


Genuss, Reisen und mehr
Jörg Müller zählt seit Jahrzehnten zu den Spitzenköchen Deutschlands und wird in allen Gastronomie-Führern hoch gelobt. In den 1970 igern Jahren in den legendären Schweizer Stuben zu Wertheim und seit 1982 auf Sylt hat Müller die deutsche Gourmetküche mitentwickelt und geformt. Im Restaurant „Jörg Müller“ wird eine klassische Küche ohne modernen Schnickschnack aufgetischt. Für den gastronomischen Teil ist Jörg Müller mit seiner Brigade verantwortlich, während im Service und im Hotelbereich die Handschrift von Barbara Müller sichtbar ist. Im großen Friesenhaus in der Süderstraße 8 zu Westerland kann man seine Kreationen im Restaurant und im Pesel sowie in der Bar genießen. Ein Hotel ist ebenfalls angeschlossen.
Ein Besuch auf der Insel bedeutet für mich auch ein Besuch im Restaurant und im Pesel. Obwohl ich im laufe der Jahre auch die anderen Sterne Häuser auf der Insel besucht habe, erste Wahl bleibt für mich aber Jörg Müller.
Wie immer bei meinen Besuchen ein freundlicher Empfang im Foyer des Hauses. Rechts geht es in das „Zweitrestaurant Pesel“, links in das „Gourmetrestaurant Jörg Müller“. Von einem Mitarbeiter werde ich zu meinen Tisch geführt. Der Raum, er wurde im letzten Jahr aufgefrischt, mit jetzt heller Holzdecke hat Platz für ca. 30 Gäste, die an diesen Abend alle belegt sind. Außerdem gibt es noch den Wintergarten, Hier können größere Gruppen ungestört ihre Familienfest oder ähnliches feiern.
Drei Menüs stehen zur Auswahl, außerdem kann jeder Gang a la Carte bestellt werden.
Das „Menü von Land und Meer“ mit vier Gängen kostet 98 €, das „Menü du Marche „ für 120 € und fünf Gängen sowie „Klassiker Jörg Müller“ mit sechs Gängen und 130 €.
Nach Rücksprache mit dem Maitre stelle ich mein eigenes Menü zusammen.
Als Aperitif wähle ich den erfrischenden Hauscocktail. Dazu kommen verschiedene Brote mit Salzbutter, sowie fünf kleine Köstlichkeiten als Amuse Bouche auf den Tisch.

Amuse Bouche
Wie auch bei meinen letzten Besuchen kamen fünf kleine Köstlichkeiten auf den Tisch.
5. Paprikasüppchen. Hier gilt was ich bereits bei meinen letzten Besuch geschrieben habe. Schön schaumig, die kleine Löwenkopfterrine nicht gerade ideal die Suppe auszulöffeln.
Gute Produkte, saubere Verarbeitung, eigentlich war alles tadellos, nur der letzte Pfiff fehlte.

Beef Tatar mit Holstenstör – Kaviar
Gute Grundprodukte, das Fleisch war nach meiner Auffassung etwas „schmierig“ geraten. Gute Würzung. Rösti und ein kleiner Salat rundeten diesen ersten Gang ab.

Rotbarbe auf Bärlauchrisotto mit Tomatensugo
Herrlicher Tomatengeschmack, dazu „schlotziger“ Risotto mit leichtem Bärlauchgeschmack. Der Fisch auf den Punkt gegart.

Saute von Kalbsnierchen und Bries mit Artischocken und Blattspinat
Ja, die Menüfolge ist etwas Fleischlastig. Diesen Gang habe ich aber selbst in das Menü gewählt. Bei Innereien werde ich schwach, da sie leider recht selten in den Restaurants serviert werden. Die Beilagen passten sehr gut zu Nieren und Bries. Kräftige Sauce.

Maibockrücken im Gewürzmantel mit Morcheln, Wirsing und Schupfnudeln
Ein Gang ohne Fehl und Tadel. Das Fleisch wunderbar rosa gebraten mit einer phantastischen Gewürzumhüllung.
Der beste Gang des Abends.

Friesisch blue
Zwei Anmerkungen:
1. Wohlschmeckend, aber für ein Menügang viel zu viel.
2. Für ein „Ein Sterne Haus“ ein recht langweiliger Gang,

Vordessert
Ein Klassiker im Hause Müller. Ein leicht geliertes Champagnersüppchen und ein Sorbet. Nach dem mächtigen Käsegang, die richtige Erfrischung und Erholung für den Magen. Passt in dieser Reihenfolge in übrigen besser als zwischen Fisch- und Fleischgang.

Verschiedenes von Valrhonaschokolade und Mango mit Bananen – Toffee – Eis
Hier und auch bei den „süßen Versuchen“ zum Espresso hat die Küche noch einmal alle Register ihres Könnens gezogen. Warm, kalt, schmelziges, luftiges, knackiges, alles war in den Variationen enthalten.
Fazit: Ein wundervoller Abend, fast perfekt. Im Vergleich zu Becker Trier und Essigbrätlein, die im vergangenem Jahr besucht wurden,ist Müller im Michelin unterbewertet, wo bleibt der zweite Stern, die 18Punkte im GM sind gerechtfertigt. Beim Service merkt man deutlich, den Damen und Herren macht ihre Arbeit Spaß. Barbara Müller dirigiert lautlos die Brigade.
Klassische französische Hochküche, ein Fan der Molekularküche wird Jörg Müller bestimmt nicht, und das ist auch gut so.


Kartoffeltorte
Kartoffeln schälen ca. 5 Minuten vorkochen und anschließend in ca. 5-7 mm dicke Scheiben schneiden. Salzen und pfeffern. aus einem Blätterteig ca. je 6 cm bzw. 8 cm große Scheiben ausstechen. Auf die 6 cm Scheibe ein Klacks Creme Fraiche bzw. Schmand geben, Knoblauch in Scheiben schneiden und in den Schmand geben. Die Kartoffelscheiben als Rosette auf den Blätterteig schichten. Die 8 cm große Platte in der ein kleines Loch mittig ausgeschnitten wird, über die Kartoffel geben und mit der unteren Scheibe gut fest drücken. Mit Eigelb einstreichen und für ca. 35-40 Minuten in den 175° heißen Ofen schieben.
Die Idee stammt aus der Zeitschrift „Maison COTE SUD“

1983- 2010. 27 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Baunatal und Vire galt es zu feiern. Dazu hatte ich, wie auch in den Jahren davor, zum Essen im eigenem Hause eingeladen.
Es gab folgendes Menü für 8 Personen.

Amuse Bouche – Lachstatar
Lachsreste vom Fischgang werden in kleine Würfel geschnitten, mit Salz, Pfeffer und klein geschnittenen Basilikum gewürzt. Zusammen mit Olivenöl einige Minuten ziehen lassen und servieren.

Nordhessisches Bruschetta
Brot auf einer Seite vortoasten, auf der anderen Seite mit Schweinehack bestreichen und unter den Grill schieben.

Gemüseterrine mit einem Wildkräutersalat
Tomaten: Tomaten grob schneiden, Schalotten grob hacken und zusammen mit Knoblauch und Ingwer in Olivenöl anbraten. Die Tomatenstücke und Tomatenmark dazugeben, mit Weißwein ablöschen und Rosmarin, Thymian sowie Basilikumstengel dazugeben. Auf kleiner Flamme ca. 30 Min. köcheln lassen, anschließend im Mixer Pürieren mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken und durch ein Sieb streichen.
Gemüse: Aubergine und Zucchini in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden und in Olivenöl anbraten, auf Papier entfetten und abkühlen lassen. Paprika (rot, gelb, grün) unter den Grill legen bis die Schale Blasen wirft, abkühlen und die Haut entfernen.
Terrine: Den Tomatenfond erhitzen, Gelatine unter rühren und klein geschnittenes Basilikum untermischen. Terrine mit Folie auslegen. Zucchinistreifen so in die Terrine legen, das sie oben überlappen. Mit Tomatenpüree beginnend und abwechselnde Lagen von Aubergine, Paprika, Zucchini einlegen. Den Abschluss bilden wieder das Tomatenpüree und die Zucchinistreifen. Über Nacht kühlen. Gemüseterrine aus der Form stürzen, Folie entfernen und in Scheiben schneiden. Zusammen mit Wildkräutern und Blüten auf dem Teller anrichten.

Kartoffel-Spinatcreme Suppe
Schalotten fein würfeln und in Butter anschwitzen lassen. Mehlig kochende Kartoffeln ebenfalls würfeln und zu den Schalotten geben. Mit kalter Milch sowie Wasser aufgießen, salzen und weich kochen. Anschließend im Mixer mit etwas Sahne mischen. Mit Muskat und Pfeffer würzen und durch ein Sieb streichen. Vorher etwas von der Brühe beiseite stellen. Kurz vor dem Anrichten der junge Spinat gewaschen und zusammen mit der Brühe in Mixer gegeben. Diese Masse durch ein Sieb streichen und zur Kartoffel-masse geben. Etwas Butter einrühren und servieren.

Lachs und Gurke
Den Lachs, ca. 100 gr. pro Person werden präpariert, das heißt, die letzten Gräten werden gezogen und die Haut entfernt. Danach ein wenig gesalzen, gepfeffert und mit flüssiger Butter bestrichen. In eine Form kommen ein Stück Butter, einige Rosmarinzweige, eine Knoblauchzehe sowie etwas Ingwer. Mit einer Folie wird der Lachs abgedeckt und für 30 min. bei 80° in den vorgewärmten Ofen geschoben.
Die Gurke wird geschält und entkernt, eine Hälfte in dünne Scheiben (3 mm) gehobelt, der Rest entsaftet. Die Scheiben und der Saft werden mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt. In einem tiefen Teller wurden zuerst die dünnen Gurkenscheiben ringförmig eingeschichtet, der Gurkensaft angegossen und der Lachs auf den Gurken angerichtet.
Nach dem Fischgang ein Gläschen „Trou Normand“

Lammrückenfilet mit Gemüse und Kartoffelgratin
Kartoffelgratin,
Kartoffeln schälen und in ca. 3-4 mm dicke Scheiben hobeln. Salzen, pfeffern und mit Muskat abschmecken. In Portion-formen füllen, mit Sahne aufgießen und für ca. 50-60 Minuten in den 180° heißen Ofen schieben.
Gemüse
Der Minifenchel wird gewaschen, die oberen Spitzen abgeschnitten und über Dampf ca. 10 Minuten gegart. Im Eiswasser abschrecken. Die Bohnen zurecht schneiden und ebenfalls über Dampf garen. In Eiswasser legen und abtropfen lassen. Kurz vor dem Servieren Butter in einem Topf geben und das Gemüse erwärmen.
Lammrückenfilet
Den Lammrückenfilets unter kaltem Wasser abspülen und trocken tupfen. Weitestgehend von Fett, Sehnen und der silbrigen Hautschicht befreien. Diese Parüren für die Sauce aufheben.
Die Filets bei ca. 80° ca. 50 Minuten in den Ofen schieben. Nach einer Kerntemperatur von ca. 54° die Filets in Butter anbraten und für weitere ca. 10 Minuten in den Ofen schieben Nach erreichen von ca. 58° Kerntemperatur aufschneiden und auf Lammsauce mit den Gemüse und dem Gratin servieren.
Vor den Desserts gab es noch Käse aus der Normandie

Crème brûlée
Sahne und Milch, werden im Verhältnis 2/3 zu 1/3 mit Zucker, so lange vermischt, bis der Zucker sich auflöst. Dazu kommen etwas geriebenen Ingwer sowie Rosmarinzweige Anschließend die Eigelbe dazu geben und die gesamte Masse wird vermengt. Die Masse im Kühlschrank einige Stunden ziehen lassen. Danach die Flüssigkeit durch ein Sieb geben.
Das Ganze in kleine Förmchen gießen und die Förmchen in eine Saftpfanne stellen. Der Ofen wird auf ca. 140° vor-geheizten. In der Saftpfanne sollte sich kochend heißes Wasser befinden, so dass die Förmchen bis zur Hälfte in diesem stehen. In etwa 50– 55 Minuten muss die Crème brûlée nun backen, die Crème abkühlen lassen, mit braunem Zucker bestreuen und mit einem Bunsenbrenner karamellisieren.

Rhabarberkompott mit Erdbeeren und Vanilleeis.
Erdbeeren wenn nötig waschen, vom Grün befreien und in Scheiben schneiden. Mit Zucker bestreuen und ca. 1 Std. ziehen lassen.
Von den Rhabarberstangen sorgfältig die Haut abziehen. Stangen in 3 cm große Stücke schneiden und in einer Schüssel mit etwa 100 g Zucker bestreuen; 2 bis 3 Stunden Saft ziehen lassen. In einem Topf Zucker karamellisieren lassen und den Rhabarber zusammen mit Zimtstange und einer Vanillestange in den Karamell geben. Mit Weißwein und wenig Wasser auf kleinster Stufe garen. Achtung der Kompott ist in wenigen Minuten fertig. Der Rhabarber sollte nicht zu weich sein. Kompott abkühlen lassen, Zimt und Vanille entfernen und mit den Erdbeeren und dem Eis anrichten.
Diesmal wurde leider das Eis nicht selbst hergestellt. (Zu wenig Zeit)
Zu den Weinen
Apfelchampagner von Jochen Döhne – Schauenburg
2008 Weißer Burgunder & Chardonnay – Karl H. Johner – Vogtsburg
2009 Viognier m. Schneider – Ellerstadt/Pfalz
2008 Black Print – Rotwein Cuvee – M Schneider – Ellerstadt/Pfalz
1993 Calvados
Ein Aufenthalt der besonderen Art. Eine Gasstätte Mitten im Ort gelegen wie so viele in Deutschland. Die meisten dieser Gaststätten bieten aber meistens nur Speis und Trank aus der Gefriertruhe oder servieren für viel Geld Convenience -Produkten an.
Dieses Haus ist aus der Art geschlagen. Weine, Restaurant und Hotel unter einem Dach. Diese Reihenfolge ist vom Haus Keller wahrscheinlich auch bewusst gewählt. In erster Linie ein Weingut mit nationaler und internationaler Bedeutung. Dann eine örtliche Gaststätte aus der im laufe der Jahre und Jahrzehnte ein anerkanntes Restaurant wurde und da man nach dem Weingenuss nicht mehr aus dem Haus muss, gibt es auch entsprechende Zimmer. Seit 1969 leuchten die Sterne des Guide Michelin über dem Haus.
Hat man sich zu einem Besuch im Schwarzen Adler durch gerungen, sollte man folgendes beachten:
Natürlich einen Tisch bestellen und gleichzeitig auch ein Zimmer reservieren. Die Weinkarte im Internet herunterladen und aufmerksam studieren. Es ist fast unmöglich diesen dicken Wälzer am Tisch in Ruhe durch zu lesen. Nach Studium der Speisekarte ebenfalls im Internet die Poularde in der Schweinsblase vorbestellen. Sie werden, so wie wir, einen unvergesslichen Abend erleben. Besser ist es vielleicht noch, dieses Vergnügen auf den Mittag legen und dann im Sommer auf dem Freisitz zu speisen.
Nach dem Einchecken noch etwas Ruhe auf den gemütlichen Zimmern und dann ab ins Restaurant. Das Haus war an diesem Sonntagabend nach meinen Eindruck fast ausgebucht. Da in drei Räumen serviert wird, hatte man natürlich keinen Einblick in die anderen Stuben.

Als Aperitif wählten wir einen Riesling Sekt natürlich aus dem Hause Keller, dazu wurden Blätterteigstangen serviert. Da wir ja die Poularde vorbestellt hatten, wurden nur zwei Vorspeisen bestellt, die jeweils als halbe Portion serviert wurden.
Eine große Hilfe dabei war der sehr souveräne Maitre Hubert Pfingstag.
Als Amuse Bouche wurde eine Scheibe Blätterteig gefüllt mit Schinken und Käse auf einer Spinatcreme serviert.

Terrine de Foie Gras
Eine kalte Vorspeise machte den Anfang. Die hausgemachte Gänsestopfleber war korrekt zubereitet. Ein selten gutes Apfelchutney und ein Gewürztraminer Gelee begleitete diesen ersten Gang. Dazu gab es ein sehr schmackhaftes und lockeres Brioche.

Steinbuttfilet aus dem Atlantik
Als warme Vorspeise dann ein Steinbutt auf schwarzem Venere-Risotto und Beurre Blanc. Der Steinbutt innen noch ein wenig glasig, der Reis mit Biss und eine Sauce mit herrlichem Buttergeschmack.
Getrüffelte Poularde in der Blase, gefüllt mit Gänse-leber, Reis und Gemüse
Dann hatte Maitre Hubert Pfingstag seinen großen Auftritt. Auf einem Silbertablett wurde die prallgefüllte Blase mit Inhalt serviert. Gekonnt zerlegte der Maitre das Tier. Serviert wurde es in zwei Gängen. Zuerst die Brust. Wunderbar zart und saftig Die Füllung aus Reis, Trüffel, Foie Gras und klein geschnittenem Gemüse und einem schmackhaften Sud. Dazu mitgedämpfter Porree und Kartoffeln, die eigentlich überflüssig waren. Danach die Keulen. Große Portionen die aber zu schaffen waren.
Allein der Fleisch und Trüffelduft der aus der aufgeschnittenen Blase entweich, ist die Reise und auch die 80 € für die Poularde wert.

Zum Abschluss dann noch Variationen von der Valrhona Schokolade. eine absolute Sünde. Flüssig, fest, kalt, warm mit intensivsten Schokoladengeschmack.
Leider haben wir den Käsewagen zu spät gesichtet. Wie vom Nachbartisch zu erfahren war, gab es schön gereifte Produkte.
Der Service leicht und locker, aber vorbildlich und nach alter Schule ohne Steifigkeit.
Tolle Weinkarte mit all den großen Namen dieser Weinwelt. Auch die Preise sind konkurrenzlos niedrig. Wir hielten uns nach Rücksprache mit Sommelière Melanie Wagner an Weine aus dem Hause Keller.
Zum Abschluss noch Kaffee und ein Kirsch aus eigener Brennerei.
Ein Haus mit Tradition, aber auf der Höhe der Zeit. Eine Adresse die man öfters ansteuern sollte.