wurde auf einen gelungenen Urlaub angestoßen. Der nächste Sylt Urlaub kommt bestimmt.

Fazit:  Jörg Müller, ist der „geniale Klassiker“ unter den Top-Köchen auf Sylt und darüber hinaus , Er hat seit 2014  Abschied genommen von bestimmten Luxusritualen der gehobenen Gastronomie. Auch wenn er auf Punkte und Sterne verzichtet, ist Küche und Service weiterhin auf hohem Niveau.  Der Betrieb ist fest in Familienhand: Seine beiden Kinder und deren Partner sind dort beschäftigt. Leider ist Frau Barbara im März überraschend verstorben.  Hervorheben möchte ich Big Ben, der in seiner ruhigen und bedächtigen Art wunderbare Weine aus der oft prämierten Weinkarte zaubert. Uns hat z.B. der 2012 „Paris Lodron“ vom Mönchsberg der Stadt Salzburg gefallen. Ein feines Säurespiel, elegante, cremige Texturen und eine  zarte Fruchtsüße zeichnete diesen Wein, der in der Magnumflasche serviert wurde, aus.

JM lässt sich nicht nehmen seinen abendlicher Rundgang durch das Restaurant zu führen und mit seinen Gästen zu sprechen. Keine Pflicht, sondern Kür nach einem  anstrengenden acht bis zehn Stundentag in der Küche und dass mit knapp 76 Jahren. Chapeau.

Sylt, 15 Tage Kulinarisch unterwegs

Meeresfrüchteplatte bei Gosch List

Austern in List bei Dittmeyer’s List

Reblaus in Keitum – Spaghetti, Garnelen, Trüffel

Fisch Hüs, Westerland – Dreierlei Fisch

JM Westerland – Tatar mit Reibekuchen

Avocado bei Tipken’s by Nils Henkel

Mittags bei Johannes King- Keitum. Lachs auf Reibekuchen

Abends Samoa, Pulpo und Jacobsmuschel

JM Westerland – Lachs auf Zitronenrisotto

Ente in der Vogelkoje

Salatgurke im Söl’ring Hof

Hausaperitif bei JM Westerland

Noch einmal Austern bei Dittmeyer’s, List

Carpaccio im Web Christl

Zum Abschluss Seezunge bei Jörg Müller

Sölring Hof Rantum 2023

Söl’ring Hof

Kulinarischer Höhepunkt war auch bei unserem diesjährigen Sylt Aufenthalt wieder zweifelsfrei der „Söl’ring Hof“ in Rantum.  Nach dem freundlicher Empfang  von Restaurantleiterin Frau Bärbel Ring wurden wir von ihr ins Restaurant begleitet. Anschließend fuhr ein junge Dame (Auszubildende?)  den Aperitifwagen vor und erläuterte die guten Sachen auf dem Wagen. Trotz ihrer anzumerkenden Nervosität brachte sie ihren Part sehr gut über die Runden. Nach einigen Diskussionen am Tisch, entschieden wir uns  für ein 6 Gang Menü. Davor gab es noch 5 kleine „Häppchen“ und im Anschluss des Menüs noch 5 kleine Süßigkeiten. Auch Sky, der zum ersten Male in einem Sternerestaurant war, entschied sich auch für dieses Menü. Bis auf den „Dreizack“ hat er alles ohne Probleme gegessen.

Die Philosophie des Söl’ring Hof zeigte sich bereits bei den „Häppchen“. Man bleibt auf der Insel und serviert  Zutaten von den Salzwiesen und dem Meer. Saisonale und regionale Produkte dominieren die Karte. Die Gänge sind oft sehr komplex und  mit überraschenden Zutaten.

Obwohl alle Gänge hervorragend waren, muss man den Helgoländer Hummer mit Ochsenherztomate sowie das Huhn mit Erbse und Liebstöckel besonders hervorheben.

Fazit: Ein wunderbarer Abend, mit Enkel Sky, der nicht billig war. Das war uns aber bekannt und es war jeden Cent wert.

Das Haus auf der Düne

Die offene Küche

Was erwartet mich heute Abend? Sky Luis, unser Enkel, zum ersten Male in einem Sternerestaurant und dann gleich 2 Sterne

Queller – Forellenrogen – Dreizack – Miesmuschel – Strandportulak

Kartoffelbrot – Sauerrahmbutter

Makrele

Helgoländer Hummer

Seezunge

Perlhuhn

Reh

Sylter Rose – Aprikose – Heidelbeere – Söl’ring Hof Kuss – dunkle Schokolade

Tipken’s by Nils Henkel- Sylt 2023

Sylt

Nein, Nils Henkel kocht nicht auf Sylt. Er kocht weiterhin im „Bootshaus“ in Bingen. Im Severin Hof in Keitum ist er im „Tipken’s by Nils Henkel“ verantwortlich  für das Gesamtkonzept sowie die Kreation der Menüs. René Verse, ein  langjähriger Mitarbeiter von Henkel, ist als Küchenchef verantwortlich für die Umsetzung von Henkels Idee von „Fauna“ und „Flora“

Auf der Terrasse unter den großen „Sonnenschirmen“, haben wir ein sehr gutes Menü genießen können. Der  Nachhaltigkeitsgedanken mit Fokus auf saisonale und regionale Produkte wurde in allen Gerichten umgesetzt.

Der Eigengeschmack der erstklassigen Produkte steht immer an erster Stelle. Wilde Kräuter aus der Region stehen als Bestandteile seiner Flora-Gerichte im Mittelpunkt. Fisch und Fleisch sind eher Begleitung statt Hauptzutat.

Fazit: Herzlicher Empfang und fachlich perfekter Service. Das Menü by Nils Henkel war sehr gut.  Entenbrust und Reh perfekt in Qualität, Anrichten und Geschmack. Lediglich der Gang mit der Melone war der Schwachpunkt des Abends. Durch die Verarbeitung der Melone in verschiedenen Schritten wurde das Produkt „Lederartig“. Man hatte Probleme die Melone zu schneiden. Sehr Interessant war das „Dessert“. Die Karotte als süße Komponente und das Giersch Sorbet mit einer leichten Bitterkeit. Hier hätte man allerdings den Giersch Geschmack noch besser hervorheben können.

Amuse Bouche 1 – Gemüse Gazpacho und Krustentierfond

Amuse Bouche 2 – Linsencracker mit Entenleber

Wassermelone – geräucherte Frischkäse – Mandeln – Zitronenverbene

Felsenrotbarbe – Tintenfisch – Fenchel

Gewürzente – Szechuan Pfeffer – Entenzunge – Spitzkohl

Rehbock – Fichtenessigjus – Pfifferlinge – Gundermann

Möhren – Giersch Sorbet – Ziegenjoghurt – Berberitzen

Süßer Abschluss

Mein Sonntagsmenü vom 25.06.2023

Kalte Kartoffelsuppe: Den weißen Teil einer Lauchstange in feine Ringe schneiden, mehligkochende Kartoffeln schälen und fein würfeln. Butter und Olivenöl erhitzen und den Lauch sowie die Kartoffeln andünsten. Gemüsebrühe angießen, aufkochen und kochen lassen, bis Kartoffeln und Lauch weich sind. Sahne dazugeben und mit Muskat, Salz sowie Pfeffer nach Geschmack würzen. Mit einem Mixer die Suppe fein pürieren und durch ein Sieb streichen und noch einmal kurz aufkochen lassen. Die Suppe abkühlen lassen und im Kühlschrank gut durchkühlen lassen.

Vor dem Servieren die Suppe nochmals abschmecken und mit einem Stabmixer auf Mixen. Serviert wird in einer Suppentasse.

Tatar vom Saibling , gewürzt mit Pesto vom Radieschen Grün, gewagt aber es schmeckt

Kammmuscheln, Garnelen, grüner und weißer Spargel auf Spinatcreme. Gierschblüte.

Lammrücken, grüner Spargel, Spagetti, Thymiansauce

Erdbeertorte, gebacken von unserer Tochter

Für Vorspeise und Fisch ein Sauvignon Blanc

Zum Lamm ein Rotwein von Manz

Zum Abschluss einen guten Calvados. Eingekauft in Vire Normandie

Melone, Kabeljau, Lamm

Eine ca. 1 cm dicken Scheiben von der Wassermelone in Olivenöl von beiden Seiten sanft anbraten. Auf einem flachen Teller anrichten.  Eine Scheibe Picandou Ziegentaler halbieren, auf die Melone legen, mit Rohrzucker bestreuen und mit einem Bunsenbrenner karamellisieren. Halbierte Oliven und Tomatenviertel darauf verteilen. Mit Basilikum, Gierschblätter (aus dem eigenem Garten) garnieren. Mit Pfeffer und Limonen-Olivenöl verfeinern.

Spargel paniert

Spargel schälen, putzen, ca. 5 Minuten im 100° heißem Dampfgarer ca. 5 Min. garen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Bio- Eier verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Als Paniermehl nehme ich selbst hergestelltes  aus Dinkelbrot(brötchen). Spargelstangen in Mehl, Ei und Paniermehl wälzen. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und Stangenspargel von allen Seiten goldgelb braten. Dazu einen aus dem eigenen Garten gepflückten Salat und Blüten. 

Kabeljau gebraten auf einer Tomatensauce, dazu ein Gemüsetürmchen a la Ratatouille.

Lammrücken mit 53° Innentemperatur, Spagetti, Pfifferlinge, Thymiansauce

Mein Menü im Mai

Carpaccio von der Lachsforelle mit Zitronen Olivenöl, Himbeere und Blüten aus dem Garten

Gekräuterter Rotbarsch auf Gurken. Gurken werden in Scheiben geschnitten, in Olivenöl kurz anschwitzen, mit Noilly Prat, Pastis und Weißwein abgelöscht. ca. 5 Min. ziehen lassen. Die Gurken sollen noch einen leichten Biss haben. Mit Salzbutter leicht binden.

Trou Normand

Lammrücken mit Kräuterkruste, Rösti, Orangenkarotten, Tomate, Pimientos und Rosmarinsauce

Käse aus der Normandie mit Rucola Salat

Rhabarberkuchen

L’atelier du goût – Vire Normandie

20 Rue Emile Desvaux,

14500 Vire, Frankreich

Vire Normandie hat eine neues Gourmetrestaurant. Aus Chez Maman wurde im Oktober 2021 das  L’Atelier du goût. Mitten in der Pandemie hatten zwei junge Kochkollegen den Mut ein neues Abenteuer zu beginnen.

Clément Gosselet und Jordan Lebascle, hatten diesen Mut. Neben der Ausbildung zum Koch hatten beide zum Schluss interessante Arbeitgeber. Der eine, Clément Gosselet, im  Manoir de la Pommeraie in Vire der  zweite, Jordan Lebascle, bei Ivan Vautier in Caen. La Pommeraie mit BIB-Auszeichnung, Ivan Vautier mit 1 Stern.

Bereits im vergangenem Jahr(Juni 22)  wollte ich das Haus besuchen, aber ohne Reservierung nicht möglich.

Das Restaurant hat im Speisesaal dreißig Sitzplätze, diese lassen sich erweitern durch Plätze mit einer im Sommer  geöffneten Außenterrasse. In der Woche gibt es u.a. ein Mittagsmenü für 24 €. Am Abend, auch mit edlen Produkten, gibt es drei Menüs zur Auswahl von 36 € bis 62 €. Man arbeitet mit saisonalen, hochwertigen Produkten. Dabei ist die Auswahl guter lokaler Produzenten sehr wichtig

Sehr professionelle Begrüßung durch die beiden Kellnerinnen, charmant und diskret zugleich. Das Lokal war ausgebucht und dass am Freitagmittag.

Wir wählten das 4 Gang Menü für 45 € aus, dazu die Weinbegleitung, 3 Gläser 0.1l für 25 €. Zusätzlich wurde noch ein Käsegang bestellt, wir sind ja schließlich in der Normandie.

Fazit: Ein Restaurant welches nach höherem strebt. Bereits jetzt Sterneverdächtigt.

Zum Champagner bzw. Kir Normand wurden  kleine Häppchen gereicht. Einmal mit Champignon, einmal mit Andouille de Vire. Als eigentliches Amuse-Bouche Variationen vom Champignon de Paris. Als Mousse,  rohe gehobelte Scheiben und gerieben. Die Verbindung war eine phantastische Pilzbrühe, Umami lässt grüßen.

Das Menü begann mit grünem Spargel, Morcheln aus der Normandie  und Wachtelei.

Höhepunkt des Menüs eine Variation von der Languste: Langustinen-Tartar mit einer Sauce von der  Langustinen und roh als Carpaccio mit einer fein leicht säuerlich abgestimmten Vinaigrette und frischem Obst

Die Kalbsschulter 18 Stunden Sous Vide gegart, Portweinsaft, mit Orangenkarotten.

Käsegang mit den drei großen der Normandie, wie immer mit Salat.

Eine Blätterteigschnitte kunstvoll gedreht, dazu Eis mit Vanillegeschmack.

2023 Restaurant L’Absinthe

Restaurant L’Absinthe – Honfleur (17.05.2023)

Wir haben in den vielen Jahre seitdem wir die Normandie bereisen das Restaurant oft besucht.

Nach dem Besuch 2014 konnte ich folgendes Fazit ziehen: Dieses stilvolle und gemütliche Restaurant in einem alten Fachwerkhaus bietet eine Mischung aus klassischer und moderner Küche. Ein gutes Preis- Leistungsverhältnis und tadelloser Service.

Letztmalig wurde 2019, also vor der Pandemie, das Haus besucht. Auch damals waren wir sehr zufrieden.

Beim Besuch am 17.05.2023 fanden wir völlig veränderte Situation vor. Die Einrichtung wie in den letzten Jahren, aber die Küche um mind. 2 Klassen schlechter.

Überzeugen konnten eigentlich nur die überbackenen Austern und das Soufflé. Champagner zu warm, der Fisch zu kalt, die Pommes zu den Lammkottelets fast verbrannt, die Kottelets sehr mickrig. Der Tiefpunkt des Menüs war allerdings der Käsegang, und dass in der Normandie. Auch die Rechnung war mit 400 € für 4 Personen sehr happig. Leider ist mein französisch nicht so, dass ich mich detailliert beschweren konnte.

Fazit: Wir haben in den anderen Tagen viel besser und auch preisgünstiger gespeist. Es war der letzte Besuch in diesem Restaurant.

Für die Damen Champagner

Für die Herren Kir Normand

Blätterteighäppchen als Amuse Bouche.

Überbackene Austern

Trou Normand

Lammkottelets mit Pommes

Der Käsegang!!!!

Als Dessert ein Soufflé 

2023 Impressionen der Normandie

Mein Freund Alain Vallée, jahrelang Vorsitzender der Jumelage Vire-Baunatal

Marc Andreu Sabater, Bürgermeister von Vire Normandie

Andouille de Vire im Hotel de France